Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 63 (18.6.1893)
- Date
- 1893-06-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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foitc XXII Vcilaae zum Freien Vtatl. Grgan zur Abwehr des Antisemitismus. ö'cmifrfi von mein- oder min Der mit einander verschmolzenen tönern und iunfiin. iüiv Alle — Franzosen, 'linnen, Tentschc, Engländer, Italiener, Spanier, Ungarn. (Griechen, töninänen, Bulgaren — sind li .Li-i.r. ,1. Mi'chblul. Cb groß oder klein, Abendländer oder Morgenländer, mögen sie sich Germanen, Angelsachsen, Lateiner bi titeln. Velibin: erblicke ich unter den modernen Bölkern keines. Was bä.we von Frankreich übrig,, trenn wir aus unser gallisches Bin: die Probe bekleben und mit, ich weis: niefit welchem Bretoncn die Parole ansgeben müßten: „Frankreich i'ür die selten'?" Allerdiinrs, wird inan lagen, allein .selten, Val einer. (>'erinanen, Clären, die Völkereiemente, ans welchen die meisten modernen Rationen bestehen, lind gleichartige Elemente. Wir Alle, Franzosen, Italiener. Ceu!>ck:e, Engländer. Niusie», sind Berwandie, ans einem genieini.imen. .Stamme bervorgegangen, wir stammen von den Aryas o, wir geboren zur großen indo europäischen Familie, zu der rorrugsi'.-e:>'e edlen, 'vrischriiilichen töaee. Cer ^ni>e dagegen in ein ,.Sentit". Cie >iinker Abr.ibams. Isaaks und Jacobs ge boren :>: . :::ev irerndanigen, ini: den nnserigen entgegengesetzten Iiisti.i.teii begabten nsaee. g>w:>cheik Israel und uns benebl keine Verwandtülian: der I::de ist nir uns nicht assimilirbar, er vermag sich un'.reu oriichen Aaiionen ni.b: eiirznverleiben. Cer E nwa:,d n'r belann:, ich gestelie, daü er mir wenig nahe gug. C '. Ben iisgrnnd wurde kräniger sein, waren bei der Bitdungder i::.:.-- e- -Rat;. ne:: niemals andere als arische Elemente auf Ui oninnn le.rden. Ai.ein-das Aorscherauge der Auibropologen du-i :... w:d..pt BoAeriione niedrigerer Herkiinit entdeckt. Uuui s,.> ir-m-o» BivoiArniigsschichte!:. der keltischen, lateinischen, gern- - C. -- : a- »-anin un'-ereni eenrova allere VagerunPen «vor ge'Ni-.Xi'. I.b->r nn r eie indo enror'äischei: Alischweiiimunge-Ii eiusaeb l-i. -.. I -d-.n -ck-eiu.n. Cie friuien europäischen Neaee», d'e töa.e v. r. x o: '.tö \boddr i»-::e vom )ieander:hal sind angesichts d.r A:i o.s e :i A'-.-.i u.a-t .eanzl-ch verichwiinden. Cer Mensch C.r l :» r-.-.b Ab.innilmg. unter uns. Rickits ge;.c di. A::.. n-'.r seien aue Arier: der oder jener Cra,--.'e ed.o Ceni'ckI er iieb :nd germa.-iich,:: Bllblnles dünkt, :aun ii.ea a,r.-n: Hv.o. uu-.ii'ck. abs:aiiin:en. In WivNiäileit b! tv :.:-x . ...ul ib..; mciu e!nc „in-i’dn“ als eine Ce.o ei". / .-er ( eoigB.i.ichtli.o.n feilen Niid den NN .ob::: B. 'r '.. >i>nir n nir n:ck'l :n dem Europa der iR'ckächls r.-r:od>, r.ae- - . >!.. 'ind wir i:ick>> unter mebrrren beniigeu xT - ::>t :uck> „And-.rsbnrtige" als indische Semitenae-- r g.nchinnr n.-.:-'g Püüer erblicke :> .iide'b.as '-.ei den Arb :e .'itmdt Bolkerelemente. zwei Raeen, ,r r-. -- eb der r?r-:rii,..i:ng iinieres Eoniinenleedurch die arischen u .i. : : .' Nieu dem .urop-.rs'.-k'en Boden noch zalilreickie . x\n der Cbm, was und die Oberer oder die Cr 'mens, der 'Provence. und IiaUei'.s? Was sind die x x -..-s, Aü.Niaiid-e und töußlands? Waren >ie uwa .-er-.-. C der Ce mit uns fremder - als die Öderer der Cxk . . ' . im Baltisch.n Meere? xXdj glaube nicht, eaü : . .. ol-.i ei.Ar Ansicht sind, Iedeusatts wird derjenige, . n , n: E-'uenader am finnischen «>'olie, oder dem ixb.. . .v .ge, zu vergleichen in der rage war, unschwer , •: . ..nt 'Ccm;: der reinere uns am nächsten >:ebi : e r .'-o-.r-Cvaniens, die finnen Ungarns oder ' vc , arisch»" Eivili'ation anzueigneu verm: ' .'tu-.-.u warum der jüdische Cemil dessen Er n e.r-x.o: ..«>s b>; e:e'.n ,'e v.rworrenen, selb» für die Cv».; Z.:'':en Pn:i!'...