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Freies Blatt · 1893-02-05 · 44 (5.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
44 (5.2.1893)
Date
1893-02-05
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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»»seren Augen nid)t, 'als wir Ijiev lasen: ..Tic t. f. iislerrcichischc Staatsverwaltung kündet auf Grund des Gesetzes vom 2. Angnst I Zi>2 zur baarc» Einlösung die Jpcrecntigc östcrrcichzschc 'Jtototi icntc :c. und cinitlirt dagegen 4pcrccnligc österreichische lironenwerlhe' u. s. w. lind wenige Zeilen weiter heißt cs ebenso: .Das töniglich ungarische Finanzministerium kündet ferner zur haaren Einlösung die '»perecntigc ungarische Papicrrcnte re. und enüttiri dagegen 4pcrecntigc ungarische Kroncnrcntc ». s. w.' Das ist eine factische Unwahrheit, die, wenn' sich derselben zufälligerweise' eine Wechselstube schuldig gemacht hätte, die nicht den Freibrief genießt, von antisemitischer Leite unbehelligt zn bleiben, sicherlich znin l^egeikstandc der wcillänsigstcn Erörterungen gcniacht und als Beweis für die Kunstgriffe hiugestcllt worden wäre, deren sich jüdische Geschäftsleute im Verkehre mit dem Publicum bedienen. Dclin in Wirklichkeit ist von einer Kündigung der betreffenden Wcrthc vorerst noch keine R'ede, und wenn aueli .'licinand, wir am wenigsten, daran zweifelt, daß dieselbe in Kürze', bei den österreichischen Wcrthcn vcrinuihlich bald nach dem Ablause des Eonversionstcrinineö, hinsichtlich der ungarische» Titres aber am I. März erfolgen wird, so ist cs doch nicht erlaubt, einen solche» Act ui der angeführten Weise schon jetzt zn anticipircn. Dabei wolle» wir milde lind objfctiti"' genug fein, um anzucrkcnnc», daß durch die besagte Fassung der Annonce weder ei» Schaden angerichtct werden hm», noch daß aller Wahrscheinlichkeit nach irgend Jemand.»»t einen Vorthcil gebracht wird, aber eine sogenannte Praktik bleibt cs doch, und »in solcher Praktiken willen ist bekanntlich an Gcschüftslcntcn 'chon manches Unrecht verübt worden. Zugleich ersieht man daraus, saß unvcrfälfchtc Firmen gegenüber der Eoncnrrcnz ebenfalls nicht blöde sind und cs a» Mitteln nicht fehle» lassen, sielt in das beste Vicht zn setzen, auch wenn cs zn diesem Behnfc nöthig ist, an der Wahrheit eine Eorrectnr vorzniichmen." E'l» flbbcrufciicr Btzirksüllsslllllß.i Bürgel incistcr Tr. Pril 'al Herrn Franz Lchallaböet, welcher vor der Niederlage der Anti tniten im Bezirke Bandstraße die Stelle des Bezirksvorstchers i» diesem Bezirke inne hatte und mm gleich den sinkenden Gcmcindcrüthen seiner Partei, seinen Pflichten als Bezirksausschuß seit langer Zeit nicht niehr nachkani, unter Hinweis auf de» 8 des Gemtindeflatnis, iuonach dem Bürgermeister das Riecht zusteht, einzelne Mitglieder des Bezirksausschusses, insbesondere den Bczirksvorstehcr, ihres Annes zn ulhcbcn, wenn, dieselben die Erfüllung ihrer Aintsoblicgcnhcilcn bc arilich vernachlässigen, seines Amtes als Bezirksausschuß enthöbe». «Ei» nutifcillitifdirr Cfficicr.i Aach der Meldung eines 'engen Tagblaltes fand verflossene Woche in Wien ei» Diicll zwischen incm activcn Husaren Dberlieiitcnanr und einem kliescrveosncier der ' rag an er statt: die Bcranlassnng zn dem'Zweikampfe soll eine anii ' intlischc Beschiivpfnng, welche der' Hnsarciiofficier gegen den jüdischen bVi'ervcofficicr aussticß, gewesen sein. Der antisemitische Dberlienienant »rde scharf abgcfnhrt. ' tBrits cincs GristlichtN.) Ter von uns an leitender Lt ltc ge iiidigte Brief eines Geistlichen an seinen Mitbrnder,, welcher alS'Anhang ein offenen Schrei den des Dr. Earl v.-si ißliu g an den Rcdactcnr 'S Vinzcr Bolksblatlcö" bcigegebcn 'ist, lautet im Wesentlichen: - .breiben deS PsarrerS S von U. an seinen Mirbruter 3<ii.