Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 65 (2.7.1893)
- Date
- 1893-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Keillige z»»l Fttie» Llatt, YrW zur Alnud)r bcs Aiitil'ciiütisiniis. I. SteUevffättc to. Die Juden und der Antisemitismus. f r n c l unter den 4I;i t i o n c n. Bon iXiiatofc -icroit-U.H’anfieu vom frrin;cüid,rn '»nftimr. '.lüierhirtc HcUorktaii.i- ' 7. >.'lk'evuil,t. t Unter allen Bevölkerungsgriippen, welche den Zusammenhang mit x\neob deanspenchen, sind vielleicht die zwei iiiteressaulesien, sicherlich die zwei eigenlhümlichsleu, die Karaileu und die 2ainaiitei\ 2annuitev und Karailen, 'die Beide gleicherweise den Talmud ver werfen, sind seit Fahrhnnderten von der Hauptmass^ Faeob's abgesondert. Fd, habe sie Beide mit jener Wissbegierde besucht, welche ein Naturforscher angesichlo einer abslerbenden Tpeeies empfindet. ES war mir von Interesse, sie mit den Talmudjnden derselben liegenden;n vergleichen. ^d) habe ans dem Berge <>iari;im die Ueherreste der Lama riter zur Feier eines ihrer Feste unter drei Hellen beisammen ge troffen; alljährlicl,, a» gewisse» Tagen, lagern sie heule »öd, auf dem heiligen Berge von Ephraim. Tags darauf besndile ich ihre Lünagoge zu Rablns und plauderte mit ihrem Rabbiner, während er mir ihre berühmte Handschrift des Pentateuch vorzeigle, des einzigen Buches, eenen Autorität sie anerkennen. „Wir sind >>>> Tamariler," sagte mir der Borsland ihrer iöemeinde auf Englisch, indem er vor mir das alte Mannseripl aufrollle, „ohne Zweifel zählt unsere Religion unter allen des Erdballes die wenigsten Bekenner, allein, das ist nod> kein t^rund, das; unsere Religio» nidu die wahre fein lanii." Fd, gestehe, das: ich in de» E'esidUeru der seil fünfundzwanzig v\aln~ hunderte» von de» Fsraeliten abgesonderten Tamariler nidils be sonders Eharakteriniidies gefunden habe, sie' tdjienen mir nur groüer, kräftiger, a»sd,einend gesunder als die orthodoxen Fuden der Rachbarschaft. Bvm phl,sisd,en iRiichtspuukle sind diese Lämariter, weldie in kaum hundert Fahren vielleidn verschwunden sein werde», nnwiderleglid, ihre» feinMidie» Brüdern von Fudaa überlege», deshalb vielleid,l, weil sie den leidensvollen Auszug dieser veptereu nid,t milgeiuad>l, habe» sie weniger gelitten und sind weniger herabgekomme». Ans der Bibel wissen wir, das: die Lamariter ans einer Mischung von Hebräer» und asslirisdien Eolonisten herstammen, weldie sid, auf dem Gebiete von Tamaria aizgesiedelt halten. Wenn sid, ihrer' keine grünere Anzahl erhalten hat, so erklärt ,'id, dies vielleidit dadurch, da» viele »ad, und nad> wieder in «de», Tchos; des orthodoxen Fndenlhums zurück gekehrt sind. Obwohl die Karaileu zwölf oder fünfzehn Fahrhuilderle später sid, von dem Hanplstamme Fsraels losgelöst haben, -sp sdiieiien mir jene der Krim wenigstens, die ich besndit habe, von den übrigen Teiteuäslen Faeob's versdiiedeuer zu sei». Tie halle» sid, für die einzige» Bertreter des reine» Mosäismus, da, wie sie sagen, die anderen Fnden, die Talmndifte», die Autorität der Bibel durd, jene der Rabbiner erseht haben. Augeblid, ist diese Teele Mille des siebente» Jahrhunderts in Babhlonien," dem damaligen geistigen IM' Hnrnim oder .Hamiten, uon Harn (leien) imP Mitra «Bibel, anerkenne», ii» Eegeinai, zu den „Rabdanilen" fleliciüenen oiifen, teiue nufere Autorität, ale die des alten Testamentes und weifen die Ileberiiefernng und die rabbini,'<l,en Entscheidungen zurück. . Millelvuutte Fsraels, entstanden. Tjeie Brolntaiilen d-.s Fuden lhums, dieeliedem zablreidie ioet»einfd,afien in A'ieu. .Europa, selbst Afrika gebildet, sind.heute ihrer lanm mein' a,o funf oder ,'edis Tausend, deren grostere Hälfte in dir Krim gruvvirt in. And, ü'e habiii fidi n'äl,y,'dieinlid,f jiad,. 