Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 62 (11.6.1893)
- Date
- 1893-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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„christliche" Charaklir deletztgeiianntc» Feste» lasst sich »ichi bcfireitcn. Wohnte doch der „Reich«! aths- »nd LandtagSabgeordiiel« >»>d Stadtrath Dr. Carl V lieg er" ander Leite dcS Pfarrers Grünwald »nd der Cooperalorcn Frei mittler, Stoiber, Mcchtlcr, Moser »nd Müller dein Feste bei. Ta» Vergani'ichc Schreiberlei» scheint vergessen z» habe», daß kncgcr a»ch Mitglied der Vertchl»coi»i»issio», ' vieler politischer »nd sonstiger Vereine, Sbinanu des Bürgerelub», Hoiuiid Gerichtsadvocat »nd Berlhcidigrr in Strafsachen ist. Hoffentlich verzeihen ihm feine Brotgcber diese Vergeßlichkeit. —r. (Rbgcschworkll.) Von de» ehemaligen Gläubigen der Sätöiiercr-Gcineiitde hat wieder,ciner öffentlich seine» Austritt an» derselben «»gezeigt. Cs ist dies der Troppaner Vicebürgcriutistcr Advocal >iro»ii»er. Tcriclbc trat ans dem i» Wien beslkhcndc» Schönerer Vereine an» und wird nnn von de» rechtglirn bigcn „Unvcrfaischten" al» Renegat, der seinen »alionalen Glauben abgeschworen hat, angesehen werden. Al» Grund dieses vcrhängnißvollen Schrittes gab! »ironlincr da» gehässige Verfahren Schöuerer's gegen die Troppaner Reichs ] rathS Landidatur Poin»ier'S an. Angrifse, ivclchc jetzt liiiierschiedliche Schreib knechte de» ,/Sstmark-Hcrzogs" gegen S teinivender nnlernekmeii. dlirslen ebenfalls Manchen veranlasse», dem Zwenler Rim» den Rücke» z» lehren und sich cinein andere» anliseinilische» Bekennlnisse anznschließen. . Studciitkilcoilvculifcl voll hkutc.) Welcher Geist, dank der vollständige» Veraiitiseniistung, in den deulichen Bnrscheii'chaflen heute lebt, mag inan an» einer mit allgemeinem Jubel anfgcnomnienen Rede enlnchiileii, die ei» Herrchen mit dem »rtcnlottischen Rainen ttadriiozka anläßlich der Sliiinngsseicr der „Gothia" hielt. Ter Redner sagte, die denlsche» Sludciilen mnsilc» es sich zur Pflicht inachrn, sich von „de» vssentliche» Meinungsinacher», den Zciinngsjnde»" zu kinaneipirc», und fuhr dann fort: „Wir leben"iii einer ^',eii, wo der rer ichivoinuiene sloSinopolitisinnS der l^er Fahre sich längst.übellebt Hai. Ci» ge'under nalionaler CgoisuinS ninß a» seine Sielte treten " Wie die meisten seiner. College« über de» „gestliiden CgoiSniu»" deuten, geht aüs Fnngling .gadeuozla'S cigenci» Gestündniß hervor, daß der größte Theil der denlsche» Siiztenten an dem Griindsatzc festhalte: „Hanpiiachc sind nur eouiinenlinüsiigc Slösser, alle» Uebrigc ist Rebeniachc". Allo da» sind die Slndenten von heule? Möchte man da -licht auch in die wchmülhige» Worte des alten Rede» ein 'ijifiuie», kaS zuni Schlüsse de» Festes gciiinge» wurde: ( Tn alle Bnrschenherrlichkeit, Wohin bist d» verschwuiitcn-,— ">>» 7 fl., se ilhe r aber n, ä> l da» Psineestc duräl