—fu V. A Iler Freund! .'tlS Tu nur vor ein paar Jahren Teinen Entschluß. wider die Anlssennen : iäircibeii, initgetheilt, habe ich Tir oüen u»k> unverbliin» weine, »>ie ich anblk, »inviderlegbare» Bedenken vorgeträge». „Wiesagie ich, „Tn, ein -nlticher. ivillst wider die Antisemiten zu Gunsten der Jndeii schreiben, die in -nerer Eha> sreiiag-litnrgic «IS .>>-,1nii bezeichnet sind, Tn, ree ein ganzes 'kenjchenatier hindurch .Nirchengeschichie vargeiragen und alljährlich das .'Mium •l:i<-*>ium als .iiii|i(‘cliiiiciituiir der Ansheeilung des El» isteinhnins hingen,ltl: n. der Tn die canoniichen Satzungen bezüglich des Jndeiilhnnrs in T-viiHand vlt des »tirchenrechtes a»sge»o»»nen hast, Tn willst nun aus eiiiinal, n'aä>->o le» Jahren, Tich keibst desavonire», iviitst J'raet als das liN'etni dig oer l>e räniniiein hiiistellei>, irulbsl mit Xeiner ganz» Vergangenheit brechen -» schrieb ich Tir. Tn beaniuzorletest mein Schieibcu mit einein^Pallei, anii nni'cher Trnttweile und de»'zwei einzuzeii Worte»: ,,'I'nU> ' I.-m-!' Aiiiun ne sies! Und ich las >.nd stndirie die »auihaf:eslen Schriften der heivor nzetttste,, Ul Heber und Berti kiel des heutigen AiilijcninisniiiS, die eines T tthrittg, , Nich, Nanih, Frei n. A. in »i d schrieb Tir nach ineii.ee tzeclüre: „Tn hast -'•'(tu, der heutige Antiseniiiisinns ist eine der gesahrlichsten Häresie», >o jenials nsgeiauchi. Ten Beweis hiefne koniile» wir durch Antührnng zahllose, Stelle» ,s den aniiseniitischen Schriften erbringen, die jedoch, weil min,um entschiede» -a sphen,isch, nicht wörtlich iniigelheitt werden dürie»." Auch die Scham iingrii der AniiseniiliSinnS bergen in sich iiiehr oder weniger Grundiertet»,», -mcnltich die, daß „d i e mora li sche S e ire des Akens che n de in Bl»l e ent a ni m i". Ist null dein so, invotvirl der Anliseinitisinus sundainenlale Irrlehren, iv Hai sich der kaihotinche Klerus, ats vv» itron bestellter Hitler de, stietiglün, ihin gegenüber gänzlich ablehnend zn verhalten. Ta gibt es weder TrairSaeiion noch Paeliriing. sondern stur nnbedingte Aiepiidialivn. w>lche auch dinch den Hinblick ans die Praxis, nänilich das Gebähte» der Anni,innen. ge>o,de,l ist, denn Berte ugunng des E h riste» th n in s in Theorie und Praxis ist die Signatur desselben. Wo steht aber mm der Großilvit nnierer lieben Eonsratecs'? Lsfen und rüclhaltslos heransgefagi: Ec stedl an' Seite der Anti seiniteii, die sich an manchen Tue» „vereini,,ie Christen" uennen Wie koinnil das? Höre die Anlivorl! Pi einen verehrten i!o»sl»tres geht es genau io, wie es mir selbst ergangen ist. Scho» als Neider Bnb lernte ich von meiner Um glbniig den Jude» al« „Wanwan" belraänen, vor dem inan sich. >vie vor dem Golvcit'cinns z>i hüten habe. Pieme Baie, die nach den, srnhen Tode meiner Pinticr für nuch Alles war, führte'mich bansig aut den Tclbcrg znux .,>tee»;,vcg beten" nnd zeigte mit den Fing,in ans die „Siaiionsinden",! die .siilchierliche Gesichter schnitte», ivobei sie bisweite» das b.kannte tzied anstiniinte:, „C Sünder ivach' ans! t^eh' in».mir spazieren: - Witt dich znin Xrelizweg sührcii!" n. > uv Wiederholte Watl'ahrl »ach Jnsenftein machte riesen iLinoruck, steigerte Angst und Furcht vor den Inden. Taniz kam-die Schule, die Geichiilne des bitteren tzeiteus und Sleibeiis u'nsercgöttlichen Heilandes. 'A'chl einem mciner t'chrer an der Bolks-, Mittel- und Hochschule ist es beigefallen, enva z» sagen: „Tie .'treriziguiig unseres göttlichen EHö'erS. und Herrn iva.r ei» In stizin oid, ^inelcher zunächst nnd banpliächlich ans das .'terbhox; des,',n zu schreibe»! ,sl, der das jus gla.lii Hane, nnd das Halle'nicht der Jude, sonder»'der oberste tzandes beamte des römischen .gaiicrs. Jreitich habrn auch die Inden »mgelhan nnd inilverschiildcl, hauptsächlich deren oberste. Hierarchen, die, ivenn damals eine geio.ssc Zeilnng existiii Hane, von de>jelb,n „Staalepiassen" tnnlnl wo.de» wären, sofeine sa die daiiialige-n