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Freies Blatt · 1893-05-28 · 60 (28.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
60 (28.5.1893)
Date
1893-05-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Beilage zum. Freien Blatt, Mrgan zur Abwehr des Antisemitismus. Leile XI. besprengen.") Hieran ist Ueberflnß an Zeugnissen. Es handelt sich da nicht mehr um angebliche, im Dunkel des Geheimnisses verübte Perbrechen, sondern um am hellichten Tage, nntcr dem Schutze der.. Gesetze und auf Befehl der Behörden begangenen Kindcrraub, und zwar in gewissen Staaten, Spanien und Portugal vor nehmlich, in lausenden, ja zehntauscnden von Fällen. Bon weniger weit zurückliegenden Beispielen in einem benachbarten Lande wider strebt cs uns;n sprechen: es gibt iMnmcii, die ein Katholik am besten vergißt. Drittes Eapitel.! Tic Juden, das Christrnlhm» und die modernen Idccn. I Wie cs kommt, daß in einer Richtung der Äniifcinilisinus die (ikgenparric des . Änliclericalismus isi. — Wie cs kommt, das; der Änriseniilisinu« ein »veiler , Kulturkampf iü. II Welck»en Änlheil IpiKen die Juden an dem Entwiaclungsproccß der moderne» j t^eicllschaft? — Lind sie der Hauptfactor bei der Entchrisilichung der Volker? 1 — Ter oiiöc, das Hebräeribum und die Revolution. — Ter iiiodcrne Zude Kar 1 de» oiiiuiil» einpiangen, nicht gegeben.; III. Ter confervarivc Ooiü der großen Zudenfchailen. — Ter moderne l^eii! dringt 1 vd» außen ein. — Wie es koinmr, daß der Jude sich gleichzeitig enrjutet. ' während der Llirisi sich cnlchrkflel. — ,'uiiuieicni in uiu'erer Tiviliiarie» .ine! <*ekakr für da» Zitdcnrhnin liegt. — Warum in diefem Sinne keine Verjutlmg i der tVeicllschaft möglich isi. i I. Der Christ der gebildeten Stände Ihcilt nicht die gegen den Juden im Bolle verbreiteten antiqnirtcn Borurthrile. Selbst im östliche» Europa, in Ungar», Rumänien, Rußland, wissen die Leute von der dünn aufgctragenen Bildnngsschichtc, der „Intelligenz", wie die Russe» sagen, daß der Jude keine Kinder raubt, um sie an das Messer des Schohct zu liefern, und daß man in der Snnagoge für die hebräische Dsterfeicr kein Ehristcnblut braucht. Katholiken,' Protestanten, Drthodozc erheben indeß gegen den Juden eine andere, minder kindische und plumpe Beschwerde. Sie beschuldige» ihn,, der geborene Feind der, wie sie sagen, „christlichen Eultur" zu sein. Unter sämmllichcn gegen Israel erhobenen Anklagen ist gerade diese, ob ihrer vieldenligcn Fassung, eine der schwersten. Wenn es nicht wahr ist — so sagen diese Ankläger daß der Talmudjudc bei seinem Gehcimcnlt mit Behagen Ehristenblut vcr gießt, so thun die Juden, insbesondere die „Fvrrschritts-"Iudcn, Schlimmeres: Sic sind nnerinüdlich am Werke, l^lanbe, Sittlichkcit und Eultur der Christen zu zerstören. Die moderne Duldung genügt ihnen nicht, ihr offenes oder geheimes Bemühen ist auf die „Enlchristlichung" Europas und der' zeitgenössischen Gesellschaft ge richtet. Bon dieser Seite betrachtet, ist das Iudcnthui» ein Zersctzungsfactor vom religiösen und sittlichen sowohl, als vom wirthschaftlichcn und nationalen Gesjchtspünkte; cs ist ein Auflösung»' mittel gegen die alte christliche Gesellschaftsordnung.' Im protestantischen Dentschland, wie im orthodoxen Rußland, im katholischen Frankreich »nd Dcstcrreich, wird der Jude als der eifrigste Zerstörer des, wie man zu sagen beliebt, christlichen Staates, der christlichen Kultur hingestcllt. Bei ihren Angriffen auf die Juden und das Indcnlhum schützen die Ehriften jedweden Bekenntnisses, nach dem Beispeile des Pastors Stöcker, die Rothwendigkeit der Offensive für Bertheidigungszwecke vor. Es gibt Leute, welche überall in der Geschichte nach geheimen Triebfedern forschen, die an lange, gehcimnißvoll durch die Jahrhunderte sich fortspinnenende Pläne glauben; diese Leute gehen so weit, daß sie in den „Fürsten Inda's" die ewigen Entfacher des Jahrhunderte langen Krieges gegen Christus, die Kirche und den christlichen Geist erblicken wollen.