de» Teulschen S.i'iü verein erhallen hak." („Tic Rcichspost ") Mid Cude Teeember >oll in Wien, enilprechend den Be-chlüssen de» vorjährigri, vüizer Aalholiteuiages, cm neues tztta'i •m- ^öitc rnng der „christlichen Soeialresorm" erichriuni. E» verstndele bereit» eine in terTruckerei de» „bochwürdigen" Herrn Spill in Wainkdors bergesteglic Probe - »»»»»er. Ter für das Vlan gewählte Tjtet: „Die/Reichrposl" verräih nicht seine Tendenz', denn dasselbe ivird — daiür bürgt schon die. Pcrsöiilichkeii d«S zu einer teilenden jonrnalislilcheik Siellniig anserseheneü' Herr» Spitz — dem „Vaterland" und „Teulstlien Volksblatt als Triiter im Vunde.sich aiiichließe». Tcm Geichäiisanliscinilen an» Solce scheint vieler Tritte nicht sehr willlonnnen zu sein Tie Art, wie er die Anmeldung des neuen Aanipsg'nonen begrüßt, läßt temlich die Furcht vor cincm Couellrienle» crlciine»." (Tic Pribatpraxi» dcr Militärärzte. > linier diestr Spillmarle bringt da» „einzige chrisili.bc Blatt Wien»" die Zuschrift eine» angeblichen Slabso'fieier», in welcher es heißt: „In Frankreich ist de»-Mililärärzie» nur die unenlgell liche Privalprari» gestaltet, iveil sich die gk'chäslsmäß'ge Ausübung der-Civil-- prari» mit der dienstlichen Slettung der Militärärzte, und ihren Pslichten dein Heere geisiniüber nicht verträgt. Tieie zciigrinäße Veisngung de» sranzösi'chen .üriegsininifterinm» wird zweisello» auch i» anderen Cultnrnaalen günstige Alts nähme und Rachahninng finden. Rachdem in der österreichisch nngarischcil Telegalion >oebcu die Vernielwnng de» i»ilitärärzl>ich,en Corps »in I Generalstabsarz», 18 Sbeislabsärzie l. Clane, 'S", Sberstabeärzle II. Clane, 1l Slab-särzle, 71 R>"giiueui»ä>;!e I. Clasie, Regiinenlsärzte II. Clasi'e und 79 Sberiirzie beschlossen wuide? sind-auch >l»irre Mililäiät zle io glänzend silnirt, daß sie nicht niebr ans Ribenerwelb, ivelcher sich mit dem SisicicrS Tecoruin durchaus nicht verliägt, angetvieien sind, .»»d tölinle Sesterrcich da^er antcreü Cullur staaic»,.in tvelche» die Riililärärzie ivkniger. gut silnirt sink, mit der erwähnten Rei,eru'»g porangehcn', tvelche geiviß i» den weiteste» inililärnchen und biirgerljchen .sticile» mit Vciiall ausgenolnnien würde Bisher"habe» ohnehin nur die zahlreichen tüdiiche» Militärärzte die Priraiprari» gefä'äfksmäßig betrieben, und es dürfte die christliche,i Mililäräizle, die mehr iniliiälilchen Takt besitze», nur angeiichin berühren, ivriin dicstili llufuiz. endlich geslcnerl würde, liniere Militär! ärtte habe» e» wahrlich nicht iiölhig, dewöhiiebjn hart bedrängten, oft hungernden Civilärzle» da» Brot wrgzniielnneii " — Ciuc oslepreichiich ungarische. Telegalion ' gibt eS nicht, »nd. von den Telegaliviicu beider Staaten der Monarchie habe» tTcr dklltfcht Htld Sinioil Piliggtrn.k F» Xlosierneubiirg haben sich zivei nene anlisculili'che Vereine begrünkel, die jetzt schon an lausend .nop'e zälileit und mit dein ctsorderlichen „iimus i-u»n," ansgeiüstel fein solle». Tä ersich die Vereine zur Ausgabe gestellt habe», die armen .