Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1893-08-20 · 72 (20.8.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
72 (20.8.1893)
Date
1893-08-20
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
76% known words query
IRI
…/4886575-5439157-5441443--0769-4887272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 72. <„2»dk»-2I»»olick»." Rcichsmelropolc wurde eS Heilung" höchlich verübe», sentilschc Srribciil Wilberg »ach dem <«r»»dsai«k: „Leder Skiuer der Ludciiverlilgnng z> glaubten, so lrugen sie keine »B edlen Herzen bewegt. TaS Wor besprochen ivurde, war der »Plai antisemitische VolkSversanunlnng »Mustcrir ein Eintrittsgeld von unversänglich lastten, enva: „T Fraulsnrt! Am meisieu Siopsschner; machte semitischen Volksversammlung. Freies Lwischeiiruscr, nachdem man ifttpi eine Tracht Prügel verabreicht Hane, k,inane geworfen. In einer Anliseinitenversammlinig der dculichen de» Ahlivardl Plaue, der „Staatsbürger disl e-Z „Lndrn Annoneen" ansnehme. Ter a»li »leime aber, dag die „SlaalSbürger Deining" Teuljche hat das Recht, seine ».'Rcinniig frei zu äußern", den Annoneenlhcil Le! rm;nr Versügniig gestellt habe. La, bei gut bezahlte» Annoneen und Pansckalic» hört der Raeenstandpnnll auliicmilischer LeiluugSipcenlanlen nuch an hell alb Berlin» aus. Ter aunoneirende Luke ist 'lein Fremdling mehr, und ihm wir» sein Tculschlhinn, rc'pcelive »Teslerreicherihnnl ni.chl abgesproche». TaS EilttriktSgcld ist dik Hailptsachci Einer 'nnsercr »Milarbeiler in Tenlichland, der ein Lutervicw mit »Bockcl, Siiiimcvmaiui, Hirschel und Eoinorlen Halle, schreibt mir: Lm ersten Rugenblich mag eS überraschen, io viele Personen aus einmal zu inlerviewe», >'o viele Personen, die ansangcu „bedeutende Männer", zu wcrd'n. Ta» wäre allerdings keine leichte »Arbeil, zumal bei der bekannleu »Wah heil'-liebe und Ehrenhastigleil der Anlisemiien gerade die wirkl'chcn Pläne > nd wellbeglückenden Ldccn kanin zu ersabren geivcst» wären. Unser Lmerviev war, ein Mehr unfreiwilliger, und da die jener denkwürdigen Stunde sich »mer sich llfaSte und plandarlen geichäflig aus, war ihre führte Tr. Böcke! und daS »Wesentlichste, war > ,,'.'lnsangr Tevlcinber oder »T eiober eine grosie im Zoologische» Garten in'Frankfürt a. M. zu veranstalten. Angesichts der croßen Geldmiuel, welche die Tbäligkcil de/nur für das Bolk arbeitenden Männer erfordert, ivurde beschlossen, nach berühmlen .'U Pfennigen zu erheben. TaS Thema solle ganz : e Fntternoih", gewiß ein geeigneter Thema sür den Herren der Ertrag der aiiti' Bocket bemerkle, man müsse jedenfalls Vorkehiungeu treffen, daß der Beginn der Versammlung so lange hinanSgcschobc» ivcrde, bir die vcreinnahinten Eintrittsgelder in Sicherheit gebracht seien. Wen» er enva Radau gebe und die B wsaminlinlg niimöglich gemacht werde und alSdanu die Besucher ihr gulcS Geld"zurückvcrlangten, müsic der Eaisicr mindestciir Pi». Also mögen sich die Franljnrter merke». schon Stunde vcrschlvllnten »ährend und vor der Bersamnr ung sich recht brav;n verhalten, sonst haben sie sür die t.O Pfennige Entrve »i cht ciiimal den Gen,ist, die auliscmilische» »BolkSbeglückcr zu hören. Ter Saal leS Zoologischen GanenS faßt miiidestenS 20» >0 Personen, und da cS ganz sicher Ulks vollständig gefüllt ist, so eine Einnahme von UKN> »Marls, Anli'kiuit den schlinnnste» Luden crschtinl, daß er bei Aussührnng a»ljfe»iitischen ergibt die» für die Easic der Herrn Tr. Bocket eine sür ivelche mancher eifrige in seine'Arme schließen und ihm ewige L-rennd antise »Tcr Stolz der „Duiumrii als »Witz Inden sresiende »Wiene »chasi schwören würde. Also, Frankfurter Publienin, hüb'ch brav sei»!. dl mitischcii blättern. >icrlS von »Wicii".