Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 68 (23.7.1893)
- Date
- 1893-07-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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reite Xl.Ill. Beilage Zinn freien IMatt, Organ zur Ilbrochr des Autilemitismns. Weber feiner ovinitalifdicii Abftammnng ilvch feiner analoniifche» Gestaltung ist es rathsam bei dein Inben dieses Borherrschen und diese Ueberreizung des stlervensyfteuis zuziifchreibe», . sondern vielmehr seiner Lebensweise seit Jahrhunderten, seinen Daseinsbebingnngen, dem siyenden Veben in der Stadl, dem '.IVanejcl an körperlicher Bewegung, der Schwächung des Muskel- - stiflems, de» Gemüthsbewegnngen und Sorgen, welche mit de» von seinen Leitern geübten Bernfsarten verbnnden waren. Während i Iahrhllnberten hat er seine Exiftenzmittel weniger seinem Arme als seinem, .stopfe verdankt. Mein menschliches Wesen hat sich, »in! zn leben, so sehr den- Mops zerbrechen müssen. Selbst hente gelingt j es ihm, in dem oder jenem Distriet Rnstlanbs beispielsweise, mir ' durch eine Art Wunder an Willenskraft und (Geschicklichkeit, sei»! elendes Dasein zu fristen. Neben die Nervenkrankheiten, welche- Israel anslanern, kan» man die Zuckerkrankheit sehen, deren häufiges Borkommen schon Bonchardal bei den Inden angezeigt hal."^) 'Aach dem Ausspruch der Aerzte ist auch diese krankheitsnrsächliche Besonderheit der Lebensweise der Juden zuzuschreiben, ihrem Aufenthalt in den Städten, ihrer Beschäftigungsweise und de» damit verbundenen Sorgen.'") -» , Eines jen'ev Dinge, welche in manchen Gegenden den Inden und die Jüdin;n unterscheiden scheinen, ist die ,vriUm’ifc. Väßl sich auch die Raschheit ihrer allznhänsig durch mangelhafte Vebensweise und unzureichende Nahrung ansgehalteueu physischen Ent Wicklung bestreiten, so läßt sich die Schnelligkeit ihrer geistigen Entwicklung schwer iii Abrede stelle». Jeder von uns hat die Frühreife der jüdischen Intelligenz bemerken können, mir meinestheils ist sie häufig aufgefalten. Bielleicht hänge» damit die Erfolge | der Sölme und Töchter Iuda's in allen Unterrichtsanstallen und , Schulen, welche ihnen offen stehen, zusammen. Man weist,. wie; viele Preise auf dieser bescheidene» Schnlarena diese schwächlichen 1 maßen und mehr nvch, nicht wahr, der geschichtlichen Erzielmng, der säcnlaren Zuchtwahl, dem langen und harten Manu» ums Dasein, welchen hundert (Generationen hinter einander zu de flehen Hallen? Bon seine» jungen Jahren an verspottet, liesthimost. verhöhnt, geschlagen, hat der kleine' Jude von Mindesbeine» ans nachzndenken, zu beobachten und sich selbst zu beobachleir gelernt. Dfl rührt die Krühreife feines Berflandes nur von der frühreife feiner Veiben her. Krüh er und lhenerer hat er die Erfahrung von der Hätte des Gebens erkauft. Seine Mindheit ist verstümmelt und feine Jugend kurz. Kür ihn schlägt früher die- Stunde der Sorgen und Anstrengungen und währt minder lang das Alter der lange» Träumereien und der unbegrenzten Hoffnungen. Sein nachdenkliches Antlitz ist mir oft ausgefallen;. es in ein Naeezng bei ihm."-'» In moralischer wie in physlfcher Beziehung hat der Jude wenig Jugend. Je weiter man gegen Cften vordringt, desto mehr drängt sich dies auf. Das. Veden streift dem Inden frühzeitig die Krifche ab,' sagt selbst Gräh, sein Geschichls schreiber. Das ist richtig. Häufig ist feine Jugend wie enlstanml. Seine abgeniagerteii Züge habxn etwas vorzeitig Abgemndeles: früh reife Kalten durchfurchen feine Stirne. Der Jude, könnte man sage», kommt alt zur Welt: sein so durchdringender und scharfer Blick hat häufig etwas Aettlielies. Es ist, als trüge seine Person die selbe fieinalte Miene, wie dig Häuser der Iudengaffe. Spricht man von Inden, so möchte man immer sagen: „diese alten Inden": es scheint, als stünde ihnen die Jugend nicht. In gewissen Vändern, dgrl nach dem Dflen zu, möchte man ihnen beinahe das Recht auf Jugend abfprechen'.