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Freies Blatt · 1893-03-26 · 51 (26.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
51 (26.3.1893)
Date
1893-03-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 61. Freies Blatt. Seite » beschuldigt. (Äcifall.) Seither köiincn wir aber »lit Befriedigung wahr »chnic», daß! den Ausschreitungen der antisemitische» Hraetion iui Hause ein Daistm entgegengesetzt ist, und daß die unserer Sache freundlich gesinnte» Abgeordneten »och keine Antwort ans feindselige Ausfälle schuldig geblichen sind, ferner mochte ich »och bemerken, daß das gute Sanienkoni über ganz Sester reich anSgcstrcnt ist. Unser Bureau hat Verbindungen mit alle» Provinze»: wir besitzen allenthalben warnic, thätigc freunde, die in fortwährendem briefliche» Berlehr mit uns stehen und iitimtfcrcm Sinne wirken. Ich kann »ur lobend betonen, daß unser Sekretär, Herr Am st er, das vortrefflich cingclcitet hat und unermüdlich weiter führt, Hum Schluß muß ich noch die erfreuliche Mitthcilung niachc», daß nufere Miigliedcrzahl in fortwährender Hn »ahme begrifft!» ist. Seit der letzte» Generalversammlung ist ein Hn wachs von Mitgliedern verzeichnet worden. Meine sehr Berehrtcn, wenn wir erwäge», daß unser Bercin noch nicht seinen drjtten »Geburtstag feierte, und insbesondere, wenn wir erwägen, das; derselbe nur ans solchen Mitgliedern besteht, die keinerlei Bortheile erwarten, ivohl aber Alle bereit sind, für eine edles hnniane Sache S pser zu bringen, so innß cS n»S mit Stolz und irrende crsüllc», so viele ivackere stampfgcnosfen »in n»S z» sehen. Unsere (Gegner lieben cS. sich mit ihren! Masten zu brüsten. 3», aber näher betrachtet, wie sehen denn diese Morsten anS? Sie große Mehrzahl besteht ans Vcnten, die m» ein gutes ,',ch bin übcrizcugt, i ch l c ch t c n 'LSort und einen i'itcr schlechten Böein gewonnen wurden. ii in zwei gute Bö orte »n d zwei Vite r il1 eili (bunteti wir das t^ros hinter uns haben, wein wir uns mit solchen Eleinen len abgebcn iv ollten. .! . Nein, was wir brauchen, find Menschen, vollgcwichligc/ ganze'Mcnschdn, und da wiegt die S.nalilät »nscrcr Mitglieder die S.nantität dct (Gegner »in das hundertfache, ja tausendfache ans." Nach diesen mit lebhaftem Beifall aiifgcnonimcne» Böorlcn des allvcrehrtc» Präsidenten erstattete der Bcrcinseaifier. Herr August Bciling, Scerctär der priv. österreichisch ungarische» Slaakseiscubahn' »Gesellschaft, gen tFastabericht für das verflossene Bereinsjahr. Es bctrugen die Eiziuahnicn >«>22l)st, Ulltr., die Ausgaben r»<>.r>lf fi. 27 fr., so daß ein Saldo von 4Ä77 fl. <>.'i kr. zu m Bortrag kam. Außerdem find noch Anvständc in der Höhe von :',»«»> st^ vorhanden. Sodann ircferirtc der Präsident über eine» Borschlag des Bor staiides, dahingehend, au Stelle der bisheugen Aasinng der >»> »nd I I der .Bereinsstatntc» folgenden B-oVtlant z» fetze»: i 8 I". Ter Borsland besteht . an«,dein Präsidenten, zwei Bieipiäsidenien, zivei Lchrisisührern,! dein »kassier'»nb iechs Mitgliedern, Seren Äiineiione» vom Piäsideiilc» btfftininil werde»; seiner ans de» trhrenpräsiSenie», de» Ebren iniiglicdern »nd de» Mitglieder» des Schiedsgerichtes. $ 11. Ser Bors and versainineli sich über Einladung des Präsidenten oder in Mini Berhind frung eines der beiden Bieehrändenien zur Erledigung aller i-iil>t aiKdiücllich eiiiein andere» Bereinsorgane vorbchaltenc» Aiigelegenheile» Ter Bors and ist beschlußfähig, wenn einichließlich des Präsiden»'» oder eines Bicepräs denlen sieben stinnnberechiigte Miiglieder anweiend shid. Tie EKrenpeändemfn, .Ehrenmitglieder »nd Schiedsriäner n»d gleich de» Boiitands miiglieder» i»>d«» Borslandssivungen stiiumberechiigt. Ter Bornaud saßt seine Beschlüsse mit absoluter Summen»»'!»