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Freies Blatt · 1892-12-11 · 36 (11.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
36 (11.12.1892)
Date
1892-12-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Freies Blatt. 'eite i. — 8. Dcccmher. xir Bcrhandtimji wurde heute wegen Erkrankung Ahlwardt» vorläufig ul morgen ner»o»r Ter Staatsanwalt constatirte, daß RechtSaiiwall Hcvlwig nein Aden. Sri,!» *■- T.enpstnnden eine Uiiterredung mit Ahlwardt „achsuchte iwd iei -rr auch holte, da die Beamten ihn noch'für den Berlbeidiger Ahlwardt» hielt'?.. sA»s dkm Abgrorductrilhailsc.) In der Sipiing de» Ahgeordncie» haiiscö vorn 0. d. M. brachten die zslbgcordnclctl?v. Freiherr r- S o ui i» aruga und (Genossen folgende Interpellation an de» Minislcr Präsidenten ein: . . I» einer am 28. November d. 3. in den Sladlgntsälen in Sechohan» ad gehaltenen vficnttichen Persaminliing dak »ach Zeitn»g»hcrichten der Adgeordneic Ernst Schneider in einer Rede über seine Thätigleil im niederosterreichische» Landtage die Berwendniig jüdischer Aerzic zur Pstege »onEholera kranke» zur Sprache gebracht und hiebei aus die Choleraepidemie in Nußland verwiese», wo »ach seiner Behauptung in Folge der Heranzietnuig von jüdischen '.'letzten, welche alle verdächtigen .ßranke» in die. Baraken schulte»? in diese» von 70 Personen <>."> starben, ivofiir die jüdische» Aerzie von dem empörten Bolle erschlagen worden seien, serner ein Plebideit in Nußland in Aussicht ge stellt, dem;,:solgc sämintlichc Juden in dar Sllnvarze '.'.'leer gcivorjcn weide» lallen, sohin unter Anrnsinig der Gemeinichast mit anderen Nationen de» Reiches eine Ncvolntio» angeknndigt, bei welcher' „mit unserer (dar ist der Antisemiten) Hilfe" den .luden Hölen und Sehen vergehen werte'. Tie Boirluug diese,? ansreizende» Rede läßt sich daraus eilenne», daß die Auösiihrungei, des NednelS mit Znrnse» der Hörer wie „Hciill'S die Juden! ', „Schlagt sie todt!", „In» Wasser mit ihnen!" begleitet und an de» stärksten Stellen mit .labet überschüttet wniden. .ln einer anderen, am l. T'eeember d. >l in der Belte .balle de» neue» NathbanscS abgehaltene» Bereineverianinilung, ivclcher angeblich an 2ki»>' Menschen, -zumeist Fronen und Mädchen, augcwohnl l-abc», hat gleichsall» nach sjeitungsberieinen - der Abgeordnete Atoi-k- Piinz'l'-iechten stein einen Portrag gehalten, i» welchem er »eben der politiuhen die närlh lchasilielie Crgaiiisalivn der äirislliche» Bevölkerung iarderte, de,e» ,',ive»l sein loll, de» .luden die »undlchast zu entziehen und nur bei christlichen löeschäslSlrnltii zu karisen Tiefe Aussorderu,»g ist ii» gegemväiligen ,-leiipnnlte, ivo daS BökihnachtSgeschäsl beginnt, besonder» geeignet, dirjensgen t^elchästelenle, gegen ivclche sie gerichtet ist, empfindlich <;» schädigen, .ln beiden vorstehend er ivahnle» Bersammlnngen haben d'e denselben beiwohnende» Berireler der SicherheilSsbehörde sich nicht veranlaßt gesunden, gegen die sraglichen Reden e i nz n sch re i len Ce gewinnt de» Anschein, daß der von anliseinitischcr Seite belriebenen, iinnier heuiger sich geberdeuden Ans helrnng drrBevöllerung durch die hiezu berittenen 'Trgane i.iiän nur nicht enigegengelreten, sondern vielmehr, ivie durch lleberla ssung der Bott» Halle zur Bersamnvlnng ank 4. d. M, noch Borschnb geleistet wirk. Tic Nnlerzrichneten stellen an den Ministerpräsidenten die Ansrage»":' l 'Beruhen die im Borstehenden wiedergcgebene» Miltheilunge» über die am 2>.