Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 64 (25.6.1893)
- Date
- 1893-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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gelingt z>»» Freien Klntt, Organ zur Abinehr des Antiseinltisinus. Wien, I. Seiterstütte 10. " ' + _ Die Juden und der Antisemitismus. Israel unter den Aktionen. '. Bon Änatole -Leroy-Hleaulieu vom sianzösische» Jnnilni Äutonntte Ueber^cyunq. •i. nottscyung. Tic Wölfin öcc Romulus, welche die Elephantcn des Karthagers überwunden, wurde voin Vöivcst Jlida's niedergeschlagen: „Vi,-ii >,-<> <!,- tril»i .Juda“ stehl auf dein Lockel des Obelisken des Nero cingcgrabcn, welchen Lixtuo V. vor Li. Peter in Nom nnfrichtcn ließ. Tic Kirche hat Recht: Ter Razarener hat gesiegt. * Tao ist die wahre semitische Eroberung lind davon hat sich das arische Genie nicht mehr erholt. Tie conseguenlestc» Antisemiten, die Einzigen vielleicht, die Logik haben, sind jene, welche, um das semitische Joch abznschüttcln, das Evangelium gerade so gut wie die Bibel znrückweiscn und sich gleicherweise gegen die Krippe von Bethlehem wie gegen die Gesetzestafeln des Linai *') auflehnen. Will der .Llave oder der Germane den Löhnen Leins i» keiner Weise vcrvslichtct sein, so hat er sich nur wieder den arischen Göttern Zeus, Tdin, Perun mit dem goldenen Barte zu znwcnden, wenn er nicht gar die Emanationen des nnpcrsönlichen Brahma dem Gott-Lchöpfcr der Genesis vvrzichl. Tie Well wird sich nur „entscinitisiren", wenn sie sich von jeder christlichen Idee losgelöst hat. Ittnflcs Eapitel. Lind die Inden rcine Lcinitcn'? I. Tag die jlblunft Israel» nicht vo« jeder Bermischung srei ericheim. — Pro ieNiie» im Allerlhum. Ihre Bedeutung, ihre Verbreitung. — Sonnige EonvertNen: die Ehasären. — Daß die irnrchl vor Ilebertritlen zuni Judeuthum einer der «Gründe für die Abschließung der Juden geweikii/isl. — Leeren mit Jndengebränchen. II. Der jüdische Dupu«. — Warum sich derselbe nicht gleichenveise bei allen bilden vorfindet. Mindesten» gibt e» mehrere UnterNipen. — Xaraiie» und Tginariter. — Bekenntnibjudeii, die leine Naeejude» zu sein scheinen. — Sephardim und Askenazim: Wodurch und ivaruni iveichen sie von einander ab? — Daß der moderne Jude ei» künstliche« Product de» Absperrnngdinnem» ist. I'.' Geling jedoch von den früheren Inden. Lind die heutigen Inden reine Semiven? Besitzen wir überhaupt die Gewißheit, daß eS.cine jüdische Race gibt, oder daß die Israeliten Europas,'Asiens, Afrikas alle gleicherweise die Kinder Jacobs und die Rachkonimen der Beni-Israel des Landes Kanaan sind? RichtS beweist dies. Auf das Zeugniß der Juden, selbst haben wir lange im Iiidcnthum Race und Glaube für zwei wechselbrziehliche, unniöglich von einander zu trennende Begriffe gehalten. Diese Ansicht, steht nicht immer mit den geschichtlichen Thatsachen im Einklang. *’) Hiezu muß ich zwei wenig gelaunte Bücher erwähnen, welche ai« Haupt beschiverde gegen den „Semitismu«" jene erhebe», dem Christenthum da» Leben gegeben;u haben. Ta» Eine, welche« gegen Ende de« zweiten Kaiserreiche« erschien ist „Der jüdische Molochdienst" von Tridon, der später Mitglied der 1871er Eom -mune gewesen; da« Andere, 1890 bei Tentu verofscntlichte, führt den Titel: „Arier und Semiten, die Bilanz de« Judenthum« und de« Ehristenthuin«" von A. Regnard, I. Band, der einzige, der erschienen ist. Ein Zweifel am BollbluF Iuda's ist gestattet."