Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 65 (2.7.1893)
- Date
- 1893-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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reise XXXII l'cüaac zum Freien Irlalt, (Draan zur Hbmelir des Antisemitismus. ftmao Anwiderndes liiibat. 'iiu'v sich Mviilnrr iiiitmicfitni will, j. ucvmoctit; sein Fleisch ist durch die ignoblcn Gebräuche dcö Qrientg nicht aiigcgriffen wurden. Das widernatürliche Vaster des griechische» über römischen 'Ariers, des arabische» oder syrischen Lkiniten bat das Blut Iuda's au der Quelle nicht verdarben. Wenn in einige». Vündern Armnth aber Habsucht-seine Töchter zur öffentlichen ricdcrlichkeit treiben, so ist dies eine Wunde jüngster Ze,it; der reib Israels ist davon nicht befleckt worden. Uinsonst hat inup im Talmud die Abhandlung Riddah lesen. Man vriicht daraus, welcher Ueberivachung tagtäglich und beinabe stündlich „die klugen Iraiien ", die irbeiranen der »ohanini insbesondere, welche rein bleiben wollen, unterworfen sind. Das Indenlhiim begnügt «ich nick» mit der durch andere Religionen täglich vorgeschriebenen Gewiffenserforschung: der Jude und die Jüdin lind außerdem noch an eine Art Veibeserforschung gebunden. Cro lassen j Israel, im Criciitc besonders, mit Irühhciralen Mißbrauch getrieben, indem es Änaben von vierzehn oder sünfzehn Jahren mit Mädchen von zwölf oder dreizehn Jahre» verband, die Achtung vor der bihe, die .Keuschheit des Ehclcbcns und die Reinheit des Iamilirnlcbens, die Littcnznchl mit einem Worte, haben den Inden gckräfligl und die Racc gestärkt. Und was wir von den Rcini gungrn und Säuberungen im besehe gesagt haben, ist vielleicht noch zutreffender hinsichtlich der Borschristcn bezüglich der Rahrung, namentlich des koscheren Fleisches. Man schreibt dem Juden Lchutrsichcrheit gegen gewisse»rankhcilcn zu; ist dies richtig, so verdankt es der Jude, wie wir scheu werden, seinen Labungen, seinem Gesetze. Ist Israel, wie gesagt worden, das Product einer Ueberlieferung, so ist diese nicht einzig eine geistige Ueberliefernng, sondern ebensosehr und vielleicht mehr noch eine gesundheitliche und provlmlaktischc Ueberlieferung. Auch damit war unter der langsamen Wirkung der Jahrhunderte Israel bestrebt, eine Raee zu werden oder wieder zuwerden. Wenä lyan vom Inden spricht, hat man das Recht, die Erblichkeit und die während Generationen angchäuften physischen oder moralischen Einflüsse in Betracht zu ziehen. Unsere Zwangsgcsetzc und seine Glaubcnsgesetze hätten genügt, nm ans dem Israeliten, dem mit arischem und luranischem Blut versetzte» Leimte», einen mehr und mehr von seinen andersgläubigen Rachbarn verschiedenen Menschen zu machen. Dann selbst, wenn er ihr Blulsverwandler war. kam ihm das Gefühl dieser Berwandtschait abhanden. Israel wurde wohl oder »bei wieder dazu gebrachl, ein Bolk, einen Ltamm zu bilden. sich in unserer Lvrache die seltsamen Bvrfichlsmaßregeln nicht ausdrücken, welche Tobil, die '.'Ragd des 'stabbi Gaiiialicl, ergriff, wenn ne den Wein ihres Herrn in den >trug füllte, und Tobit wird vom Täiiiind als kluge jvrnii gcvriefen. Ce in unmöglich, daß derartige erblich überkommene Ucbnngen, welchen Liniies und Ursprunges sie auch sein mögen, während Jahrhunderten auf den Mann und die Iran, somit auf die Race, wirkungslos geblieben und. Israel hat sich allezeit gerühmt, ein reines Bolk zu sein : Die Reinheit vor dem erwigen in fein Borrcchl, sei» Unterscheidungszeichen unter den Rationen gewesen. „Denn du bin ein heiliges Bolk für den biivigen. deinen Gott", sagt ihm wiederholt die Thora: und bei den allen oder modernen Juden neigt die Heiligkeit zum Aufgehen in der gesetzlichen Reinheit. Lein langgehegter Widerwille für die Unbeichnitlenen rührte davon her, daß diese' in seinen Augen unrein waren. Israel allein kannte und beobachtete die Gesetze der moralischen und physischen