- Ter mit mebr Behagen .Figaro" erzählt, der „dnmme .llerl von Wien" sei stolz daraus, daß Birchow den AnliieiniliSmilS ei» Rälhfel genannt babc und ihn daher ebenso wenig verstehe alS er selbst. Tiefe Angabe ist gründe fat'd). Ln seinem Hanplorgane 'ülmite sich vielmehr der „dniiimc .»ierl von »Wien" dessen, daß er sich über den Anliiemitirmnr vollständig klar sei, ihm da uichlS räthselhaft erscheine, nrd er daher viel gescheiter sei als der berübinie Berliner Professor. (Tie „Llldciifrage" über die ^ittternotl).> »Wie bereilS erwälnit, hat ein Tbeil der antiscinitische» Blältei die Lndc» und „Ludengenossen" dafür ver antwortlich gemacht, daß ei» ftiit cranSfuhrverbot nicht rechtzeitig erlassen worden sei, während ein anderer Theil ihilen die Schuld zugeichrieben, daß er überhanpl zu einem solchen Verbote gekonnt {» sei. Tie „Lndensrage" in Steur zähl! >n kielen „Lndeiigeuossen" auch Herr» Lueger; sie schreibt: „»Wie bekannt, lizrrschie in de» westlichen Reichen eine überaus große Fullernoih, er wurden daher aus Testcrrcich-Ungarn Fntlerstofse dahin anSgesührt ,'ianin gelchah dieieS, Lärm, wegen dieser Ansfnhr, weit eben die und die TlniiibnSnilternelimnugen fürchtete», daß ihnen durch diese Ausfuhr Hö», .»ilee und Stroh verlheuert weiden köniilen. Mast veranstaltete i» Wir» Verse »nnlnngeii, in ivelche» von'der Regierung ei» AuSsiihrverbo». gefordert ivurde. Und, o Lronie! Terjenige, der da am meiste» dar Maul anfriß, war der bleche me Volkrmaii» pder der mit einem blechernrn .»Iran; ausgezeichnete Vollrmalin, weil er eben dar Maul am weitesten ausriß, wenn er da alS VgtkSman» .»iomiidic spielte, »simlich Tr. Lueger. Ihm genügte ei» Ausfuhrverbot auf Heu, »lle und Stroh noch nicht, er wollte dar Verbot auch auf Hafer, Gerste und and're Gelreikegattniigen ausgedehnt sehen. Taß dabei der Bauer tief geschädigt w »rden „küsse, küminerte ihn ebensowenig als die Lndenblällcr, die auch für der »AnSsuhrve-bot agilirlen. Wirklich ein recht so entstand in Wien ei>> großes Mililärlicscraiiten, die Traimva» Blatt. * Seit« 7. netter Man», dieser Tr. Lueger, der im Lnter>sse der Sperulaliou an dem Ruin des L<,nieins,ander arbeite, Vielleicht bat er sich dafür rächen wolle», iveil die.Bauet» mehr Einsicht alS die Gewerb'clreibenden haben ni^d sie ihr Schicksal einem solchen Menschen nicht anverlrauen wollig,, daher sie^sich auch bei seinen AgitaiionSreiie» von ihm ferne hielten Run, die Geiverbetreibende» lönnen heme bereilS sehen, welchen Werth seine BoUSsleundlichkeit Hai. Tie müssen chenic schon sehen, daß der blechcinc Bolksmann nur fei» eigenes. Lä, kennt unddiesen, ,Lä> allez! Andere opfert. Ln Betreff des A,issnhrve,boler hat er eben gesehen, daß cS sür ihn besser ist, wenn er heftig dar An-:-snhrvc»bol »ordert. Bor dicseni Lch »inßlen diesmal seine neuesten Frennde, die Elcriralen, znrückstehe», den» die Elerirale» sink ja doch die Führer und Berlreler des »Bauernstandes, sie solle» ja dessen Lnicrrsse lvahrcn, aiisllrlt dessen agilirt ein eigenes Werkzeug gegen daS-Lnleresse desselben." — Tie „Lndensrage" mit ihrer nnfreiivillige,, .»iomit wirkt ivahtlich viel erheiternder als inauches fogenanirle chuisemilische Wibblalt. tz «Llidcilthillil und Edrlslklllhnm.i Herr"'«iinader in Tle„r polemisirt gegen Herrn Tarnowsli in Strakan, und bemerlr n. A : „Tcrselbe t!ar nowsli) stellt dar Ehristealhnm dem Lntenlhnm gegenüber, weiß aber nicht, daß-da« Ehristculhum ans dem Ludenthnm ansgebanl ist. Er muß ja das a» dein allen und neuen Te'nimenl sehen. Er weiß nicht, raßlldie Lndensrage vom christlichen Tlandpunkle anS gar nicht belänipft werden kann. Er weiß nicht, taß diejenigen, die die Ludensragc auf christliche BosiS stellten, die giößle» Gauner n»d Schwindler i» ihren Sold nähme» — und dar ouöchte man dein / . AntisemilismuS zuschicbcn." — Bei Leute» >vie der eheinalige'Lisäihos Verehrer Simater, bei Halbgebildeten überhanpl, »inst inan häufig dar, war sie sagen wollen, von dem gern]» »nterschcide», was sie in Folge sprachlicher Unbeholfen heil zum Beste» geben. Tie Lndensrage, welche von den AnNsemitcn ans aewoifen wurde, kann allerdings vom christliche» SlaudpniNtc bckänipst werden. Timader halte aber, wie ans dem Vorhcrgegaiigeneu und dem Rachsolgenden ersichtlich ist, die Absicht, im Sinne der jeyl von ihm verchrle» Tühring zu erkläre», daß die Luden vom christlichen Standpunkte a»r gar nicht bekäinpst werden können, und darin hat dar Steurer Schiisl . stcllerchcn oder richtiger sein mit Blindheit geschlagener Berliner Vorbetcr oh»e Zweifel, vollkottiinen stkechl. vvv »Tschechische Hepp! Hcpp!