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Freies Blatt · 1893-02-05 · 44 (5.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
44 (5.2.1893)
Date
1893-02-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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V Seite 6. Freies Blatt. Nr. 44. wäbrend dir Ansiprüllir Anderer salv» rev--r«!Ulii» nicht!ö»ne» angerühtt werden. J’Aiv iü den itmi’eniiteu das ganze neue Testament? Ter »»r etwas, „zerffonene Änsdriill der indi'chcn Rarenbeichanenlieil und stier itnd da sich ’t'lbft wideriprechend" T>>st> ingr Reibst' da-? christliche Moralpniirip vermag rar den Äugen der „Pater" nicht Gnade zu rinde». Ich habe noch viel anderes, vom Tkandpimtle de-:- Ebrisienllmms ans betrachtet, böchst Periveriliches in de» schritte» der „Barer" gefunden, indes genüge das Geiagle zur Beanlivorlnng Teiner Fiiige: ...tan» ein kalboli'cher i’>en'n>llier mit den Anii'eniikeii Haid in H.md aebene" Rie und »immer. Tobin hast Tn. alter Freund, Tein Auftreten gegen die Amiiemiren niestt zn bereuen, und es stellt zu stoffen, daß efpineval nnd Primai l,:»r—-in :inti.-<-ntit. deereliren iverden Tll'ließulli bezeuge ich, das; ich ivabrend meiner ganzen Lebenszeit von teinem .'»de» bin ange'chmierl ivo>den. And wäre es gefestesteu, fo bäne ich Rai'vn - gi'nngj nicht;n geneialfsiien »nd. zu lagen: To sind sie Alle, weil ich die G.nechlii'irnng auch 'iir uns Ebrisien nicht gellen laue. Run lvi'e ich, alter Freund, Tir bewiefcn z» stabe», das; ich sii-nili »t ... V V. 1 iud Heil’" treu Teinem (betreuen"" Fran; l in. )•. ■ VIiiä Dem Drciiüildicii BblzcorDilctcnhaiist. Ter dem Ärnswalder Vandralst v. Bornstedl anläßlich seines Verhaltens gegenüber der Eandidaknr Ablwardls erlheille verweis fülrttc im preußischen Ast gevrdsieleuhanse zu einer Testalle über den Aniisemilisuins, ans der wir ich A'achsiehenden das Weientlichffe initihcilen: In d» i Betstandliing »der den litot nigk (jfraf r imbnrg Tlirn >ii - iroil'eilvaiivi bei der Prsi „Reillisanzeiger" die Perönenllichnilg des Beriveff'es ,iii den Ärnchvalder randralst. In letzterer Maßregel erbliche, er eine Reivosiläl mid llibeidastiiiig nnd 'rage, ob die Regierung tanril bekunde, daß sie die Eon niraiiren ^rertio::,.! 'chlelln behanbeln wolle. -- Ministerpräsident (?raf willen b ii i g r.rirastti d:e Regierung gegen, den Borivnr' der Reivosiläl ivegen des Bor gestenr gegen d>» Ärnswalder randratli. Tie Berörremlillning des AnsdrncheS ernner .biißlilligniir. iin ..Reillisan'.eiger" >ri die mildeste Rüge gegen den Vaud g-ffre'e». der einen Man» nne Atilwardr dnill» einen Wablam'rnf nnieisinvl' . u;nu>l|i etr'ei die Regiernng lind die Armee veenngliinv'ie. Ten Berkaetir rim rurr,'s^ daß die Regierung geiade ooii'elvaiive würdige Beamte schlecht brstandle, loiitte kt ichulenbiitg >',ll> nur.ans deii Errastriingen erklären, die l'inrburg selbst gemacht bade. Ter Ministervlästdenr bedanerr, daß d as T l r a'ge> e„ keine Handhabe;>, einem strengeren Brrge!'en gegen Ablwardl bieie. Ter Bfrweis gegen den randratb "ie, re,one»l!ill>l" werde», dainit nicht die Meiiiltilg anikoniliie, daß die Regierung im'TliUen die Agilalivii für Astlwardk billige.. Hob recht «national-liberal> erklärt nnne volle Znftrtnmung zu den Worleii des Ministervtästde.nien und .’äbrt daiiii 'an: Ablwardl ist der Berlrcler tes lei'jge» A n l i - e in i: is ln n s. der nicht verdi.en», mir irgend einer a >i.d e i e n Partei an' gleichen Jus; gestellt;n werden Ter ilmnomi tismns . rvellirt an die niedri-gsten Instino ie. 'Trine Wnlung ist gleich d, xravirend tiuf die Ber'olger nne mf die Berfolglen, lind ichlleßtich ninne» >»r efl-. iii.