- .fragen der Boikerkunde zu veriveilen. Zum>in brin.'en wir;r da in. naive UnwinAnheii mit. Boir sprechen von „semitischer töaee", oinie dabei nur sicher zu sein, ob es : in i.s eine B. .kergr:-pvo gegeben habe, welche also benannt werden d-r' M'a» ln :n wiederbolteniiialen. daraiif bingewiesen, das: dieser töame' „semitisch" in Wirklichkeit lediglich ein sprachwissenschaftlicher Ausdruck ist und vielleicht keiner töaeengruppe entspricht. Wir nennen die Juden Semiten, weil die allen Hebräer eine als semitisch bezeichnele'Sprache sprachen; die Sprache aber beweist, wie wir wissen, nichts in Betreff der töaee. Ein Volk kann die Sprache wechseln, ohne deshalb die töncc zu ändern. Weil die i frländer englisch gelernt haben, sind sie deshalb keine Angelsachsen i geworden, und die Schwarzen auf linseren Antillen sind darum nicht von-arischer töaee, weil sie französisch sprechen. Cer Ausdruck Semit ist vielleicht geeigneter, die frage zu; verwirren als zu klären. Er belehrt uns so gut wie nicht über j Herkunft und Verwandtschaft Israels; wir laufen Gefahr, durch ihn zu trügerischen Bergleichungen und schlecht begründeten Analogien verleilet zu werden. Einerlei, i» Ermanglung eines anderen an seine Stelle zu stirenden töamenS, behalten wir ihn bei. Ist der jüdische Cemit -schwarz oder gelb? Ist er durch sein physisches oder seelisches Gefüge so weit von u»S entfernt, daß er gleichsam eine andere Menschheil, eine andere Art oder Unterart bildet? Bringt er durch seine Berbindnng mit unseren Söhnen oder Töcknern Mnlatten oder Mestizen hervor? Äann man diese unter uns wobnenden Cemiten mit den Ehinesen oder mit den Schwarzen, vergleichen, welche die beiden amerikanischen Eontinentr bewohne»? Sei?! uns der Jude äbnlichen Berlegenheiten aus, wie sie gewisse Staaten de,r großen transatlantischen Republik von dem emaueipirten Reger zu befürchten haben? Stehen sich da zwei unauflösbare tönern einander gegenüber? Betrachten wir uns und betrachten wir die Semiieu: Unterscheide» sie sich von uns durch die Haut- »arbe oder die Sckiädelbildung? Müssen wir nicht ziemlich genau zilsckiauen, um sie z>i erkennen? Und verriellirn sie sich Alle durch die .Krümmung ihrer Rase, kann man sagen, daß zwischen ihnen und uns nichts gemeinsam sei? paßt man es bei den vtrschwoinmenen töaeenbegrifsen und den mehr oder minder nriimm Einibeilungen der Ethnologen bewenden, so besteht über die Berwandtschaft der Semiten mit uns kein Zweifel. - Wobl oder übel sind Arier und Semit Brüder: alle ihre .^üge . sprechen dafür. Beide gehören zu jener großen, weißen, kaukasischen, oder, wie man sie nennen mag, mittelländischen töaee, welche die Weliherrsckwii anstredt. Born völkerkundlichen Gesichtspnnkle sogar, läüt. man das wirtliche Bestehen einer arischen uzid semitischen n'ruppe zu, stein der' Semit dem Arier näher als der Turanier; d.r Jude ist uns oft ein näherer Berwandter, als der stolze Magvar oder der geringschüvige Beoskoivil, die Beide stark mit filmisch türkischem Blute verseht sind. Und lassen wir die dnnkl»ui Abitamninngsprobleme bei Seite, um das Genie, den Geist, die fähigteilen und Gewohnheiten des Intelleels in Anschlag zu bringen, wie könnten wir nicht tingesiehe»,-daß der jüdische Semit uns näher stelir, als der Brabinane Indiens, der sich der töe.inheit seines arischen Blutes rühmt? IV. Arier, Semite», Turanier sind lauter Benennnnge», mit denen inan einen merkwürdigen BUßbranch getrieben hat. Es gibt andere Cinge in der Weltgeschichte als töaeeneonfliete. In dieser Beziehung ist die Wissenschaft des XIX. Jahrhunderts mehr als einmal vielleicht vom rechten Wege abgekommen. Weiut au^y > dir töncc»- und Slamineskäiiipfe eines der Elemente der^reljtvösen und geistige» Entwicklungsgeschichte der Menschheit gebüdel habe», so sind sie nicht deren einziger fäetor gewesen. Eine der Ursachen | | des Erfolges der töaeentheorie ist deren scheinbare Einfachheit, i Carin lag vielleicht eher ein Grund zu Mißtraue». Heute empfindet > man es. 'Rach der töaernlheorst, welche die ganze frage durch die : Verschiedenheit des Ursprungs erledigen wollte, ist die Theorie deS , „Milieu" gekommen, welche sich Alles durch örtliche, zeitweilige, klimatische Einflüsse zu erklären bemüht. Hat inan auch für jede dieser . Theorien ein gut Thetl Uebertreibung in Anschlag zu bringen, so muß