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Freies Blatt · 1893-03-26 · 51 (26.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
51 (26.3.1893)
Date
1893-03-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sette 4. Freies Bfatt. Nr. 81. hier ^litammenqctiiJflni wurde, wesentlich erleichtert. ii1iil)lcn wir die iihcifidi11idune Tarl’u-lhuig vlacoboiuüfi)'»? als (Grundlage unserer Beirachiuug, so erhalten wir folgende Hauptziffcrn. Der Autor thcilt daS Material in zwei Abthcilungc», deren eine die Jahre 1882 bis 188(5 und deren zweite die Jahre H888 und 1>80 nnffaßt: über daS Jahr I>>7 erisiiil leider leine delaillirtc Criminalstalistik. Xic erste» beiden Tabellen enthalten eine Fusainincnstcllnng der verbrechen und. Ber gehen gegen Reichsgesel?e nberbanvt. Diesen Tabellen zufolge käme» anr je litMKK» strafinüiidige Einwohner in der Periode 1882 bis 1 ""<> dnrch'chniillilti!'.'37 4 vcrurthciltc Christen und 837 (5 vcrur rheilie Inden : iiu >iahre I88> war das Berhältniß wie 1 (>38"8: 81)38, .»a'ue 1 ""1* wie HW»! 0: Stil 1, mithin der Durchschnitt von I>*2 4-is ls'0 10.34 7 : 8»><t8. Daraus geht weiters hervor, daß die .enden duichichnittlich 44 '.4 Pereent Bcrurthcilte ansivciscn, -die. Cbrisien dagegen .3.34-3 Pereent, daß sich endlich die Zahl der christ liehen zu der der jiidi'chen Berurrheillen wie I I :!) verhält. Bezüglich der Tbeitnahme der Christen und 4»den an den Huiipiiaiegorie» der einzelnen verbreche» ergeben sich für den Durchschnitt der »lalire 1>82 bis ls80 folgende auf je lOÜ.OlH) Individuen bc»- :ee!ineie Perliälinisi'e: l - verbrechen und vergehen gegen Dtaak, Religion und effenrllclie T rdnuug : l»>4 »5 Christen gegen 1!l-t Juden oder 4(5 Per eent : .34 'Herren:: 2 verbrechen und Pergchen gegen die Person:, .">'.'7 0: 32'0 oder 34 8 Perecnk : 43 2 Pereent: 3. Perbrechen und Pergebcu gegen das Bcrmögen: 487l : .35555!1 oder 3!> .5 Per ..'!!! : 4<l'7 Per. ein: cndlicli 4. Bcrbrechen und Bergede» int Amte ran l ^>2 bis l->4 die weiteren Angaben sehlen , 3'.»: .3 8 oder 3'>»i3 Pereent zu 4'.''.3.3 Pereent. / Be'enders intercisirt nns hiebei die dritte stategoric, welche die e eli.is gegen das Perniogen zuiamineiffaßr, denn diese (Gruppe von 'P>.v.eü>e!! und Be: gebe» ist das Arsenal, ans dem sich der Berfasser e >. aiitl>.':u5:i'.!,en Brs'chnrc die B-aiie»i gegen die Inden holt, trondem das Perb ilnuß wie .»!^5>: 4" 7, also ungesähr wie .'5:2 stellt. Hn geschieh: es, daß fidt der antiseniilischc Dlalistiker darin gefällt, 1 d - >:. siliche» T iebe und Räuber gegen die indische» .Fehler, welche i;;:4u auch, r u wir 'väter iehc» werden, gegen die christlichen \\v •; an Zahl gnrnckstcbcn, liebevoll in Tchntz zu, nehme». Ten : Cisier-n w .n er die Rolle der „unisi drückten Arbeilnchmer, der! D vsi-'. .arila!isi>fcher^Ausbeuln»g, welche bei großer Geickhr wenig! >"".vinn ". len." zu, die jiidischen Hehler aber bezeichnet er als die Arbeita-. r, d>e mit beliebiger Pergrbßernng ihres Personales ihren Unnal? ,:i »eifern tonnen, d K. bei geringer Gefahr großen Gewinn Hier leinet er sich auch den Dal?: „Cs ist einfach llnsinn, iiu.ni jjiei'diin Ane-vertaiifs'chwindler, der seine vapfffohligen Dtiesel f.'iiiile br-iener P-aare an de» Mann zu bringen sucht, einen .