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Freies Blatt · 1893-05-21 · 59 (21.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
59 (21.5.1893)
Date
1893-05-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Freies Blatt. Seite -'! . * m Nr. 59. J ständige Mcnsch srcilich fragt sich, >ro diese Sitöuinug hinan» soll, und gibt sich die richtige Antwort, daß die Wände, gegen welche' die jnngtschechischen Hartköpfe anrennen, iftd) immer härter sind al» diese. Der Jude, der die Berhältniffe,so ansieht, wie sie sind, und nicht, wie sie von den jungtschechischen Heißspornen gewünscht werben, findet, und zwar mit Recht, daß hierzulande, auch in tschechischen Gegenden, die Kenntniß der deutschen Sprache insbesondere für den Geschäfts manu eine oomlito sim? qim non ist. Nachdem nun begreiflicher weise in einer j^eit, ’iuo die Inngtschechen im Landtage Schnlanträge einbringe», wie derjenige, das; der Unterricht der, zweiten Landessprache an den Volksschulen verboten sei» solle, den Kinder» in tschechischen Städten keine Gelegenheit geboten ist, sich die nothwendige Kenntniß der deutschen Sprache anzueignen, so errichten sich die Juden aus ihre Kosten zweisprachige Schulen, das sind Schulen, in denen der Unter . richt >in beiden Landessprachen obligat ist. Darin, al'er auch nur darin, bestelst die geriuanisatorische Dhütigkeit der Inden in tschechischen Gegenden. Allein, selbst wenn nationaler Antagonismus das Recht . gäbe, dein nationalen Widersacher das Verbrechen ritueller Morde anzndichten, so fände diese merkwürdige Vogif hier keine praktische Anwendung. Sind doch gerade die Inden in allen tschechischen Bezirken weit entfernt, sich der Bevölkerung, in deren Mitte sie leben, national entgegenznsiellen, eifrige Förderer,- aller tschechisch nationalen Unternehmungen. Welcher Dank ihnen znlheil wird, daS haben nicht die ligliner Errege allein, sondern auch die Apologiedes Herrn Sil ans den Koliner Janhagel am deutlichsten bewiesen. Sollen wir ossen sein, .so widert nn» die antisemitische Bewegnng, welche ein Schandfleek Innerhalb jeder Nation ist, jedenfalls bei dem Tschechen noch mehr an, als bei unseren deutschen Vandsleuten. /Teint,1 vom rein rnltnrhistotischen Standpunkt ans die Sache ins Auge gefaßt, das deutsche Volk hat ans allen (Gebieten der Enltnr bereit» so viel geleistet, daß ungeachtet der geistigen Berirrung, Antisemitismus genannt, durch die es seinen reinen Schild besudelt hat, sein 'Name noch immer mit goldenen Buchstaben im Buche der Geschichte verzeichnet werden wird. Wo viel Vicht ist, ist auch viel Schatten. Mit welchem Rechte geht aber daS tschechische Bolk heute schon daran, sich den Schatten anzneigne»'? Paulus Aleyer — (7(5. Ans dem Verhalten des Eonvertiten gegenüber feinen früheren Genossen kann mit apodiktischer Gewißheit ans den VauterkeitSgrad des Motivs, geschlossen werden, welches die Eonversion selbst zur. Folge hatte. Je reiner die zum GlaubenSwechsel führende Gesinnung ist, desto zarter spinnen sich die Gefühlsfäden um die Beziehungen zwischen dem vorherigen nnd dermaligen Bekenntnisse de» Eonvertiten. MeinungS Verschiedenheiten, AnschannngSdisserenzen, welche in objeetiven Erwägungen oder gewonnenen Ueberzengnngen wurzeln, vermögen überhaupt nie in persönliche (Gehässigkeiten zv ereediren: wogegen nur Bosheit nnd niedrige Instincle im Spiele sein können, wenn man. da» Wasser des GlaubenSbrunnenS, von dem man sich abgewendet hat, durch Steinwürse trüben will. Die Viebe ist e» in diesem Falle sicher nicht, welche die UebergangSbrücke vom alten zum neuen (Glauben gebildet hat. Eanoniens Johann Enianuel Beitb, der glanbenseifrige Priester, der gefeierte Kanzelredner, ein