hohen Piiesiee der Inden niehr oder weniger iLisaiu^en ükoms walen »i,d sern niiistlea. Tust auch ans der» Volkedas ..'ir>n;ige ihn! lant geworden, ist niäre zu veiivundelii, znntal' das Voll von jeher diei>nige», die cs-am beste» um >t»> geineini, auf d.m Wrnk seinee selbst in,Hilgen Int,rer hin verlästeit n»d gepeniigl Hai. Indem Caif gerechier und billigerivene die ictzige G,nrrnl,on für die THaien eines längst vergangene» Geichlechles nicht, veiantwöiilich geinacht weide». Solches nnd Aehnliches habe ich in der Schute mcinals g>l,ori Ter Piinelntinle folgte fosoil inein .theologisches Sindini»' .üirchengefchichle >i»d .'tirchenrechl elösrneten denchkeigen. Ter Tveeui war ein gnj.iiiüihigcr aller Herr, aber »»fähig, iethststäiidig z» »rlheilen Was >hi» die Eoiiipeudir,, vorjagle», erzählte er nach, uild die Eoinpendie» er zäbneii bloß das, ivas die Inden den-Ehristcii angelljan, aber nie. da», was die. Eheifi,» de» Inden angelha». Vetzlercs winde geflisfeullich verschwiege», tamn der Thealog eine „feste,-glue-Aichnivg" erhalte, d h. eigentlich recht cinjeilig weide. So ansgeriistel t,ai ich in die Seeliorge, linc in der» Stadium must man Iroll 'ein, wen» >»>>» das Eingepankle nicht vergißt. JtN» Selhstiliidinm fehlt in der Reget Zeit nnd A»>eg»,ig Annmehe ist -das Jaeloinin geivisseeniaßen das Volles, ni d V,t!i'lu:i1); die Zeitung. . . tli»e>e, dh.. die von nn« Geist liche» geleseueu Zeitnngeu lialen ,»», gleich »ach dem erstell Auslauchev des mod.inen Aiiiijemilisinils ans die Seile der Ainneiiiileii nnd stimnuen eint halilos in'das- Hepp! Hepp! Tic nnleugbare» Mist, , nd Uebelnände, ivelche znin Theit Ehelsten >i»d Inden verichnldcr haben, ivurke» letztere» allein z»- geiärobe», de, Jude wurde einzig nnd ausschließlich Sündenbock 'ür Alles .... Ich'welle hnnteil a:.i ei>,s, d.,st nnjele Zeilungsnlieeibel die Schi islen der Ami ieiiine» taniu enigeilhe», ge>,k-iveige kiilchstudlri lv,b,n.' Ter.» nne-tonmen sie ivnst nnl einem Jril'ch und Jiei H.ii.d i» Hand gehen? Sie, die stär als Säiiien de» .'iliäie beiraä-len,' ir-ähiend die tl,lieber iind Jiiiueldes Anii,eine lisnins — die „sieben bebuiieie» Arier 'die ,v -i-daineiiie de, äiristlicheii üleiigiö» ni.le,grabe,i- T»' „siebe» Vaicr" d,s Aniiienüiismiis -lackle» sich iN die Janst, als >ie .die w-li.ige und blindlings geleiftele Heei'oigr der . ltlnaiaouiauen" nnd „Eteei . eaien" vor Äug, n Hanen. Wahrend d»',e rm Jniciesse der Religion, wie sie ineinien, das nkiiien, ,n den U,lieber» »iid Jntiree» des Anii,emnisnills »1,1» bloß das Ein iü.-iiiluitn atuonn gteiäignng, lontern rn> Giunde geuominen geiace so veihaßi als nue das Jlidenihinn. 'l'nll,-. I>-u.o' schriebst Tn. I'<>11•• l-a-H.' I<-u-I>,iih > I ■ (,• -1 n. W.,s ist deiii Ainvennlen der .Gott Mosis? . . - Und doch ist der inonnukie G>on, idennich mit dem von uns ang,beteten Herr» d.s Weltalls.- Rne vermögen, irne Elniste» Gon, die -ab'vtme Srlbfti-m'sieienz und Selbst eligke.il, nichl als, absolnk-ein'ain zn denke».- ivie Tn vor di» . alircii i,l Teinkin Enai über den Mobammetaiüsinns weillänng >zr zeigt hast. Iton^ mm Militariu«. Was sind den Anliieiniien die Pairiaräien des alieu 'Bundes — Abraham, Jlaal, Jatob, Jovi — »'ährend wir sie-ui'der Allerheiligiii tziiqnei mit ih>r Jürbine bei Gon >»rrn',m.»nd Sei Herr, ielbü den Abraham i» de» Hnniiicl ve>g,tzi? Was ist den Annsenine» iinn-i- Herr und Heilai d Jijus Ebrist»«'? Zunächst ei»'Arier. Schon das in. eine Ginnd >>»-' Hanpiletzerei. Ehristns, als Perion benacht,i, ist >i-ed,r a>i>ch »oä> ieinili ch. 'e, ist rein göiNiche Perion, iüiu> l» i. Sciicer inenvh> che» 'AlNiii iiach i» i;fih“ Semitfn-m-nuu.iiis J'i-s» rliii-.ii. li ii I*„vi,i. lilii .Vln,,!,»»,' Tarübeedin gilt EhrinnS den bencren Antiicmiien als ein „hervorragender iveiier Mann",

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