!»». B,i Siimnienglcichlheii eiU'cheidel der Borsitzende, Tiefer Antrag wurde ohne Tebatle einstimmig angenommen. Schriftsteller! Balduin ('Moller ergriff sodann das. Böon zu einem fesselnden, inst reichem Beifall seitens 5cr Berfammlnng gelohnten Bor nag, den wer an leitender Stelle wicdcrgebcn.. Als der Höhepunkt, sowohl der Bedeutung als auch der Slimnrung dieser Pcrsamiiilnng muß der »»» vom Präsidenten gemachte Borschlag' bezeichnet wlrdcn, eine Reihe illustrer Männer, deren Nainen wir bereits in!>cr letzten Nnmmcr gebracht, zu Ehrenmitgliedern des BercineS zu ernennen. Bei der Berlesiing der Viftc wurde jeder Name von lautem Beifallsruf seitens der Bcrsaniniliing begleitet; die Erncunuiig erfolgte ohne Tcbatte mit S t i m in c»c i n h c l l i g k c i t. Freiherr v. SnttNcr stellte sodann de» Antrag, der Bercin zur Abwehr deS AntisciiiitisiuiiS möge seinen hnnmnen Prineipien getreu dem jüngst gegründeten „S a ma ri t erb n » dl" eorporaiiv beitrclcn. Tadnrch kösinc zugleich der Bercin am beste» den Bcw is liefern, welche Bcrchrung nnd Slnnpathic Alle ohne Ansitahnie 'dem Ehren Präsidenten Hofrath Tr. H. Nothnagel cntgegenbringe», der znm Borstandc dts „Sainaritcrbnndcs" zählt.' Bei diese» Pforten des Herrn Präsidenten ikain cS z» einer spontanen, nicht cndenwollenden Svaiion für de» »ngrschrockruc» Borkümvfcr der Abwehrider. Hotrath Tr. Noih nagcl mußte ticsgerührt wiederholt danken, bis sich deij Bkisatlsstnrin legte. Ter Antrag wurde selbstverständlich -c i n st i in in i g angcnom men ' Hnm lebten Pnnkic der Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes, hatte sich Herr Stört zun, gemeldet. Er beantragte die vom Borstandc vorgclegie Vifle >»i!>!>> ' nnzniiehmen, Bczirksansschnß A'atdstein nniciüiilZte die'en -Bmichlag »nd he antragte de» bisherigen Mitgliedern, des B.orflaiide.- den Tan! >nr ihr rastloses Böirken ansziitprechc». Als Sesterreieher und A-iener 'ehe er sich zu dieseilt Anträge gedrängt, weil der Ailfiieinitisnins S esterreich nnd Bfien zu Eirnndc richte. Vebhaiter Beifall, lind noch etwas habe er auf dem Herzen: er iiuifft fpeeiell danken r'ürdie Erilennnng des Freiherr» v. Ezedik zum Ehrenmilgtiede. Tieier habe den. Ami semitisniuS als den österreichischen 'Nihilismus bezeichnet und damit den Nagcl auf den .tropf getroffen. Böärc nicht bereits eine Slalnien ändernng erfolgt, so würde er eine Titeländcrnug Vorschlägen,, nnd zwar :. „B e r ein z u r 'A b iv ehr des ö st e r r e i ch i f che n N i h i l i s ni ns." 'Beifall.) AnS der sodann'erfolgten Nenwahl gingen folgende Herren alS gewählt hervor: Präsident A. O'. Ar eilten v. S iiIlnei: Biecpräsidenten die Herren Tr. . Earl Neiehsritrrr v. >iißling, k. k. 'Notar »nd Eduard dc> Mingazzi di Mondigliana, t. und k.. Hiencralmajor a. T.: Eaffier Herr 'Anglist Bei fing, Scerctär der Staatseifenbah» ('iefellichafl: Schriftführer die Schrift steller Ernst Bietor Denker, rlecdaetenr des „fvreien Blattes" und Balduin roll er: Borstandsniitglieder Biec Bürgermeister Tr Nai niund E'rübl, die ÜceichsralhSabgcordneke» "Tr. Eduard Siieß, Tr. Ferdinand .