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Freies Blatt · 1893-09-24 · 77 (24.9.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
77 (24.9.1893)
Date
1893-09-24
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Beilage zum greift« IMjtt, Mraan zur?lbn>rht des 2liitiiemit<$m„?. rem- I XXIX III. '-hMc mit Bev Kleidung, fo ist co mit Ben «pvadicu. virnc große Anzahl Juden sprechen deute noch unter sich eine andere spräche, als jene des von ihnen bewohnte» Vandcs. Es erklärt sich dies gewöhnlich durch ähnliche Ursachen: durch ilirc ,Iwangsiva»de rungen und ihre lange Absperrung. Eigentlich >.gibt cs ebensowenig eine jüdische spräche wie eine jüdische Tracht: es gibt lediglich allerthümlichc Mnndarkcn, welche die Juden als eine ferne Erinnerung an ihv alles Vaterland ans ihren schmerzlichen Wan derzügen »titgcnominen haben. Ed gilt dies namentlich von dem. deutsche» Tialeet, dem Juden deutsch oder Jüdisch der Äskcnazim, der polnische» Juden. liegen Ende des Mittelalters ans Deutschland gelomine», haben sie sort gesahrcn, inmitten der slavcn. Ungar». Nnmäne» deutsch zü spredten. Tie jüdischen Answanderer Rußlands haben diese» Tialeet nqch Amerika gebracht: in Acw Z'Ivrk erscheinen heute mehrere Blätter in judendcntscher Mundart. Man kann Voraussage», daß dieselbenicht Jahrhunderte erleben wird: sie ist ein Prodi,,t der Einiverrnng, und hat sich nur unter dem schuhe der Ansnahmsgcsehe fortznpflanzcn vermocht. so ist cs auch mit dem spanisch der sephardim oder der Juden des Südens. Aach ihrer. Berbannnng ans der Halbinsel haben viele im Exil die klangvolle spräche des.schönen Vandes bewahrt, welches sie so lange als ein zweites Palästina betrachtet hatten. Tank ihnen, ist das Kattillianisch des XV. Jahrhunderts bis ans unsere Tage säst am ganzen Mittelmeerbecken erklnngeti. von Tanger bis smhrna und salonich, und bis zu den Küsten des Avrdmccres von Amsterdam nach Hamburg. Anstatt des Be weises, daß der Jude überall als fremder lebe, wird durch pieie Mundarten fremden Ursprungs dargethan, daß im Mittelalter an den Usern des Tajo wie am Rhcinstrand die Inden bei den christlichen Rationen s» sehr heimisch geworden tvaren, daß sie. »ad, Jahrhunderten Bcrbannung noch heute deren spradte svrechen. Es war diese spräche des alten Vattdes,. die sie ihren Kindern sorgfältig überkamen, für sie wie eink lebendige Nelignie des ver lorenen Baterlandcs. Ter Jude war demselben anhänglich gewesen und hatte es zu dem seinen gemacht. Es trifft dies insbesondere für die sephardim z». die verfeinerter und gebildeter als ihre Brüder ans dem Aorden sind. Spanien war t'ür sie ein zweites 'gelobtes Vaud gewesen, sie liebte» seine spräche, sie batten die männliche spräche ihres „grausamen Baterlandes", wie sich ei» Mart'aiieiisohn, Ton Miguel de Barrios, ansdrüekie, bei ihre», Auszug pietätvoll bewahrt. In Holland, wo sie eine Zuflucht gefunden hatten und die is'lati; bensgcnoffen spinoza's noch gegen Ende des XVII. Jahrhunderts «vrendc an der Pflege ihres alten Kanillaikisch fanden, schrieben sie es mit EKnuß in Bers und Prosa.Tics hat die Levhardi», -"•>i Der jütische Tialeet oder „Jargon", welche» tie im XIV. öolulumfai eilt Teulichlant vertriebenen Luden nach Polen gebracht haben, schein, .»eivriinglich tie ober'ächsi'che Mnntael gewesen zu sein, 'Tbwohl verdorben, bat er koch 'einen alten tilmrattcr bcivahrt »nt im Pinnte ker verbannten Lnten eine nene-'Be lonung angenoininc». Ta tie kleine» Luten srütneilig zuin Tlntiinn tee Hebräische» angehallen .wurden, ist tie rodle Sprache »ach »nt nach iii tie lebende oter tat heilige Ltioin in tie Pnlgärsprache eingesnterl. To loninn ee, tast im Lutenteul'ch tie nicistc» abstractcn, religiösen oter philosophische,» Begri"e durch hebriiiiche oder arainäikche Worte anegetriitti sink. Einer der llnistänte. welche an, meisten zur Erhaltung »nt sogar;m» «christlichen »Gebrauch tee ..Largone" beigetragen haben, ist der Widerwille der allen Rabbiner tee XZ III. Lahrhunter,>> und der Ultraorlhotore» gegen tat Tcheistthnln ker Heiken: sic bestirchrele», tie jütische Lugend würde durch taS '.'eien der tenvchen Bücher den ((stauben LkraelS verlieren. Auster ziciniich zahlreichen Blätter» mit vielen llebcrtragungcn kan» inan Erzählungen, Rovelleu, selbst Eetichle in kieier Lwittel'svrachc ans,ihre», (siehe beiipieleivei'e Mar ('st'iinbaüniz „Lütj'chteitt'che -EKrestonialhie", Leipzig l.S83.t 2l0t siehe (lievu* des Ktudes jiiivo«. April—Lnni 1?.''»