Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 37 (18.12.1892)
- Date
- 1892-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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reite -=- S d) a d) W tt f tt l\ - IS! *2. ve» (f-rtift Uictor Seither. C V^tttft k.tni ',u rihaih Pntiil ein kPundernteiner ~\tt tchlichteNt iSea'atij, ei» Piclgcrcifter. KitH warf er »tt nieder 51111t Reiche» des Grußes, rprach vor dem Gewaltigen stehenden Fußes: Schach iriitul, ich hörte als fromme», als weife», Gerechten Gebieter Dich allerorts preisen: Ich habe nicl't perlen, »och -ojolh Dir 5» biete». Doch acbich Dir acr», was mir Allah bet'chieden: Leicht mag Dir bts hente ei» Wunsch »iiert'üllt fei», l'ctm Parte des Katern! Petit' soll er gestillt sei»! ' rchach Pntnl erwiderte sreundlicb: ....Nicht wollt' ich. Daß iSliiif »irr und rchätze vermehrten »»d Gold sich!"" r.hach Pntul. de» tSliirtsinanii tragt nicht untre >£rhc, Der nicht feine Truhen stets voller begehrte!" . J-h raß' Dich bei»! Morte denn: rorg' mir-geschwinde Daß unter de» Menschen die ThorHeit verschwinde!"" ..rchach Piitiil. matt rühmt Dich ob hohe» Perstandes. Pegehrst D» nicht'lieber dett .friede» des Landes?" rtets tönt mit dem Friede» die H.'eisheit int Linklang Der Unverstand in auch des Unfriedens Eingang!"" rchach Putnl. nur einmal lacht alt'o das Gluck Dir: verlange die Jahre der Engend zurück Dir!" Do,h jener erwidert: ...Was sromnite mir Engend? Die Jugend hat nimmermehr Weisheit und Lugend! rchach Putnl. Du weiter, bedenk' es genau Dir. '• Und wünsche die wnn'cheswerthene Frau Dir!" „„it’oM hundert und mehr Hab tut Weibergelaff' ich. Das!l?eib ist die ThorHeit, die ThorHeit sie Han" ich. Dies lieget, »teilt Freundchen, Echach Putul S Geheimuiß; Die ThorHeit verschwinde — und zwar ohne räumniß!"" — ..rchach Putul! Wie macht mir vor Unheil Dein Wahn bang! Doch sei es, der Thöricht'ste mache den Anfang!" ■- Kaimt hatte der Fremde das Machtwort gesprochen, IPa» leblos rchach putul zusammengebrochen. Da aber ertaßte den Derwisch Erbarmen Mit jenem von' Tugend verblendeten Krittelt, Und wiederzukehren die Lebensgeister Pet'chwor der zanbergewaltige Meister. Und sprach: ..rchach Putul, wie warst Du oerhlenSct, Fan hatte^ Dein U?ahn Dir das Leben geendet. Denn just wie der Tag erst znm Tag durch die Nacht wird. Das Gute erst gut durch des Posen Macht wird. Und erst an der reite der rchlechtigkeit Gerechtigkeit wird die Gerechtigkeit, ro kann auch die U?elt sich der Thorhsit nicht tnaßen. Wie sehr sie die Guten und Weisen auch Haffen! Du hast Dir sie auszutilgen geschworen, rchach Pntnl, drum warst Du der größte der Thoren! Und [als Du der Thorheit das Urtheil gesprochen, Past über Dich selber den rtah Dn gebrochen. Dies, merke am ferneren Lebenspfade, rchach Pttlttl, Du weiter, utrd schenke mir Gnade!" Wiener ■^tfäcene von beule. Pott ritt. Itanioni.?ie glänzenden kunstsreundlichen und ktinsf ordernden beiden Jahrhunderte, das siebzehnte und achtzehnte, folgte vom Uns gang des^etztaenannten bis in die Zwanzigerjahre des laufen den Jahrhunderts eine sterile ,r>eit. Im siebzehnten und acht' zehnten Jahrhundert forderte, drin pxitssiele d'es Pofes folgend, .vo.rnehtttlich der hohe Ade! die Kun>!, wae die sdaläne und Knnstt'a'mmluttgen der Liehtenstein. Ezernin, rchönborn Parrach u. t. w. noch Heute be> wei'en. Gegen die Pierzigerjahre des lanfenden Jahrhunderts wurden wieder nette Kunst und Gemäldesammlungen gebildet, und da ftnden wir als Gründer vorwiegend bürgerliche Käme», »sie Arthaber, Gal vagni, Poebtn. Keller. Gtell n. s. w. Alle diese. ramtnltmgen zernelen . nach und nach, und die ansgehänften K'nttsttchäge gingen in. das Ausland oder hier in andere Pände über und es entstaitden neue ronimliitiaeii n ie;ei:e Kuranda s, des ii-tiiniciftcrs j?