>ilonerneub»rger Weiutfauer gegen die „jüdische Fuvasion" zn iä lttze», ist wohl die Frage am P all, ivaruin inan das Geld, statt e-s für aulisiiniiitchc Vereinezivecke zu per pune», nicht lieber direel der Hebung der lieimischen Ptodileliou zuwendel? An der Spitze de» eine» Vereine» sieht der '„Z'andzeilnng" zniotge „de, echt deniiche Held Simon Pinggera": ans der denlschcii Heldensage ist gips eilt S iuton Piitggcra nicht bctanui. , iVUlld dkiilschtr Viirgcr 1l»ü Bnukr» , Wae an» Tropvan belichtet wild, beabsichtigen dortige Aniisctnileu einen „Bund denl'cher Bürger »ud Bauern" ins lleben zu rufen, wulcher sich über ganz Schlesien erstreiken 'oll. Ta» Troppauer ANleieinilenblättchen bedarj dringend einer ausgiebigen linier stilllung, u»d der „Bund" hätte in erster Reihe die Ausgabe zu lö>en, dieiem Bedürsnisie abzuhelsen. Tie schlestichen Bauern sollen also dazu beiirageu, die Crisienz eines Blättchens sicherzusteUeii, welche» nur s,ir einige hdtz und ^reelamelüsiernc Advoeaicu »nd l»e>vcibetreibende unentbehrlich ist. Hosienilich ivird aber die geplanle Banernsängerei ihre» ,8'vett verfehlen.. 2!us antisenntischz'n blättern. 'Tic Schule i» Skowren.s Tas.Srgan de-s Soleeer Tculonen »>>l dem walschen Rainen schrieb am «i. d. M : ^Skowrcll, ein ganz abgelegene» Tvrilein in Fungli'chechie»» Gauen (Bezirk Böhmisch Brodt, bcsivk unter anderen Merl würdigkeilcit eine einclaifige deuijche Boltsichule, tvelche vom Tenlichcn Schul vereine snbvenlionirt wird. Fiu Stic selbst ivohnt keine eitizige deutsche Familie und auch in der llnigebung sind hier nur äußerst vereuizeil iniiIiidic Tenl'che , zu lresseu. Allein das Bolk F'ract ist hier in einer'Ziemlichen Anzahl verlrelen.". j — An diese Etzählnng iviuhe die Moral geknüpft, daß „witkliche ariiche Tenlichc" dein Teutsche» Schnlvereiuc „keiucn Heller Beitrag" »'.ehr zahlen >vUen. Tein ) gegenüber constalirt die kcilung des Teulschcu SchulvereineS. Folgendes: „Cs! ist vollkoinnie» llnrichiig, daß der Tcnti'chc Schulverein in \ Skivoretz eine einclassigc deutsche Volksschule snbventionirl.! Richtig ist nur, daß diese Schule mit Rücksicht aus die Thalsache, daß sich nach! der.Volkszählung vom . Fahre 188<» in Skworetz Cinwvhner zur dentschen > llnigangssprache bekannte», über Vorschlag drs damaligen dciit'cheN Bezirks Schnlinspcclors in den Jahren 1885 »nd 188<> Spende» an Fugend > ichrifte» »nd Lehrmitteln im AnschaffwngSwerlhe von l-'t fl. 75 kr. | bisher mir dir Ane'chüsse Brichlüsse gcsaßt. t'stir so glänzend siluirl werden dir Mililärärzte auch nach Geneltiuigiing -der Atlsschnßanlräge. seilens der bciderieiligei, Tclegationen nickil i'ei». „Militärischen Takt" sä.eint der „Siabsossieier" ietbii sehr wenig;» besitzen, denn die Pflege de» iniporlirten Arukels :,Fuden Hetze" zeigt ilzeniou-enig. von inilitäitschci» Siiine als von Talt. Fi» Ilebiigen laßt der Anedttnl ^chnngernde Civilijrzic" daraus ichliesien,- dag wir es wahr icheinltck' bloß »ist-keilt Machwerle eine» Bergani'>chen „ Schri'Ilciters' Z» ihnn liab-'n. ..Hnitgctit" dieie» 'B.'orl liegt rir.ri» anlisemili'che» .Srtib'itten'weit itähcr als einem Siabsossieier. iFiir brn ..dilmmcii »cr1".