Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 65 (2.7.1893)
- Date
- 1893-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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feite XXX l?eilJac zum freien Statt. tvrgait zur Abwehr.des Antisemitismus. jüdischen Kindern drei oder vier verschiedene Thpcu unterscheiden kenne: eine» jjncvft, -S^cit uns bekaniitestcii, weichen mein Führer de» eigentlich jüdischen oder den semilischen Thpas nannte-; einen zweiten, welchen de auf die eliatnvcn oder Turan ier zurückführte lind dessen Hauptzug in einer kürzen, bisweilen ansgestülpten plasc schiede scheinen sich bisweilen im Charakter wiedcrzufindtn. „Wie sollen", sagte mir ein Russe, „bei nnseren langen Winter», unseren Lchnupfen und .Katarrhe» die scinisischcii Rasruflügel ihre oricn talischc Feinheit bewahrt haben?" Das Klima indessen konnte nicht genügen, lim die Adlernasen in Ltülpnascn oder Ztuinpsnasen;u zwischen '.'orsvringendeit Backenknochen bestand; einen drillen mit i verwandeln, wie sie uns in gewissen polnischen Indengcsichtern niedriger 3tivito, dicken rippen, tiesdnntler Gesichtsfarbe, der ihm cnlgegcnkreten. etwas 'Afrikanisches :n haben schien: endlicti einen vierten, blond-! Mag sich s mit diesen Unterschieden verhalten wie es wolle, haarigen, blauäugigen, der mehr arisch oder ziermanisch zu sei» j. Askenazim und Lephardim sind darum nicht minder gleicherweise schien. 'Tbaisächlich weisen die Judendes russischen Reiches in | Juden. Cinigc (Gelehrte, denen insbesondere die völkerkundlichen ihren Gestchiszngen und ihrem Tüvus Unterschiede ans. ivelche sich lediglich durch die verschiedene Abstammung erklären. In Icrnsalein, Berlin. Wien, rondvn, Paris selbst, überall, wo man Israeliten ans verschiedenen rändern begegnet, tonnte man ähnliche Beobachtliiigen machen. Mnsz man diese Abweichungen vom jüdischen Urbilde einzig und allein der Raeennijschung beiinesfen? Gewiß nicht: man ninsz auch du C:nstn'>e des -..Milien" der Uingebnng, rebensspliäre> in Anschlag bringen, rer Judo bewahrt das Gepräge der Gegenden und Himmelsstriche, welche seine Bäler durchwandert haben. Richl lin gestrast bat Israel, von den .Kinr der Sahara bis zu den Anis der lurknienistche'.' steppen, von den Draiigenbäninen am D.nadal . anwir bis;n de:: Birten an der Düna, Zweilan'end Jahre l'.na in-ler io enraegeugeschlen, .Kliuiaten :u leben vermocht. Daraus ergab stch nir' die Iudcn-Dört selbst, wo das hebräische B.i:i an: wenigste:, .Kreuzungen erfahren!>al. noch eine untere Ursache der Ber-'ch'.ediüheir, .Bekanntlich 'bäl die «beschichte die Kinder .la.eob o in zw.:, der numerischen Bedeuiimg nach-, ungleiche Hanpigz :.rr. o gerbe ist: Lpliardiin ::nd Aikegazim, Jude»_ans Mn Duden, vor!.ig:est'che oder spanische Juden ' geiiann.:, und aus t, m Rordrii, deutsche oder polnische Juden geheißen.» Cs ist dies, mu'Mbemertl werden, eine ganz, geschichtliche oder g.ograrstniche Umoricheidniig, welche mir den alten Lläuinien ICrae. s nickits ::. . st-hi asii n l:är. D: :e Llainine snnl^cknede stnd ver- >änv::: :den. nin n :eue: : ivr upvirnng en nacki Lora« un^ lii sprnngs land ' plan zu in ackie: . pAirdinü i :::d A-te: lazun uv. terstlieiden st-ch nick,: bloß in ihren Uiberl iist-rnng :: NNd Cui tusgebräi allen: Beide tragen häi ing noch in ibr en Ingen das Ma! der W andernngen, wozu die Unduldsanlkeu der Füran! iderl, ste ve: urtlieilt h at. Bon den beiden- IVVUl'l '•:i; idurnu : i:ai * Levlia rdlin an: reinsten von fremder Brnni 'ä'nn.a erbi tstell ZN haben. Die haben sich allezeit als der itnciri eievi .Kern dir Ra: :e:i belra ckäek. bildeten seinerzeit eine Art atistet ranickie Ka> h :: i der -selben n: :d wollten nicht niil den übrigen ' Inden verwecki'e.l iverden-. .in sie lange -inmitten von Demile» eder Ha.l"'em:tei: lebten, haben ste wahrscheinlich mehr semitisches B.ul ::: den Adern. Ilne Gcstchtszüge stnd gewöhnlich feiner, linier d.u D vbardiiii beiderlei Geschlechtes begegnet mau den üstöi'.st.r. Mi.st.rbtldern des sudischen Tüvus. Cs zeigt dieser Tnpus bei lbni. r sro.u.n ine:: Adel, welcher bei den Juden des Rordens fe.teuer i ort.