Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 82 (29.10.1893)
- Date
- 1893-10-29
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 73% known words query
- IRI
…/4886575-5439157-5441463--0896-4887389- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 82. Seite "i. zsr ci« Empfeblnng von Herrn Tr. P'enlier" in-3 Hans. Man nehme nun an, daß ein Volk aus lailker solchen lammSfrommen aind von liebenswürdigster Gutmittliigkett überauellendkn Jdealnien>'cheii nach Tr. P'enner's Geschmack zu sammenge>'el>i wäre, glaubt inan kann, daß die „verbündeten liberalen, Freimaurer und Inden" der gesammicn Welt dieieS Volk über Nacht zu roihcn Faeobinern und blutdürstigen Barricadenmännern umwandelu könnten? Hier al'o icheiul die bistori'che Theorie des geehrten Herrn Tr. P'enner doch eine eulrniidliche Teste zu haben. Teiche Mangel werdeiH aber reichlich ausgehoben ' durch die wahrhaft grundüürzendc» Entdeckungen, die Tr. Pstmier 'veciell auf dem lusber'noch eine r,-na ju^ouuiUt bildenden Gebiete der nruestcn Gesch'chte mach:. To >'agi er; tf.: „Tureb das nationale Priucip, welches der durch die Freimaurerei euivorgerragcne Napoleon HI. zuerst au'warr, wurde I8.'>l> der irüuzöstich :ra::eni'ch österreichische .irieg und 1>G» der dcur'ch iialieniich-österreill'i'ä:,' >'i: g entstammt". Tie Tchluszkette des Herr» Meuner ist folgende: F'.idenlbum Freimaurerthum: die Freimaurer haben Napoleon.III. cmporgetrageu.;:'ie sie überhaupt Sitte* ver'chnldet. und; B. auch Alerander den '''roßen .;»> Jnvast-,".! in Asten verfettet liaben: Napelecn III. Kal das nationale Priucip aliigewerteu. daS nationale Prinviv giak die .striege von HN'll und T't|’>•> ent flammt, in dieieu dtriege» ivurden wir au's Haupt geschlagen, 'ölglich würden -nur rech den Inden au's Haupt gestchlagen. und 'olglich iniin.'n die Juden aukgenlgt irerden, Phänomenal! Eine Partei, die über -olche .stopfe wie T e Penner ve.'ügi. kann stai wahrlich 'eben lasten. A v. Ter,-ger. ' Flicoittcanciiz in TncUiachci^. Eilt Wiener Vlnti^-mitenblatt macht sich über iiiel'ie.e ^,il:dl'che"'Pla::er »I UilgckrN lustig, wetckic anläßlich eines Tuells, der dem .in ludi'cher Adv.eai in Temesvar gefallen ist, gegen die Tuellunsitie er'eiii. Ter anti'eiiiili'che Tponer >ch:eibt: „'Wir bauen es daher für zeitgemäß, np.feren len'euigen Mublirger» .einer anderen Eo'.'cistou' in Erinnerung Hit bringe,:, d.ist. -ns Ful:ns No'euberg Fiidc, im Tuell den Gra'en Pallhnanni lüdl»!/. als Ntchard Wahrn:>'..lil '< Jude un, luetl den Grafen Andor Tzechenui - nieder'chrß. a.s der 'Wanenimbl Ä!>eno'r .'lo'.ilostn im Tuest .-antr» Paul ' Mandl . F.td.' > ldli liegen b.ieb. kein, einzige von den ZeitUklgetz, welche letzt cm Fauuncr.. 'chrci e,:. ben. sich rübrlc, daß dir Lache ganz einfach, kur silbst ve»stand..ch .. : a.ieii'ivurde." W.i wosten dem Aittiiemitcnblauc bloß iu Erinue..!».'. billige,,, dast .ui von ilunrerbe.elichler.„Führer" einen Pbologlaphen q-'ordert, da.'egen naä r eine durch zwei O'8ci.".e überbrachre Forderung.eines ' Pest er Nedasteurs ::::-du u avgeli.'Nl bat. Ai; der Pbo:ograph die 'ogenaniile ki'.lerll.'. e i". vv.i.ttl'uui'.: v.v n ergerie. ..winde von der: rntt'einiii'chen Plättern verl . V.. . u irliieu dv.'-.ib'N P.atk'r dem A:::neiii.tte.n'nh:er. als er 'väler "Nvules 11: ele.iiiiina Ni d per. eil 'eine Tugend als Ehrist lind ‘ P: In T.. st a.re-.r st. e auai Änli'cinilrn'ubrcr und Piätter nicht ''ehr '.'iulliciniilfchc Frtüibtir. - tot Bruck a r. M.-wi-.d uns bmehtn: Tas bi." "i ::::: t r. L': r:,: d. new Macher trüber T mrezek wild Tedlal - na,.».:. a.ve— nag dein st'.Mover zum Mitarbeiter eines in 'Wien fast mit Aul':.," du T-steittlichldit ee:a:jsaegrbeneii „den: ä.eu Tagbla^es" arancirt ist —' ä ...a l r'lrubro .b11'Ist: und, bar d e Frechbeil zu ichreibe«: „Tic . rare..... . n e zu ie:er Tchandtta: zu baden" Tas :r-ag: da:- Plättchen in eu:ei:» T.