Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 44 (5.2.1893)
- Date
- 1893-02-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Freies Blatt. Nr. 41. die Schopsnng der Seeje mtimtielbar Mud) ("ott fclbü erfolgt Scr 3ube hat aber auch eine Seele: folglich muß die oiibcufcotc ’uon bcmfclbni Schöpter geidiatsen fein. Sa ober der Schöpfer »ach Ihrer eigenen Theorie nichts schlechtes tchatit. io kann -er auch die Indenseele nicht schlecht, sondern er intiß sie als etwas vollkommen'-E'Ielchberechtigtes mir allen übrigen .Seelen geschossen haben. Wie fatitt man also dahin toinnien, den Träger einer solchen Seele als einen absolut schlechtensterl Intiznsteltcit, der es unter allen Bedingungen schon in irolge seiner ('vbiut sein in ns;'?" S ie. Ansstthrnngen des Sr. sironawetter suchte Sr. lsbenhoch zu beläntpsen: er unterzog sich dieser Ausgabe in einer Weise, welche sich von jener antiseinitischer Redner ebensowenig unterschied ata die Artikel des „Vinter BottsbtatteS" .von denen notorischer Antisemitenoigane. Sie reactionär antisetniliichen Schulgelttste wurden 'chlieglich auch von Iungezedien in ihrer Art bekätnpst. Aus den ttbltchen „thatiächlichen Berichtigungen", denen noch eine ausgezeichnete, von» t'vifte der Freiheit und Humanität beseelte Rede Prosestor Bendels sowie eine der „nordischen t^esuhls und Anschauungsweise" sich näliernde Haneks vorangingen. heben wir hier nur zwei Hervor. Schneider bemerkte gegenüber Sr. Bnt, das;. die Anliseiuiteu in Wisti ansdrndtich in jeder Bersamntlung für die Anshebtttig der Gleich bertchtigung einstehen. Sie Bevölkerung Wiens, behauptete er, stimine mit ihm, der für die Aushebung der <Reichberechtigung der Inden, für die Eontiseaiion der Indengüter ntid für die Austreibung der Inden fei, überein. Br ahrend Schneider sich eine E»> stell ung des Sachverhaltes tu Schulden totiiinen lieg, indem er die tollsten Antisemiten mit ge ivohnier Unverfrorenheit als ..die B e voll e r it n g Br i e n s" bezeichnete, al> S et> l e >'t n g er ohne Zweifel der Wahrheit die Ehre. Ser Bien tiitennonale erzählte unter allgemeiner Heiterleit, er habe schon >jor einiger;-$ett 'eine ii'ii'eu'diaitlidieit An'chanttngen in einem Bortrage a.isetitanderge'ept. den er in der luengem Atademie der Winensdia't n gehalten, aber bebauetltdierweise nur einen einzigen Zuhörer gefunden, et 'chtvimme eben nid)t mit dem Strome der Attdemiler, irerde daher ignorirt und m.ine sid> itn.Ahgeotdiielenlianse Vnlt »tadten. — Sehr beiiiertenswettb ivar eine Antwort des (traten X aaste ans e:n« Intervelialtou S d) l - >1 n ger's, betrefsend die Vehensuitilelsätschnngen. Tee Herr Ministerpräsident sagte: .Ser dieser Interpellation zugrunde liegende Artitel des .deutschen B o l t s b l a t te s" vom 17 Iehrnar I -k'V unterläßt die Reunung des Romens des dort erwähnten l^'e 'diästsmannes, tvelcher and) du:eh die vom Wiener Magistrale im B.-ege des Martteoinmiitatiais gptlogen.n eingehenden Erhebungen nricht.ettiiit .werden tonnte: zumal die Redartion des erwähnten Blattes it t ch t in der V a g e t st', die'en >v i e a tt d) di e .V a ttt e n ande te r i''etvüt; n n d W e i n f ä 1 i dt. t b e t.a n n tz n g e b e n Mit Rüeksicht ans de» Abgang eines .onereien Ialles war der Magistrat daher nid>t tu der Vage, .diesfalls .amtsznhattdeln Tie zahlreichen Sirafnrlheile des Magistrats erweisen qedoch. daß der'elbe.die Hintanlialtnng der V. lieitsmittelvertälschung mit allein (iitee betreibt. ' Bedenkliches aus Drill Poleiirlnl». Im reichstälhlichen Bolen elnb vetnbelte man es dem Tr Bnl. daß er in seiner Bolemit gegen een Blinzelt V i e ch t.e u >1 e i II eins, die witllich Bevorrechteten hinwies. Adelige Mitglieder des lilttbv, unte>stützt von psendoliberalen, ver laiigten. d>tß der V bmann bin Sr Bnt sörmlidi zur ütedteindniu;itl|e rliirrer v a tr r : s l: ging aut dieses Ansinnen ein, und in 'eine! Senntagssivnng 'aß k-r tälnbüber Tt Bt>! zn f'etichte. Xer hochwiirdige Herr lg ho l': r ws l i begnügte fielt nicht damit, den Brinzen v'echtensteiu als ersten Bnndesgenonen des Bolenelt.bs" . zn verliert liell'it, sondetn taub es and) „empörend", daß Sr.