Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 80 (15.10.1893)
- Date
- 1893-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/4886575-5439157-5441459--0869-4887364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage z,»n freie« Megan zur Jlbn'ebr des Jlutifcmitismui. reite Xi.T. Her; schon so evfaltet fein, das; nichts in dieser weiten Welt mehr es 511111 schlagen zn bringen vermöchte? Bcrlcninden wir unS nicht selbst, allen Vrhren der Selbstsucht, welche nnS von draußen ertheilt werden und den eigennützigen Entschlüssen zum Trotz, weiche wir bisweilen ganz laut faffcji, ist die alte Großmuth der französischen 2eele nicht erstorben. Wäre '| sie eS übrigens,' so weiß ich wohl, wo sie noch überlebt. Bei den ( Männer» des Glaubens, die der alten Ztirche zugelhan sind, Ihr! Herz ist ebenso weit geblieben wie unser kleiner Planet. Auch sie sind in ihrer Art Weltbürger, wen» auch Franzosen unter den Franzosen., Diesen Männern sprijche man nicht davon, ihre Oici gnngen und ihre» Drang nach Ansovserniig zwischen dem!'u>- >I(-l'uIui?i und dem Vöwengvls einznschlicßcm Was hieße dann der Ramc Ziatholik? Arme Katholiken! Arme Elericale! Wie oft hat man ihnen nicht den gegen die Juden gerichteten elassischen Borwnrs inS Antlitz geschlendert! Wie oft hat man sie nicht in Frankreich, Deutschland, England, in deir beiden Amerikas überführt, mit dem ' Herzen außer runde zu sein und das nationale Interesse dem fremden Interesse niiterznordne»! Es war dies schon unter dem früheren Regime die Hanptbeschwerde unserer t^allikanischen, und -dies ist 'doch wohl die Bedeutung dieses Ramens UltraniontainI womit ihre Gegner die stirne der Ziatholike» zu zeichnen belieben? Hat man nicht, .nnf daß die Aehnlichteil vollständiger sei, ebenso wiedie römische Hierarchie mit ihren Bischöfen, Priestern, Mönchen einer mit der Staatseinheit unvereinbaren internationalen Drgäni; jalion beschuldigt wird, Israel angeklagt, ebenfalls eine Inler nationale mit Geheimlritern zu bilde», die gleichfalls aus nichts Geringeres als die Eroberung der Welt und die Unl.erjochiiug der Rationen abzielen sollte? „ - Ich habe bereits aus die Aelmlichleil des Aiitiiemitismus mit dem AntieleriealismuS hiugewieieu. . Amü hier.nimmt mau einen verwandtschaftlichen Zug an Schien beiden seuidliche» Brüder» wahr. Zwischen den Angriffen der Antisemiten gegen die Juden -und den leidenschaftlichen Ausfällen der Aulirleriealeu gegen das Papnthnm herrscht eine schlagende Aehnlichteii. Häufig, ist.'s 'viefelbis mache, sind's dieselben Formeln, dieselbe» Schlüsse, io zwar, daß die ' Jvcinöc Israels n»d die Feinde des Batieans in ibren Anklage reden gegen die Kirche oder die slmägoge eigentlich nur die äiainen zu vertausche!