Reinheit. bis war diesen >'-'eieren so zngelhan, daß es gleich wie die Makkabäer deil Tod deren Berletzung vorzog. Mögen uns bisweilen diest kleinlichen Borschriflcn übertrieben er scheinen^ dieser äieinheils.Ioder ist. für Israel, für seinen Veib und seine Leele eine Aran gewesen, Gewiß hat der herabgewürdigle und verarmte Jude denselben häufig weniger dem Gei» als dem Buck-staben nach befolgt. In dem Geftayk der Iudengane ist die körperliche Reinlichkeil für ihn eine Iormsachc geworden: er hat sich der Abwaschungen und Reinigungen als einer geschlichen Iormaliräi entledigt und darin lediglich einen religiöse» Julius gebrauch erblickt, olme sich weiter um Reinlichkeit oder Gefiiiidhcils lehre zu kümmern. Heute noch enthält in-gewissen jüdischen Drl schäften des Qrienies das Wasserbecken der Mikwa,.der Teich nämliär, wo allmonatlich die Irauen' sich reinigen, bloß ein per dorbenes und ekelerregendes Wancr, das weniger zur stieinigung als zur Bcrveflung geeignet in. L0 haben Unwissenheit und Rouliitc ays einer Heilfamen Lgtzuug einen anwiderndrn Religions gebrauch gemacht. . '.'iicht immer in dem io gewesen. Die Wvhllhal aller dieser gesundheitlichen Borschrinen ist für die Raee nicht gänzlich verloren gegangen. Der ,Uide und die Jüdin, und trotz ihrer äußeren, l'.ni'ig absichtlichen oder gezwnngenen Unreinlichkeit, lange in der Lai^berkeit für ihre Person, den Ihriste», reichen wie armen, überleg»:: gewesen. Man darf übrigens nicht vergessen, daß der Jude, waü.-nd "'eneralioncn nur unter der Bedingung schmutzig und ele. d zu. -'meinen, Licherheil genossen hat: der Lchmutz war für ihn >rae da Arinulh ein BcrlheidiglNigsinittel. ebenso wie für gewisse Thier» ihre Häßlichkeit. Die Widerstandskraft des Juden gegen die übelriechend» Unreinlitl'keil,. in welcher er zu vcrkoiiimen gezwungen war, ut ihm r'a'r ein gut Theil aus seinen lästigen Lai-unge» erwachst». L äs t^t'l!-- l:.'.l ans-Israel eine reine 'lsaee und eine keusche Raee zugleich genia»t,t: io ist es denn auch durch alle -,'eiden hindur»b eine gesund»..'liaer geblieben. Tie ungenügende birnähruiig und die verpestete «'-'hetlolnst haben seine Mnskein zu stffwächen II. Israel wurde wieder ein Liainni. o ist dies rin Hauptpunkt, (jro bildete von Rcuem ein bilhnos, das. sich immer als die Rachkomnicnschafl Abraham s betrachtete, biswar der Abkömmling der Patriarchen: ob durch Blutsverwaudlschafl oder Adoption, wußte es selbst nicht, aber daran lag wenig: jeder beschnittene Jude gehörte zum „Hanse Iaeob's". Israel wurde wieder ein Ltanim unter dem Doppeleinfluß, wellt,er aus ihm wieder eine Raee zu mache» strebte: Unter der Wirkung unserer bürgerlichen Gesetze, welche es von den Bölkern mit Gewalt absonderten — unter der Wirkung sti»er religiösen Gesetze, welche es durch seine Glaubensgebränche von jenen abschlosst». Hier waren wieder die christlichen und jüdischen Machteinflnsst, die eine» von Außen, die anderen von Innen wirkend, unbkivußt in demselben Linne die treibeuden .sträfle. stirchenrechl und Talmud-'biodcx leistete» einandcr Beistand; die stirche und die Limagogc, das ttöuigthum und der k-lahal, die Bischöfe und die Rabbiner arbeiteten in ihrem Bestreben, den Juden von uns abziischließen, zusginmeu', um aus ihm einen den Rationen fremden Ltamm zu machen. Das in sich zusnmniengckauerlc Israel bildete nmhl oder übel eine Ltadt in der Ltadt,- oder, wie man heutzutage sagt, einen Ltaat im Ltaale. Unsere bürgerlichen Gesetze verstärkten seine Religionsgcsetze, und unser Geist der Ausschließung förderte seine Ausschließlichkeit. t ^onieyung ’olflt.) Man abomiirt da- ^rric Blakt in der Administration, Wien, k., Leilcrstättc 10. Abonnemcutspreis: ganzjährig ö. W. 2 fl. 50 kr., halbjährig 1 fl. 25 kr., vierteljährig 05 kr. Herausgeber unC veraniworrlickier 'DieTactcur: fitni Victor Zenker. — Truck von Ch. Reiger Sr M. Werihiier, Wien.