Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 73 (27.8.1893)
- Date
- 1893-08-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Beite I.XII. in'üu.M: zu,n Freien lilatt. 0raau zur Elbmehr Vj>s 'lutifemitismii». '.yiilhcnta'tifcv, ('»elehite, r iditer, Philosophen, bioiueitcu Tviiuiu^lontc mit» Verwalter gewesen-. Wenns gefällt, auf ein einziges Haupt eiiirv ümüi'ten Persönlichkeit die Hauptzüge der Raee zu ver eiiiigeu, fo gleiehl der moderne. Züde, der gebildete Ende, der uu vesmerkl iu unsere Gesellschaft eingedruiigeii ist, einem jungen Miuue »nk frühreifer Znlelligeuz, die nach allen Rickmiugeu beinahe glgich euivtanglich isl, iusliuetmäßigem Rechner,- vraklisch von ' Elseiraiter, der bisweilen unter positivem Ptreben ein Körnchen Pch'sie verbirgt, das rasch verdorrt, — einem jener iiiinvn »feilte, n»iit sie alljälirlich and der Provinz, namentlich aus dem Lüden, zu und kommen, die sich mehr oder minder für Alles geschickt fühlen und in der Thal eine Beweglichkeit lufiycn, um sich überall durchziihringea. ' Allein diese Mannigfaltigkeit der .rälugkeilen begreift nicht die Eigenart iu sich. Pie beweist keineswegs, Dat; Israel ein nationales Gehie benpl. Weit enlternl davon, sie läßt anuebiuen, das:, der Zude »'ich weniger' durch die Persönlichkeit als dnrik> die AnpassungsijiiL'V unterscheidet, er gleicht sich Alles au, könnte man sagen, und er bründei nichts. Man bat dies amli wirklich behauptet. Was bat inaji davon zu ballend - III. es sind Uber den ^.Iden zwei Meinungen in Uuiiauf. Pie , einen schreiben ihm einen fremden O'eitt, wo nicht ein fremdes t'»cii;e zu. das uusei>vütaee "widerstrebt, und welches sie den ienu liiihi'ii i»'eüt nennen. Tie Ändern, und di sind es dieselben, ver- ' sichefrn wieder, der Zude sei jedes eigenen Genies, jeder Eigenart bar Wenn es nacki ihnen ginge, io balle er niemals etwas er junten und'wäre in der >iu»sk und Wissenschaft wie'sonst überall lediglich ein Zuiechimgcher, ein Herrichler. „schauen Pie sie an," ' Mn!, ii 'i:\ gen üe raich die ersten Piabe aller unserer ».-eitern hiiuru, Men Heuern ft-, bis zum f' ivtel. i her ezne neue Pvre»ne fügen n< Hinzu " Mag sein: allein wie 'Biele unter uns 'ügeu .!".C Poroii't der geheiinnis vollen »feiler hinzu, welehe wir in *' i .'.MI Hiiunii l hinauf in s' Unendliche ^uvorrichien? ' ...te, welche di. üehorvene v\ > iur ein nuler Allen ver n..c- Bvikere enienl halten. .lU'VÜil >rn, da»': in >eiin''l, Pve»'ie, 1^: :: .-rl i e ,\'rae l" iiieniais etwas 11v' prüngliehes geickiasi'en habe. Ven'.i g ein Zi'raei \fe schövü rii'che" x.'.hiakeil ab. Es iü r '.o h'i.v: n tl de-.- i, nnnichen i'' eines im '»'egen»an zum milchen T r Len: :i p'i niisruchth ar. Et iü es mit 'einem i'ülui'u i; 'N.'li hi: der Znvr bi tilg hervor Er begniigl cha.m, r.,;V.Mit Der: c; i .. .. '.ii.' •-} -Th ::er nurb .r ' »eri >'ie im Hane, .'s.^ear und er als enleren »ich an.n.igiten. um sie iuS Beer! die x;?een und die Eründnugen. io wie i".: er eombinfrl sie initeinandii, beulet am. .xnrz er' abr immer auk Ändern: Pch '.:aroi-er der »lunü und Wnsenietiasl . d-ec b,... l"> L'.'eerie W,.g:.e: s. was die von den. ei' ::r. menten betriebene die Munt, anbelaugl.''' ">-Waau-.r mochte Hilden wie Mendelsioln:, .'.henerbeer, Hal.'-vti Esmvoülivn e+uev Dsmühen Piiuivlwnie oder einer französischen' Prer gelinge:!, eine neue .'e'un'i'orni aber baden.üe nicht er in,di r gewunl. Äi.eiü mnsz man denn, um als .ünunler ursprünglich zu iei::. neue .»iuuüsormen eründeu? lind folgt daraus, das: das indische f'enie eimig und allein in einer Eombinakiousgabe'beslehl? Pchöih'eri>'che Unfabigteil, Mangel an Pelbüthäligkeil und Uri'vrüngiichker, solches wäre überall das Merkmal.des ^uden. Israel balle in dieser Beziehung etwas vom Weibe. Per Pennt wäre eine weibische Raee, welckw in bobeiu t'-'rade die Gabe der Empfäng lichknc besäße, es .inangelle ihm jedoeb nels die .männliche Energie, die schöpferische -ürati. Padurch wäre er lrop Allem eine unter geordi^ele Raee. ,>>.zemhum iu eer l'tuüt " Osfl dem wirklich so, dann kommt uns eine Betrachtung: wenn nämlich