-ei'c daraus e'ntstebr». Ter erste verönentlichle Emwur' des -dnierntil:.e» Programms emhielt einen Tal? gegen die Ans'chreiliiugen des Ai-.lis, lsimsiiltiS, der daiiii gestrichen wurde, angeblich wert dir oonstivätive Partei demagach-cher vorgcte» iniine. Tas bat eine große und traurige Bedenlnng. T ii Eeln'erva:iven staben silli damit von denen geschieden, die ivie auch wir die verfaniinge mäßigen Rechte aller Ttaatsbnrget 'chiiven ivollen. Ter Anli>eniiliSnilis, der wgar den B tu lab ergläuben und geiäl'llne Talmndansziigc als Agiiationsmillel bcurivr, stellt an» einer Hobe inil der Eyrisienbetzc in llrhina, wobei' den lilinüe» allerlei Tchenßlichleiten angedichiel werden. Ter Redner' tadelt, daß der Tlaal-amvalr »nd der Tberstaalsanwatt in Berlin einen nlageanirag des Pio'evois Tr. Tiraek gegen die getatschten Talinndanszüge ablestnlen. Ter Alrli'emllismus fet nicht ekel n.-chl deutsch, ncdit christlich — Siickcrt »':>>»m.i den, Boiretner zu: >r vernnsteil! scharf die eoli>crvakiv anlisemiiifchc Hene bpi .'er Ärnswalder B-al-t nnd'vronoe'irl die idioiiiervalive», geradeste,'.;: .s zu erklären, ob 'ie die Pertei'iung;» llugnnsten dcrIudenandeiltl wellten , T ie Tonte rv aiiven schweigen»' Ter Redner'lenkt ie Aiishierl'amkeii der Regierung auf die antisemitische Tstäligkcil des „Teiil'chen Baüetilbnndcs" nnd deien lU:tentiit?n»g durch die Bestärden. Er erwartet, der '."iinister werde das staatsge'äbrliche Treiben des demagoglschen Anti>cmilisinu« ini'to-.Uii'cn Ireilarr v. Äinnkgersde icc-m'ervaliv» versichert, die Tonier vanrii trollen das Inteinbum ikicit als Religion vorunglimpfcn. Böen» sie diiie chttilliche Lbrigkdlt verlai'ge». '0 Ivist'e- „rrder, nas darumer zu verstehen -ri. r.'tif' eine Tennmon die-es Begriffeslind -die Iiage^kei Lerfafflingsänteriing einzugesten. r.lmled der R>dner.) lliber die Maßregelung l'inibnrg'S halte (Kraf Enlenbvrg gerade stsgaveigen 'ollen wie »her die des Ärnswalder l'andrakheS..— Ministervi'äsidenk ,''ra' »Tuteiibn>-L revlirirt ichait, er lehne es ast, sich Bor ichi i'len dm über mall en zn ianen, was er zu reden und worüber er zn schweigen babe T ie Regierung dnr»le »oll, »ichl' der Gefahr aus»'el?en, daß man ne derÜonn, venz bei der Bö ast l e ines Ablwardl be»chn ld i ge. :. BTaldow, der durchgefallene .o»»ervalive -l^egenoandidal Ahlwardl's, ver tbeidigl te>»en Unlersiustniig bei der Tiichwabl. Tie Tonfervalive» halle» Ahlwardr all! (regner der freisinnigen gewästlk. weil er für die Monarchie ans chrinlicher Grundlage eiiiznilkleii versprach. — v. Plötz fconfervaliv), Borsitzender de« Bauernbundes, gibt dessen amiiemiiische Thäligkeit zu. — Rickert conslalirt, daß seine Bestanpliliigen bestätigt wurden. 'Mmnigeiode's Forderung einer christ , iichen Tbrigkeit wolle den AnSichliiß der Juden von allen Aemtern und sei gleichbedeutend mit der Anfhebrrng brr Beifasinng. Tamit gehen die Conservalive» über dir Ideen ihres Borkämpfers, des gelanften Inden Stahl, hinan«. — ■5törfer stält hieraus eine seiner gestässigsten Hetzreden. Ec vertheidigt Stahl als „rhltich gelanften" Inden. Tie Wirkungen der Iudenemanoipalion seien erst nach Ttahsts Tode stervorgetrete». Ahlivardt fee nnbesonnen »oigegangen, aber daß er doll» eine der populäiste» Periönlichkeile» in Temschland sei, beweise, daß es sich um eine tiefgcbende nalionale Bewegung handle. — Aleranber Meyer ifreisinnigi iiihrl ans: Siöller beantivorrete Hobrecht's Frage nicht, ob es recht sei. Fehler des Individnnirir dem Colleclivum zur i'aft zu legen. Ter Talmud, gegen den Siöller abermals losgezogen^, sei ein Lainmeliverk. Tie Jude» danach zn beunbeilen, sei dasselbe, mie den beutigen .sialholioismus nach jesuitischen Tchrisistellern von vor zweihundert Jahren benriheilen. Im rell>tsll,offenen Mampfe um den Enverb solle die germanische Rare ihre «rast bewähren; gegen Unrecht »chüize das Tiralgösetz Ablwardl habe bereit« dem Berliner Magistral zu schaneu gemachi nnd sei, wegen Uulerschlagung angeklagt, mit sehr" nolkdiirslig sreigeiprocheu worden. Er