Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 77 (24.9.1893)
- Date
- 1893-09-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Lkilligr 511111 irrim Blatt, (topn z»r Alimclji' des Antilnnitisiinis. ^icn, I. Setter stritte IO. Die Inden und der Antisemitismus. t r a 11 unter den Nationen. 1*011 ilnatotc -Lcroy-2ieaulieu vom femizösnctieil ^nnimr. .f .Hutorifirtc Uob.rvijumi. t ' I!'. 'TlUtfiUllll.V " rcututic /»Pen uuD spanisehe /ui&e», xHofciiaüm und 2cpliav diiu waren fo fchv die vrinder deo Vandeo gewprden, wohin sie die Zerstreuung verschlafe» hatte, Hallen sich trotz 'Allein io. gut unter den Löhnen /aphet'o eingebürgert, das; diese getrennten Brüder, alo sie nach lausend /echten Trennnng ans den Etappe» eines neuen Anozngeo znsammenttafen, sich nur mit Mühe wieder zn erkennen verinochten. /n Iernsaiem, am Tonanslrand, in »vrank' reiche in Holland, in England, in Amerika haben sie laufe ge trennle, beinahe feindselige «>'emeinschaslen gebildet, deren jede ihre Sprache, ihre Llinagogen, ihren Nilno, ihre E'ebränche hallen. Aokenazim und Lephardim waren sich fremd geworde» und be trachteten sich alo zivei verschiedene Nationen. Gleich nach >7^!' reichten die portugiesischen /iiden von Bvrdeaur eine Bitlschriit ein, man solle sie nicht mit den deutschen /»den deo Elsas; Und selbst nicht mit den französische» /nden der «^rasschas^ verwechseln. Bor kaum hundert fahren waren die Heiraten;wiichen Aokenazim und Levhardini selten. Um diese beiden nnfleichen Hälften Israel0 wieder zu dein Bewnsttsein ihrer Zolidarilät;u bringen, bat er der Angriffe ihrer gemeinsamen Gegner bedurft. '-kMe kan» man daraus behaupten, der /»de bleibe rar dar nationale Milien, dao ihn umgibt, undurchdringlich? Seine ganze (Geschichte bewein dao Eh-gentheil. Eo gibt vielleicht leine israelitische t^emeinschasi, so abgesondert ne scheine» mag, welche ihre» christlichen oder muselmännischen 'Aaäibarn nicht Bieleo ent lehnt hätte. Wir werden den Beweis darin finden, war man ge wohnlich alo dao .Seidien, man könnte sagen Abzeichen deo Sonder geineö Israels angibl, nämlich in der Üleidniig, die der /»de trägt, in den Lprachen, die er spricht. 'ü,an betrachte die /ndenschasten deo europäischen 1 ne»o, an scheinend die Abgeschlossensten: gewöhnlich Halle dao, wao man die jüdische Tracht oder die /»densprache nennt, ursprünglich nichlo /üdisesteo. . Ivao den Israeliten äns;erlich von nno nnlerscheidel, ist ihm von nno zumeist geflissentlich anfgezwnngen worden. Man mag ihn in der Neuzeit oder im Milleläller betrachten, der /nde, welcher, in einer feindseligen Gesellschaft lebend, sich in seiner Anoschliestlichkeit absondert und in seinen Ueberliefernngen luftdicht abschliejst, derselbe Jude trachtet, sich nach und nach mit den Ehristen überall dort, wo er dazu dao Recht hat, zu.assimiliren. Eo ist dao die (beschichte vom Manne mit dem Mantel : her eilige Nordwind der Berfvlgnng zwingt ihn, in seinen Parlienlariomno eingehüllt zu bleiben; die belebende Wärme der Freiheit veranlaß ihn, denselben abznlegen. II. Ter nationale Londergeisi der Juden hat sich indbesondere im Orient und im Tsten Europas erhalle». Tie Eh-linde anzngeben ist unnütz, sie, springen ino Auge, /in Trient in der Ltammeögeist nicht dem Hilden eigenthümlich: er nichrl sich mehr oder minder bei allen Religionsgemeinschaften vor» welche gleichsam ebensoviele Nationen, jede mit ihren «''eietzen »nd »*ebränchen, bilden. Tst' /»de» im Ttten Enrovao bleiben in dieser Hinsicht Halborienlalen. ' . - Noch heule verfällt nch bei ihnen ans verschiedene Arten die »Gewohnheit, sich abzniondern: oft kündigt sie sich