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Freies Blatt · 1893-03-26 · 51 (26.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
51 (26.3.1893)
Date
1893-03-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 2. Freies Blatt. Nr. 51. 6uMt. Hoch immernicht genug.?ie tKebartion wird auf die ganze (''•.neue die'er t^e'chichte aufmerfiam gemacht, das Buch liegt vor, der Mann ift betannt und ftigmatifilt, und man sagt:-„Wenn man aiiftr1 a » fei ri{ idt t ifl f ei t der 26orte zweifeln wollte, so ist al!e:d:::gs die Tadte nicht so gesprochen worden, aber wakr ist sie deshalb doch.'l?iie ift die Rampsesweise der 2lntiseiNite», nnd ich in »st sagen: Vogi'di iü das allerdings, aber es ift — die Tpitbubenlogik.! 26cnn wir iveilers .einen Blick werfen aus die V.ogif jener Anti ' femiten, die uns raumlidt naher nehen, bemerken ivir wiederum die nnna:HU dtftrit T inge Ein ltienges Antiseiniienblatt lieft einem anderen I Anii'.niiienbiait die Vci’iten -die Herren sagen sich gegenseitig in j einer 26e:'e nnd mit einer (''ritiiMidifeit die 26abrhcit, lfif dies 2lußen; ''lebende nielit i'o gut vermöchten — nnd wirft ihm vor mit der edlen j '•er::, sittlicher Entrüstung, daß in dein Blatte ein musikalisches i '•ee'erat endiciteit ift, in dem Rubinftein's Spiel gelobt worden ist. ' 2e'::n irird nicht etwa bebauvtet, elenbiiistein chatte schleecht gespielt, : 2l! er die Thatfache ist doech bekannt: 2«ubinftein in ein Jude, : nnd 'ein Tviet ist gelobt worden! 5a kann ich nun mit dem besten , 26eilen weder' eine sittliche noch eine iicTiitiitftfge Vogik - erniren. Das Inn das chniblienin, das lieft eS wiederholt, es gewöhnt sich daran — nnd das in das llnglück, das in das Traurige an der Sache. Das nttlnche'2ch-wnfn'ein des 2wlkes, das derartiges liest, wird abgestumpft. Hünnierische- Veifin.igen werden benribeilt nicht nach ihrem 26enhe> 'andern auSgebend ran der Tbattache, ob de-r Rnnstlcr ein Jude ist Ad.: t:reift. T arnm mns; das Spiel eines Rubinstein schlecht befunden werten nnd e.n Roman des firaninien lf'esinnuugsgeuossen Türk als a::s.:;e:ch::-ei Man siebt,;ft welcher sittlichen Berkonimenheit diee- '::Irt. nnd :d> frage: Iß jemand imstande, auch nur einen Junten reu r'e.n! darin zu entdeden n 6,st Sinn und Beistand darin? .... 7Heine in der 66«eirfdibeit 'ehr nnangenehm geworden, weit mehr -durch nine '.'eißnngen, als durch alle die zweifelhaften Einlagen '. nes El'ara:: rs dadurch, daß er wirklich etwas lautes, Bedeutendes nnd '6.'etliches geschrieben bat Es ist ein V’indenpiel, wenn dlrnbin iradit wird, weil er ritt 6„de ift: eS ist ein Rinder- ". .!, r. enn eine Sängerin hernntergeniüdn rvird, ttidit weil .sie eine .'nt:n ß/ 'ondetn weil sie einen Inden. geheiratet hat — deshalb •: d-r <'• e’,iir,t schlecht alles das in ein Rinderspiel gegen die - de, d s u. i:>etri:die E'e'nhl tief aufwühlende Handlungsweise, t •:-".n das Änd.-iiken eines Tidners, wir; es .Heinrich -Heine ist, n:.d Eine Iiodin.beilde Iran, dreifach gekrönt mir der (Gloriole da i'V.rt, d.r -dien 26eiHid)teit inid des Ilnglncks, eine Kaiserin i ' dan Tl :. re M,rannt sich für die herzergreifenden 5ichinugen Hetn.-'s, lind mit nnb.sangener irrende an dem Tdiönr» tritt sie dafür r. daß dan Manne an Tenkmal gefept iverde. 2lm Rhein soll sid, das ientwal er l eben, nnd .nnlit ansdringlidr soll es uns die Gestalt d .