-Bnl die jüdiidte Mpt.t lehre aut eine Stufe mit der christlichen stellte. Xr. Blöd) be i::ef t;e dag.gen. daß. es wohl jeder Eontei'io» gestatte, sei, ihre Re ligton nnd ihr Mora lg eiet; für das beste zn betrachten. -Rad» langer,! 't g r X lseii'noii la .t inan zn dem Be'chlnne, das stenographische Bivtoko.l abzuirarten und erst uad> der >tenntnißnahnte der Rede X >t. zl'nl - tat -BXortlante über weitere gegen ihn zn unternehmende Sch: nte ndr .ititidt,:bs tt X ie'e Eommitiion 'dieint denn and) den Xit Bist zn einer nadiiiä.stichen „Arid>tigstellnng" im Abgeordnetenl aji'e v. thalten-zn ljal en, in weldier er sagte: Seine Rede habe tjicht - > .'■•-tt tiinbuid hervorgeriisen, als ob er die Absicht gehabt hält». den Adel als Stand zn lämpsin. Er nehme leinen Anstand, zn ..'laten, daß ihm eine derartige Absicht ferne lag, nnd berufe stch er.S'akls ant den Wortlaut seiner Atede nnd aut das stenographische Bietelell. iveldies eine >old>e Xentting nid)t zulaste. Sollte aber seinen kvl'.:.v dennodi .ine koldie Xentting gegeben werden, so bedauere er di.s. t il . soldze Ab>id>! nicht- - hatte. Sem X.r Bnt sind .tnl.'.ßlidi 'einer vom Polenclub bemängelten Rede zahlretd>e .->:s't:n::i ninzsknudgebnngen, namentlich ans l>Atlizien zugelommen. i >i»iiDgrHl»ig gkgni D«i Brinzen Vicchtenstkin. Ser Srts- >d,liltatl, des zweiten Bezirkes Hat in seiner Plenarsitzung vom Jänner einftintmig folgende Resolution attgettomtnen: „Der CrtS* idjttlrath des zweiten Bezirkes weist den von dem Abgeordneten des Hernalser B-ahlbezirkes, Prinzen AloiS Liechtenstein, in der Sitzung des AbgeordnetenhanseS vom 27. Jänner mit dein deutlichen Hinweise ans die Veopotdstadt erhobenen Anwttrf, daß der Srtssd>nlrath dieses Bezirkes, sobald die Stelle eines Veiters an einer Sd>nle varant zn tverden verspredze, lltnschulttngen itnd lXittschnlnngen künstlich vornehnte, wodttrch das Apaiteeinent des Lehrkörpers zn (sstutsten der ji>disd)e,t V«tzrer ant Kosten der d)risttichen Vehrer künstlich verbesiert werde, als eine ebenso leidjtfcrtige ivie gänztid> unwahre Scitttiteia tion . auf das Entsd>iedenstc znrndB Alls fortschrittliche» Berrilien.l In einer Rede, Iveld)e Stadt ratb '?> o S t e im „ B e r e i n e der ,r o r t s d> r i 11S f r e n n d e in der i n n ereit Stadt" hielt, sagte er: Tie B.-ähleri'chaft hege die Hostimiig, dag bei den eben staitstndenden Ber baiidlnngen »der die Bitdnng einer parlainentarischen Majornät die Partei il>ie ActioiiSfreiheit nicht anfgeben weide, ohne hinreichende BürgschaftIiasiir ge Wonnen zu hoben, dostendlich die Aiegieruitg ihre bisherige Haltung jenem Xodicolismns gegeisiiher ousgehe, der im Anti^emitisninS sein« häßlichste und verderbtidiüe Bliithe getrieben habe. Es sei hezeidinend snr jene gemisd>ie Ge iett'chott, die sich d)ristltch sociale Barlei nenne, und sür deren Kloitsührer, die allerorts ihre siiii'mge'nie die aibeit hedürstige Bevölkerung itn Munde führe», dost sie gerate den Angenhlid. in tveld>ein die trotz ihrer utaßloseit Gegen ogitation von der. liberalen Poi tri geietzlidi gesicherte» Werke ihrer Ttirchführnitg eiitgegetisehen. zur