11.1D nach um de» oribo doren Fudeu ^ersdnuolzen und sind von dem ialnuiducheu Fuden. llmm icheder chtsgesaugl worden. Fd,'bin ch>s dem Berge, der sid, über Baltfchi 2erai, der taitarifdie» 2tadt,. erbebt, ’nad, Tiduifnt. Kalel,, der-ernorbruru 2 ladt der Kat alten und nad, jenem uralten benad,barte» Friedhof gewallrahrlel, den sie ihr Foiaphal Thal nennen. Ties Fernsalem der Fndeki von Tauris ist heute verödet: seine Bewplmsr - haben sid, im die Eksene hinabgezogen und seine Häuser liegen, in Trüm mern. Tie ^iaraile» haben dort eine Timagoge bei,allen, zu welcher fie an gewissen Festtagen hiugnwallem Fd, I,abe dort, voll Fragmenten alter Handschriften und 'halb erloschener Thorarollen umgeben, einen allen Weiszbart von Rabbiner vorgesnnden, weldier das Bild feirer sterbenden.Religion zu sei» iditen. Tiefe theil " weise Airerbauer gebliebene» Karaiten der .Krim haben fan nidils vom jüdisdien Tiwus.11 Tie gleid,en'e1,er ihren tartarif^lien 'diad, bar» von Ba »sechs Terail Flnsil >R'sid,ls;üge ,'d,einen nidu feuuii seber als viele jener Raine», »wiche - auf De» n-'rabsleiuen ihres wilden Fofaphal Thales ein>iemeis:eli sind. Aus dissei» uralte» larlarisdien Friedl,vfe hat Firkoivitfd, l,ebräisd,e Fusdnusleu aus dem \ 111. Fahrhunderl eiudecki, meldie in hebräischer, 2vrache lürkisdie Ramen answeife», wie Toklamisd, beispielsweise. Tiefer Toklanüsd, war zweifelsohne ei» Tartar, ein bekehrter Rogai, oder vielmehr den» die Fnfd,riil gehl vor den Einfall H>er Mongolen zurück - ein Ehasare, jedenfalls ein ein Turauier. „Hätte sid,, uellt Renan die Frage, äfimisdien Ursprunges Toklamisd, aufiatl Abraham, ,eob genannt'/" Tiefe Maeaiteu der Kriui fd,einen babichonifdien Kataiten belehrt worden zu fein, als zustammen. Es haben diele Fuden vielt»,echt leinen iifd,en Blutes in den Adern, ebenso wie viele Tarlaren der di zchbarfchaft uielils Tartariidies habxu, da fie häufig nur die Abkülnnilinge der allen E'vthen.oder allen >»'ried,e:i find, welche unter >pe Herridiarl der >irim scheu dihaue uackilräglid, zum Fsliim belebst worden sind.'"a Bon dem. fnrvitnd,rn Fuden, Faeob abzusrammen glaubt, und dem Tanaren, weldier sich ,keines lürkisdie» Ursprungs -brunei, jn :ueut-i deT Muselmann chn wenigsten Türke oder Tarlare. laiten, der Krim find walnsdieinluli man die einzige» des Ezaren, weldie der Reldgiün nadi Fuden 'ind, lkaee »ad, zu sein. Bia» har. bisweilen vermnlhet, das: sie von len allen Ehasare», ienepi zum Fudeiilhum -bekehrten stlilhisdien Biilte, absla'mmleu. Fü'es nidu walir,d,einlid,, dus; es unter de» v.t?r Biillioneu rus'isdier Fude» Taufende gibt, welck'e ans die srühsiM Ttevpe» diomadeit zurückzusühren find? Tas jsraelitisdn'w Bvlksliipeu in ^le» und Al ein ättistland führt zu diesch Annahme. Häufig jdieint bei ihnen eine finnisch, lürkisdie Beimischung slallgesunden zu haben. Eines Teges bes»d,te ich in Warfdiau, in t>'ese:lsa,a'l einks mir befreunde au> volnifdien (belehrten, die israeljtifdieii Haudwerler sdmlen. Er nmdtte inidi darnns ausnierkfai», dast mau unter den FiniieT urke, ei» Fude pa '.'ewh oder F eher von dyt von ihnen al Tropfen hebe x. iefe Ke Uuterl haue» ohne es der ZVofllr chm meuhm sie auch, fai,t jpan. un chh,irat:e^:>>iusi.z von ,'m andere» Fude» ch, deren Eigeivchanen und Fehler sie nicht besitvn. gsi'an' de Häuptel, es lei dies einer der ö'ruude, ivariun die . ru-sisilten >^-"e-e >inie! weniger hart'beiondein. TieKe .,1, l-.'iig-il'-- -,l>'- r- >-t 111c —■ Bl. Bu-ch ll. sav. Hl.