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Freies Blatt · 1893-08-13 · 71 (13.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
71 (13.8.1893)
Date
1893-08-13
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Nr. 71. gicrung gcthan haben, »ack seine Minister hegen wohlnn über den Juden, aber eS die Priester von Hamadan waren, den Befehlen des Hamadan namentlich bctr „Rädchen" alS Abzeichen Feindseligkeit der Bevölkern freies Blatt. Seite 7. wie vor eine kritische. Der Schah und ollcnde und duldsame Gesinnungen gcgcncheint, als ob die Beamten nnd »aincntlich welche die Anstifter der letzten Unruhen Schah nicht »achkämcn. WaS die Inden von das ist der ihncir anfcrlcgte Zwang, ein tragen, welches sie dem Haß und der ng kenntlich macht. ü,t, zu 2[us antisemitischen Oereinen nnd Oer smimilungen. - (Gedkilktt unseres «chUnercrk» In Otleiischlag, dcmiklbe» "Olle, woder einst Schönerer die fortschrittliche Presse Wiens mit Briefe» nnd Xfptsche» bestürmte, in denen dee glänzende Empfang, der ihm zmheil geworden, nnd die herrliche Rete, die eru»ter dem Jubel der über seine Leutseligkeit entzückten Bevölkerung geholte >, für den — Papierkorb schwungvoll geschildert wurden; in Ottenschlag, wosc bst Schönerer ossenbar dadurch, daß seine bei.slichen nnd telegraphische» Rnhineshcrolde in Wien nicht die von ihm cihofste Aufnahme sandcn, zuerst den Pohrlitzer Verwandte, Anliscn it zu werde» — wurde dieser Tage dem „besten Manne der Ostmark" eine spontane, wie c« alle Kundgeb Dzitz, der Nachfolger der H Hause, erstattete nämlich vor schaftsbericht, und kam znm 4 Ovation bereitet, selbstverständlich eine ebenso ingk» zu Ehren Schönercr'S sind. Herr August ■nt» Schönerer nnd Eichhorn im Abgeordnclen. einer Wählerversa»»»l»::g de» üblichen Pechen hlussc seiner AnSlassmigen ans Schönercr'S Ber nicht recht llar, ob diese herrühren; sicher aber ist, daß gedenken und bei den nächsten spiel gewonnen »nd hätte i» treten sollen. Tie Abhaltung haiiptinannschast in Biichosici» Versuch zur Veranstallung ei» Entschluß gefaßt habe» mag, ohne Rücksicht aus dienste z» spreche». „Bald", hi ißt er in einem Ottenschlagcr Berichte über diese Versammlung, „das ist am 20. Tecember d. I., ist die Zeit der politische» Rcchllosigkeil Schönerer'-»;» t! »de. Jeder Waldviertlcr »löge an diesem Tage i» dankbarer Erinncrung Schincrer'S, unseres Schönerer, gedenke»!" ES ist Werte von Dötz oder vom anliseiniiische» Reporter die meisten Waldviertler nur zn sehr Schönerer o Wahlen sveder ihn, noch eine» seiner Anhänger niit einem Mandat belasten »«erden. (Ein mißglücktes Gastspiel.) . Ein ans der Ronspergcr Gegend stani >ne»derKatechet a» einer Wiener Bürgerschule, der sich ivährcnd der Fcrierr in seiner .Heimat anfhält, sucht dort, in, Bunde mjl einem Pfarrer, „christlich sociale" Propaganda z» betreiben. Tr. Ge si n, a „ » war bereits für ein Gast herrlich? Stoßt an! ES lebe wird?" — Den LnlluSministe (Förster bei der Arbeit. Stettin, Professor Dr. Först einer SonntagSversaininlung zn RonSpcrg ans der Bersannnlnug ivurde jedoch von der Bezirks »itz untersagt. Es wird nun geplant, einen ziveite» arr Versaininliing im September zu niilernehnien, »Nd ma» gibt sich der Hofs»» ig hin, es werde einer Intervention des Prinzeii Liechten stein gelingen, diese,n ncnerlichen Versuche, einen günstigere» Erfolg zu sichern (Dir Ehreumitglicdschask rines autiskinitischcu Llndclilcnvcrcincs.) Ter preußische CnltuSminister Bosse hob ans die Beschwerde des antiieniitischeil „Vereines deutscher Stnde»len" in Berlin die Verfügung des ReclorS Virchoiv aus, welcher die Ernennung eine» GyninasialprosessorS