Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 83 (5.11.1893)
- Date
- 1893-11-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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reite * Nr. 83.. Freier Blatt. neunte unter Ferdinand und ^sabella von Non Ludwig Nuguft Frankl. IDiedcr in dcr rchrcckensmsnd erschienen, Der zweimal Jerusalems Ruinen And der Juden aramdurchturchre Mienen Mft aefeben bat, der Monat?lb."?ei verbnianißvelle Taa st's wieder, Den Granadas aold'nen kiiaeln nieder wallt der Gram und weinen Cranerlieder, tDandern Hilden wieder ins Eril. Aus dem Land. ..me lä'ön die rträme kliuacn. Merrbendüftc selbst den rranb durchdrinaen. Und die Lütte klibn den Geist beicbminaen". IDie der Diiner Den Iebuda sana-. Ziebsti rem Reden, we den Z?flua.ne führten. lDenn Gefahr aedreht. die rchmerter rührten Kn int aeübr des lDinens Flammen schürten ITIit dem Rrnderrelk ren Ismael. Als die Däter ins -Tril einst zoaen. wie ans Blumen Thau rem Pünmclsboacii, Gettgesendet kam der Trost geflogen, Leichter alhmete des Dolkes Nerz. lDo erteilen jetzt Hroxhetenzunaen? wo die Neiden, die das Schwert geschwungen. stimmen,.die einst himmelher geklungen? Alle Gnenbarnng ist verstummt. Ach ne zieh'n. den Fluch nur zum Gefährten. Männern fiiiikeln Thränen in den Bärten, Und mit Blumen der verlassstien Gärten Ist geschmückt der Frauen dunkles Naar, Blumen, daß sie welk nach mahnen sollen An der Neimat liebgemord'ne rchollen: Greise, zieben mit den Thorarollen, geraament'nen Fahnen stumm roran. Und den rchinen, die die Enkel trage». IDird voran die Feuersäule ragen — Laßt das weinen, laßt das lange Zagen. . Ihnen wird ein neues Kanaan Spanien. l „?onne, keuchte unsstem Pfad nicht nieder, M verstummt, verstummt nicht, Trauerlieder! welches Land nimmt die vertriebstieir wieder, Die von Gott Derlaffstien, Müden auf? Ach, wo ist die Ruh' für dein gejagtes, kleines Dolk, selbst um ein Grab verzagt es, wo ist Gott?" ro fingt es, und so klagt es Durchs Gebirg, bis au das blaue Meer.. Könntet ihr im Buch der Zukunft lesen, Don dem Grame wärst ihr bald genesen: Eeht. es zieh'» des kühnen Genuesen Echiffe eben in das srenide Meer. Ueberkommt die Kerzen nicht ein Ahnen? Jenseits über allen Äeeanen Glänzt ein Land, entrollt der Freiheit Fahnen. Goldstie gforten »Hut es gastlich aus! rr'c.er'.m co*. .Feuilleton. Do>n Äudeu-Deutl'cD. enu- ■rnn'ie oon iaeu'.?cu cinfacbcn >icrn der biblintie» Erzählung schmücken bunte Zutbalen aus der mündlichen Itcbcxlicfcrintg: und Damit des Beweglichen niid Rührenden ja nicht, etwa zu viel werde, so tömmt Pickel lianin] mit) treibt feine Possen im fernen EgUvteulaude, wie er sie ,n der Ttegreifkomödie Teutschlands, Italiens, Englands, Tpauiens, immer und linier den verschiedensten Namen derselbe und allen Pollern gleich willkommen,;n treiben gewohnt. Im ei selber wird im „T viele von der Perkaufung Pose so" um mir nicht ge'cknneick>elt. tir ist wie schon gesagt — ein ver;ee,e.:eo und sehr von üch eingenommeneo Mnttersöhnchen. Er tritt atu und verklagt sofort seine Bxüder; sie schelten einige ihrer Brüder ihre 'i'.ud ti, weil sie nicht von rJiaÄiet nodi uon reah, sondern nur won ihren Mägden geboren seien, Ferner, weil sie — so lange vor der nu'.m b. ^stürgebniig, ei» wunderlicher Anachronismus! — Berbol^.ieo Vien und üch zu viel um Leiber kümmern. Tafiir iii'entt ihm Jakob das fefbene Hemd. Pak ob ist ein'(belehrter: er hat ülmverütauu besucht und diesen" seinen Tohn in alle dem nuteriviefeii, ivaoer