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Freies Blatt · 1892-12-18 · 37 (18.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
37 (18.12.1892)
Date
1892-12-18
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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1MI2. t 4 Il> eihnacbts lliuumf r b e s ' ...fr c i t m l’lattcs". Seite 7.?ic iiänbc »nd wiederholte: „Damit ist ^hnen gar feine Dcrpstichtuug miferlcgt, ja Sie haben gar nicht »öthig, wenn Sie >»ir aus der Gasse begfgncn. mich )« arii|;tii." „2lli, das werde ich wohl kleiden lassen. Sie ans der Gasse nicht zu arüßcn!" rief der Künstler, der seine italienische Reise machte und seither einer unserer berühmtesten Bildhauer geworden ist. Lin anderer recht talentvoller Künstler, der leider ni.bt niehr unter den Lebende» weilt, kam eines Tages weiß Ser licke himniel, wie? in eine sehr bedrängte Lage, und es aalt in der Thal, ihn zu retten, so sekr war er in der Klemme; da wendete sich einer seiner Freunde an einen durch seine Großherzigkeit allgemein bekannten Mäcen um liilsr; die Antwort -cs Mannes lautete: „j)ch bin ein Kansniann, um wieviel lunbclt es sich?" — lind am anderen llloracn batte die bedränglc Lage des lsiinstlers ein Ende, lind 'er konnte froh daran geben, ei» Kunstwerk, das er eben unter den händcn hatte, zu vollenden. Line gute Anzahl von Kunstjüngern, welche heute in Doncd g, in Florenz, in Rom, in München, in Paris ihren Studien obliegen, würde wobl kaum in der Lage sein, diese in wünschcnswcrthcr lvcise zu vollenden. wcii'i cs in Wien nicht Mäcene gäbe, welche als die Blütbe der hiesige» bürgerlichen Kreise zu bezeichnen sind. Baron Lcitenbcrger, Baron Königswarter, Ricolaus Duniba, Ludwig Lobnievr sind derartige Sammler und Mäcene, Baron Friedrich Schey war cs. Unter den privatgalcrien, welche in den letzten ^ahrzrbnten entstanden, nimmt jene des Baron Köuigswartcr unbedingt den ersten Rang ein; er hat wahre perlen der inoderncii und alteren Schulen mit scinstcin Verständnisse gesammelt. - Ls genügt zur Lharakterisirnng dieser Sammlung wohl hervor?» bebcii, daß Rainen wie Rudolf Alt, Angcli, die beiden Achcubarb, Defregger. Bcnllinre, Grützncr, Lcnbach, pcttenkoscn. Math.' Sä'inidt, Meissonnier, ivaldinüllcr, Talanie, Anion Seitz. Spitzweg. Dautier. i^aim von den Alten: Dan Dz'k, Rubens, Reut brau dt. ^osua, Reinolds, Lawrence, G. Flink. Gerard Dow. Mieris, M st ade, Rattier, Lapgi liiere. Angelica Kaufs manu, R'uvsdael, hobbeina, Dusart u. s. w. ausgezeichnet vertrelen sind, und daß der kunstsinnige Besitzer fortwährend bestrebt ist, seine Galerie künstlerisch wcrthvoller zu gestalten. Die nächst wichtige Sannnlnng dürfte jene des tioskapcllnicisters prever sein, eines begeisterten und oz'ierwilligen Freundes der Malerei. Ricolaus. Duniba besitzt einen Tyklus von Makart Bildern, welche wobl zu den coloristisch bedentcndstcn und' überhaupt reifsten geboren, die der Meister geschaffen, überdies eine ganze Reihe von ebenso künstlerisch als cnlturhistorisch interessanten Bildern von R. Alt, Angeli. Daffinger, Defregger, Schmied, K » p pe l u> i e t c r n»d Andereil. Sehr reich istauch die Sainiuluiig Lobmevr's, sie enthält durä'gelsildeie Reductionen zu dein Getuälde „Milton ' uiid „Mozarts Tod" von Munkacsv. Bilder von tNakari. pc tlc n kofe »V A It und überhaupt den bervorragenden Meistern der lDiener Sänile. Line anscrleseüe Sammlung von alten Meistern besitz! Berr Lurti. ncuesiens haben die Berrcn IDilbelm .Trierer, Salo Tob», 7« Kob». Di. Maier und Andere Saniiulnngen moderner Bil-er angelegt. Friedriä' Freiherr v. Leitenberger. die ^Freiherren v. Springer besitzen perlen inoderncr Kunst, ebenso lDilhclni v. Gurtmann. R'er ganz klar darüber werden will, in welchen l Dir » er Kreisen beul/ in erster Linie Kimsiwerke gesammelt werden, der darf sich nur die Rainen ins Gedächtuiß rufen, welche bei