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Freies Blatt · 1892-12-11 · 36 (11.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
36 (11.12.1892)
Date
1892-12-11
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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reift t>. Freies Blaff. Nr. 3<>. miliiiüiMio Sachverständige Cbovü ^rtiljct'r v. Brackei erklärte beim ersten Blick auf f u Van': ..?a stcckl ja lunb ein (''tfitcf; drin " Erlänlernd bemerkte er sodann, käst cs o'i rar komme, daß bei iliigctcknckter Handbabiing. >ei e-, weil;n wenig 'bulifv in dcr Patrone war, oder durch einen eingedrnngenen Fremdkörper, ein vte'choß nn >'ani necken bleibe, Tic« sei hier onenbar den, Schüben n» betannr geiveien, »nd das Gewehr >'e> be, einem uenen -^chuß i» Folge des nngcbenren b'nsidrnckcS bei itee großen Etvansivkca't des neuen Pulvers geplagt. Jedes Gewebe vlave int gleichen Falle , „Jet Verleger der Ablivardl >ckeu Broschüre,'G l o ß ans TrcSde». gibt die An-k^tige» über die angeblich ich echte Beichastenbeit der k'oewe'iche» lSewebre wildtr. die ec ran >achN'chcn Maniiichanen lind llnkerolneieren;n Protokoll genointnen. •.IlHii'.ufj macht folgende? Gestäudniß: „Baron bange» batte mich mit einci Summe von bis Ttxnj Mark an? einer bitteren Vage gerettet: ich war dagegen die Berpnichinng. eingegangen, rangen >o lange den Ertrag dei Bio'chüre zu eedircn, bis die Schuld getilgt war." Ser gewesene Eiii»i»aIc0i»»iiffär ve Schwerin, der bekunden sollte^ daß Bleichroder cder Weber >bn zu Unguusleir Ahlwardi s ballen kanien wolle», lann nur belichten, inan habe ihm viel E'eld — Zeuge sagt Iikmhhi Mark — geboten, um Material gegen Äblwardt ansznlicterii. das er aber gar nicht balle. - Saß das iV'.ib oon' Bleickirvdcr ibm angeboien worden lei, kann der Zeuge eben'owenig bebauvten, wie daß eS durch roewe oder Kübne geschehen sei. Schließlich innß der .',,nge tugebeu, daß er wegen Erpressung ein Jahr Gc -augniß verbüßt habe — ">. Teeclnber. -,'»m bar'e dei beniige» Berhandlnng beantragt der Berlheidiger. nenerdInge die,radiiilg des bcka,inten anii> »illj'chen Ägiiatois Paaich, der Übex reu;bi» geholte Gastbausgeiprächr. betreffend roewe. ansiagen soll. Ser Piä .1 nd.,,1 erklär: dem Berkbeidrger, der cR-riclnebo' kenne nicht lekein BöirthsbanSfiat-ili nachge!eu. Ani '.lnnag des BerlheidigerS wild dann die Bernehinnng .des >?e'.rcnba«sn ilgiiedes Gta'en Hobentbal und denen Gemahlin >'o>v.e des Abäec.di n Freibeirn r. Wackrr.barlb beschlossen. \\ri r V an a>. riblwardf'S nainbafiener Gönner, wird über seine Unicrredung niit dem Polizeipräsidenten v. Richlboien vernominen. Er be!:ag: ßch, daß Rielubc'en ibn liiil beiieiiitender Schroübei: empfangen und ihm eefkai: dabei „Was >»i Äblwa'.df schreibt, glaubt ja doch lein Mensch!" rangen . big: k7d?7 er lebe dein Polireiprandenfelt mim,elbeilt, es 'olle eine Bro'chüre erscheine:,. n ee ii behauptet werde, der tcm-cticn Aiinee seien durch'Betrug 's legte Waneu gekie'erf n.'.den Ser Beriasier w'arle nuten und wolle kein , Wo:: er'ch.'ineu lasse», wenn der Pelizeiptäsideni die Sache in-die Hand giehine. ~ Er labbei» PeUzeipc.'.sideinct: nalsegclegi. die'Sachc;» nnkerdrnckcn, da sic ung>! eures /.'lns'eben e.r-gen und Mißtrauen gegen die Armee und ikire Waise b'rrettn'e» -winde. Freiherr p. Riändc'en babe aber, da ein Äblwaidk damit r i-anünenk.äi'ge, icdeS Eingehen daran' abgelebnt. pbangen erklärt, er babe -sich an d-.n Knegsminißee nicht gewendet, da AHIwärdt's Beriliche, die Sache Nm Krwiieiiuiiißee aliznzeigeu, 'e! ltzefchlagc» seien. BenserkenSwerlb sind die Mntbeiliinaen ranc^cn's über >eiiecn Berkebrmit den Angebein ans der roewe'ichen Fabrik, in:: deii A.'.eneizi bloo.g, «»ans nnd Scharne; cS geht daraus bervor, daß er dien', 'aminttich mir (»cid iinleiilnure. rangen Ibeilk mit, daß er dem ■.'