Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 46 (19.2.1893)
- Date
- 1893-02-19
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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5eitc 5J. freies Blatt.. r - riel (iftäuM t wurde und n-ahiMieinlidi bi-? aus VebeuSenSe geiän'chk werde. XaS wird and, ein etgiebiges Xbenia werten, wen» wir unS Wiedersehen. X» wirst Xu1i autti 'reuen, »ne tapfer flAtcrn j-irebow in der L-äblerver>ammkn»g gegen tie Anli'einilen aiistretrelen. Xie Gnicn find nun endlich auch einmal so lhlitig nie tie Liblechien .ich beloinme wieder Vebend>r>nte/und i» dieser grüße ich TiM als Tein j L. Aucebach Ganz verwunde» hat er aber die „Lcelenzertrümmernng", wie er seine durch de» Anliscinilisinns hcrvorgerufciie Geninlhs Iiimnim.g wstderholt im bespräche bezcichnelc, dach nieinnls. Man balle gm sage», tag in de» Tage» der Tischklopserci, tcr Gedankenllserei, der niagnelischcn Hellsehern, der ekstatischen Znng sraueii, i» der ^>cit, tu es möglich wurde, daß eine Eullurgejchichtc erschien, i» welcher weder Rafael »och Vionardo geuannl »'»rde, wo die allen. Griechen als das nnnützcste Bnininlcrvoll der Welk grlninzeichnel wurden und über dcw großen äiant die Behauptung gewagl ward, er sei ein wahres Unheil für unsere geistige E»l wieklnng gewesen, daß zu einer Zcil, wo solches und allerlei nichl williger Lchlimnies geschehen kounle — eine Erscheinung wie der Ankisnnilisinus zwar im höchsten Grade bckkagens und verdaninienswerlh, aber nichl gar so verwunderlich sei. Es hal ja die .kvamsilion, tie »vlagellanlen, die Herenprocesse gegeben, iraruin solile nichl auch dieser Wahnstnn die il'tU hciinsuchen. Bnihold 'Auerbach ließ sich eben für eine .^eillang da versliinine» und labil.en, wo nur werklbinige Bikänipsung am Platze ist. Wer von UNS Allen aber kann es lbin verargen, daß ihm diese ekle Lache ans '.'eben ging? , lim. R a n z o n i. iLino Unterredung nnt de»n Superintendenten eiin Miiarnaer des ..»vreien Planes" balle vor stmzem eine ein iliindlge UmcneSinig mit dein Luv rintendeitteii der cvinlgelischcü rt'eineinScik belreiiichcr Eonsekston, Herrn P'arrcr Tlko Ldrack, über tie des Aiili'einitisiiins und berichtet uns bicrübrr: .uh balle die Ebre, vom Herr» Lnpcriiiiendeiil.'ii Lä(ad eulpiangrn werken, uni testen Meinung über die anti'einiri'chc Bewegmig zu oeruelonen. rer Herr Lnveriulciidenl ging nach einige» ciuleikcnden Wo:len rar Lache selbst über und sagte: „Tic Ausschreitungen, deren sich - die Amistiiiiteii schuldig niachen, lind mnsoinehr von jedem '^eblldeken rn veruribeilcn, als stch diese lirerste gegeri alle .luden ebne '.'lusnalnne, gegen die .'urteil im All eiiieiiien richten, ivo cs doch »o viele anständige .uiden gibt. Als ö'eistlicher stehe ich ans dem - Llandvnnlre, daß ich mich in die Polilik nicht eininengen soll, ich bellachie aber die . .uidenrragc" vollkomnien objektiv vom rein religiösen Liandvnntie ans: darum halte ich es iür meine Pilid>t, in meinem •'i:.i\ auch in dreier Lache stets anftlärend r» wirten .ich betone es est: .