Insceiiirnng eines Steile» für geeignet hielten. So sel>e die. Bolk»srenndlid>teit teuer Sdlteppträger der Reartion an», dasi sie in der Mei »iing, ihie dnnlteii Batteizwede n fötkern, die Dringendsten Interesse» gerade der tteinsien Steuerträger, die »ad> Arbeit lechzen, sievemtich Hintaitietzen. Gegenüber dem Börgelien der gegneri'chen Partei sei ein st oninies Iiiiainmen halten aller Maiidatiiäger der eigenen Poil.n eine siiiabweisliche Pstid>t. Im „Biirger.verein im III. Bezirke" belenchtete Bieebsirger uteistep Sr. <'' > ii b l das antiseinitiid>e l^ebahren. Ein Vandstraßer beridttet uns über diese Beretnssttzung: Herr Tr. tseß nun» ist noch Tr. Giübl s tienender Sdnldernng ei» geborener An. invfindkr, der in Eonventileln tinznsriedeiier Beamten mit meifter Im frei- Birtnosiiöt stets die richtige ^aite onznichlogen weist, um in den Herzen i.iner .gnbörei'chosi den gleichen Ton iitiaigen zn. machen. Tie niiiisemilisd>e Beaniti-ns'enndt.chleit chatalterisirle Tr. Grübt: Im Pailomente, wo diese Vielte zne B.srpiteii'chosi ein Petliäünist ol,ne I-olge» doriielll, fir Gehollserhölmngen;i.l inlitiHum schwärmen, im Gemetndeioihe ab.r bei Vösmig Dieser- Iroge ein so.ch dnichbteiineit — ist es nidit ein Aastenvoier. deb so an seinen .»indern handelt?- Ie.ner eiinnene Tr tsrnhl an einen Ponchtag des Sdilostherrn von Ao-enan ani Eiiiiiihrnng Der Ptiigetstiafe snr jonritatiniiche Ehrabschneider und 'iigte hinzu: „Hatte dieier Boiichlag G,">tzeslraft et laugt, so wäre» »mitdie XchrisNeiter durch die Interpellationsbeaiitiporttittg i» der Attiiie staan in eine, etioas Üble Vage geialben." , („Alltiicmillsmils llltD 'JitidlHfllliflir." In Berlin erschien nnler diesem Xitel u-inc Brosdsüre von Heinrid) Ireiherrn v.. Vö h »e i> s e n Ser Betsoner, wcldser längere ^cit den Posten eines Gcttcral .Hos. iitirndanten heim Prinzregenten Albrcdst in Brannsdfweig bellcidele nnd dorr andt Mitglied der V.tndesimiode war, . in der er der orthodoren Bartei angel,örte, belämpst vom positiv d)ristlid>en Staiidpnnli ans den Antisemitismus als mit den Vchren des Ehristenthnms un vereinhar und sür das denlsd>e Bolt vtrderblidj. Alltiscillitischk Praktiken.: Tie „Preise" lieferte am ver stossenen Sonntag unter der Rubrit ,.Börsenwod>e" folgendes,, für die .autisemitisd>e t^eschästspravis sehr bezeid>nendeS Eharakterbild: ,,^n den BIiener Speeiaiitäten," schreibt die „Presse", „zählt betannttid) ein kleines Büdltrin. das Berzeid>niß jener <^eid>ästs>e»te, in deren Vaden ■> matt cintreteti kann,' ohne E'esaHr zn lausen, darin einem Sprößtinge des Stammes Israel zu begegnen. In besagter Viste findet sich and) eine BIed>selstnbe, weldie trotz der tiefgehenden Abneignttg, die von antisemitisdier Seite gegen Altes empsnnden wird, was . mit dem an geblidi jiiditd>en N'roßeapital zn thnn. hat, den (ikestitnuttgSgenossen , ihre t)itfreidiei! Steufte bei der Anlage von Ersparnissen anbietet. So weit wäre Altes redft, und wir hätten ichtiesttid) and) nid)ts dagegen einzttwenden, daß gerade diele Boedsselsttthe es ist, wetdse seit einer Reihe von Jahren die BIiener Arntenlotterie.sinanzitt, ohgleid), wenn letzteres von Seite einer minder unverfätscht arischen Iirma der Ja» wäres darüber im li'enieinderathe sid> schtm die tehl>aftesten Debatten und peintidssten rlreeriminationeii ergehen hätten. Allein was wir he sagler Ii'rma, deren geschästlidfe <>sebal>rtings>veise uns im Uebrigen völlig lenbekannt ist, zum Borwurfe inachen müssen, ist das Inserat, . >veld>eö von derselben gegenwärtig in Betreff der großen Eonversionen nocks dazu in einem ofstcielten Blatte veröffentlicht ivird. Wir stranten