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Freies Blatt · 1893-07-02 · 65 (2.7.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
65 (2.7.1893)
Date
1893-07-02
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Beilage zum freien Blatt, Mrgan zur Abwehr des l tiitileiiutisinns. gesetzte Behandlungsweise für jede andere Religion ge ha dl Halle! Hätten Muhanimrdailcr dieselbe auf Ehristen in Anwendung gebracht, sic hätte» vielleicht keine ^hn Generationen gebraucht, um einen ebenso grundverschiedenen Tppns zu erziele». Man denke sich Thiere, Pferde oder Hunde wären vier odcx fünfhundert Jahre in einem Pferch eingeschlvssen, streng von ihresgleichen abgesondert und zu einer einförmigen Lebensweise gezwungen. Zolcherwcisc ungefähr isl man mit den Juden verfahren. Man hat eine Mcnschcnrace heransgcbildct, wie die Züchlcr eine Tlperrace Herstellen.- Daraufhin ist die Behauptung wohl gestattet, daß der Jude ebensosehr und mehr noch"das Product' her Hwangsgruppirung, der wirthfchaftlichen und politischen, als her ethnographischen Bedingungen, ist. Zeine Eigenart besteht weniger in dem von seinen fernen Ahnen, den Beui Israel, ererbten Blute, als in der Art von Existenz, unler welche feine Bäler durch die uufcrigen gebeugt worden sind. Das ist so wahr, das; in dem Maße, als die Einfriedungen der. alten Iudeiischaflen niedersinkcn, die lnvischcn und Eharaktereigenthümlichkeilen der Inden sich zu verwischen oder äbzuschwächen scheinen. Z e ch st es E a p i l e l. -Der Jude ist das Product der Ucherliescrung n»d des t^escucs. I. EittfUisi deo <S»cfel?co und Der Ladungen aus die Rare. - Tag dae> Iudenlhui» cbeinowolil eine Religion iür Sen reib al» iüe Sie Tedle in. — Jk eiluellen -t-orntinnen, eie geievliche Reinlieik. II. Inwie'erir der Talmud gleichwie das (''lu-tto die .Nrä'ligung de» Lianune» gciüc? begiinnigle. — ölt welcher Weiie den Juden ieine niuliuegebrauch, von een Veiten ab'ondenen. — Wie «■; um ein moderner Mein'ch;u werden, nch „enlrabbinern" muh HI. Lluieuweii'e Umwandlung des Iudeiulnii»».— Wie e» sich nach und nach oon dem talmutische» Ioiineinzwang >rei Macht. — Bedingungen und T chivierig - teilen dieier cliitluewanklung IV. Wie sich eine älmliche Ulnwanklung in reden und I-aiuilie de» I'raelildn ooUueln. I. Der Jude ist also eine Zchöpfung unseres Bsittclalters: er ist das künstliche Werk einer feindseligen Gesetzgebung. Haben wir jedoch den Juden so gemacht, so waren wir dabei nicht allein am Werke. Das Ghetto in Italien, die Earri.-re der Provence, Die Indengasse in Deutschland, der Mcllah in Marokko, die Hara in Tripolis find blop die «vorm, der Prägestock gewesen, worin der Jude gegossen und geprägt worden : er hat von ihnen nur ieine änsterc Iorm erhalten. Auster durch die besetze von Austen und die äustercn Einflüsse ist der Jude auch durch eine von Innen thätige di rast heransgebildct worden, deren stetigere Wirkung viel leicht »och mächtiger gewesen ist. Diese. >!r«ft besteht in seinem besetze, seinen Zatznngen, seiner Religion mit einem. 'Worte. Der Jude isl, wie Rena» gesagt hat, weniger das Produel einer Raec, als einer Ueberlieseruug, oder wie M I. Darmesteler meint, lvenigcr ein Werk des II risches, als ein Werk des Geistes. Er ist durch seine heiligen Bücher und seine Eullpsgebräuche geformt, um nicht zu' sagen, hergesielll worden, sowie Adam aus. den Händen Iehovah's, ist er aus den Händen feiner Rabbiner her vorgcgaiigcu. In diesem Zinne ist der Jude durch die Zhnagoge geschaffen worden. Ist das (Ghetto sein Erziehungshaus gewesen, so war die Bibel, seine Mutter, der Talmud sein Batrr. Die Aehulichkcit^ mit den Eltern, die ihn gezeugt, isl ihm geblieben. Es handelt sich hier picht bloß um eine geistige Zeugung: nicht einzig und altein durch den Glauben, durch die Idee haben die Thora und die Gemara den -Juden hervorgcbrachl, sondern auch auf materielle, sozusagen fleischliche Weise, durch die Andachlsübungcn und die Satzungcn jeder Art. Es besteht da ein säcularcr Einfllist, ivelchen 5oi»o XXXl man »ichl geni gend in. Betracht zieln. Das Iüdenlhum ist nicht, wie das Ehristeathum, eine fast gänzlich geistige Religio»', il> welcher, dem am Jacob ibrunnen ausge'vrochcnen-Wortc gemast', die wahren Anbeter im Ge sie und iii der Walirbcil anbelcn. Das lalmiidische Indcnthum bildet in mancher Beziehung ein Ganzes von torper liche»'Gebrälu-l en... Es ist-.ebensowohl eine .Religion des Vribes, als der Zeele. wegen feine Uc »erlcgcnheil. Das "'eieiz beschäftigt sich nicht minder mit dem Ileistlie. 