gewissermapen sogar in der >ileid»ng au. 5» mancher Wegend Enrovao, Anens, Afritao, in Bolen/ i» >ile:nrns;land, in heliinänjen, in .gleingsie», in Palästina, in Tnnio tragen die Hilden ein beiondereo 0afttim, wie nin sich von. den übrigen vandeobewohnevn, .Christen oder Mnselmaniien zu nnterscheiden. Wir haben eo da, tonnte inan sagen, mit einem twienlalisehen «Gebrauch zu tlmn. /»l Trient iü dao >ileid wie ein tBanbeiiobekennlnis; oder eine'nalionale ,Tahne, welche /kder bei Hellem Tage anfpflanzl: die Tracht ieiiier Baler > ablege», bedenlel beinahe eine» o*lanbenoabntll. - Eine (beschichte der >Ueidnng bei ’ Den Hilden iväre ei» inert wiirdigeo Buch, welches die Viebhaber des Bealerisäien reizen sollte: eo fände sich wohl irgend ein reicher /iraelit, der die >e osten be stritte. /Uire Art sich zu .kleiden hat je nach den liegenden »»d de» 5eiilänfien seltsame Berändernngen erfahre». Man tonnte nicht sagen, das; sie ein Nalionaleonnm besitzen, sie habe» nur Voealtrachten: ich habe im Trient /enden »nd /endinnen versäne neuen Urivriiiigo in derselben Stadl .>ileider von verstchiedenem Sehnilk trägen gesehen. ,vasi überall hat die,,vorm ihrer Kleidung ';ii wiederholtenmale» gewechsen: bioweilen in >ie,ihnen behördlich ailsgenöthigl worden. Tie heutige Tracht der /enden in zilinein , nichts, alo die srnliere- Tracht deo Vandeo, welches ne/bewohnen oder. ivvber sie gekommen sind. Ter /ende hat ue beliane», alo man sie riiigo »m ihn ablegie: an den allen e^ebeänBen hängend, in er nicht der Mode gefolgt.. Avech darin in der-eonservative o'ei» der grönei; vVuOcnteltafteil :n Tagegetreteu. Eo nein an »er ^weirel. kan die /enden nicht sondere a raäü gehabt habe». 'Wir,a'el>en eo aao / Eoneite nnd den Perordnnngen der Zürnen, die i! von Unlerseheidiingozeichen ein'äiärien. Bian na;>!»i. Berbreechen a», sich wie die Ebrinen zu tUu\ gingen gegen ein derarligeo Teint mit . än'/wne wodurch die 'Aeigung der /enden, eo zii begeben. Bei den Biiiselmännen ioar eo daoielbc. M Tai»aoeno b.n'vielo weii'e trugen die /enden ehedem den Tn.b'n - haben iiin in inelirereii O'egende» deo /eolai» beibeba.'.e: - a .0 wen» e,e von; einer anderen ,vavC»jf iü, a,o der Tn'ekan k e w n •'naiil’iiteit, so haben diese letzteren eo sp gewotli., , Mali tonnt den langen lieberen ei. de' e-.arkdeo poi:ui>lien /enden.: für lino in er dao rlas'i>el>e Eonnni. der /enden. Wir nikd! aeiiengl, nno ihn in der Bergaiigenheil immer damit bekleidet ver ' znnellen: mit llnrecht. /»:» auen Bmen lrngen-.die wohlhabenden /enden die polnische Tracht. Ans dem >iovi' den Tvodel. die inil »eiicho oder Marderwelz - verbrämle Mütze, wie inan sie in >^a lizien am ^abbatb begile noch bei ihnen »ein: der veil) war mit deiii Naslan oder eigenllich dein polnischen Tichnvaii mit Lchlitz ärmelii bekleidet nnd dlwch. einen breiien O'ürl^l um die Taille festgelialten, wie ihn die dortige» /»den heule noch gerne um ihre Venden schlingen. , - * /s» ihrem Widerwillen gegeit Aendernngen.. haben die /nde» dieses renhe Eosliim beibehalle», alo eo von den adeligen Herren, den polnische» Pano, abgelegt wurde: mail hielt eo dann für eine jüdische Tracht. Tie russische Negierung verbot ue. T«> /sraeliteu Polens nnd >ilein'r»s;lando miisnen die Pelzniiitze inir dein >iavvchen oder der Lkide'ii- oder Lammlmütze verlanselte». welche die >iops > brdeefnng der kleinen Verne in den Tlädlen bildete: "in inancher /enden ni^ hl immer' iiue be teil 1 eo ai:o 'den- T eer el-.v der :.!VÜ en, die ' ihnen kao Tragen I. . Bi an veelmeie, e 0 ihnen üe» zn tu iden v ie (besetze mit . iiit'Ve »er iire:: l.;e vor. ■ m begebe ne, b.nvilie :: iwrd