-e. : 'l.u Purgo: ck-atk es sich zur El're ankechne:, im Äbgeordnelenb.u.'e d.eb du: b-ch.n d.-ucren liberaierr Füdrcr Tr. Heilsb^rg. vertrete» zu ' Ne lPoluiiilic HktZartilcl gcgcil Filöcii.i Mau 'chreibl uns: Nicht bkes Pa'euer mir . :.:zi a-e iduauer machen die Mrde des r'liiti'eiNilieiiiiie mit: auch einige .. oi.|.:.i,- ,!, den; :l*t zum E Zarenreiche .gebörigeu voliti'chen Prrvinzen betreibe» iclu Fadritbeye uad .uleben auch d:e Geu.iglbui'.ug, daß ihre 'Ansla>'r:.' :■ i: : o.r den amtlichen Plänern revroduoirt werden, wie dies neulich ieueu- .steu Trgaiis des GezzeralgonverneiirS von Pöarstb.ai, qestchah. Eni eur. g 'stuttagibuiing! ','udivig Börne meinte einmal, das deurlche Polk fal le stu i daß es ihm gemist'ermaßen Trost biete, zn schon, daß es anderen '. ritt.'» „ea> 'chle'.''er gebe, und 'übrle daraus den Judenhaß zurück. - Pz. u."4<! ist aal d.r Är:li't:nirirmus, welchen politische Pläircr culnviro», die niue'.!»>>>'ber'H.err'cha'i erscheinen, nach der Äunanung Börner zu ertlären. 'Auch die pölu'.'chcn starbeicken werden von den Machthabern im Ezarenreiche hart bedräng:, in ihrer Gewriien-d-sreibeu und in ihrem Nalionaldcwußl'ein empsindiich verleyr. T.r Generalgouvernenr von .'iiew verbot kaiholi'chni Priestern, - ihre. Predig'en aus dem T lcgi.'if zn dallc». rind erkkeilte ihnen die Pöci'nng, jede stanzelr.de zuvor dev Een'ur zur Genehmigung vorznlegen, Ter Generalgblivernenr von Leilua 'ordert den ÄbfaU vom statholielsmuS und wies die ikui »nrerstehenden Perwalinngsdekördeil an, denjenigen polnischen Großgrundbesitzern, welche sich zum ru'ii'ch-orihodoxen Glanben bekehren, die am 10. Tecembcr littst fest.>c'evie „striegscoulribniion" zu crlafsen. UeberdieS richtete ex folgendes Nnnd'chreibeii an die Tiadigonvernciire von Nowno, Grodvo und Wilna: ..'.Ins den Pertligungen meiner Borgänger tnrneu Tie ivohl wissen, daß in Folge des I hie» Äufstandes der Polen, welcher sich' über die wesilichen Gouveriiemeiils ansbreilkle, die Regierung e? für nölhig erachtete, an die Sviye der obersten Behörden dicisr Provinzen eine Äuloriiär mit ausgedehnten Postmachten in der Perioii des Generalgouverneurs zu stellen. TicS geschah zu j Blatt. dem Zivecke, um jegliche polnifchc Propaganda mit wachsamem Auge verfolgen -zu können. .Ebenso ist es Ihnen bekaimt, daß die Regierung die oberste Behörde bevollmachligte, die nöthigeir Maßregeln bezüglich der Strafen zu treffe». 8" den politischen Perbrechen zählen n. A.: der Gebrauch der polnischen Tp rache bei den Gerichtshöfen, im amtlichen Berkehre mit den Bebördeitt in öffeiltlilden Berfammlnngeu, auf Promenaden, in Schauspielhäusern, staifechänlern, Eonditoreien, Handlungen und staufläden. Ungeachtet aller dieser Persügniigen und der Anivendung von Strafen gegen Zuwiderhandelnde wurde in den let'len Fahren die Wahruehmniig gemacht, daß in den höhere» polnischen stceiien astgeinach die Neignng zu Tage tritt, diese Berordnungeii außer Acht zu lassen uiid durch willkürliche Auslegungen für derlei Tclicte straflos auszugchen. Ties veranlaßt mich daher-, Ihre Ausmcrkiainkeit darauf z» lenken und von Fhnen die strenge Anivendnng der Slrasbestitmiuuigeii für Pergehen, die den Gebrauch der polnischen Sprache betreffen, zu verlangen, indem ich Tic hietü'.' gleichzeitig verantwortlich mache " Es geht den Polen in Rußland schlecht, freilich lange nicht i$ schlecht wie den Fnden, derdli jämmerliche Epistc»; auch gewisse polnische Plätter mit Billigung der hohen Obrigkeit zu erichwerc» i 'nchen. Tic -Abwehr der aittiiemiliichc» Angriffe besorgt zn eben'o gewandter als vornehmer Weife bic in Warschau erscheinende Wochenschrift „F zrael i la", deren Pcrdienst .uiiifo größer ist, als sie unter den vbivaltciiden Perhällnkffen mancherlei Tchwierigkeite» zli überwinden hat, die