Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1893-09-24 · 77 (24.9.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
77 (24.9.1893)
Date
1893-09-24
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
77% known words query
IRI
…/4886575-5439157-5441453--0831-4887329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

jreite LWX. Beilage zum Freien Mraan zur Abwehr des Antrieinittsinns. Psraelit zu iiiijfii, „fein rtn ,viel>er einer glücklichen 2tunPe iml spanische», Ptalienische» gehalten. Diese Schreibweise (Biele kannten vrovifirtes Baterland, es n"t ei» wieüergeiundenes.'^ i feine andere) war in Berfolgnngszeiten ein Hilfsmittel für sie. Tie Puden, inobesandere die Rabbiner, haben über ihre Umj Sie bildete eine 31 vf (Geheimschrift, wie eine verabredete Zeichengangsivrache - franzönsch, spanisch, deutsch, italienisch — hinaus i spräche, deren Schlüssel Israel allein besaß; wie hätten auch seine allezeit die Tbara Da rache gepflegt. Das alte Pdiom Palästinas '■ christlichen (Gebieter unter dieser fremdartigen Perkleidung ihre war für sie dasselbe', wie das lateinische für die (ifiritten. Die ge- ^eigene spräche erkennen solle»'? 3ioch in nnseren Tagen bediene» bildeten leute sprachen und schrieben es wie diese lateinisch. Diejenige! sich im Cften viele Puden für ihren Briefwechsel oder ihre Handder beiden ladten sprachen, ivelche am meisten leben behalten hat, n'l das Hebräische: obwohl es;nr ^cit, wo es loeale Umgangs 'mache gewesen, vor der Bildung des lateinischen abgestorben war: das Hebräische, an dessen Dielte in Palüsiina das 'Aramäische oder Elialdainhe trat, war seit der Rückkehr ans der (Gefangenschaft nur mehr eine künstliche' spräche für den (Gebrauch der schritt gelehrten.' c . . ,vnr die Airneliten, die allen oder modernen, war das Hebräische ■mein allein die Religiousimache, die C'elehrtensprache,- es war auch das .vel^eielnm lind gleichsam das Band Der Einhett.-'-i Pn diesem sinne war es sur-ne eine nationale und eine internationale Sprache zugleich. Die jüdiickien Phitosovlien und Dichler des Mittelalters, wie Peauda Hat-vi>, aus dem Heine eiivs Tages Begeisterung schopne. b'.ben ihm neues lebe» einaehaucht. Das Hebräische hat um so gröbere Herrschaft bei den Puden wieder erlangt, als diese abgesoudener gewesen, Es i'l bis min XIX. Pahrbuiiderl die einige Dilaisifprache der deutschen und polnischen Israeliten, der 'Askeuo.iim, gewesen, deren uiicwicküachler Jargon znni schriftlichen Aus druck wenig geeiguei war. Heule noch habe» ,'i« Blätter auf 3ieu hebrais.l'. wie der „Magid" der „Hammeltt-".. Die spräche des Pemias .ebl in Pn ia und in Berien wieder auü Es gibt hebräische sck'riflsteuev von Rlif: 'o iieuesiens in Rußland Puda «vordoii. oder P. D!uoi:ust!', der ckiedaeieur des „Hamiiielit.-": io weiters Bie ualieni M'endei Tglit-tv. welcher in. Amerika die Freiheit der Peder :::fge>'nhl hrt. ' Bei den Pude:: des Asiens in uichl 'Alles, was i»ii hebräischen B'.'chsralnn geschrieben wird. Hebräisch. Eines Tages siand ich in B.-arichan vor eincin "udi'ckien laden und suchte auf denen langem, mil viereckigen leileru beichriebenen Bertauisschilde einige Böone ::: eu!:>ffer>:. 'P:h ertanute alspald, daß es .nicht Hebräisch, -sondern -.::"'ach D.ick'ch, :»ri hebräischen Buchstaben, geschriebener - Jargon war. 2: ma.beu ecihrerseits die sepbardim in summa mit tlmm Audi- ^Doari'ch. oe in dies bei den v\»Pen ein aller Brauch. 'ch.ine;lir ackes rnteittainwes 'Alvhab.'l am alle von ihnen ge'pro-i'.i.ei! sprachen anaewadel zu'haben. Ar. lenormanl hat a: den -caial. mben vow Beuoia'in 'Apulien griechische Erabichritten m-rae'nnd.n, die neli unter hebräischen Buchstaben verbargen.J! ■ aa; m,; ru'ß'ch müuischeii;\u£*en beule mit ihrem- Tintea machen, ■ e >s J>n Puden dös 'Mittelalters, wie die Elegie auf die mrrc'.M.n'mm, : Troves bewein, orl mil dem Aran;m,scheu, '' - - ~ i.'i. . . .» -r : ili-t-il- -II :ijI". i.-.'e- '. a n Ur-'vrungs in einem rer fcci de» '.: .» '.'iaineu T:.".-".I" n,'rzunnke». eie umvc dies einfach i vw:: : :•••• raii:i.i{,l\’e reu Tornb.-'c-, luetdier ' - u>-.ei.-n .. ‘ .:n ' r n ’.iu'.im-hmai. I 'alle geienrieu .luden .'. e.'-'me..