.Yftt ini t't an zeit .':i *.t»M ai I gegeben babe. . - Tie AuS'ckiließnng der Seuennichkei! über die Samstag von Ahlwardt sorgeiegte» aninigSchri'l'lüge ^ans Weßl hatte in weite» Kreiien Bcnnrnbignii^!>etvorgeci:'en. Sbern v. iS'ößiiiibrachte »NN zur ,'iennlniß, daß der Kriegs ininißei um .''eiiniche Berbandlnug Über diesen Gegenstand er'iicbc. ES werden ''oksiii i'ue Aelcnßncke verle'en: das wichtigste ist ein Bericht deS AriilleriedepolS >» We'el, daß bei einci»randivebrübnlig in die>eni Sommer ron!ü>ü roewe'ichen i>>ew.lnei, tevaiatlirbedürsiig waren, namentlich seien an «>k> Schlössern die „Fanime!!ignd „ü.ul'chieuen" gesprungen. Weitere Äetenstücke »nd Beiichi^- ergeben, aß der KriegSniinister diese Sache genau u.nlerslichen ließ und -,eb» gc'pinnaeiie Schio"er der königlichen (?ewebrsabrik in Spandau übergab. Ser Ebe> dt-'si-r königlichen (siewebrsabrik.-sTbersilieutenaiil r a»ge, erscheint alS Sachverständiger mit den belresienden Stücken nnd gibt die sensationelle Ertlärnng ab, daß die klnieisiichniig de» ßäiksieir Berdacht dafür ergeben habe, daß lene Be>chadign» gc» gewalt-ain inirvaminerichlä gen hervorgeb rächt worden ieien: überdies seien die Äeivebre dadurch zwar reparatur bednr'tig, aber nicht niibranchbar geworden. — 6. Teceinber. Heule er'olgle die Eontrontiriing desPolizeipiasideiilech Fceiherrn v, Jistch t ho'eii mit Herrn v ran gen. Ter Polizeipräsident besirilt, daß Va^en er» k.ärt habe, daß die Broschüre nicht erscheinen solle, weil» Richlhofe>Sdie Lache in die Hand nehme, b'angen habe ihm alle.ding» gesagt, daßstSder Broschüre Fmereksen deS Skaalcs cfe'ährdende Mitthetlnngeii itündpn^utid ibin daS Ein- 'chieile» »ahkgelcgt, Allein^er <:>iichthoseni habe ei»/Lii»'chreilc» betreffeiner u)ch nicht erschienenen Schri'l als außer feiner Eornpeie»; erklärt. Ec erinnere sich auch mchf, geiagf zu Koben: „WaS Äblwardt schrnbf, glaubt ja doch Niemand oder beunriihigf Niemanden" Toe Polipipräsidenf erklärfe dinn, im Ganzen habe er dar Gefühl gehabt, alS ob'er als Borfvann i» einee aniisemitifche» Agita lionSfäche benützt werden solle, und man suche sich nachträglich bloß mit ihm zu decken. ÄlS Ählwardt betreffs der Meldung bcim Polizeipräsidenten bcinerkl, ' er habe dein ersten Beamte» der Poli;eipeäsidi»»is als gelauflei» Enden — eS ist offenbar Geheimralh Frietheini gemeint — feine Äelc» nicht anverlraueu wollen, vrolestirte der Ltaalsanwalt gegen tiefe erneule Berdächligung eines hoben Bcanneii, Ser Präsident beinerkie: Ech habe überhaupt noch keine» gegen Ählwardr auSsagende» Zeugen geholt, den die Bcrtheidignng und der Angcllagie nicht verdächtigt hällcii. Sie Bernehinnng der folgenden Zeuge», deS Grafen Hohenthol nnd des Freiherx» v. Wackerbarth, erwies sich als ein neues FiaSeo der Bertheidigung. Tiefelbc hatte Hohenthal laden lassen, weil dieser an-geblich in, eiueni Berliner Restaurant ersten Ranges ein Gespräch foewe's und Siiihne'S mir' einem C fficicv angchörl habe, worin die Genannieu herabsetzend über die Armee gesprochen und sich über die Veichligkeil, deren Behörden zu läu'cheu, belusligl hätten. Tie höchst ziirückhaltendeii Aenßeriiiigeii Hohenlhal'S bei der heutige» Bernebiniing ließ?» nichts als höchst allgenieine Andeutungeil von jener Beschiildigniig übrig, nnd auch für tiefe teilt crnziges wirkliches Faelnni Graf Hoheiuhal berichtete, er habe mit seiner Frau Februar IKp!, ju dein bekaniile» Restaurant Boechardt eip Gespräch zivischen drei Herren gebärt, wovon zwei ihm vom Kellner als k'oewe und Kühne bezeichnet wurden, in welchem geringschätzig von Tssieieren gesprochen wurde, nnd denen ganze Senden; ihm io ivenig vertrauenerweckend ivar, daß er darüber mündlich an hohe Cfficiere des KriegSiliiliiiieeiuniS be richtete. Aus wiederbolte Fragen des Borsilccnden nach dein Enbalie deS t'iespräche« wußte der Zeilge nicht das lsicringste anzugebe». Tie Frage deS an dieiem Zeuge» sehr inteicisirten BerlheidigerS, ob die das Gespräch führenden. Perionen sich über die ücichligleii, die Armcebelwrdc bei Vieieruiige» zu täuschen, belustigten, verneinte istra' Hobembal. Freiherr v. Wackerstartb, welchem Giai Hohenibal über jene- Gespräch bald daran' berichtet haben wollte, sag:?, daß ibiii Grai Hohenchal. von einem derartige» (tzeipräche erzählte, nnd zivar nicht I>K!