der Jude nichts als nachahmt, nachbildet, entlehnt, wie könnte eine derartige Raee unsere starken arischen Raeen enlnationalisire»? Mus: man aber in diesem Mangel an Ursprünglichkeit ein Raeezeichen, das Merkmal des Peniilen und Israels die Zeiten biudurch erblicken'? Zch meinerseits gestehe: gibt es im Älterlhuiu ein B'olk, das mir ursprünglich erscheint, so ist es dieses. Zene felbi'r, welche ihm die schöpferische Phantasie abgesprochen,'»') sagten, es habe der Welt die Religion gegeben, und was Erfindung betrifft, so ist diese wohl so piel als eine andere werlh. Wie könnte man bei diesem »filliput vom Zorda», and welchem der hebräische Eingoltglaube und das lrhristeiithum, die Bibel und das Evan gelium hervorgegangen, jede Ursprünglichkeit in Abrede 'stellen? Will mau sich strenge au den literarischen b»'esichlsp»»kt Hallen? Was in spontane «Fiupsiudung und vi> pootieu, wenn sich solche weder iu den Psalmen, noch in dem Buche Hiob, noch bei den Propheten vorsiudel? Man mag den geschichtlichen Werth der jüdi scheu Bücher' bestreiten, ihre.Poesie aber in unbestreitbar — eine unpersönliche, sprudelnde Poesie, welche aus der Tiefe der BolkS' teele bervorguillt. vnbt es i» der Well über unserem eitlen Pchrisl rhum von Pchönrednern und Phrasendrechsleru dichterische Eingebung, lebt sie nicht in jenen knnsl- und schmucklosen, ewig lebendigen Büchern, in welchen so viele Menschen aller Rationen den Hauch des göttlichen (.-»'eines verspürt haben? Richtig ist und ein Bierkinal der Raee, das; die Hebräer keine literarische E'allnng erfunden haben: in diesem Pinne haben.sie weder .'imm noch Pchriiltbum gehabt, da ne weder Prama, noch Epos, noch Malerei, noch Bildnerei besaszeu. Richtig in, dan das E'enie Israels (nnd »iZnetbalbe» jenes des Pemiteni sich aus einem eng begrenzten E'ebiete entfallet hat. Zwischen zwei Felswänden, von wo das Auge nur den Himmel erblickte: allein es bat dort eine so liefe Einerne gegr'aben, das; die Zabrbunderle deren v-'ewäsi'er nicht auszuschöpfen vermochten, und die Rationen aus den vier Himuieisrichluugen dort ihren Purn ge löscht haben. vanen 'wir die allen Hebräer auüer Ppiel: üe haben nicht immer von Entlehulem gelebt und üch mit der. Äusbeulung fremder Ermildungeu begnügl. Wad die Piasporajudeir, die uioderuen Z'.iden insbesondere, anbelangt, io haben wir bemerkt, das: sie ge wölmlich den Ankrieb enipsaugen haben, ohne ihn zu geben. Und wie viele sind der l^rüude dafür: ihre geringe Anzahl, die Poppet tneäiischasl, unter welche sie gebeugt worden, der geinige Prnck von Zuuen und von Annen, der dem E'helto enli'laiumende Alliagsgei»'!, Die Zerstückelung und Unsicherheit ihrer Pchuleu, die iiberlriebem V:el»e für die nationale Bergaugenheil, welche durch die Bedrückung unter, christlichen oder miiselmäiinischen Herren genährt, wurde. Beriiiockiie unter der Ruthe des Beriolgers der ^'em der Znilialive heran Zuwachsen?' Wenn der Zude' an der modernen Eullurarbeit" Ainheil gehäbl, >'o war dies insbesondere der svall als übertragende »iran, als Uarrner der Zdeen und Hanürer mit Wisi'ensch-afle», Entdeckungen, b'eschictile». Erzähliingen. Israel in ein Biudenrich zwischen Prienl und Peeidenk, zwischen Alterlhum und Mittelalter, zwischen der muselmännischen und christlichen Well gewesen. Parin benand seine Hauptrolde: und dieser Beruf Israels, der ihm bisweilen noech in unseren Tagen zukominl, entspringt viel weniger'aus seinem Znslinek als Bvlk, denn ans fei-ier E'eschichle, aus seiner Zerstreuung auf den äupersten E'renzen öer Raee» nnd den Einmüudnugspunkten der Eivilisatioueu. iPas; das alte Bolk E'olles unserer Eultur nur zugebrachl, was es von Anderen erhallen, dag es inmitten der modernen Bölker kein bestimmtes eigentlich 1 jüdisches Genie gezeigt, scheint das nicht' Z» beweisen, daß es kein ') Renan, Hi~t.>ire iröiiörule 'des lanirues seiniti<jues: „Ter überaue; uibiectiuc ckyarakler der arabischen ipik hebräiiä)eu Poesie biingl mit einem; ankeren Zug fee semitischen Seistee, fern vollkomineiten Abgang schöpferischer! Pbantaste u»f folglich von ürfinfung zusammen."