-R»sc.j Ter „»''cch" schreibt: „linier dem Schlagivorle „Testerreichischc Reforinparici" wird in Wie» eine Partei gegründev, deren Ausgabe e» sei» soll, alle nalionalen lind eonsejsiönclle» Reibungen in Pesterreich hinlanziilialten. »Wir beiverken gleich hinzu, daß dici'e Partei, wie ans "" ihrem »Piogramme krsichlliä», lianpt’di'blid) dem AniisemiliZmuS Troß bieien will und daß cs sich bei der Bcseilignng von eonsessionellen Streiligkeiien in »Testerreich ni» n'chlö Anderer hantelt, als die Juden zu verlheidigen und zu schübe», und das nicht io vom religiösen als vielmehr von, gcfchäfllichen Standpnnkle." So der „rech", welcher neulich schon wider die gctanslen Luden loSzog. L»I. Anl.isemilel» scenndirl ihm aber auch zeitweise der ,,»P r a /. SIy ^tnnit", und für rin halbaintlicheS »Blatt schickt sich, sollio man nicinen, dar nocki weniger als siir ein bischöfliches, znmal der Statlballer Graf Thun im böhniischeu Landtage die anliseiniliiche »Bcwegnng aus dar Eniichiedenste mißbilligt hat. »Ramenllich der »»Wiener Eorreipondent de« ossieiösen KrenzerblatteS vergißt, daß er auch jüdischen Slcncrträger» seine Eristenz^verdaiikl. — Ter „Silesia" lvird aus »Przivos berichtet: „Ein nnschii.ldige.r.stinderfesl, welcher hier kürzlich stallsand, ,vera»laßl einen hiesigen Hciß'por», in der lehten »Rümmer der .»Tstravire» in^, rücksichtsloser »Weise sowohl über achtbare »Bürger alS auch »Beamte nnferer lSemeinde deshalb» herznsalle», weil selbe hiesige jüdische Gasthäuser besuchen und überdies noch die zarte» Siinder de» rfchechinhen .stiudergarlenS in das Gasthaus einer Luden füh:en, um desie» Gästen Eomödie ansiührin zu lasse». ^Gleich beim Leien der ersten Zeilen war u^W^I, deS Eiiifenderr bewußt. »Mit de»r Rufe ,Svuj k s,vei„ii», welcher leiderin manchen Städtchen »Mähren» viel Unheil angestiilet hat, sucht der Einsender da» liier in »PrzivoS bcsteh«>de < gute Einvernehmen zwi'chen der deiilichen und ilavischen »Bevölkerung zu stören, - friedliebende »Bürger gegen einander zu Heven, und Alle» die» bloß ans purem Eigcnnnv. Ln kläglichem Tone erzählt der Einsender, daß^lrohdein zwei katholische, tschechisch: »Wirlhsliänser in »Przivos bestehe», dennoch eine anständige Anzahl seiner »Parlcimäunrr und nuler diesen auch die aiigeschensten in de» jüdische». »WirlhShänsern zu finden seien. Zni» Schlüsse bclheuert er, daß eL nicht in seiner »Absicht ivar, Lemand;» beleidigen oder zu verlehe»; er. habe nur des halb spinein gepreßten Herze» Lust gemacht, damit eine ähnliche Unsitie, ivelche der »Partei uiunöglich zur Ehre gereichen könne, sich nicht'wiederhole. ».',»» den»; der Herr Einsender hat den Zweck verschlt; sein »Allarmrus ist »»gehört ver klungen, seine»spericll angesührte» katholischen »Wirlhshäu'er weiden durch-die »Besttdlnng der anderen »Wirthrhänfec nichts geivonnen haben. Ter Herr Em jenter ist, Galt sei Tank, nicht der »Man», der den hiesigen, »Bewohnetn slavischer Zunge Silllichkeu predigen dürfte, er ist auch nicht ein »Mann, der für Freiheit und Gleichbercchtigung läinp'l, er ist bloß, und da» steht fest, ein »Palriof/füc seine Taiche." > ' . , sSchadcilfrcildc Ulld Hxuchclci.) Ans Lemberg wird UNS berichtet: Eilt hiesiger »Blatt, das theil» verschämt, lheil) aber auch »nverschiistit Lndeuhehe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.