>ch »nüblüige die Ueberschreiinngen,' ich verwerte das Generali stcen ('Mite nnt schlechte Elemcnle gibt es in jeder Ration und Religio», lii« ictllechrer Ebi ist ist ebenso rn vcrmlbcüeii wieein schlrelncr" .urte, :n rechlschostener .irrte Hai meine volle Achtung." .im weiteren Perlan'e seiner Ausfiibrniigen bemerkte Lnveriniendent L chaä: „Pom religiösen Ltandpunltc aus liegt meinem T afürlnilten midi . :ü geiviste Perechrigung vor, kpeeiell gegen manche Vdivc des 7 ...» : t an»znireten. wobei ich aber wieder betonen muß, daß die »vorm d.s »l..a:p»es. die Raeenverheiriing entschieden zu mißbilligen ist. Las Per! ragen nach einer klaiireii' Präviston der Bedeütmig des Talinnd ist, gtanl.- ab, berechligt. Ls muß sestgestellt werden, was von biefey Velar als <">.an: e:iofai? anzn-elien 'ei, denn -daß selbst die orlhodoren .iuden.l av. ..:dir niebr an» dem Ltairtvunkte aller talmirtiichen Er erlr.uag li st den tonnen, darr als sicher angenoiniiien werden. Warum .:ue te'.an:: Pietät gegen solche Vohren der Porstrhrc» V Wenn die ,'urt it;;l»'t •: dar nv.d deutlich ausgesprochen 'bähen werden, was Ne dar su aunebn!.!!. daun werden »ic ihren «Gegnern die mächtigste Waste der P. ltsrrrhevnug .nrzogeu baten Wenn-, auch beispielsweise - die Er r-ildnuaen von dein Plutrimale des Talmud stch für den Talinnd tuin.r als taclrerlrche Märchen darstellen, so gibt gerade der Umstand, daß die lalw'.idische Vebre nicht einmal allen .urteil, geschweige denn de: großen Maste des Poltes geläufig ist, .uideiistinden eine Hand da! e rn den be'ttgstcn Angristen." . .. ,’ut einer . rigebenden Tarlegnng über die Lrelliing der .luden ra:n Talmud »ul,ne Luverililendent Lchatt tut Weienllidien aus: /.Tun ealinirt schreiben die orlhodoren'.uiden eine gewisse verpflichtende rn. li’-.il'-i-:irt andere wieder diese >ira»t iic iren. Ter T.rlmiidisinnS > Aiisluru der mostrisch n n'e'ei.^cbnng, nach der strengsten Anffastnng. ähnlich den Bestiiiiiiiungen der Päpste und Concile in der kalhölischcn Stirchc, nach der milderen berechtigten Praria ähnlich den Velivbcftiiiimuugen der christliche» Siirchcnvätcr. .ln crstcrer Hinsicht wären sich TalmudiSinnS und ÄalholiciSmuS gleich. Ter Ltaat hal das Recht und auch die Pflicht, wie von -jeder anerkannten Religion, so auch von den .(luden ein beslinniites Pekemitniß zu verlangen. Der >-ali'olii>l»n.-r romamis gilt dein Lkaatc gegenüber als das eigentliche katholische Pekeruitiiiß, wie die foiifessio nii<tn>l:>iia r,nd die ronll'ssiu In-Ivilica die stlchtlich geltei/de» Pekeiintnissc der cvaiigelischeii Siirche sind. Tas find .bestimmte Pekeiiiitiiiste, in denen klär und deutlich aus gesprochen ist, was die ci»',clncn streligionen wollen. Dasselbe möge» doch auch die .uiden im Wege einer allgemeinen oder auch nur einer Vairtesiniiode Ihn», und die »trage des religiöse» AirlisciiiilisiilnS wird mit einem Lchlagc aus der 'Welt gerümiit sein. Die .luden mögen eine i'i>',.-»»> jmlaica aufstellen, sie »lüste» sagen, das und das lMlten wir a» den Vehre» des Talinnd mit -unsere» heutige» An schanilngen vereinbar, daS glaube» wir, daS ist »nscre Moral, daS klebrige aber liamnamiis, vcrdaiinnen wir Dicse Pcrwerfiing aller (.Glaubenssätze, die von den Patern für gut gehalten wurden, in die heutige 3«t aber, nicht mehr passen, das ist der Weg, de» das .Indentlinm selbst ^iir Vösniig der dubeufragc cinschlagen 11111(5. Dahin gebt ja auch tut .urtenlhnui scldst eine