-iven» sie sich zufälligerweise die lärmenden Spiele der Jugend erlaitben, nimmt man förmlich Anstost^dara», beklagt sich über ihre" Ausgelassenheit und nöthigenfalls über ihre Unver fchämlheil. Heiterer Zeitvertreib tmd Ingendlnst scheinen so wenig ihre Sache zn sein, das; man versucht ist, sie ihnen;» verbieten. Wettkämpfer davvnlrage». Wenn sie auch fette» die „Vendit" Preise AI. Juni) gewinne», so zählen sie doch auf allen Schnlkampf vlätzen Europas zn de» besten Dauerlänfern bei den elaffifche» Studienmärschen. Jet» habe Deutsche gehört, die mit Hinweis auf biffc geistige Kruhreife des Inden verlangte», daß die israelitischen Minder nicht in denselben- Schule» oder Gymnasien nnterrichtet' würden. „Zwischen den Mindern des Nordens," behanpleten sie, „den bleichen, blondhaarige» (Germanen mit dem langsam arbeitende» Berflande und jene» dnnkelängigen Mindern des Drienks mit der raschen Anffasfnngsgabe, ist der Mampf ein ungleicher." Welchem Ilmfland soll man diese vorzeitige Gereiftheil und diefe rasche Kafsnngsgabe des jüdischen Geistes ziifchreiben? Einzig und allein der Raee, dem orientalischen Blute? (Gleicher 2icl>e u. A. Teniange: Arlitel ..I*i;rn,'.t.11>i>-ti<>nii:iit<- >-»>-r- >lo> ><-><-»>->.' iin-'lirulcsi. .vit'iu ift zu bernei-fen, fafi fi« in fei-.inefi eimMien Alademie «8. 2ci)m»ber l*ülj durch kr» Tr. «A'rinai» 2'-c beinitten worden in. . , ' Auch die Gicht mit ihren vielgestaltige» Ericheiuuugssorme» iü ein hei de» Kudeu häufig vortommendes Veide». Mau Har liäung gesagt, sie sehn, mehr als Ankere, den Hauilrankheite» uulerworse»: Tr. Hard» neigte zu dieser An nähme, namentlich bei dem Ekzem «nässende Ftechlei «liullc-li» in>-<lii-ül. >«>. 2er tember ISIMi. Ter BoUsländigkeit Halber will ich nachstehende» von Tr. «>>. Vagneau augezeigien KaU ansühre». Tie jüdischen Krauen sollen tait niemals einen Nropf vetominen, io käst die medieiniiche Geiellicha't von Me» im Kahre 1880 die 't'reisüage siellie i Warum sind die indischen Krauen vom .'tropf befreitV — Tie Herren Kaval' und Wecker habe» hei den Kaden aui eine» Asligmatismus l2ehsiöru»gl auimerksaui gemacht, bei ivelchem, der Regel entgegen, der horizontale Hornhautmerikia» das xriimuningsmarimum ausweisl. «Wecker: 8nr I nni<rm<iti^m>> Nun« sos rn»>»«» I>;ivor la o-»ilvrumtn>n «los os >Iu > rüno . Hiillctin <lo In Sueiötö il Antliropulogii*. 15. Kuli td<>!», 2 515^-547. — Aergl. Hovohicquc ••i llervij: I'rt-eis <TAntliro]*<iluirio. 2 oOÜ, 1887. .— Rach Hervchätte mau bei den Ki'raelite» das häufige Borkommen der Thräuengeschwulsl in Kolge engen ThräneucanalS bemeikl. itiullolin ü>> In 8c,oi>-t>->1 Antlirosxünuio. 20.!»>-- m-,n>>re 1886, 2. 015. > Dieker AfliginattSInu^An cconc-ri.s und diese Neigung zur Thräuengeschwulsl — nimmt man sie als sesigestellt. an — könnten allein der anatomischen Bildung zugeschrieben werden. I» der Thal ist'brr Inbc, Sohn des Inbe», von alter Rare: nnb seine 'Aeignitgen, feine Veistenschaflen, sein Ehnrakter, sein Tem peramenl, Alles in ihm verspürt bie 'Aachwehen bavon. Mag er von bell -in. brr Höhle von Membrst begrabenen Palriarstien ab stammen ober nicht, ber Inbe gehört, einer allen Kamilie an, ,er hat eine lange Ahnenn'ihe hinter sich. Er allein kann ohne U» Wahrscheinlichkeit fein «''eschlechtsregifier Menschenaller hinbtirch bis in bie vorgenchichllntien Zeiten,zuTnekführe». stieben bew Juden fiub bie ältesten ber Böller des alten Europa,- Iümzlinge. Welche von nuferen Dymiflien ober Kenbalfamilien bürste sich in ber üieilie ber Jahre mit dem Hanfe Israel messen? Nnb es hanbell »'ich ba iiichl allein.»i» ein Aller, in Jahreszahlen. Israel ist Hanoi, sächlich blireki bas Aller seiner Eitllnr eine alte Raee. Es ist lange her, bas;- für bie Söhne IaeobH in »ternsaleM, in Babnlon. in Alexnnbrien — bie Mvvfarbeil nnb bie Harle (''ehirnninhsal be gönnen hat. Will man bie Inben als eine Raee betrachte», i'o ist dies vielleicht bieHanplfache, bast sie bie älteste Elitknrraee liiiserer nliuellänbischen Wels fiub: iene^beren Enlliir am iiMilesten^znrüch gehl nnb zugleich bie wenigsten Niilerbrechnngen erfahren Hai. Zwanzig Iahrhnnberle sinb für eine'Menschenfamilie eine lange Trainirnngszeil. Was finb in bieier'Hinsicht bie Erben nnferes alten Bürgerlhnms ober „bie Söhne ber. Mrenzriller" im Bergleich zn ben Vöwy, Söhistber Vewilen, ober ben zahlreichen Eahen, Eohen, Mohn, Eahn, Eöhn, bereu glanbwürbige Ahnen, bie Eohanim bes Tempels, auf bei» Räncherallar vor bei» Ewigen wohlriechenbes (Gewürz geopfert habe», ehe sie hingingen, nm im Schallen von Babel mit ben Sehern von Ehatbäa tinb be» Magiern des Iran über ben Ursprung ber Well^zu bispuliren? ,aa) cks niachl sich dies, versichert inan, bei den phologravhsscheu 'Ausnahme» des jüdische» Tnpus bemeckhar, welche Tr. O»atton »ach seiner Methode oou zu einem ^disaininengesepteu Bilde eoinbinirien Einzelbilder» in, einer israelili'chen Schule iu Vondou veransialter hat. Bergl. Kos. Kaeobs: ,.«>» tl» rn.-iul obari.-- teristies of tlic »lodern .Ions“. Vondon, Harriso», 1885, 2. 51