'als mit dem »'eiste: das Gesetz Tun dazu beigetrage», sie b> ide durch einander, herauszubildeu. In diesem Zinne Ist-der Jude ein Werk des Ileisches zugleich, wie ein Bserk des »'eisteo. Und in dicfem Zikine vornehmlich ist das Iudenlhuni der Hauplfactor.dcs Jude» und der^judischen Race gewesen. .Rieniuls vielleicht war der Mensch' bis zu diesem Punkte durch seinen Glauben geknetet worden. Bor der 'Mstchua palte die Thora aus ächluug. Das dies wirklich n tomml wenig begreift denn die Ehrcnrelliiüg des 'Darin besteht feine Uulergeordnetheit, oder meinetden t'stfuudlHslsregeln »stbote »'olies gemacht. Der Islam hal dieo einfach nachgealnnl, ist jedoch dabei sehr auf halbem Wege geblieben Ruins ist dem I-udenlhuni fremder, um-nicht zu sagen zuwiderl lufeuder — seil den alle» Eimer»' wenigstens — als die von gewissen unler unseren Asketen für den Veib.bezeigte Ber G.selZ ilst unausgesetzt -um de» Veib besorgt: mag il Rückslcht. auf den Veib der Gilt seui oder nicht, in Betracht:'das Ergebnis; bleibt dasselbe. Man inch,. das; es unler den Zainl Zuuonisten, .welche Ilcifches predigten, mhlreiche Israeliten gegeben hat! Es war während fünfundzwanzig oder dz5rrig Iahrhlt-nderte». die grvste Zorcc des Juden, rein';» sein, worMier nicht minder die gesetzliche;) iEuheil, die torverliche Zauberkeil, als die Reinheit, der Zeele;i: verstehen ist. Diese Zorge verfolgt, ihn von der Geburt bitz zi m Tode^ von der Beschneidung durch das.Messer des Mo--l bis zur Waschung des lodten veibes auf dem Veichenbrelie: ste begl -itet ihn überall hin. bei seiner Rahrüng. bei seiner .'ileiduiig, in drs Beil seiner Iran. Die grst-tzliche Reinheit ist bei ihm eine »nai sgest-lzle Heimsuchung: der Talinndjude ist davon wie hhpnok'sirl Das Geietz und die Zchriftgelehrlen haben-Alles vorgesehen,. All, s festgest-ilt, bis zu den geheimsten. Berrichluugcn -des Einzel oder des Ehelebens. Der gewöhnliche Jude studirle diesen kleinlich Elreder oder d das: der Israelit! Ein Jude, | bitter Philosoph | waschen, seine n - Eoder von seiner frühen. Jugend au, in der -r Talmud Tora. Die Rabbiner habe» berechnet, sechshunderldreizelui »'eietzesvorschrisien »nlerworfeu war. wovon ziveihuuderlachluudvierzig Gebote und .dreihundert fünslliidsechzig stst-rboir sind.'' - Eine--graste Anzahl alter dieser Mitzwolh betre'fen die steenihaUung des -'iorvers, der 'ileider, der Rahrungs».ittel. meinte - Zaiome Malmui' der epuische - ')u\b kann iveder lrinkev, essen, üch schlafen legen, stch natürlichen Bedürfnisse besriedlgeu, ohne zahllose «besetze zu beobkchlen. Der fromme Jude lebt in der beständigeit Iurcht vor Be kettnüg. In seinen Augen genügt die Berührung einer unreinen Person oder Zache, um die Zveiieu, die Ilnssig keilen, die Waie>e, die Zitz lmd librigsm Möbel unrein zu huhItvh. Die jüdische I.-ommigleil ist jederzeit beuiühr gewesen, diese^efleckniigcn zu vermeideki. Der sechste Abschnitt öder' Zeder der Mischna, welcher neun Abhaudlungeu enthält, beistl Toharolh, die Reinheiten. Die rabbi nische .'ianiiflik gellt in die heikelsten phpfiologischen -und medieini scheu Einzelheiteln ein: sie Hai Reinlichkeilstünsteleien. die für uns E» ifi D Ravt'inee in rtince bibliichen Text i»i ..>likraotl( Kc»i des iiiaiai'chen pe die tuirgerlichen » -tzeieslergeieve notli e» diein der Limagoge >eir rangei» ü-üge'eoie Iatil. Irin ta, Te. Ignav ('-'vofnnann. lirt uingii oi-f: den tterienende» DcutMii-v Uebei'etznng und erilänt enng uiue-e dein Tuet: - < viiuciuimti. 1S!'2) verSH'eMliäN linier diese» >!lü.'tetikeln religiü'en t^eievbuäie» beziebe» ücli aileediug» viele ans >d Llra'ge'eoe Iirael», oder a-.i' den Tenivetdiensi nnd die liriidi

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