-mn.i Bei den Askenazini bat das alte Blut Israels eine bäustg-.r. Bernuichung mit den Rationen erfahren: es ist ie züfageu. .ausg: o:a m:i Barbareublul verdünnt worden. Die Raec verspürt di, -?>achwehe:: der früheren Kreuzungen mit den schwer fälligen Bevölkerungen des Rordostens und trägt zugleich im Gesichte den Dlemr,, des harten, nordischen Klimas. Die tstcstchlsziigc baden haustg etwas Träges angenommen: die Rase ist dicker geworden, die rivvcn sind wulstiger, und diese körperlichen Unter' ' — •f'l'if.r :tstarrr: rar. 2rpbav.t: ‘3*1, teilt l'rtüi'dKu -.liamen eu-ce ti::tet.uwteii e, weicrce ,'te öufett mit rparntr. icemiftcirtcit: Ä>ker.imu t■ -11:11;t re:: '.'l'S-r.K. :ein fot-ne t*ou:rv?, fi't'r.ee ,'aet>cte ifiehe: „(Srües S'>V \, :n. r.'rw.titbitcden. Lwir.ntvaters Cer Xettptfceit. An fie beule bei Weiten: mir:rabtrei»'!' 2evl>artm: tarntet: gueeii otaitetw, ,ene ter v.rn-'.U.n: owi.nau wenai-in: 2»-p tbaueiw','- ieivie überbaupt 2,i-:'r:nk'..'ich«- ai:>zc'chle«''ei: werden. Merkmale am Herzen liegen, haben in ihnen zwei verschiedene , Bevölkerungen oder Raccn erblicken wosten, wobei sie nur die : Lephardim nach Ursprung und Abstainmnug als »rechte Juden nnerkanillcn. Damit jedoch legt man bei Israel der Race eine allzu große Bedeutung bti.11'7) Lelbsr vom phüsivlogischcn Gesichtspunkte ist die Raee weder der einzige, noch vielleicht der Hauptfactor des Inden. Und was 1 ich von der Race behaupte, möchte ich mit noch größerem Rechte vom Boden, vom Rlima, von dem phusischen Milieu behaupten. Um den ^uden zli erklären, bedarf es etwas Anderen. Israel ist . viel weniger die Fruchtz.einer Race, als das Werk der Geschichte, oswei Dinge insbesondere haben den Inden geschaffen und ihm unter allen Brcitegraden einen besonderen Anstrich gegeben: Die säenlarc Absonderung und das überlieferte Rituale, die sociale; Absperrung und die Religionsübungen. Der Jude ist nicht das .natürliche Product eines Bodens oder eines Klimas; er ist ein Runstvrodnct, das Product einer doppelten Uebrrliefcrung und einer doppelten Delaverei. Zwei sich rntgegcngeskl.it wirkende Kräfte haben ihn ansgearbeitet: Die Cinspcrrnng, welcher wir ihn unter' warfen und die Lapungen» an die er sich selbst gebunden hat. Theilweite ist er durch unsere, lheilwcisr durch feine Gesepe geschaffen worden: man könnte seine Ausbildung und Modcllirung halb auf die Rechnung unserer Kirchenlehrer, halb ans die seuier Rabbiner seven. Wenn jemals die Ciilstüsse der änßcren Umgebung und Zkcbens sphäre entscheidend wirksam gewesen sind, so war dies bei dem Inden der Fall, welcher während l>>encralioncn;n einer strengen Absonderung vernrthcilt gewesen. Der moderne Jude ist das Product der „Cinpferchung", das Product von Allem dem, was der Raine'Ghetto in sich schließt. In diesem Sinne hat wohl das N'hello de» Juden und die jüdische Race geschaffen, d. h. waren es wir Christen, unsere bürgerlichen Gesepe, unser Kirchcnrechl, unsere Geistlichkeit und unsere Fürsten. Lehr zutreffend ist denn . auch in diesem Linnc das Wort: „älicht durch die Race, sondern durch, uns selbst sind die Unterschiede zwischen den Inden und uns hervorgerufcn worden."'"") Der jüdische Thpns ist durch das Ghetto inodcllirt und in Crstarrnng gebannt worden. DaS t>st)elto hat unter den Juden jedweden Ursprungs physische oder moralische Aehnlichkcileu hcrvorgebracht oder entwickelt, welche weniger mit der Berwandlschast des Blutes, als mit der Gleichheit der Lebensweise zusaiiimcnhäiigen. In diesein ttbelricchcndcn und schmcrzrnsvollen Tiegel, bei Lcheiterhaufenglnt, hat das Mittelalter die Berschniclzung der verschiedenen Clcmcnlc vorgenoinmcn, aus welcher dieses Metall von so erstaunlicher Härte und Dehnbarkeit, der moderne Jude, hervorgegangen ist. Rings um den Israeliten hat der Christ sorglich eine kleine, geschlossene Welt geschaffen, deren hinter die Mauern ihres Iudenvicrtels verwiesene, von fast allen Bernfsarten ansgeschlvsscne, zur Heirat unter sich gezwungene -Bewohster naturgeinäß zur Bildung' einer neuen Race inmitten der Böller hinstrcben mußten. Wer weiß, welche Folgen eine derartige, während Iahrhlindcrtcn fort- :. 67N. ') 2o' beiipieleiuciic W. ragiieau: ..A»tlirci|HiIdgie <le l;t France", "") törunetii-re: .,Itee»>> ,le-> Deux MonJes". vom I. ginn 1H8».