Brecher zu ui Ehrenmitglied, de» Pereines im Februar die Genehmigung versagte, weil Nicht angehörige der Universität lischt Ehrcninitgliedcr deutscher Verbindungen sein dürfen. Boffe begründete sein« Enlschciduiig damit, daß letztere» durch die bestehenden Bestimmungen nicht nntersagt werde, sofern mit einer solchen Ernennung nicht eine Verletzung der alademischen DiSciplinarvorschrifle» verbunden sei. ES heißt in der Antwort des CulmSniinisterS: „Ich wünsche den studentischen Vereinen diese afiibcmifdjc Freiheit, so lange sie dieselbe nicht miß brauche», erhalte» zu sehe». Denl Herrn Rector habe ich von diesem Erlasse Kenntnis, gegeben." Dazu bemerkt das Stöcker'sche „Volk"» „Je scllcner es vorkoinnil, daß der Eultu»mii>ister sich in Widerspruch mit Rector und Senat setzt, mit »in so größerer Gcnuglhnung begrüßen wir diese Entscheidung. Sie zeigt, daß cS für die national-gesinnte Stadentenschaft noch einen Schutz gegen die will kürlichen Maßregelungen jndl »freundlicher Rectoren gibt. Sie beweist ferner, daß ei» .freisinniger' Gclehrteies war, der es ivagte, grnndloS die akademische Freiheit auzutasten. Tie deutsche akademische Jugend, gegen die selbstherrliche Entscheidung des berühmten Liberalen znin Schutze der akadeinischc» Freiheit mit Erfolg Berufung einlegcnd an den .bnreaukratische»' Minister, ist da» nicht >ie Freiheit! Ob Herr Virchoiv wohl mit anstoßcn Bosse wird Niemand diese Lobsprüche mißgönnen, und auch der in Frage stehende Giimnasialprofessor scheint der Ehrenmitglied, scha'ft einer antisemitische» StadentenvereincS eben so würdig zu sei», wie bei spiel»>veise Herr Schönerer oder Polzer. :,) Der neugewählte Reichstagsabgeordnete für Neur, gastirte vor Kurzem in Weiß stein (Schlesien). lieber diese Bersannnlnug berichtet der „Wüsteregiersdorser Grenzbote" „Herr Tr. Förster hielt hier. seinen Jüngern, zu dcve^anch ein Dbeil der Svitzen unserer Behöcden-gchörtc, einen Vortrag, dee dieKövie >o erhitzte, daß ein furchtbarer Rada» entstand, so daß Nacht» ä-spör nnd Polizei trei.zngeriifcn werden mußle», die aber auch nicht viel anSrielstcien. Es entstand eine Keilerei, welche sonst »nr bei Jünglingen von unlergcordnetcr Erziehung, bei sogenannten Ransboldc» Üblich ist nnd wobei selbst die erste Person im Ort nicht verschonl wurde. BiS :k Uhr Morg »S setzte sich der entwickelte Slraßenlanips (an: t> halte nicht viel gefehlt, .bald hätte auch der Geistliche sein Theil bekommen " — Am!>. d. M, trat Förster in einer Bersammlnug zu Planen -Sachse») a>rs. Er leugnete dort, daß Ahlwa rdl sein Freund sei, und tvieS jede Geineim'chast mit dem „Rector aller Teutschen" zurüct. Förster zeigt sich undankbar, denn, ivie männiglich bekannt ist^ verhals ihm nur die Protection AhlwardbS z» seinem Abglordnetcnmandaic. In Planen kam eS auch zu einem heileren Zwischenfalle. Förster halte den Abgeordneten Enge» Richter verungliinpst. Als dieses Vcz fahre» rin der Versammlung beiwohnender Freisinniger entsprechend gc>vnrd»zr Halle/ ergriff Förster da» Wort zu einer Enlgegmmg und äußerte zunächst, indcni er sich gleichzeitig an die Stirne griff: „Ist denn Eugen Richter über Haupt als ReichStagSabgeortneter bei der letzten Wahl gewählt worden?" Selbst verständlich winde diese sür die rührcilde Einfall des anliseiniiische» Politikers bezeichnende Frage von der Versammlung tnil ungeheurer Heilerlcit ankgenonnne». 