Gelegenheit der Schindler Ausstellung »ud der Auction des Rachlasies dieses einzigen Landscharrsinalers ini Katalog als Besitzer der ausgestellten Gemälde und in den .Uittngs . berichten als Käufer der Bilder des Rachlasies genannt wurde»; da war auch wiederherr Lugen Miller v. Ai.bbolz verzeichnet, der-mir.Recht als einer der gewiegtesten Kiiiistkcnncr lDicns gilt und eine ebenso ge / iväblte als rci.bhaltigc Saniinlung fein ncnnt. . ^7 Gerade bei den pcrtrctcrn des gebildeten Mittelstandes i t in den letzten pahrcn das Bedürfnis;, nicht nur gut. sondern auch schön zu leben, immer lebhafter geworden; cs würde uns zu weit führe», wenn wir da alle Frauen und hem» nennen, wollten, welche unablässig bemüht sind, ihr heim mit Kunstwerken zu scbinückeii, es genügt wohl z» sagen, daß . viele unserer Kanilcnte,. Aerzie und Advocaten nirbt nur Kunstwerke saiiiniel», sonder», dies' in einer Art,fl'un, welche von seinem Derständnisie .^cugniß gibt. Freilich könnten wirauch einige bürgerliche Millionäre , nennen, welche eben keinen Kiaistnun besitzen, aber deshalb besteht doch die Wahrheit, daß das Saninieln von Knnstwerken iir unseren bürgerlichen Kreisen ebenso Mode geworden ist,-ivie dies in» achtzehnten Iahrhnndert in den aristokratischen der Fall war. Lhe ivir Irl'ließen, müssen wir nocl' unser Bedauern darüber ansiprechcn. daß der S>nn für die sogenannte „.Tjinnnerplaslik'bei uns noch lange nicht so rege ist, wie.in andere» Großstädten, und doch wäre dies uotl^ wendig. wenn nicht unsere io weit vorgeschrittene Bildhauerkunst, da ja die großen inonunieulalen Aufgaben nicht immer vorhanden sei» werden, wieder erlabincn soll wie vor und -ehedem, lvir einpfcblenunsere» Kniistsreundcii die Ausschmückung ihrer Destibnle. Treppenhäuser und prunkgeuiächer mit aninntbigen Bronze und Marniornguren. Als Lampen träger, als veredelnde sijierdc von Rundsopbas, als porträtstatuetlcn sollte diese Plastik eine cbcnlölche erste Rolle spielen wie die Tafel nialerci in der Ausschmückung nsiserer IDohnnngen. vmirlj von Vmtö jn Vuitd Dev (L'if’mjitnirnb fprirtit: Der Lieber wird uerbnutnt. Bei unsre ünfiutg nicht! — Vill Oii mir ivaijlverwandt in (Ocift, Geniütij, C-ediciit, l'irlift On mein Vaterland, Urbft On der t'icbf ^lflirtit, Uinui Btnrw und i'-intl) ain Btrand <T obt ivic ein Atrafriericht, Wenn h'avacilutls vom Vaud Oes Vraters niederbricht, Wenn ivetterfchlag und Orand Oie^Ernte macht rnnicht'. >'^b selbst ans Leindes Vaud Oer Olih bring' 2>cn Oericht: k-jiltlt On. wenn On erliannt, U>o Ijcifcrsljjmb gebricht, lliid.tjntft bei Oorg und Pfand Auf Uhidicr Oit Vcrfiriit, ^fi Orndrr mir genannt Es werbe LichL! . Don Ali üchan». Vor Lottes Angesicht, /-all' jede Scheidewand, „^ns der nur Vochinutii' spricht, Trenn' uns l:ci» äViliverltand. Bei Vicbe nur uns Pflicht, Vis edler Freundschaft' Vaud Von srlblt sich nin uns flicht. Bei KIrnsch mit Per; und Pand, tVott-fpradj: (I*s iverde Vicht! El>' eines chlirillen pand Oen ^tab dem Veljerbricht, Oer, als ein Bchelm bebannt. Vtir mif b'rwrrb rrpiriit, Auf’s «täuschen sich verband 4n tVaspund in «Vewirlit: Vor'm B'piegcl an der Wand palt' erlt, o Chrüt, üdericht, Ob 0 u.-bei Vorg und Pfand .1' Auf Wucher tim 11 Veriicht. - CHi recht man stets befand, Oriit iflnl! und «Orin C'ewicht. i'>b O'irii man rings im pai.o Orr.4'älschiing, iiiil t veriäit', «'Hs On bei ä'Uitli und Vrand Btets ttbtrft Vriiderpflistit, Vnd hUfft, wenn Du erliannt. Wa Velfersstand gebricht. , pannft Ön "nicht nnvitrivandt Oir IVIluit’it ins- Angesicht, «Oann schüre Oip nun Vrand «OaS.Val! für And're niitit', Vast'' ab vom ilnverstand, wen» das «''»ewisten spricht, 4 ns t'riirr wirf den «fand. Oll' «Dich fein <>'»lan: beltiitit Vnd wie des aanb'rers Vaud 4ns Veti der «tänschiing tliait. «.jalt der Versuchung Btand. Bei stur!:! «d-s werde Vicht!

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