ösch. des Tonnils Lustig, und es tratcn neue Ktmsttreuttde und Mäeene, wahre Kunstförderer auf. die mit den:;e.i eietiheit Fürsten .Liechtenstein, "der nach angestantmter Art nach teder iiiknung hin die Kunst pstegt. wetteiferten z eine lehr ehrenivertbe Tl'.'tigkeit entfalteten dies'alls bekanntlich die Graten Ednmitd ^ichv, Dans kPtle-ek und Lan> koronski, ,'der von seinem Pater eine GetncilOe- 'attttnlung überkommen welche bckaitntiich schon in dem vielgettannten Werke von IPaagen „kPiener kymstdenkmälcr" eine ausgezeichnete kPtir dignng fand. Der berühmte llcunnbistoriker konttie nicht müde werden in Ansdrtnken der' Bewunderung von der Fülle von Kunstwerken zu t'chwärmen. tvelche kPien bei teiiter Ktiioeintheit 11» Jahre I S1,1, »ich, nur in ösientlich, n. t'onderu auch in j?rivatt'atntnl,tilgen belaß.!Vas würde er erst heute sagen? Der Pesitz kPiens an K'ttnstwerten har sich ja seither ganz unglaublich vermehrt, und die Kunst hat sich, inietti mächtigen Inge der Zeit folgend, popularisirt. Der schöne Pang. Kunntverke zu besitzen, hat sich seitdem Krthaber, Gtell, Koller die Ktiaett get'chlott'en, immer mehr der bürgerlichen Kreise bemächtigt und man ' kann wohl sagen, daß es nun bei den vornehm denkenden Lapaeitäten der hohen Finanz, der Großindustrie und des wohlhabenden Bürger, standes tt'ir eilte Art von PerpNtchtnng gilt, nicht nur sein Peittt fünft lerit'ch zu schmücken, sondern auch die Kunst 511 fördern, indem eine ganze Kethe von Kunstfreunden nicht nur Kunstwerke latttinelt. sondern auch | talentvollen jK'ttnstjt'ittgern es dttrch materielle PeiHilfe ermöglicht, sich durch Kunstreisett, lättgerett Kuseiltbalt in den Kuttsteenlren Luropas atts. zubilden odcir auch über augenblickliche peenniäre Perlegenheilett hinwea und zu neuOr rchaffenssreude zu gelangen. In we^ch liebenswürdiger kPeise dies zu geschehen pstegt, möaett einige kleintt Geschichten beweisen, welche wir hier', ohne Namen zn nennen, erzählen wollettl Litter Mittlerer bedentendsten Pildhauer hatte sich bereits einett weithitt klittgenden jNanten erworben, ohne in ine Lage zu kotntnen. seine Perzenst'ehnsttcht. das gelobte Land der rchonhdtt, Italien, zn sehett, be friedigett zu können. Da erhielt er eines Tages von einem reichen hiesigen Ktinstsrenndo einen Pries, der ihn einlttd, am tinderen Ilkorgen sich bei diesem eiuzunnden. Der Künstler kannte den Knnstfrennd gar nicht von Angesicht --zn ilngesicht. w ißte aber, daß dieser eine tberthvolle Gentäldesatnmlung und feines Perstc ndniß besitze, und beschloß eilten ilnstrag hoffend, hinzngehen. ills er eintrat un) von dem lietrn auf das Liebenswürdigste entpfangen wurhe, tagte er: ..Ich bin durch Ihren Pries wahrhaftig überrascht, umsontehr. da ich gar nicht wußte, daß rie sich für mich ittlercffirenj ich bitte rie. mir zu sagen was rie wünschen, und ich werde mit größter Pereitwilligkpit Ihren ilnstrag entgegettnehtnen." Der kc'tt tstsrennd' aber erwiderte: „Poren rie mich an und meinen rie ja nicht, daß Ihnen durch das, was ich Ihnen anbiete, irgend eine Perpstichtnnc aujerlegt tvird. Ich bin seit längerer Zeit ein Perehrer Ihres Kunst und nun sagte mir Jemand, daß rie noch nie in Italien waren: verhält sich das wirklich so>" „illlerdi tgs." bejahte der Künstler. de> Kunstsreund aber fuhr fort: ..Ja sehen rie, das ist doch eigentlich ein ganz unmöglicher Znstand; rie müssen nach Italien gehen, und i,h — rie erlauben mir dies wohl will für die Nüttel zur Keile sorgen, ja ich habe sie sogar schon bei der Pand", und damit überreichte der Kttnstfrennd dem riatmenden ein Lonvert, das sich ziemlich schwer ansiihlte sind sti der That die Nüttel zu einer, eomsor ablen Kttiit'treife nach Italien enthielt. Der Künstler wußte nicht, wie t'hin geschah, der Kunstsreund aber schüttelte dem Petroffenen