!: J.i It. l.uiim de los ]>oot»s y eseeitores de >:, niioion »i lav, a Ainiielotaina, von Tarne: nidil verhinderl, Holländer, Tenlsäte, Engländer. Iranzraen. werden, .kennen wir nicht bei .vlüchtlingcn von anderem Blut und i Glauben ebenso rührendc Beispiele.von Viebe zur Mntierspradie'e! Habels nicht unsere spgnzö'iidten Hngenottcii die. '.'ndwig XI (! ausgetricbe», solcherweise während (Generationen den Enll der | svrad)e ihrer Bäter bewahrt, tvas leider and, sie nidti abge j halten hat, Preuße», sdtweizer, Engländer, 'Xiederionder, sogar Buren zii werdend >, v ,! Wie soll fiel» da iiidit ei»,' betrübende Beiradtlnng einstellen - Taß näinlidi gegen Mitte des Mittelalters die Juden bei ttns ' einlt,imiidter und weniger fremd «Morden waren, .als zwei oder drei Jahrhunderte später^ wo man sie in das italienisdte (Ghetto oder in die Earriro der Provence eingesdtlossen halte. Juden und Ehristen snltrlen damals t'o ziemli«1, dieselbe Vebensweise: sie-übten dieselben Handwerke ans, -111 sie sprachen dieselbe spradte. na trugen dieselbe Kleidung, fic hatten, ansgenommen in Religionssadtcn,^ dieselben t^ebrändis. Tic Assintilirnng der Juden hätte,.wäre sie - iiidtt dnrdl die bedrü,sende» Berordtinngen oder die Berbannnngs dcerete geivaltsam nnterbrodien worden, statt mit der franzosisdten Revolution zu beginnen, seit, der Renaimtneezeit abgeidti-open sein können. , . . Es in dies iiidtt nur für die Juden Spaniens, Wd Tenisd:. lands zutrettend: es verhielt iidt ebenso für jene Iranlreidts oder "Italiens, sie spradte» französisch, italleisitdt.-' - Audi Lrankreid«. das Irankreidt .des zKordcns tvie des Südens, war für die Inden ein Baterland . geworden. Ti," Juden Iranlreichs fdieinen sogar seil jener Jett etwas vom sranzösisdten t^einc angenommen zu haben. In den Eoininentaren des berühmten Raidti «Aabbi sa 1 ionton Ben Isaae und der E'lossatorcn der dtaulpagniidten sdmte hat man die sranzösischen Eigenidtasten, sdtarstsnn. Klarheit, ge siliiden Mensdtcnverstand und Bernnnn tviederzn'inden geglaubt. Iedensalls war der Jude der blühenden Wemeinidtaslen der Ebam pagne, des rangnedoe, der ^Provenee volllommen sranzö'iidt g, worden: seine spradte tvar nidtt. ein hebräifd'er Tia!,et-. es war das Iranzön'dte Irankreidts, die alte spradte südsranknidts, oder die aiu svrad'e ^»ordfrankreidts. Tie älteste französtselte Eiegte, und in ihrer sdtlidnheit vietteidtt die sdiönste, in IN einer Inden sd>an beim Ilammensdtein eines sdunleritau'etts gedidnel worden. Es in dies das Kntgeiied des Aabbi Iaeob auf die dreizehn Ma, '.»rer, weldte l-^K in Trohes verbrannt wurde». Id, kenne lein, Rührendere.-'"t Tie atis I.ranlreidt ansgewanderten oder vert.riebeneii Inden hatten unsere spradie jenseits des Mandte Eanals und jentetts der Bogefen mitgenommen. Tas.vranzvfisdte «dteini zu einer gewissen ^Jcit die svradre der. Inden Englands und der Inden an der Ktlteintlfern gewesen zu sein. Tie Erläuternngen znnt Talmud der dentsdtcn Inden des Mittelalters wimnreln 'von.sranzösisdten, nln ' ltebräisdten Bnd,staben gesdtriebenen Worten. Biele Inden Teutid' . lands stammen Ihattadtlid, von den allen sranzösisdten Indensdzatlen i ab, t'o daß die überrheinisäken Inden, wenn s,e von Tentsätland i wieder nadt Iranlreidt kommen, sieh, wie die 'Kadtkotntnen der ' Hugenotlen. einbilden können, in das Vaud ihrer'Borfahren znrüd; znkehren. „Iranlreidt ist für den Inden", sdtente -sid, niriu ein : Vei'i £,- B,e,«oe «Bergt .V.ui'erling: 2Reui.ini'.be B. .S. -n 'L,r » i» Lv.iniev. cesiebl eiee. ken Reist',, Beniainin e von Tutete. -l- Red' bettte 'reicht die Meitebeii ree Luke» Evestie ttätier.isth:-"ein' r . sind >,ur- Lialiei: noch den, allen Evreuea get,"innen . l/ Ticst in hebeäischer Täiei'i niekeegestlieiebene stainb'istl'e Eze.ne ist ven kein vietbeleaneeien Ae>-ne Taeinesiclce aingestinten, naiieeeibiei not veeö-'eiilliS." Worten. Tiebe «eine l!>di>pn-» .-.ä--nl'ili.,i!es: .>!>a,teilet aü' tie.>!ei-eeve:beei!i!i»!e. ' von Teovee : 'Wurden zwei Brüter ton. ei» groster. ein l:e:>:er, r.-.e'.-e,»!'«: euagle der .'i leine, von, l,'Kenten Lener eesttieea: .. - - ..Web, gän; brenn' i,1i!" — Belebet itm ttr «'Koste '■ . link i.igl: „Wien fein im Paeatieo, ich veel'üegst'!"

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