2lus antisenütischIU Biätt<'rn. lHctcstossi) Da» tnnß inan der Antisemilenpresse lassest, tun Hetzsto's ist sie nie verlegen. Geht nichts vor, nun so tischt sic irneder die Dichtung vvti der im Drannvapwaggo» sich breit niachenden Jüdin aus, welche ividerrechtlich zwei Plätze arrSsüllt it»d eine schwächliche SchuilerSsran, die kanin da» Krankenbett verlassen dal, um ihre» ehrlich erworbenen Sitz prellt; oder sie-erzählt neuer ding» die Geschichte'von dem „siechen Jüngelchen", da» einem greiicn Priester einen Stoß versetzt hat und dann höhnisch lachend sorigerannt ist. Im vorigen Jahre machte durch die Antiscinilenblätler. eine. Erzählung die Runde, dcr znsolgc ein jüdischer Soldat im deutsch fraiizösbcherz Kriege den von einem Bankier gestifteten Preis für die Eroberung der erste» Fahne dadurch eilangt hätte, daß zivische» ihm nnd einem im französischen Heere diknendc» Inden eine Dheilnng deS Preise» vereinbart worden wäre. Der jüdische Soldat iclbst sollte Ja« Eompagniegeschäfl bei einem Festessen im Haine des Bankier» verraihcn haben. Tiefe Erzählting wird jetzt in anderer, aber noch verrinnst widrigerer Fassung vom /Tdlilscheu-VplkSblalt" vorgebracht. Unter dein Schlagworte: „Tor internationale Jude als Vaierlandsvcrtheidiger".schreibt da» Vergani'schc Blau: „Nachstehendes, von einem deutschen Ossipicr »ritgetheille Erlebniß dürste charakteristisch seit, zn beweisen, daß den, Inden daS Geld über Vaterland und nationale Ehre geht. Der Oincier hatte beAn Beginne des Krieges 1E7<> einigen Freiwilligen da» Versprechen gegeben, wer zuerst ein Ehassepotgewehr vom Feinde erobere, erhalte eine Belohnung von :">0 Dhaler». Unter den Freiwillige» bei'and sich ein einjährig dieneudcr Jude, dein die Aussicht, ,Iu »rachen einen RcbbeS" gar verlockend in die G,jeder gei'alirtn war-. Mnthig geht er in die Gefahr des KainpseS hinein und. briiigl nach zwei Sliinden dem Oincier ein Ehassepotgewehr. Alle gewannt, der Osficirr nicht minder begiebig, zu crsahrie» von der Kühnheit nnd Entschlossenheit de» rvackcrc», wollig schtvarzgckiänselle» Jünglings, berichtet er voller Begeisterung: „Als ich war gegangen zu ipeciilirc» die -FcindeSivache, traf ich Jemand von unsere Lait. Hat.ec gesagt: 'Nimm »rein Ehapcpol, gib mir'S Züiitnadcl, wer'» mir »lachen ein Geschäft, Tu »nd ich!" Ei» freigebiger O'ficicr, der seinen. Leute» solche Brlohnunge» verspricht — diese Figur tst zwar nicht ivahricheinlich, aber immerhiii möglich. .Allein nninöglich ist ein Freiwilliger im dciilicheii Hecre, der io iprichl, ivie ihn daS „Bvlksblal," liier rede» läßt. Der „wollig schlvarzgekriinselle Jüngling" muß doch eine Miltelrehrilr absolvirl haben, und ist ohne Zweifel de» Deutschen mächtiger alS die Herren astlisemiliiche» „Schristlciter". „Alle gespaniii, der Ossicier nicht »linder begierig,;>l crfafircii von der Kühnheit u»d Emichlossenlftil de» wackeren, wollig schwarz gekrän'elleir Jüngling», berichtet er voller Begeisterung" — eine» derart gegen alle Regeln der Sprachlehre verstoßendeii Satz würde kein jüdischer Frei _ williger in Deutschland oder Oesterreich, auch lei» jüdischer LaildSmann Ber gani'S, verbrechen. Auch schon der erste Satz der Notiz ist sprachlich jehlerhail. Wo bleibt übrigens die von de» anliscriiilische» Sprecher» n»d. Schr'eiberri so oft zur zWarirnng hervorgcbobcne „scniitvche Schlauheit", ivenn ei» jüdi-cher Soldat so lhöricht ist, seinem Borgescvlen;» verraikcn, daß er 'sich ans eine ,»»ehrenhafte Weise eine»' Preis zu erschleichen gcmcht hatte. Doch „u»s7ren Leuten können wir Alles dielen" — ragte einer der .rassinirlesien Wiener Antisemitensührer. (Vodkiilose Schlkchkiglcil.) Ma» schreibt uns. Die Organe der Eö» sessionS- »nd Raceiihetzer entblödcle» sich nicht, an die Berichte über zwei Procesie, in denen Inden jugendlichen Alters traurige Rollt» spielten, verhetzende /

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