sei unermeßlich leichtserlig und wenig geiviisendafr. Abiiraidl« Popularität briveise.nnr, daß in Wandel der Feilen das Poll sich leichigiäubig ans Siiie eines Manne« gestellt habe, der. leinen Glauben verdiene. - Rillerl kennzeichnet abermals Slöcker's fanalische »iampliveiie. Tlöller kenne nur den jüdischen Wucher, während'Rußland »nd Tpanien von christlichen Wucherern ausgeioge» werde». Warum lll'tveige Ttöller von den an liir m i t ii che» Angrisren auf dasEhriste»- iIi»,n > Ter Redner weide e« sich stets zur Ehie rechnen, gegen solche Per lreier der christlichen Pioral zu kämpfe». Wo olcilicn Die Hrrrt» '.Hutilcmitcii Vj Tie ,IT,e ip;iger Feil u n g", das amtlichc Cigan der sächffschen ffrcgicning, scheint sich vom Anilscmlkismlis loSfagc» zu wollen nnd raffte sich in den letzte» Tage» sogar;u folgende» beachtenöwerlhe» Aeußeruugeii ans: „Wo bleiben die Herren Antiseuiile»'? Fünf Tage geht nnninehr die Reichslagsdebalie über Börsenstetker, Abzahlungsgeschäfte und Wucher, nnd noch teiner der 'Herren hat bisher .»Feit gefunden, sich an der Erörterung dieser Fragen zu betheilige». In Bolksversaininlungen und Parteitnndgrbiliige» wissen sie tauin etwas Anderes zu reden, und fetzt, wo eS ernn damit »vird, ivo inan vom Tchlagwort zur praktische» Arbeit uberzilgehon im Begriffe sieht, glänzen sie durch Tchiveigen nnd überlassen die Aufgabe, etwas Brauchbares zu schassen, Anderen. Wen» das etwas Anderes als T ema zog ent hum niedrigster Trdn ii ui) sein soll, dann wissen wir nicht, waS Temagogic ist." '.Ainiscin im (ionflict mit Den Sirnfncfcncii.) Ter Antisemit :>r o t h ans Hollenhcini wurde am 17. Jäpner vom Schwurgericht zn B, a n ii h ei in wegen Bi e i n e i d e s zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt. ' *! Die IIDeII UllD Dn-ö HnilDwerk. Tas indische Institut zur Ausbildung von Handwerkern-in Warschau wird von 2l>l> jüdischen Zöglingen - besucht, die dort Tischlerei, Schlosserei und viele sinnst gewerde sehr gründlich erlernen. Ter praktische und theoretische Un terricht wird in ollen Fächern gratis erthcilt. lBauern UUD ZuDe».' Tie von, Neichstagsabgeordneten Wisset' herausgegedene, trefflich rcdigirte „ T e ii t f d) e Bauern - Zeit u n g" schreibt: „Bauern und Juden hak unser Jahrhundert frei gemacht. Beide haben. Säfiilter an Schulter in de» Befreiuiigskauipsen des deutsche» Bottes Blut und Vetcn gelassen; beiden will man jetzt wieder zu Vcibc, wenn -and) in ganz verschiedener Weise. . . . Mit dein Juden macht man nicht n> viele Umstände, ans ihn hetzt man alle unzufrie denen l'cntc und sagt ihnen, der Jude sei daran Sä)uld, daß es auch liederliche Bauern gäbe, die ihr Anwesen verlottern- und dann snbhaffiren müneni Ist das jtorn zu billig, so sagt man den Bauern, der Indo ist Tchnld: ist das Brot zu thener, dann schreit iiian in die Maste hinein, der Jude habe die Preise tünstlich in die Höhe getrieben: hat ein Jude fid) eines Berbrechens schuldig gemadit. und inffs; deswegen ins Znd)thaus, so schreit man wieder: .Seht, das sind die Inden!' nnd trifft ihre (^esammtheit, and) die besseren mit. Wagt es ein Richter, einen unschuldige» Iudesi sreizusprechen, so muß auch der tKid)tci nothwendig ein Jude oder aber durch jüdisäfes Geld bestochen sein. . . . Wahrhaftig, der Jude muß um der Widjtigkeit willen, die lii-n ihm gibt, stolz und übcrinüthig werden.. Wir deutsche Bauern Partei denken anders darüber nnd sind gar nid)t willenS, den Juden diese Widfligkeit einzlzräumen. Uns ist der Jude in erster Vinie ein Mensd), und wie wir uns dem Menschen gegenüber zu verhalten habe», das lehrt uns unser Ehristenthum; in zweiter Vinie ist uns der Jude ein vollberechtigter Staatsbürger und dieser Bürgerbrief ist ihm, wie uns, in der Berfastniig des Deutschen Reiäjes verbürgt worden. Hält

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