-> Auf seiner Irrfahrt während zivanzig Jahrhunderten, dlirch huiidert verschiedene Bölkrr hindurch, scheint der Jude manche Kreuzung erfahren zu haben.. Bonr Älterthuni bis. Ende des Mittelalters ist. viel fremdes Blut in die Adern Iacob'seingcdrnngcn. Ter Jude " hat nicht .einmal die Zerstreuung abgcivärlel, um sich mit den Löhnen und Töclitcrn der Rationen z» verbinde». Diese Böller- Vermischungen gehen mindestens bis zur babplonischen'Gefangenschaft zurück. Und hätte sich Inda unter den Weiden des Euphrat vor jeder Mißheirat bewahrt, so sind doch die ans Afstirien nach dem Reiche Israels geschickten Ansiedler schwerlich oh»r >Lpnren geblieben, abgesehen von den Lgmaritern, die übrigens selbst vom Indenthum allmälig wieder nnfgcsaugt wurden. Die Mischehcnfrage in eine jener Iragen gewesen, welche Jerusalem tiarii der Heimkehr ans.! der Gefangenschaft leidenschaftlich erregt haben. Umsonst haben, die Rcnbcgründer von Zion, die Esdra und Rchemia, jede Bcrbindnng mit den sremdcn Francn nntersagts das' Berbol der Reformatoren des V. Jahrhunderts beweist, wie häniig solche Berbindnngen ge- I worden waren. Das Buch Ruth's, der Moabitcrin, ist ein Beleg I dafür; gewisse Tcxtk.nndigc haben dies patriarchalische Idtill sogar für eine Ltandrcde. zu Gunsten der fremden Iranen gegen die Eiferer gehalten. Zur griechischen 'lind römische» Zeit war dies ganz anders. Richt bloß kananilisches, sürisches, chaldäisches, auch griechisches, elliptisches, lateinisches, vielleicht gallisches und spanisches Blut hat sich ans verschiedenen Wegen mit dem allen semitischen Blute vcr- . mischt. Bor Kurzem noch hat man die Berbreitung der Inden vor und nach dem Jolle des. Tempels für eine Thalsache rein \ ethnographischer Ratnr, für das Eiiiwanderungsergcbniß den-Palästina Inden gehalten. Dies war eine lückenhafte Ansicht: die so plötzliche Ausbreitung des Indenthnms in Egllptcn, Kleinasien, selbst Europa, schon vor der christliche» Acra, ist größtentheils eine j Thalsache moralischer Ralur, sic rührt zum guten Thcile von der . jüdischen Propaganda her. Auch darin ist das Indenlhui» der Borläu.fcr, gleichsam der Pionnicr des Eliristenthums gewesen; cs hat demselben im Teeident ebenso gut wie im Trient den Weg gebahnt. Es hat ihm znm Bvrans die Pforte» des Hcideiitbnms anfgelhan, indem cs dem Gesetze Mpses Heiden jeder Station ge wann. In de» Lnnagogen, unter de» Eoloiiiften Israels und unter deii Itldengenoffen haben die Apostel ihre ersten Lchüler angeworben.Ter Jude, als Zeitgenosse,der Asmonäer > Bl'akkabäeri und der Herodes, empfand für das Proselntenmachen nicht jene Abneignng, welche später die Rabbiner zu erkennen gaben. Die chellenistischen Juden, in Berührung in» de»Heide», waren davon weit entfernt; sie trachteten, den Griechen nikd den Barbaren für den Eult des wahren Gottes zu gewinnen. - Die Alexandriner, welche \ sich nicht getrauten für das Bekehrungswerk- Iesaias und Daniel das Wort zu geben, hatten die 'Propheten 'durch die alten Libyllen ersetzt, welchen cs übertragen war, den Heiden die Einheit Gottes, * \ die Anknnft des Messias mit der zukünftige» Herrlichkeit Israels! zu predigen?'- -•i Die Familien, welche sich da» reinste Blut erbalten i,at>en, sind wabrscheuinch die der .Uobaniin, der ebemaligen Priener de» Teinpei«, die bäusig noch den bebräiichen - Namen: ckohen, Nohn. ckobn.^e. tragen, und die sich beionder» strenge sremde Berbindnngen versagen Mnßkeil. ""i Diese Thatsache wird zu wiederholtem»»»-» j» der „Aponelgeichichte" sengestcUt. ' **) (sZaston Boiisier: „L:i Fin .lu I’agani'iii*', Band II, S. -•!, --1- (Hachette 18W1.) — Die sibnllinischen Bücher sind dnrchgebend« von Inden versaßt worden.