■ (ncdit geae„überzn>'ielleii, der zur Erhöhung der ,5 nir.ude au: der siirchweih seinem 'ei ach bar ein hoch in den . Rd-r' :-4ch:»gea, bar, und zu sagen: Das hebt sich." Ga»; richtig, sich u i ch t, iresi der Cine seine allerdings schlechte L-aarc : v i.li'chrcieri'cher Anvrcisung doch nur mit geringem Prosit ver'au'3 man leum ja die Ansverkaufsvrciie), der Andere aber; n r . Crl o. u :: g der Jen s reu de nicht Ausland »immi, deni Rachbar 'ii '.V;! in den -Xovi;n schlagen, sich also;nmi>idesl gegen die (R siii'.dheit, »enn nicht gegen das sieben des Rächncn versündigt T urch Au'ch.'.nnng deenmenliri der Bersaiier übrigens, vielleicht nnbewnßl, in na:v e:d.::iigsier PIeiie seine Zugehörigkeil;ur Partei der Race» 1 \ solche nugtaublichc :>rühhcil in eben nur in diesen j 4: 'aionsiibig. T..'e gibt, auch dem Anror < Belegen lfeik, den Dal?;n uegiren. daß mckn die Religion, sondern der Bertis, locale Umstände :c. die Be ..dingnngen zu den meisten gewinnsüchtigen Perbrcchen sind Cr i :.-chli : een Hinweis, daß die „4wrlicbe;n»i Handel die voru'k.'i i r T'.k!> 'lignng des Indenvolkes am Betrüge" bedinge, als B 'ick.'ingnna I i! verweise den sie>'er demgegenüber ans die 'in Rr. 48 dieses B.ri:rer:odueirten Aenßerungcn des deutschen k. statistischen Annes - .ui ...eu . b-lugt >lusai»inensicll»iig ans der deutschen B-r::»sn.'.r!''r::: ' stc.rr sich die TheilnahmL-^n- Inden an den vcr 'chledenen Be>u> .... vren nach einer 'Leahrscheinlichteitsrechiinng, wie 'Slgt. " ' siand und Iorsiwirlhichasl bis l>) Percent, Handel und .'ndnstl's ^3 Pereent, sichnarbrir l Pereent und össentlichc Dienste I 4 Pcic.i'.i, wäkr.r.d sich in Tenl'chland im Allgcnicincn unter K«) CrwerbstbaNu--» 4>'< 7 Psircenr als;nr siand und Iarstwirthschan gehörig, 4.3 2 P.'l.enk;n Handel und Industrie, 2 4 Pereent;ur siohnarbcit nud 3' Per. ent;» önevtlichen Ticnsicn gehörig declariren.! Ten Ciirsinß des Bei nies erweist abergerade;» schlagend eine Tabelle, die die Criminalstalistik für.das Jahr 1887 anführt: Bon liüt Cinivohnern gehörten 4«) «5 der siand- und ,sorstwirthschaft und 44 dem Handel und der Industrie an. Dagegen gehörten unter IOO Bcrbrcchcrn, und zwar bei Meineid 38'4 der siandwirthschaft, "44 '.( dem Handel an; bei Hehlerei war daS Bcrhältniß wie 28'3:484; und bei Betrüg wie 2ö'0:50 22. Die in Handel und Industrie Thätigen werden ' also durch ihren Beruf allein dazu verführt, bei Meineid circa l<5 Pcrcent, bei Hehlerei circa 70 Pcrccnt und bei Betrug gar 120 Pcrcent mehr Bergchcn anSznüben als die in siand- und jrorstwirthschaft Thätigen. Cincr gründlicheren Aöiderlegnng .der antiscinitischcn Bchanptilngcn bedarf cs nicht. Doch kehre» wir zur Bcrvollständignng des Bildes wieder zu dem Zisscvnmatcriale, das thatsächlich „Bände spricht", zurück. Zunächst wird cs sich »och um eine Dpccialisirnng der in den obigen Ber brcchensgruppen rangircndcn Tclictsartcn handeln. Unter 100.000 strafmündigen Individuen begingen J. I. Perbrcchen und Bergchcn gegen deutsche Reichsgcschc überhaupt, und zwar: (^eivalr und Drohungen gegen Beamte 38 Christen »nd 1.3 Juden : 71 '0 : 28'4); Ha'usfricdcnSbrnch 4(5 3 Christen und 2!» 2 Juden («51'3:38-7): Arrcftbruch (>'4 Christen, 3 3 Jude» (>5.3'3:3t'7): Zuwiderhandlungen gegen den 8 147 der 05. C., welcher von der Ansübung von (bewerben, zu deren Betrieb polizeiliche Genchniigung (Concession, Approbation, Bestellung) nothwcndig ist, von der widerrechtlichen Führung von Titeln :c handelt/ IO (5 Christen, 23 7 Inden .31 2 : (58°8): Meineid 2 47 Christen, 3 (5 Inden, (40 7 : .3'.' 3 >. 