(i ron awclter und Earl 'Börabetz, Eieineinderaih Tr. Earl iinni erm a » n und Sianfnian» t'ndwig Hetien : Schieds richter Schriftsteller 'B'ineenz.Ehiavaeei, Reichsrathsabgcordneier Hofrath BTithelin Ern er undÄe (^<ii,ei»deräihe Araius Tjörnv, <vra»; ,vran civberger und t'eopold Seiler. Nach der Berfammliing fand noch im ..Hotel Bristol" eine ge icllige gsnianinienknnst des Borstandes nnd zahlreicher Mitglieder »alt, bei ivelcher die frcndigerregle. Skinininng in schwungvollen Toai'l.en und besonders t'tür.niische» Svat-onen iiu_ den Elirenpräfidenien Barönt'ei tt n bcrger. sich Bahn brach.' . Die -Duden und die £riniinaltfttf: Bor uns liege», zwei',vlngfcl>riflen , weiel>e mil .g>ngrnudelegnng desselben Materials den Antheil der Anden in Tentichland ain Per brechen behandeln, allerdings nicht, >r>ie man meinen sollte, z» dem selben Rcinltatc gechnge». B-ährend nämlich fVaroboivst» in seiner Schrift: .. T e r 4 nh c n 'A n t hx i l a m B e r b r e ch e n" zu dein Schlüsse toinint, daß, wollte mansich der t'ogik der AniiseinitS» nnterwersen, in Tentschland alljährlich ftOH bis Sf(i vernnlieille Berbrechen mehr vor koniinen müßten, wenn daselbst feinv oitbeti wäre», gelangt Bo. ('' i'e’ c in der -.weiten Schrift,» die zuerst in den von dein ' Anden >e»randa gegründsicu „.(''reir,boten" erschien, zu einem ganz gegenlheiligen Schlittse. „Sb gut oder schlecht," schreibt l^iefe, „ob begrcislicch oder nicht, jeden falls ist das Treibe» der Aiide», wie es i» dc> Eriminalstaiislit znin Ansdrncte kommt, geineinschädlich und geuieingrsährlieh " wär den ll» befangenen ist dieser Beide:ihrnch indes; nur eine nenerliche Ällnstr.nü'n des-alten, erst jüngst auch von Vneger eiiirk?il Ersahtun.-»»'es, das; inan anS Saatistilen machen .tann, was man will. ive'.den ein vaar Wahlen verschwiegen, i>o>l ^tffewi von iiebensächlicher B.deninng an erste Stelle gesetzt oder"'zu Eoinbinakionen anogebeutek, die der Sache eine, andere Aarbnng gebe» B.-ir iehen a»i der-eine» Seil.' eine nnifassende »tid übersichtlich geordnete Siai:st:t der denl'cltenllkrimiaaln'nl voiii .stahre bis. I Mm n»'14)e nichts verschiveigl, was ivesenllichwäre, und deren Berfast'cr Aarobowstn es in ancrlennensiveiiher Sbje.iiviiär „von: Standpunkte des modernen Andcitthnms ans lief k'ellagi. daß es Stellen g bk, wo das'alte'jüdische t'feschlecht sterblich ist,' nnd wo eine clhischc .Nesorui des junge» i'st'fchlechles einznfeizen'har, damit es auch diese Alerte» ahwaschl".' Ans der anderen Seite abe: haben wir eine aniisemitiiclic Tendenzich'.ist' vor uns, iwI.Ik 'ich abstchilich 'in Tetailmalerei verliert, ni» den Bc»t des hewrs vom '.''roßen nnP (Rruzcn abznlenten, nnd der es an et, gelingt, ans die'e Böei'e eine An' von sogifelsem Scheinbeweis .aüfznbane». Ein firngst viel gebranelnes Pijbwart variircnd, tönikte inan auch hier ansrnren: ..Tie wahre z'vgik ist das nicht." Und in—der Thal, was uns «'Neie'als lggiiehen Beiveis für die,„l'ieniei»sc>tädliDa'il und <" e ni ein gef fi bv f i d) I ci t des .cudeu lhnnis" vorfiihrk. ertveist fielt'vor-den Aiigen der 'crink 'doch n7ii a.ls eine, wenilgleich glanzende Sovhistil. . . .In den wesentlielten. Tatni stimmen beide Anlore» icbeiein, n„ Umstand, ^.der die tnrze B.'iedergabe des-nngebenren M'a:e>'>!s, das N „Ter .luden Aulheil am 'Beiheeäte»." '>c.icl> annnche» S-"el»., da-.;e'»»l" von Tr. Virdwig Äaeoboivsl», 'Ben», I"!'-' „Tic Ändew „nd die eem'-l»' EriinincNiflil." Bon Bs. csjeie, veipzig l>!'-'!.

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