Reopliyt, säumte nicht, als im Jahre >-">40 die Blntbeschnldignng gegen die Juden in TamasriiS die gebildete Welt in Anfregüng versetzte, aut Hnnnielsahrtstage des 'eiben Jahre» in der Metropolitankirche zu St. Stephan vor tausenden von Andächtigen unter Beke>innng, daß er als Jude geboren sei, nnd unter Erhebung deS PontisiealeS den bekannten Eid im Namen des dreieinigen Gottes zu leisten, „daß die dnrch arge Vist verbreitete Vnge, als gebrauchten die Inden bei der Feier ihres Lstersestes (Pessach) das Blut eines Ehristen, eine hämische, gotteslästerliche Verlenntdung ist nnd weder in den Büchern' des alten Bunde», noch auch i» den Schriften des Talnind, die er genau kenne nnd eifrig durchforscht Halle, enthalten ist". Veilh bekräftigte dies dnrch den Schwur: „So wahr mit- Gott helfe und in meiner letzten Stunde mir ein gnadenreicher Heiland sei!" Paulus AI eher, dein der Glaube ein Schacherobjeet ist/' dessen Religionswechsel nur ein Ring in der Kette seiner Vügenhasligkeite» ist, hat die alle Grenzen überschreitende Niedertracht, sich al» Mengen dafür anznbieten, daß unter seinen Angen ini Jahre 1M75 ein solcher Ritual.uiord in Rußland auögesührk wurde! Wessen Herz noch einen Funken menschlichen Empsindens' in sich birgt, muß von dem ganzen Iaininer der Menschheit erfaßt werden ob der alles Maß übersteigenden bestialischen Verworfenheit, der wir in diesem ^engenanerbiele» begegnen. M Paulus Meyer will seine früheren ('llaubensgeiioiseu dureh eine vom Anfang bis zum Ende teuflisch ersnudene Erzählung der Vertolgung preiSgebe», osfenbar an» keinem anderen Grunde, als weil ne »einer Anölwutung nicht weiter^zum Spfer diene» wollten. An einem Bor bilde Meyer'ö fehlt e» nicht Die (beschichte iit selbst ein-'iinciogravh. Sie führt »nS auf der Schanbülnie der sich abivickeluden Ereignisse die handelnden Personen au» der weiteste» . ^eitserue in die Grsichisiiähr. I. I. Schndt („Jüdische Denkwürdigteiieu", VI. B., .">6. E., S. 4i>S erzählt nämlich: . E» bat sich noch gantz neulich ei» solcher Betrüger der ei» gclar.islcr Ind se»n wolle», gesunden/ der die Iud.» daß sie ein (Silenten Min» erwürg-: und sei» Blut ausgesangen/ fälschlich beschuldiget; An 1715 im Tecernter wunde zu kudeniheid einem Slädlchrn im Heitzoglhum Lldveein veiioneller .»irrt von IX Jahren Isae Saxcl ein gebobrner Ind/ aber gewusster Cbrist' so wodl-um Schulde»/ L:s auch übler Ausführung und Bei anbei liäNrilen in der stieligion willen/4» Hassten genommen/ weil ihm »nn ei» sicherer Ind Schulden ipegerr hart znsetzle/ gäb er" vor, die. Jude» »>äreu nicht wenh daß man ihnen glanlne ' wlge» de» billere» Hasse», gegen die Christen/ daheio sie das Fleisch >o ne a» Chtislen vertanfslen/ zuvor bopi ff etc n wie er das b l] ihrem Fleischhauer mit gesehen habe zit Altena/ zwei Sinr.de» von'Vudensheid/ den dem er im Häng gewöhnet/ da sich aber der jüdische Fleischhauer zu Altena! in der Lou'routatiou wohl verantwortete/ nnd mit einem (5i,d sich pnrgirieließ der Herr Hoog Grast den Sarel in ein enger nnd tiefer Geiäiigiiiist werssen, da er nun lein Raily wüste/ gab er'vorl daß er etwa» zu entdellen, hätte io der Inden großen Hast gegen die Christen zu zeigen und zu Fhro .stonigl. Maj. voi,r Preusen Böt weil gereichen solle wo Inan ihn wolle lost lassen wüste aber hernach nichts anders vorznbiingen/ al» daß die Juden in zhren Ceremonien Christen Blut branchten dock gab er besonder» vor/ dast Atz!zI7M /da er also noch erst lll Iahte alt gewesen) die Inden zu Nimwegen anss ihren Bers'ohvlag in 'einem Bewein ein .Chrislen-.'lind in der Sstnagog/ da ^vobl 4> ln.Menschenalte^rtnd innge gegenwärlig/ >'o ihnen ein Sergeant in» einem A-ni zngebrach: geschlachtet/ in dem der älteste Ird Salomo» ihm den Halst abgeschnitten -mit Hüllse eine» andern Beitediet geheiüen/ der de» .»indes Nabel abgezogeit ittrd da» Blut diele» halbjährigen .'linde» sto der Clevt'cheii Rabbiner vor der Schlachtung erstlich ,'olte beschnitten haben) in zwei, große Topf geiamlet/ deren einer denen Inden nach Ammer» fort/ wohl verwahret zngeschiekt worden da» Fleisch hatten sie von de» .'lindes Beinen abgelölet und denen Hunden, vorgetvorsfeu/ die Beine aber, nachdem sie die Weiber.sauber gewaschen an einen Sri begraben; Ter Hoog Grass schickte io fort diele Aussage und Acten an die .'iönigl. Regier».ig nach Cleve/ ivelche den Laxel abholeu ließ/ seine Aussage aber jand sowenig Glauben' dast man eS nicht eintnahl der-Werth achtele/ den Clevilchen Rabbiner mit ihm;» eonsrontiren; doch da Sarel leine Aussage beständig mit vieler Ber sichernng wkrderhvlle/ it»d versprach/ .ivo mann ihn nur nach Nimwegen wolle lasten' wolle er da» f'orpu-> .lolic-ii finden, nnd im Fall er seine BelchiildigNiig nicht erwiese, .sich leb>ndig verbren.nen lassen/ gab die Regierttng dem Magistrat zu Nimwegen von der Sache Nachricht wejche den Sarel unter guter Gewahrsam abholen ließ/ nachdem.' alle Inden in 'Nimwegen de» Abend» zuvor in Hasst waren genommen worden; Allein Sarel» Pralere» fiel hier, bald weg w lehr er sich gernlnnet/ er wolle de» erwürgten .linde».Beine bald sinken/ war doch »lies umsonst/ ob man wohl etliche mahl ib» aust dem Ge'ängiinst dabin/ wo er v'r . langte begleitete; Man hat ihn mit den Gefangenen Inden eon'roniiru deren Briesfe vom Posthai,st gebotet »nd erpssnel fand sich-aber nicht». >o sie in der Sache hätte, graviret der Sarel auch, in del-Hauptsache nnd'lliitständett sich selbst widersprach und ohnrichtig crfimbi’u ward rrlarir'e inan tim endlich nach :i;tzöchiger Gesängnüst; Wie solche» niniiändlicher in einem Holländischen Sctipto: Kc»t I!i-ri--ht AVonon-r -I>- 11ist. ran X-P.-i.-n P>.-,ah >.«>-!. Kt» -I-- l!i-si-lniii|i<riin<: * -li-r .Ion Ion to Ny 111<-üt-'n/ ov-r t Sl.njit.-n ran >-0n Kri':<-n Kin-I 4nur Air .In»» .Iah»>, Mimrioiiis. Allrot. Amst.-r-l. 17b- I tun 'getragen wird/ daraus tun der Juden lliisibnld die garve Welt r-oaig zu.über zettgen' solgle so bald daselbst in eben die'em Jahr eure Ü.-iiion-tr.ir’-- Aon -li-ti K.l. eil Aolill». Kami .Im- Sto-I Nvinoni.» t *v. ritoi-vti ch-nr ill- »’.-l.if woonetiik1 .loodoii; Ilnnorona ij i* aimox-- linonmoirto» Woi'ven an st den lltnstände» die Nichtigkeit de» Sarelktargethalt wird -daß die Inden ein Christen -'lind ostentlich in der Snnagog in Gegenwart to vieler 'Nie»'chen groß nnd klein/ die es leicht verrathen konten/'ia gar eint» dar;» komprende» chbrtsil. CavallierS, <nnd also bet> offenen Th'tren der! Schulet sollen schlachten dast-sie da» Christen.'lind tollen zuvor beschnitten habm/ io wäre e» ja dn:äi die Be schneidnng ei» Inden.'lind u. sei» BlnbInden Btnt wore^r^ nnd alw widerder Inden-Absicht die nicht Judensondern Christen Blnb-SH/ien verlangt haben , lwiewvln mansie schon vor etliche V 0 Iabreir in B^rgtand derglei.ben bc schrndigel/ wie oben I.il>r. V., Cap XI. §. 1-4 p. II" zu siitden istt nebti noch vielen andern Beweistgründen mein darbei dann auch bedenklich daß der Sare: als ein Vügner überzeugt worden/ dast einige der angegebenen Iud-» der ,',e:t an ändern £ Neu sich ansgehalten/ er Sarel auch sich b>h Catbolisihen- und Re sorrnirten Christen, um Gelte» willen/ m>hrniahlen lausten lasten: iroizn :äi billig setze. waS mir Hr M. Henr. Biichel» wohl nieriliiter Evang. Pred'ger;» Anisterd. vom Juli 17IG schrieb dast ein junger Ind den ve ilo'senen t

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