Ltröniiiiig. .ich traue mich zu prophezeien, das;. in allernächster Zeit schon, innerhalb der iiächstcn zwanzig .lahre, von der -Ltaatsregicrung die Aiifstelliiiig eines der artigen Betenntuist'es — das Alte Testament genügt hier nicht —’ gefordert werden wird." lieber den iialionaleir ÄntiseinilismuS äußerte sich Liiperinteiideiil j Lchad folgendermaßen: „Die .luden selbst legen sehr viel Werth, ivcnii auch vielleicht unbewußt im Herzen, auf die Erhaltung des . jndi'chen RatronalgesühlS, weil sic darin ein Mitiel erblicken, die! Religion selbst zu erhalten. Die Lrhaliuiig ihrer Rationalität kann! ich ihiieii diilchans nicht verargen, zninal dieselbe mit ihrer rlceligion aus das Engste verbunden ist: Der nationale Antisemitismus ist mibe; dingt zu verdamme», iveil er eine Raeensrage ist mrt die staatsbürger lidicii Red(le einer großen Elasse von Mitbürgern .vertürzi wissen will. Tiefe Rechte müssen aber gegen .ledermann gewahrt werden." .Im, Anschlüsse an diese AiiSiührnngen machte Lnpciinieiideni Lä(ack über die Veiler der anliscmiltschen Pcivegnng nachstehende Peiiicrknng: „Es ist eine ganz besondere Erscheiiuing des Ami stuiilismns, daß von allen diesen Venten Ricinand wirklich mit den Waste» des l>st-istes zn lämpsen imftaube ist, daß im östgeniheile die elrohheit der Massen und die innerliche strohheit der ganzen Pe rvegmrg auch ans die wenigen gebrldelcn stiihrcr, wie den Prinzen Vicchtenstciil beüpielsweiie, ansteckend wirkt Auch von Llöcker war cs ein grol^r »lehl'er, nad> Wien zu tommen und sich hier tut Tienst dieser 'Amte in die Politik eines andere» Lkaales-zu mengen. Pei solchen .srcundnachbarlichcn' Eiukälleü ist es am besten, den Einsallcnden bei Zeiten die Thür zu weise»." Tie Meiming eines hochaiigesthenen Würdenträgers der evangcli iären .'iirche in. Testerrcich zu erfahre», wird ohne Zweifel auch jenem Theile 'unserer Veser willkommen sein, welcher -in inanchem Puulte dieser Meinring nicht ganz beipflichtel und bei Penrlheilmig der ami (emtttfd)en Peivegmig stch bestpielsweise eher an die vieleitirten Worte des-Grast'» Rudolf Hoyos hält: Xen »''laubeu nicht mrt nicht Sie :U\ice viil'! .cbr belegt mit Enrem Haste, Xa;n >eis .lhe zu anfgekiaei! . . Wenn u1i' Sie fveaiie 1 i.iuig 'aste. Lo ifi tS mir die Wcelbeim Eane, Aach See Lemilenhast begehet. Mil aufrichtiger Pesriedigring wird es aber alle ,vmurte der Ab rvehridee. erfüllen, daß Herr Liiperlntcildeiik Lchack im Wesen der Lache dem z'lntisemilismus gegenüber ans demselben Boden steht wie andere »vorderer der Hmiiaiiilät und Anskläruug. Er vermirtl, wie das auch in einer an uns gerichteten Eilschrift der berühilltc Gelehrte Mar Bc'üller getha» hat, das (''eiieraliliren, das Pauschalverdächtigen, und rvill den einzelnen Mciisccheil, mag er welchem Ltaiiimc und Bekennt niste immer angehoren, mir nach dessen Eharaktcreigenichaften bcnrtheilt wiisen.^ Der Du^enlxis; der 2\ömer. Tic Anlisemitcii eitiicn mit Borliebe den vlndenhaß der üiönier alS historische Vcgitimattou für ihr eigenes Porgehen. Wo dieser Beweis hiiiäuSlaiifen soll, kann nur ein besonders orgaiiisines' Gehirn, wie. cs die Antiieinitxn zu haben meinen, erfassen. Gesetzt, die notorische Abneigmig der Römer gegen die onben wäre in Ursache und Er-