- T:äi'crs rer Augen.sühren. Ein poekuroller, nimmer versiegender B'-nnnen ''oib an'aeridilet werken,- eilt Vorelar-Brnnnen, und an diesem ,2':i!!iuai >'oll das '6ortratniedail!on des Dichters angebradik werden, r das vore.en r:-d aintleit gcarackrt ba lül'rl ai-.c:, p.'pnlattii und den Varel ei' ,vollen;n ntifterMidier Be 2<e'dieiteiter ‘iditer das T kann rür einen in beideir .'nkinal niitit gedacht werden. i - n Vr:;.:i 2'rnnnen würde man ftdi vielleicht get'alleu lassen, vielleicht an cki nid't, denn die a Haifa die, das; ein Heinrich .Heine das Vorelen V:-d aed:d tcr bat. r-ncht cie.leidit ans, um auch den Vorelen irel'eir zu r '. nden. 2ll'-er ' man-ließe fid) dm Varelen 2'rnnnen vielleicht noch n:mer a.'ai-en n aber die adern Anoeiation, daß inan dabei an den 7 d :c: der.keü soll —- das gebt nid't! lind nun wird ein -Haberseld :ns 26etk iin'eiM, wie es in ivldier Brutalität, seitdem Viteratnr e ' I nch: e.'d>::.! n wird, rachnichtdawar Id) sage ja nicht,daßHeinrich .H 'n: nüs das Je al der Matinestngend sein soll. Aber wo ist je!.: d u. daß inan die periönlidien Td>wädfen eines Menidfen in H : . ■; ,'ich hantelt um seine unsterblichen 26crfe! 26:. .: nns bme an den Bd.'n des Hora;. -Tollen wir plövlich -'.-n. d. ' V.' n . ".d!.:..n i!idit geleiert;tt werden, denn .Hora; war ■ ■} 2d :::t:-:r nnd - in Tc! iiiaroner nndist 'keinem 26,'äeeuaS in einer;-,::r."'• rt, irre sich dies mit dem freie» germanischen me*!: r.-rnagt? lind jeder Tdntljnnge weiß, daß Eirero mir'e: cd l a:-'kt-.bald war. als weldter .er dem B-nartaner von dem > ß. -t wn.d. 6a, sollen wir nun plöklich anfstehen und , . : 7 ,'.S iß ridit das richtige, d-relaistscht Vatein, das Cicero Mm d : :'.','antt hatte nicht;ene römische jrrtivitas. wie wir ■ -enstat'-t m an einem Taeiins und Cato Eeiii'orius? Cicero :' das n..s'isch->'!. Va:etu gk'chr^ebkl! und Heine die schönsten Viebes- . ... 2r7 -st d : Ti-.in und rferstand, wo ist da Vo ik, daß inan der c; 6n:cnd-di- 2cha.ifternüg trübt an einem gerade;» begeisternden 7::!: , nnd daß man d:n beutidten 2;otfe einen.werthvollen Tchatz ' 7 d >s 2'ergailen der /Vrende MI der 5id)knnz kommt mir einem Frevel am Heiligthuine gleich. Zu den hoiligsten Besitzthümern einer 'Ration gehört der eiserne Lsesipstand, über den sie verfugt in der jiunst und in der Viteratnr. lind der wird einem 2<olte geraubt nnd verbittert — warum? Ans Gründen, für die fid) eine logische Ursache nimmermehr finden läßt, die vielmehr wurzeln-in der Brutalität. 26enn id) mir nun die ganze Crsdfeinung des 'Ankiseinikisnius vor 2lugen halte, so wird in mir eine ReminiScen; aus der Äird)citgcfdjid)tc wach. 5ic 2-'d)e ist nicht neu. To oft irgend eine ^eftre anftanchke, hak es genügt, wenn ein Prophet ausstand, nm das Gegentheil;u be hat.plen — -er hat stets seine glätchigen Gemüther gesunden. ES ist nod; niemals etwas behaupteS, etwas ausgestellt worden, was nichkSwnrdig genug gcivefcn wäre, nni nidjt bodi ttodi 'Anhänger zu finden; nichts, was so bodenlos bniitnt gewesen wäre, daß es nicht von einer Td;aar von 2lnhängern als ausnehmend, klug und weise gehriesen würde. Im III.