>, sonder» erst I -k'E, nach dein Eiicheinen der Broßkiüre Ahlnartl'S, konnte aber über de» Inhalt des ('>cipräches noch weniger angeben als Hobembal. Wackerbarib bestritt die Ber bindung mit Ahlwardi, lehnte die vom Berlbcidiger verlangte Aeußernng über di^' .VÜinNl ü i-rafIiab nnd wollte keine »ennenswerihen Siiinmen an Ablwardi'S Zeugen gegeben baben, sondern nur kleine Unlerstüizungen anS Milleid. Tie nachher vernommene» S'sieiere, mit de,len Graf Hobembal gejprochen haue, iagte» ans, es fei jlnieii erzählt worden. K ü bne baue geänßelt, er weide seinen Sobu »irfif C'ficifr weiden lassen und ifm davor bewahre», cieic „Hnngerleider-Earrißre" zu ergrci'e». Sbeistlientenam Kühne stellte dies entschieden in Abrede. Ser heute veriioinniene Zeuge Paaich machte vollständig den Enidrnek eines Erriiiinigen Er bezeichncie nntsl Andeecin den ebeinaiigen Elilrusminisier o. Goßler als Enden Und erzählte» daß die .Ulinm-ii>na-lito eine Ber sichern,igsgeielllchait 'ei, die für den Beitrag von Mark den Mitgliedern ge staue, alle Berbrecheu zu begebe», und durch jüdiictie Beamte und Tineiere gei'chüvt werde. Äblwardt stellte a» Paaich eine Frage über eine diesem von SSinaii Beg r» Kai>o gemachte Mittbeilung, wonach Ezar Alexander TI. nn Aufträge der .VIIiiui>-> i-ra-äinerniordel woiken >'ei- Ter Präsident ließ die Beamivoriniig cicier Frage nicht za, . , — 7. Teceinber. Ter Berlbcidiger linlernabm heute eine» »cucn Berschlepvuiigsver'lich und stellte neue BeweiSanlräge, die aber ieitens des Gerichtshofes zurückgewiesen wnrten. Taranibln e>klärte der Berlheidiger, er trete zurück, da man ihm die BeweiSniitlel abstchncide Ter LtaalSainvalt beantragte die höchste Llrase iiir diese Ungebührlichkeit, Ter BcNheidiger nahm seine Acten ziisannnen und verließ den Saal, worauf der Präsident die Berhängung einer TrdnnilgSstratc von ltm Malt gegn, den Berlheidiger verkündete. Im ferneren Berlaure der Sitzung wurden weitere, auf eine Verschleppung abzielende Anträge des Angeklagten abgelchnt uub die Beweisaufnahme für geschloffen erklärt. Ahlwarkt nahm iodann daS Wort und stigtez: „Tie Wahl zuin Reichstage ist am Montag enolgt, morgen wird die Wahl verkündigt, Tann wird der WahteommiffariuS an mich die Mitlheikuilg ergehen kaffen, »nd im Reichstage kann vor Montag meine Angelegenheit nicht vorgebracht werden. Ich erkläre ausdrücklich, daß ich bis zuin Montag auf, die Intervention des Reichstages verzichte. Ick erkläre »veiler, daß ich mich einem UrtheilSsprnche heS Gerichlshores iiiiJu entziehen will. Mein Berlheidiger ist hier in einer Erregung, die mir selbst schwer begreiflich war, sortgegangen und hat daS gei'aminle BerlheidigungSmaterial mitgenoinme». Wir hatten verabredet, nnS in die Berthridlgung zu theilen, nnd ich stehe nun hier ohne Schutz und einigermaßen raihlos, denn ich habe hier drei Herren mir tzegenüber, welche gewiß alle« Mögliche gegen mich geltend machen werden. Ich bitte deshalb um 24 Stunden - Zeit, damit ich mich in Verlheidigungszustand versetzen kan». Ich erkläre ferner, daß ich mir keine» neuen Berlheidiger nehmen will und auch keine weiteren Anträge mehr stelle." Der Staatsanwalt erklärte sich unter Hinweis darauf, daß Ahlwardl monatelang Zeit gehabt habe, sich auf feine Bertheidigung vorznbereilen, gegen die Vertagung. Ter Gerichtshof gab jedoch der Bitte Ahlivardt'S statt und vertagte die Berhandlung auf morgen.

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