^.hätte», so wie der Anlifemil von den Jude» iag>. ibr Baterlaiid sei^Iernsalinn, so wiederholt der Anlieterieale dem Zialholite», dem Priester, dem B-önch, ibr Balerlaud fei Rom. Bon beiden, dem Juden und dem Ulttamoulanen, wird .verf.cherl, sie bildeten eine» Staat im Staate,. in>>»-rinn> iu iin>--r>e. liegen Beide werden die nationalen reidenschafleu aufgernsen, schütz - maßregeln, das lzrißl Äusnahmsgeselze gefordert. Der Unterschied besteht für gewöhnlich darin, daß jene, welche die jüdische t''emln an zeigen, nick» dieselben sind wie die Warner vor Der römischen Gefahr. Auch in den proleslantifchen oder orlbodvren rändern, in Rußland beifvielsweise, wo mau Rom nicht viel bolder ist als Zion, werden gegen Inda und Rom, gegen deif üäbal und gegen den Gesii, von derselben seile dieselben argwöhnischen Aeußerunzffn lallt.-''"». -.1,.-^ .-iq,v Ebeiv'e ivar i» Tiiglaiw bei eee^ Leieeinng zi.nlii'iile» iltc >'.> Einaiieipalio» f-er ,Zube» Sa» .«-auviargumem c-ev •»"■'oeinev folgen'.-*: wne.-i in fito bniäimvche Parlament •.»iannr.- liineinbiingen, n«:ntv einen iremfeit (''ein,' ivemfe?>»sere>i.il rerirrtrn T-v Aatieiü mir' in .evewiüii'V. mit minmrn,?e." Vas wahre Water fand. Ton ..jl.miöLvu äHrilrliUti'. ’ i Ans Sem rf-finiichen überfein reu *. p-irf t Per 'Irin, der citn't -rom Kardan eure Ahnen mir Lide und 511111 Uloldanstrand geführt, lind eure eiiiü so stolz erbob’nen .(fähiteit lliit iliuiliiif und mit Ungemach berührt; Per Arm des Perrcn, dessen wucht'ge r.bn’erc rieb rächend auf das Pauz't des rei'tild'aen senkt. Per Rain gezeichnet, daß er kenntlich wäre. IPehin er auch die fliichfge» rchritte lenkte Pie tiand. die vordem eurem alten rtamnie Lgrptii'che Gebieter aufgestfllt. Pas; beute noch des Paffes helle flamme Luch jeden Tag und jede Bacht vergällt; Pie Pand nahm sich bei all den harten rchlägen In väterlicher Liebe euer an: - Als ihö des rchickl'als Unbill fast erlegen, . Pat sie den Fliichfge».— Böhmen aufgethan. Und ward in diesem Land Israels rahne Auch nicht das allerbeste Los zutheil, ro fand er doch — trotz manchem bösen Pointe — rZuweilen hier auch INitleid, Tsost und Peil. Paß er sich sagen kann: Ich athme wieder. Ich fand ein zweites rion in. meinem Bann. N?o anch in einem heil'gen Land der Lieder Ukein rtanim von Beitem rprosien treiben kattn. ro.bliebt ihi hier in uttf-ren: lPälderkiaiI' Itt »ii' ren rtädten. unsren schönen A» >1. Und ichla«'et euch m> Liede und sieim Tnnu Uns als Genosieu an und voll Pertrau n. Pen» ihr müßt ja schon »»''er rtreben kennen Jl'ir moll'n — was ihr verloren Feld und A in: P.es iheu'ren Paterlaudes uiit'er »enneu. In Pinten und palast zu Paine 'ein. ~\hr wißt, daß Jeder süP aut dieser rcholle. Pie »ns das rchiekfal gab. vertragen mag.!Pei Ae.ht rerehrt daß reiü' gedeihen «alle Pie! raät der 'Ihnen uo-h manch Fünft gen Tag. Ihr wisset, daß wir unser Per; ersä'ließeu Und gern' umarmen, lieben und vertrauet. - « Pie uns mit unserem Gelang begrüßen - Und nnf re Felder gleich mit uns bebau'». Ihr wißt, daß hier die Utenichlichkeit gebiete Und Daß ihr Gegner stets auch unser Feind. Paß Friede stets in unserem Gemiithe IHit Linlrach.t und mit Liebe war vereint. So kennt ihr inis. Urag euch für rion geben Lin neues Pcim denn unser Uloldaustrand! Pergenet schon! — JPo n’jbrc J1T e it i ch.e n leben ITtir dort ist auch das wahre Paterland! -.^» »b M t- /