- rlahrhundert n. Ehr. G. blühte eine Tecte, eine 'Abart der <>'noftifcr, die jiainiten Diese haben ciufadi die bis dahin f geltenden religiösen nnd nioralisdten Begriffe auf den .stopf gestellt, nnd ihre neue ^Religion war ferti iviir diese Henke war die Tchlange des Paradieses das Thmbo.l alles Hohen und Henlidien. '26arnin'? Tie Tchlange hatte dem alten andengott einen red>ten Tort angelhan. -Hain, der den Mord in die 26elt gebracht hat, war ihr oberster Heiliger, denn er-hatte die ganze Religion, die bis dahin bestand, so red;t vom Grund ans coinpromittirt. lind das war ihr Mann! lind ihr oberster 2lpostel — wer war das? Rein 2lnderer als 6ndaS 6sd>ariol Tludas 6«'d)ariot ist der einzige 6ude, der (^nade gefunden hat vor den 2l)igen der Rafniten. Er ist in den;>«ang der -Heiligen erhoben worden, denn er Kat Christum verratben. Das haben sie ihm nidzt bod) genug anredinen können. Man sieht, man braucht nidits dlndereS zu thnn, um Gläubige zu finden auf den, üMarfte, als das bA'idttSwürdigste, das Dümmste;it behaupten, es zu behaupten mit dem Brustton der lleberzengnng, der wahren inneren Chrlidikeit, die da strebt durdz tReinheit nacl> Einheit oder durdt Einheit nad> üeeinheil: wonach inan strebt, ist ja ganz einerlei: her Pathos muß da sein, die großen 26orie, und immer werden C'läubige sich finden, die dem Propheten sich ansdtließen. Die große, tönende, Phrase ist ihrer 26irkung. immer fidter: nnd darum, kann id> sagen, ift es fidjer, daß ebenso wie die Rainiten 2lnhänger sanden, and> die ''Antisemiten stets 'Anhänger finden werden. Die 'Ana logie;wisd>en ihnen ist nid)t so weit Hergebolt. Man nimmt einfad) das her, was mttiiriid), edel, sittlich, anständig ist: man stellt dies 2llles ans den,.>iops — nnd hat eine neue Religion gesdiassen! 2lud> mit dieser kann man selig werden! Aber -wie die 26eltgesd>id>le über die Jfaiiuteit zur Tagesordnung überging, so wird sie'andi über die Iräfjlidje Erscheinung des Antisemitismus zur Tagesordnung übergehen. Ti« Tonne bleibt am Hinimel nnd lend;ket weiter, wenn and) die 26olken über sie hinziehen, lind gewiß, die 26olken werden vorbeiziehen; und wenn wir den vollen Glan; des klaren, hellen Himmels and) vielleid>k nicht erleben,- wir werden dock) inzwisdieneintreten und ein stehen für eine Idee, von der wir int tiefsten Innern dnrd)drungeu find in der lleberzengnng, sie' Nt die rid>tige und sie ist die mensd>lid>e. Dritte Generaloersamnttung des Vereines zur 2lbwettr des Antisemitisnnis. linier;ahlreid>er 2sekheilignng-fand am >7. d. Mi die diesjährige, dritte <s'eiieralveisainntl»ng des 2sereines zur 2lbwehr des 2lntisemitismnS statt. 'Tie 2'ersanimlnng verlief dnrd)ans vornehm und würdevoll, ihrer Bedeutung angeniesien, nnd bildete so einen sd>lagenden Gegensap;u den wüsten 2>adanversanimlungen unserer '(slegner. 21. G. /vrcilterr v Suttner als 2sorsipender erösfnete die 2Rrsainmlung mit einigen,warmen 26orten der 2R'grtlßnng, worauf er den Berid)t über die 2sereinsthätigkeit in den letten zehn Monaten erstattete. 'Als die ividitigsten Ergebnisse der Thätigkeil des 2'orftnnbc$ bezeid>»ete er 1. die große P rote st v ersa nt in l n n g. welche einen glänzenden 2f£.rlat,f genommen hat, tittb '1. die bekannte Petition an den "26 r ä f i b c n t c n deS 2l bg eo rd n e ten h a u f e S. „Es waren das," fuhr Hfaton Suttner fort, „Ereignisse von bedeutender Tragweite, llnsere 'l.'rotestversamnilnng mitten aus seindlid>em lf'ebiete ist ebenso wenig ohne günstige Iolgen für unsere Tad>e geblieben, ' wie der Td>ritt, den wir beim Präsidenten des 2lbgeordnetenhanseS unternommen haben. Vepkerer insbesonders hak in den Reihen der Gegner -einen wahren Sturm hervorgernsen. In ihrer ohnmäd)kigen 26uth hätten sie nnL am liebsten eines Mordattentates an dem verehrten Tr. Tmolka

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