^) Für sie ist das alte Bolk Gottes mit seiner Empörung gegen den Messias 44) Zn Tculfchland, in Portugal hat sich niancher Jude gefnnde». ivelcher für feine Kinder den Tod der Taufe vor;og. II) So beispielsweise „Les Juifs nos inaitrcs“,' |>ar CliaUaiuh. Paris 188L der Feind des Reiches Gottes geworden, Dfiicir Grundvesten cs heiuilich untergräbt, um auf sestfen Trümmern die Herrschaft Israels anfzurichtcn. Tie Juden find die ,rördcrer, Sendboten und Geld - gebcr des großen „Grgenkreuzzuges", welchen die moderne Well gegen — die christlichen Ucberlicfernngen »nd Einrichtungen unternommen bat. Auf diese Weise wäre der Antisemitismus gewissermaßen die Gegenpartie zum Anticlericalismus, ein zivciter, gegen die geheimen oder eingeslandenen Widcrsaclfcr der christlichen Eultur gekehrter „Eulturkampf". Thatsächlich ist dies einer der Faetorcn des Antisemitismus. Er trägt die Marke des Landes'und der Zeit, wo er anfgelaucht. Seine Geburt im Deutschland des Fürsten Bismarck, inmitten des heftigen Eonflictes zwischen dein neuen Reiche und der katholischen Hierarchie, ist kein Ding des Zufalles. Während die liberale deutsche Presse, theilweise unter jüdischer Führung, den Sturm aus die -Kirche, unternahm, machten die Belagerten, nach dem schwachen Punkte der Eernirungslinie spähend, einen Ausfall nach der Synagoge zu, wo die Truppe unter dem Eommando des Juden Laster stand. - Ties war »ach Kricgsgebrauch, eine durch die Zusammensetzung der beiden Armeen gegebene Diversion. Das Manöver turnt? denn auch * für den modernen eleriealcn Feldzug mustergiltig bleiben. Ter Jude, welchem anscheinend der Krieg gegen das Ehristenthum zugute kommen sollte, läuft somit Gefahr dessen Dpfer zu werden. Der Fall beweis^ daß er nicht allemal ein Ungefährlich^ Spiel spielt, wenn er Bekennlnißkämpfe entfacht und sich daran belhciligt. Ter llnvorsichtige! Für ihn sind da höchstens Püffe zu holen. Tie von Israel und den Seinen gegen die „Eleriealcn" geschleuderten Wurfgeschosse kehren sich drohend wider Israel selbst. Es nützt dem Juden nicht, daß die Frage aufgeworfen werde, in welchen Augen der Friedcnsschattew des Kreuzes ein Aergxrniß fein, könne, und welchen Händen cs frommt, die edlen und lhcuer-rn^Sinnbilder der Religion unserer Bütcr aus unserer alten Heimat hinwegzukilgen. Was, sagte 'mir ein Tcutschschlcsier, Die möchten uns daran - hindern, denNTalmnd die gegen das Evangcliuin geführten Streiche zurüctzngebenL Wenn man gegen unsere Geistlichkeit und unsere christlichen Pereine den Staat angcrnsen hat, haben wir nicht das Recht, gegen '^ie Rabbiner und Iudenvereinr, an den-Staat und an das Bolk zu appellircn? Israel möge jene Duldung, welche cs als Minderheit beansprucht, uns, der Mehrheit, entgegenbringcn, sonst wird es von Rcucin den Ruj; Hcp! Hep! '"».aus deiuDOcunde von Millionen Ehristen.vernehmen, die noch in der llcberzengung lebe», ihren Kindern kein besseres Gei'ä>e»k als ein neues Testament oder ein Erncifir machen zu können. llnd dies ist nicht nur die Svrache der Gläubigen, ich habe auch Zweifler und, Iiidiffercnlc so sprechen hören, die sich angesichts der Juden auf ihr Ehrineiilhum besannen. Mittelbar ist somit, der Antieleriealismus ein Hauvttörderer des Anlisemilismlls gewesen. .In manchen Ländern haben ihn die Inden ärger verspürt als die .Katholiken. Jenen gegciiübcrIwclche die Kirche als einen fremden, einem fremde» Tberhauple gehorchenden Körper hinstelltc», mußten sich' die^ Katholiken gedrängt fühlen, zur Antwort die Juden als fremdraeigc Eindringlinge, ohne Baker land und Baterlitndsliebc zu erklären. Jenen gegenüber, die, in Deutschland beispielsweise, die geistlicheiGUnterthanen des Papstes dcs in. Her; und Seele am germanischen Geiste abtrünnig ge wordenen „Ullrantontanismus", beschuldigten, mußten die Katholiken zur Gegenbeschuldigung des gegen Deutschen Geist und deutsche Eultur widerspänsligcn „Scinitenthumis" geneigt sein. .„Front Legen Rom!" halte eines Tages 1*7!*, als im Eulturkampse.die Schlacht am heißesten tobte, ein von Israeliten geleitetes und-redigirtcs "j Hepl Hcp! Herkömmlicher Hevrni gceen eie I»ec» m Teuiichland. Man har denselben auf verschiedene inehr oder milder willkiirliche Weöe erklär!. inan , wollte darin die Äniängsbuchsladcii der Worte: ..Ili.!ru»al>-iu >--l >>oilira wieder finden. Vielleicht ist» nicht» Ändere», wie Isidor Loeb vermnrker, als da» ver . dorbene: .Hebe.' Heb! „.Halter ihn!", .da» in tieiei» Sinne im Elias; und Rdein land »och gebräuchlich isi.

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