-,:. ->) ... .v3>;ie!.n .-»ue«. - wie uiv'ere wri>:li-1>>'N tR-lebnen .1 w.!-: 'S-. ~ :e ,0.l'1 -II a> hieut ii -n nuelt aneeeer iruidieit befient, liinnem.:.;- e,:. : :-.n n eie meinen go. ,-e ees A>a:i»eni:->. groüeir «*euiec- 'ee L'.-r.ig-a-e. l'ep'ei:-vwei'e :>-e Wieke 'Aeeuictiim lAÜIuer See Perirnen-, fine ,n.rll-'cki ,:e'lit' ev aa mm; niebt vcrgen'en. ras: im Aueril um tae 'S-.ieelU'g'e .:e ,>:ve;'r;:.te Sprache der Äierankriner 'Puren, wie 't-!>i!> unk :>: :,e. ge,'.:.-IÜ-. - .Ke'.. ccm •!.'>. Äae; ...Vi-'.'li-- Im.-uni.--'. lungsbüchep der Buchnabeil der geheiligten Dprache. Pch weiß > nicht, ob die russische .Regierung ihnen dies nicht, ^manchmal ver- \ boten hat.! Die alle Dmache verliert darum nicht minder an Boden: .sie i in fast nicht weniger bedroht als die lateinische, und zwar aus | ähnlichen (-münden. Pe mehr unsere Dchulen deil Puden offen, j nehen,;n desto geringerem (Gebrauch des. Hebräischen werden sie! bei ihrer lfrziehüng genölhigl. (dinige möchte» es sogar aus die j (s'esahr hin, die Polirde des läultes zu beeinträchtigen, aus der Dhuagoge verbanne». Biele Puden im 'Böenen brauchen bereils l (''ebelbächer -in ^.nilgärsprache, um dem P'ollesdienst folgen zu! köiiuen: viele können die ehrwürdigen Buchstaben des Hebräische», selbst mit den Bokalzeichen, nicht mehr lesen. Pm «''egensahe zu ihren Bälern haben sie O'ebelbücher, worin die goltesdiensllichen (Gesänge mit golhischen oder laleinischen Buchstaben gedruckt sind. ' Pn den meinen Dhnagogeii des Böesrens hat die landessprache, das Aragzösische, (englische, Deutsche, Ptalienische, sogar im feierlichen (Gottesdienst neben der Tlwra-spräche ihren Pla>- erobert. ' Pene Zeit, wo die Rabbiner sich über '.Roses Biendelssohn's lleber- [ feiMing des Pelilalenchs ins Deutsche entrüsteten, liegt weil zurück. Heule haben die Puden fast überall für ihre >iirche»gebele lieber- >el.-ungei^ der Psalmen »iid der Proch>elen zlir Hand: und in geivisseu Vau den, England beispielsweise, haben sie mit ihrer ','eoarl der heilige» Bücher sich der in den christlichen Xirchen gebräuchlichen Vesarl zu nähern gesucht. , Pch habe vor wenigen Pahren e»ien . jungen Psraelilen aus Berdiiichew, einen Rabbinereandidalen, gekannt, welcher mit der 'Ab'icku nach Paris gekommen war, in unsere»'Dimagogen hebräisch zu predige»: er iiiußle sei» Borhaben aufgeb'en, man hätte ihn nicht verslandeii. Er uilißle seine hebräi'chen Borträge für die Dckmle in Xleiiirußland aussvaren: dort verstand man ihn, die Polizei jedoch, welcher seine Beredsamkeit in einer lodten spräche verdächtig vorlani, verbot feine Predigle»."'- > Boas die Bücher, - die Pournale anbelangl, io hat die kaiserliche Eensurbehörde spe eialitten im Hebräischen wie für alle anderen sprachen des üleiches. Moderne hebräi'che schrifiiieller und Dichter genossen die Ehre des Berbols ihrer Böerke. Pch be'ive ielbii eine jüngst erschienene hebräi'che' «vedichtsammlung, welche in l'ilhauen mit Beschlag belegt wurde. Und die Borsichtsmaßregel in nicht ohne 3llitze». Denn llmtiachlich in i» Rußland, Polen, Rumänien, dort, wo die Puden in dichten, durch ('Viel) und Sitten abgesonderteil l-muppen wohnen, dorl, wo der ganze Unlerrichl talmudisch geblieben und den Piideiikiildern von ihrem fi'ntften oder sechsten Pahve die heiligen - schristlerle. vorgelegt werden, das Hebräische,' das Haupt-, wo nicht einzige Beförderungsmiltel für Pdeen geblieben. i or:»\i5uti*i ■ ging", Hiuii-b'i-v mir l»:'. „grgei, Olbcuf in die simagoge: ce war obannta-en. Man lmire miw ernichi, einen Portrag zu Ehren der Maktabäer, deren veedüchiniß wir an diesem Tage begehen, zu hatten. Tie Piracliren slrömien in Manen zur Predigl, als dienpiöigich durch den Polizeihauviniann verbalen wurde. Bergebene wrachen wir bei ilnn vor. eo war unmöglich ihn zu erweichen." Man abonnirt säs Freie Blatt in Der 'ilDmiitiürntioit, Bricn, I., scilcrstättc 10. Monncincntsprcis: ganzjährig ö. W.-2 fl. 50 kr., halbjährig 1 fl. 25 kr., vierteljährig 05 kr. .Seiaueg-.-ber: Eruü Bieior Zenker —.Berankwortticher Redaeieur: ooiVf Borwahtiier. — Truck von Eh. Reißer Sr M. Werlhner, Wien.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.