dort an Wissen erworben: stndirt hatte er aber damalo, da er >:ch vierzehn Jahre vor seinem Bruder Esau verborgen ballen mubte. "Tie Briider kommen. Timeon beschwert üch über Ioiü, untersiüht von Tebnlou, der Beweise dafür bei bringt, daß Ioies den Angeber spielt. Ioies schlaft ein, und ein Engel verkündigt ihm im riebe von den elf (Farben, die sich vor der seinigen neigen, seine künftige f-'roße. In aller Uiisechuld erzählt Josef feinen Brüdern dieseo Geücht: Juda fährt auf und verkündigt ihm den Haß Aller wegen seiner Ueberhebuug, und Joses hat nichto eiliger, als diesen Traum sammt der Antwort Judas dem Pater, zuzutragen, der seine Freude damit hat, den Viebling aber auch warnt, sich nicht hoffärtig gegen die Geschwister zu halten. Ein neues Entschlummern Josefs; wiederum erklingt die Tttmme der Engel, und sie singen ihm ein rieb, in dem das Bild von Tonne, Mond und den Tternett, die sich vor ihm neigen, verwerthet ist. AsHe nun Ioies dem Pater abermals mit dieser Erscheinung kömmt,, in es dem doch zu bunt, und er begegnet ihm diesmal mit geziemender Tckiärfe. Afchgr aber reizt die Brüder zur äiaclie auf. Tic sind mittlerweile mit ihren Heerde» fort gezogen, und Jakob, der lange ohne -.Nachricht von ihnen ist, sendet Josef-ans, damit er üch nach ihnen umsche: er traut ihrer brüderlichen Gesinnung. Joses bat diese Zuversicht nicht, gehorcht aber und macht sich auf den Weg nach Tichem. Aus dem Pfade betet er, tknd Engel antworten seinem sieben, Out Siebent sind die Brüder nicht mein-: üe weiden um Tatbau, und die himmlischen Ttimmcn rathen nun Josef zur Umkehr. Er gehorcht nicht. Ein Tcliäferlied ertönt, und die Brüder sehen den Nahenden. Timeon fordert rewi auf, ihn zu tödten. Tiefer aber will kein Blutvergießen, und >'o wird denn Josef sein Tcbicksal verkündigt: sie wollen Um in eine Grube werfen. Er bittet mit Milde und Pergebnng. umsonst, und daun hebt er uns der Grube, heraus ein Rlagelied au. «stad fordert seine Genossen auf, wegzutreiben von der Ttättc ihrer Thal. Josef fingt weiter und erinnert au die Unthat Rains. . Zu da schlägt vor, ihn den Midianitern als Telaven zu verkaufen, die eben des Weges ziehen. Tie Midianiter aber wollen ihn weder kaufen noch nehmen, ünd nur das Traben der Töhne Jakobs, vornehmlich Tiiueons, der alter Rriegsthaten und ihres oft bewährtest Grimmes^gedenkt, schüchtert üe ein, so daß sie Josef für zwanzig Tilberlinge erstehen: von ihnen wird er dann au die Ismaeliten, die nach Egbptenlande ivollen, weiterverhandelt. Ta diese aber ^ot'cf als Telaven behandeln, so geschehen Zeichen und Wunder an ihnen. In :)iubc» ist inzwischen die Reue erwacht: er kömmt zur (fh-ube, ihn zu retten, und findet ihn tiicht mehr. Nun kömmt eine Tccne, Die aus der Tradition stammt und in der Idee höchst poetisch ist: auf dem Grabe seiner Bculter Rachel, die man an der Heerstraße bestattet, liegt Joses, singt der Tobten Klagelieder zu und berichtet ihr, was ihm reideS widerfahren, und die Ttinunc Rachels antwortet ihm tröstlich. Auch fernerhin behandeln ihn die Ismaeliten schlecht; umsonst verheißt er ihnen reiches rösegeld, wenn sie ihn seinem Pater wiederbrächten — sie wollen nichts davon wissen. Ta betreffen sie neue Heimsuchungen; sie kommen nicht öom Fleck, finden sich auf Wegen, die ihnen sonst vertraut sind, nicht mehr zurecht. Einer von ihnen erkennt den Grund davon und die Hand Gottes. Tie bitten ihrem Gefangenen ab, und er fleht nun für sie zum Einen - Einzigen. Augenblicks schweige»