-November und am' -I. Teeember d. I abgeballenen Bersämnilnngen ans WahiKeil, und beiahcnde» Falle»: 2. wj.e vermag Se. Creekle;» rechlserligen, dliß die Bertreter der Regierung bei. dieser Bersammlnng die daselbst vorgeloinm ene» a»tisemitischeu A»srei;nngen »»beanstandet hi »gehe» ließen, und endlich >va» gedenkt die Negierung v o r z»I e h r e n. u m den immer heftiger a n s t r e le n d e n a n i i i e i'n i > i scheu Aushebungen wirksam zu begegnen:' TaS hiesige Antiscinitciiblakt findet die Auslassungen Victljtcijftcin’v* über die „nirihschasilichc l?rganisalion de» chrlsikichcii Bokkcs" ganz selbstverständlich, während cs bezüglich Schneider s behaupket, man l)iittc ihm 'Worte in den M'nnd gelegt, welche dieser „in dem angczogenen Sinne" nicht gesprochen habe, was der antisemitische Reporter jederzeit zn beeiden bereit sei. Diese stete Bereitwilligkeit zn Eidesleissnugen gehört ancli zu den Mcrkinalcn der antisemitischen Bewegung. Wicncr Wciuciiiöc '.HuncIcnciibcitcii.) Glicht bloß im Al'geord nctciihansc hat die in den teilen Tagen besonders schwunghaft be tricbcne antiscinitischc Heize und! besonders die Thäkigteil l'icchtenstcin's Veranlassung zu einer Interpcllglion gegeben, Auch in der Sitzung des tycmciiidcrakhcS vom k». Teecinbet' richtete Tr. A. Stern an den Würger uieister Tr. Prir folgende Anfrage: ,,^hnc mich in eine Schilderung der am 4. d M. in det' BöttshaUc de» stiaihhgiiseS stattgehable» antiscinikischcn Hetzversaiiinilniigk deren h'haratlcr ans der Persönlich tcit ihres Cinberufers vorailszsischcli war, cinzulasse», ei lande ich mir die Anfrage: t^cdcnkt der Herr Bürger incistcr die l'oealiiäten des aus den Stcncrgeldern alle»' Bewohner Wiens ohne Unterschied der (sonscjsion crbantcii RathhanscS noch fernerhin für Bcrsaninilnugen, in welchen die der Stadt Wien zur Schande gereichende tr lassen und Rciecnhctzc propagirt werden ^oll, zu überlassen?" Blirgcrineister Tr. Prir erwiderte: In Folge eines s^eineiiideralhsdeschltisscs sei cs dein Blirgcrineister überlassen, die Benutzung de, Boltsbalte zn Beriaulii: lniigcn zn bewilligen. Cr iei bei der Crtheilnng dieser Beivitlignngen nicinals engherzig vorgegange», und es seien-auch z» den verschiedensteri Bcrsammlnzigen die' Räume der Böltshallc überlasten worden Ter Bercin, »in den-cs sich hier handelt, heiße „Christliche Familie". Cr; l)abc in den Stalnlen desselben nichts gesunden, das Ihn liäue be i wegen tön neu, dein genannten Bereine die Bollshalle nicht, zur Ber, fügung zn stellen. Für das, was tuitijt in der Halle gesprochen wird, : iliid für die Ucherschreiliingen, die dort staliniiden, könne nicht der jenige, der das Voeal überlasten hat. vcraniwortlicl, geniachk werden.. Tafür seien andere Trgane' vcräniworllich: hjcgegen cinznsci,reiten sei i vor Allem Sache des rjeegicriingseoinniinärs In derselben Sipnng! stellte Stadtrath NoSte den Antrag, es sei an die Regiert,ng eine Petition d:s Inhalts zu richten, dieselbe möge beni ).'andlaisibei feinem nächsten ^»samnieniritle einen ^^cietzcntwnrs zur Beschlns; - faisung vorlegcn, wodurch das mit de:n l''escize vom! A. Tcccinbcr \ lb'.Mi tliiid.gemachte OViueiiibcftittiit im Sinne des vom Wiener Ans-' schnsic des iiiederöstcrrcichischen Landtages in der Session 1>'.i| '.ij bereits genehmigten Borschlages abgeäuderl ivird An de» nieder österreichischen '.'and,tag sei sogleich »ach seine», .^:isa»li»c»trilic im Wege einer Petition die" Bitte zn stelle», derselbe möge eine 'solche etwa an ihn gelangende Regierungsvorlage mit thnnlichster Be schlcnnigiing znstinimend erledigen, ezicnlncll ans eigener Initiative die Üon der l^enicinde Wien äugcstrebte» A^ndcrungen des >''emei»dcstal»ts be schließen. In der Begründung des fktcserakes bedauerte der üeesereiit, das; tidi! der Antrag nicht ancl, ans die Ursachen der' belaunle» Abstinenz der lTpposikion bezieht »nd Thm io dze Csi-segenheit benontiiie» sei, aetenmästig und eingehend nachznive seii. d.ts;' die in der Crtlärnng des aniiseniiit scheu Bürgerrlnbs ausgestellten Behairptnngen mit den THatsachen niclii libcrcinstinlmeii^ somit jeder l^rnndlage..entbehren.' Cr besprach die Folgen dieser Abstinenz Und erwähnte, das; hiedurch insbesondere die Fortsetzung der Wasserleitung in die Bororle, die Schassnng von Atbcn . speeiell snr jenen Theil der Bevölkerung, welchen die sttikekiden C'e mcinderäthe zu vertreten immer vorgebe», vereitelt werde. Tnrch die .. Annahmc des gestellten Antrages würde sich die Majorität des >^e mcinderalhes ein Berdienst erwerben »nd zeigen, das; .ste sich in der; pslichlgeinäßeit Crlcdignng der dem l^ememderaihe znsallenden Agenden j nicht stören laste und ancli im gegenwärlige» Momente, wo die r r> vositioii sttile, Alles daran sehe, der gescl>äsilichen Slagnalio» abzn : helfen Ter Anlrag ivnrds genehmigt. Sel>o» früher nun be i» einer } S ip » n g des fort i ch r i I U i ch e n P,a r I e i v e r b a n d e s a »i_A »!"'trag des Stadtrathes Roste folgende Reiolntion angenonrneii i »a» von einer Anzal l anliienmiicher "Viuni;»,i'iiihc önchlonenc Ai:s bleiben von den Sitzungen tan» in lenen Fäll,», in ireläien die Anwesenheit von!>2 Mitgliedern erioieerlich m. die st-emernde in der Besämißiannng-nber böihsi ivichtige Augelegenheilen belsindern, deren-Colekignug von de,- Beoö.l'-iiing d:ingend geivüinchl Ivird, z. B die Bci.tilnß'ai'nng über die zur F.'rli-'t'nng der 'Wasierleitniig in die Bororle eiwrdern.ben Maßregeln, über p>rnndve> täni' von denen Str.ißenregnlirnngen avbänge» und demnaä, die Hebung, der Ban iliätigleii beeiiislußt wird, über Crri.tnnng iiädll'cher ,'>as,verke n. dgl. Tien- Abslinrn; ivird mit Behanvtniigen zn reän'eriige^' .e.rstnl,:. die mit de» Tbat i.ichcn in vollem 'Wider'prn.he ilelien. So ividerwriän d>e Belianp:»»,-,. -daß Anträge bloß deshalb niedergenimmi ivnrden. iven ne voll einem .Mn gied-e Tvvosiiion ansgrlien, der Tbaljaäie, daß l'eiipielSw.-i>'e i» Ler -8eil vrm r ..- ,: I>!'l bi» April I>:>2 in II Sivnnge« m» Anträge der Mitglieder de: 'Tpbn':''-.'» allgenommen wurden Tis 'Bebanrnwn. daß die Anklage dei- Tvrrn'.en rm Sladlraihe nneinedigi bleiben, iindel ibie BS.derlegmig özidniw, daß naä, dem im Präsidialbnrean ansliegenden Be,zeidaiine von den im vstimlnder.ill. n. Illen Anlrägen der Tpv."'>>:on «>,» Pereei», voll lene,: der - Bl,noeiiat jnn IO Pereenl ftyili den^ Sladlralli eiledig, sind, «ch-gennber der noiolißhen rtial '.illie, daß. erst sei, dem Aniirelen de» Autbemiii»»!'.» ein" 'riikev nicht getan»!,' Berivildeinng de» b'ievlliche». '.'eben» 'eiiigetreten ist. erielo.iiii e» als eine a: ge BcrdreKnng, wenn ft.ii die A„tiie»ulen ibrerieii» als besttnnro't nn' orl'-obl>: hinstellcn, iväkrend sie ,n einer -Reibe aetenmäßig rnveisbarer Falle d r M-> toriläl die gröblilhilen Beleldignugen und Berdä.tnigniigeii zninglen. Tie Alsenlirnng de> Ainileniileii stellt siäi. io an at-J eine .»ia>! begründete Handln»;-?. weise dar, iveläie nmrr allen llinnandett eine Berl'änminß der einem lS.-nv i-n.-eratlle naä, K 12 drr >i>esä ä'lSördniing obliegendrn Pilnbi in wb üli'.iif;t und in leine. Pinie die ^lnlononiie der >S,-,nei»dc zn i'älädigeai geeigvc: ist. Ilm den reget, 'mäßigen »nd »»gestörten (Sang dei Berivallnng. insbesondere mit Ra.lstNn an' die im 8»gc beiindtillien. von der Beröllerung dringend gelvlinnlneii großen Werke z'n sichenr, beantrage» die Unterzeiänielev.: Ter C.-„,,-lndel aib ,volle be tchließe», an d,n pandlag und die Regierlmg die Bnie zn netten.-:,-» tnzbe d.n $ •'>!* de» Con,ri„deslatnl>'- al» Ab>>»! 2 lolgenden ,z»>'a>> zn erhaaen: 'W>nn in den Fallen de» s>2 il, bi. l> und d^? ÜI die zur B>>l1linß'->blg>--it - notlnvendige Anzoltl von Mllgtiedent de-'- «'«cmelnderalbe» -itidit eliNnenei, iß. ir in milfi an»drüctlnher Erwähnung dieier Umn.inde der Berh.iukknngsgegeni'land

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