für Abwehrorgane in Teul'ch land oder Oesterreich nicht vorbanden sind.! «Tocial-Tcmokratic lind Filöciithum.) Tie „strenzzeitiing" brachte ans , Paris 'olgendc Eorrespondenz: „Trnmont veröisenklicht in dev.Libro Parole' ' eine Reihe von Aufiül.'cn über den .Socialismns und die Juden'.'' Folgende , Stelle daraus ist wenigstens kür französische Zustände — wohl auch für deurlche , — bezcichiieud genug: Tie Fude», welche die Fübrung der socialistifcheii Partei ] übernommen haben, lenken sorrmäbrcnd das Gespräch auf die Beziehungen j zwist-heu Ardciinebiiier und Arbeitgeber. Sie stliüreu eifrig den Haß ziviich.'» ihnen, lassen aber die hohe Bank, die große, jüdische Finanz, ivelche der ver-! körperte EavitalismuS ist und alle Ausbeulung tu sich zuiammeüfaßt, sorgfältig bei'cite. Sie spreche'» ioriwähreud voll einem ehernen Lohngesetz, das uidjt iiimrt, aber sie sprecheu uieinals von dem des lsloldes. das iu der Frist von laiim einem Falirhunderl die Früchte der Arbeit eines ganze» Volkes in welligen i Haute» vereinigt hat . . ." Tazn bemcikt der social demokratische Berliner „B or wärls": „TaS national öLonomist-iie Blech, das der aiitisemitiichd FrrenhauS' eandidat T rnnionl hier-zu Tage iörd. rt, last'e» wir unberührt, '.stur ein paar Worte über .die Fübrung der foeialististhen Parteidurch die Fnden Oder rillnigcr ein paar '.st'anieii und Thaliaäie» Fn Teulschland sind die beka tuiestcn - und genanntesten Fnbrer': Engels, Urgerinane: Bebel, Urgermane: Lieb- Utecht, Urgeriitan.; Tinger, Fnde, Ter Jude hak über nach Truiiioiii die alleinige .Führung'., Aehnliä, in Frankrei.h. Gucsde, IntcmnViu'v Gallier; Larargi:,', latt'ini'äer Gallier .Ereole': Paillanl, germanischer Gallier; Allem alle, germam.'cher Gallier: Millerand, germanischer Gallier — den .Fudenftnceii i:nstzxe Augen nicht Tie Tchcidung der .reinen' Franzost'ji in . lateinische «ild gec.iiiani'che Gallier enlivrichl beilansig den lhaliüchlichen!>>acen- ' inischnngsverhülinisseil. Wenn Herr Tpnmonr .iüdi''cheil Einfluß' und .jüdisches Gold' finden will, dann braucht er übrigens nicht weil;u finden Sei» Mo r i §, der ' den Fndeil' Her; aiivuinple, ist nicht der eiiizige .Anti'emit', der aus jüdistder .'irippe 'rißt. Und weiß Herr Trnmont nicht, daß der Ahlivardt heule für ttidi'ches Geld Socialisnins verzapfen würde, wenn der ,F lde' Singer kür ihn — zu sprechen gewestn wäie?" iGigcnlob.i Fm Wahlkreise Slolp-Lauenbnrg-Pitton' wild von Häuer-! scher Teile die Wiikcrwahl des Freiherin -v Haii,merstein in den i prelisiistdeii Landtag bekäinpstz man veriangt, daß er einein Bauer Plqtz mache. Naiürlich will dar der Freiherr nicht, und das Ttöckerstche Orgai»'„T as Bo l k" niiiuut sich 'einer lebhaft an. Fn dem Artikel, dcn die^.rt renzzeitnng", deren Leiter Herr v. Hammei stein ist, wörtlich abdrucki, heißt cs ». A.: ,.Es wäre ein untilgbarer Tchandsleck für »»seren Wahlkreis, wenn Herr v. Hainmerstein, der Stolz unserer Partei, durch particularistische Neiguiigen, die stets ein l8i'l in unsercin Bolkskörper gemefcn sind, lind durch mittelparteiliche Ströliini>geil,^die immer conservative Wahle» verdorben habe», gestürzt würde." Wie icättig, bemerkt treffend die „Frankfurter Zeitung", würde ivohl der Ruf. Slöcker's:. „Etwas bescheidener!" ertönen, wenn Herr v. Haminerstein Fuüe wäre. Briefkaftcu. M. in., Philoloqc, Rciibau. Was die ..Ostdeutsche Rundschau" unter dem Worte „Lichtbildner" versteht, können wir höchstens aus dem Eontexte erralheu. „Fngeiidbildner" heißt Jemand, der die Jugend bildet, d. h. erzieht; „Erzbildner", Jemand, der das Erz bildet, d. h. gestaliet; „jtrankheitSbildner" ein Gegenstand, welcher die Krankheit bildet, V-. h eizeugt. In welcher von diesen Bedeutungen ein antisemitischer Photographcngehilfe „das Licht bildet", wissen wir nicht. Wir gehören eben nicht zum Sprachverein.