2 Perbrcchen und Bergchcn gegen die Person begingen unter 100.000 strafmündigen Individuen, und zwar:,. Unzucht mit O'oualt, ’ an Bewußtlosen :c. 0 1 Christen, 8 4 Inden (-32: 48): Beleidigung 1.34 Chlistcn, 183 Inden (42 3: :37'7,: Mord (l'3-34 Christen, (»08.3 Inden (81:10): ltindesmord 0.343 Christen, 0171 Inden 7«> I : 23 0): gesährlichc siörpcrvcrlct?nng I>>1 «5 Christen, .34 .3 Inden (74'8:23'2); einfache .siörpcrvcrleynng -3(>'7 Christen, 40'7 Inden -38-2:4I'8): Röthignng nnd Bedrohung 18 >5 Christen, 11 1 Inden t>2 (5: 37 4). Am nieistcn werden die Inden in der dritte» Hauptgrnppe von Berbrcchcn gegen da» Cigenthum des Anderen belastet, von. der wir bereits oben anssührlich gesprochen haben-, trotzdem auch hier, >vic in den (Gruppen II und I V, die Majorität der Bcrbrcchcr ans Dcitc der christliclfcn Deutschen steht. Das Bcrhältniß stellt sich bei 100.000 strafmündigen'Individuen, wie folgt: Cinsachtr Diebstahl 244'3 Christen, ,. 77'2 Inden 7*5: 24 >; schwerer Dicbstahl 31'3 Christen,-8 (5 Inden 1 (78-4 : 21 ’O;: Unterschlagung 4.3 8 Christen, 38'2 Inden (-34 .3 : 4-3 -31: Ranb »nd räuberische Crpressnng (auch im Rücksalle- 1 23 Christen, j 0 27 Inden <82: 18;.; CrprcNnng I 4 Christen, 332 Inden i (31: (>0l; Hehlerei 22 44 Christen, 21 <52 Juden (:'>0: 4'.'I I Betrug .">(5 1 Christen, 82 «5 Inden (30 4 : <>0'(>l: Betrug sanch tut! wiederholte» Rückfalle) 44 32 Christen, 80-8-3 Inden (33 8 : (5(5 2 :! Iälickiiiiig össentlicher Urkunden!» 4.3 Christen, I 7 4 Juden (3-3 2: >54 -8): bctrügiichcr Bankerott 0 38(5 Christen, 4 48>5 Juden <7'0 :'.'2 I): i cinsachcr Bankerott 112 Christen, 23!» Juden <4 .3 :!».3 :3): Jagd - \ und Iischcreivergehen 2.3 -34 Christen, 0 (5(5 Juden «!(7 .3': 2 -3): Dach i beschädigung 38 Christen, I I 2 Juden (77 2: 22'8): Brandstislnng! I '.3.3 Christen, 0,38 Juden (804»: 10 7). 'Aach dieser Znsannncnstcllnng — eine Dpccialisirnng der ( IV. Gruppe: „Bcrbrcchen und Bergchcn im Ainte", fehlt -- sehen *i wir alio, daß die Juden bei nenn von 2<5 Dclictcn stärker bethciligt sipd als die Chriftcn, welche zu den übrigen 17 Ergehe» nnd'Ber brechen das Hauplcontingenl stcUcn. Dpricht schon diese summarische Ziisaiiinicnskellnng für die Inden, so tritt dies nni so stärker bei den Bermbgensdelicten zu Tage, von denen sechs ei» Ucbcrwicgcn des jüdischen und acht ein Uebcrwicgen des christlichen ClcmcntcS aufivciscn. Das Capitcl „Dclictc aus 05ewiniisnchi" ist der Hanptschiag, de» der anti scuiitischc Dcribcnt gegen 'das Iudcnthuni führt, nnd cS wird gut sein, angesichts des vorlirgcndcn Materials nochmals die Richkia'"it der dort geführten „Beweise" klarzustcllcn. Auf der einen Dcitc sehen >vir, daß die Jude» 2 22»m( so oft wegen Crprcssungcn bestraft wurden als die Christen, das; die Crimi nalitüksqnolicntcn bei Betrug 2 2-8: bei Betrug (auch in wiederholtem Rückfälle) 1 '0(5; bei Iälschnng von öffentliche» Urtundcn l '84 si bei betrüglichem Bankerott 11 (52; bei einfachem Bankerott 21 34 »nd bei P-uchcr 18!» , diese Ziffer ist aus der antisemitischen Broschüre entlehnt) betrage»: daß sich aber andererseits ebenfalls bei CigcnthuniSdclicten folgende ungünstige Criminalitütsquotientcn für die christlichen Dcntschcn ergeben : Einfacher Diebstahl 3 1(5, schwerer Diebstahl 3 «57, Unterschlagung I 10,, Raub und ränbcrischc Erpressung 4 -33, Dach beschädigung 3'3!>, Brandstiftnng 4 (»7 «nd endlich Jagd und ssischereivcrgchcn 38'6!». Und ivciter zeigt cS sich, daß sich ebenfalls die christlichen Deutschen 2-33mal so oft als die Juden zu Gewalt und

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