> Täs „Tenliche Vollebiail'. zu dessen vertlitchler Schiildigleit es z» g>böre» silieiitt. den „dinnnicu eicrl" mit einer it'm zniageitd,» Z'rrlilre zn vkisichen, bringt häufig Bericktle Über jüdische Misse -.baten, welche darin bestrbeu, daß eine „licke Füdin" zn viel Platz.-in cinein Tranitvai,Waggon ritinahin. in Folge dessen eine „wackerc-Bürgersttan". stehen inußle, oder daß ein „langnasiger Coniinis" einen aiien geisuichen Httln ,,'rech aiiglovie". Tie netteste südliche Mi'sitiha.t war betitelt: „Rohheit kee .ttiu'cheicines indi'chcn lll'i.henivagen»". C» wird crzabll, daß' rin .'l>il''chcr eine» Ci» ivagens. welcher einem tüdiichen llenkicnwageil mit ’rimoil genng ansiveiche» femitr, von dciit Nittichrr de» letzlereu durch Pcinchenbilbe ^>rg veiletzl" wurde. Ter „duiuine Äerl" liest das »»d^ rnipsindel Beirirdignitg .über die neueste iiidi'che Misseiltal. C» ialll ihn, gar nicht ein, zn bedenke», daß, wenn die Genhichie ivahr.ist/ nichl die iüdi'che Z'eiche bie Peststlieiilnebe ansgelheill Hai, sotvie,^ das; der .'liitiiU’v des veichrnwage»» niän mir aller Walir'cheiiilichkeil mich rin iinve>.sälichler. Aiier ist, sondern, auch duich' sriu Belrage» gezeigt hal, daß er der Atiiäntuungsiveiie und insbestnidere dem RrckusgefüKl der Aiilisemiieil bnldigr Ter „dumme i'Uil". glaubt ivieder einen Aul ist zu babeu, über die Jude» zu tchlmpf'e». ' . " tTic ..lljincrfiilfdiirn" iiticr Schnicrlitig i F». Rr «y niiw-3 Blattes schricb unser xrenuer >. Covreipoiidenl: ..Pian mag über Anlo» v Schnicrliug, 'eine Fdeeu und Säiöpsiuigc» dirst'r oder jener Ausiätl. feilt, Cinrs 'lebt s?st: in der »st'tchichle Sesierreichs.bal der verstotbeiic Slaalsman» eine bedeutstimr Rolle gcst'iell Welchen Rekrolog ivird ihm'aber das Blatt zur Beiherrlichung Georg Schöuerer's tvidine»? Rack, Allem,, ivas die..Uuuerfäl'chleu' bisher ge leiste! haben, türflcii sie iu.ter »ächsten Ruminer tchreibeu: .F» der Berhaud lnng übrr dir '.ltichligkeilsbeichwerde Schöuerer's vor dem Sbersteti Gernchlsbo'c führte Schut'e.rliug den Vol-sitz ' CTas Fra»ki>irier >parla»ienl,, das Fustitul der Für», die Februar Verfassung :e. sind Lapaliru, die Haupl'ache bleibt Schönerer." -R'uu sind die „lltiverfäl'chiril" er>,i>ic»e»: üe belassen sich au mehmen Stelle» »lik chcin verblichenen Slaalsmäiiitz und zwar wirll'.cki mit nicht» Anderem, als mit seiner amtliche» Function ii» Proeene Schöiicrer. Iln'er Corretpoudcitt kennt eben seine'„Uiiverfälichren". .