Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 36 (11.12.1892)
- Date
- 1892-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. Sii. Freies «,was wisse, veriieinte der klniersilchnngsrichler. Terielbe tritt auch der Be bauimnifl Ahlivardl's entgegen, tag derselbe mit chm darüber gesprochen habe. — AHlwardt zog' sich nun ans die Behauptung zurück, er habe seine Tcnnnoiaiio» in einem aus den Zustizminisler Schelling bezüglichen Schrislüncle angebracht, aber ohne Raine» zu »ennc», >va« er and Misstrauen gegen die Behörden uitterlast'cn Habe. Ter Slaatsanwstli erklärte, er ivi'se auch bievoir nicht», ans eine Tennnrialion obne Nennung eines Beschuldigten Hätte , er sich aber kaum cingelasseii. Biel;ieit beanspruchte die Verhandlung über die angebliche Bestechung der töniglichen Büchieninacher, sowie Über deren angebliche Traelitniig in der Zaln >k, welche iiamenllich Ablwar^t'S Zeuge, Scharfse. wiidelholi behapplel. Es ergab nch, das? liier die Überall bei Arbeitern und Handwerkern übliche. 3me, elainerade» a» einem Trunk wäbrend der Arbeit ibeilnebinen zu lauen, in lächerlicher Böci'e zu einer Bestechung ansgcbanfchl worden ist, »nd das; auch die Bnch'euinacher -zuweilen von ihrem igelte >ür Vcule von der srabrik Bier ',-ezahtten. Ein -bieraus zur Verleinug gelangtes Schreiben des Ariegsiniuisters er ilärk, au> «'»rund des BerichleS des G-neralS v, .»treu chm an», daßdas 7. Alineecorp», Ivo nach Ablivardk Geivehre hefprnngen icien, nicht mit Vomv- Gewehren beivasinel sei Auch die' Bebaiiplnng Ahlivardl's von der Ergrcisnng eines gcstohlciien Gewehres in Torlinnnd fallt m sich zni'auiinen, da die. dortige Poliz^rcclion telegraphisch erklärt, ihr iei darüber nicht das Geringste bekannt. Ter kernere Verlaus der Verhandlung >igab neue enipsindliche schlage sar Alüivardi, indein mehrere Zeugen, ans die er besonderen Böerlh legte, entweder Unwesentliches oder gefadc das Gegenihetl dessen ausiagle», was Ahlwardi ilineu in den Mund gelegt hatte. To der Arbeiter .»t uanerhai'e, der nichts non Uiiregelinästigkeiie» beim Schieste» ivntzte und sonst »nr anssagle, -er habe für die löniglichen Büchsenmacher;»»> Z-rühstütt Bier geholt; nkeisl hätte» tiefe dezabli, zuweilen, wen» auch Meister T'.anqcnberg Bier holen lieg, dieser. Ter Gencralhevotlmächtigle Bleichrödei's, v heibnrgeimejstcr und Eon-nt a T. Beeber, bestritt entschiede», das; Bleichrödcr t^eld inr ein Eomuö znr ilipralischen Vernichtnng Ahlwardi'S gegeben hätte; er habe, nachdewe die-cr eine Bronkiüie gegen Bleichrötter veiössenilicht und lei-terer Gewistheit?rta»gl haue MO alle ilrlbcilssähige», seine Ehre siir unangeiaslet aniahen, leine Veranlassung gehabt, gegen de» Mail»/ de» er verachtete, .tiorzugeheli. Enlerküans wäre» die Aussagen dieses Zeugen, als ihn der Vornl>ende fragte, ob er Herrn v L äigve r in k.iiiie, auf de» sich Ahlwardi als Gewährsmann für die angebliche Bzelnslu>sniig der Zeugen Ahlwardt'S durch die Znden herl-s Ter Z.'nge erklärte: Schwerin -rar der Nathgeb'cr einer Zran Eoh» in einem Pro c esse. den diese Z,au gegen »deren v. Bleichröder geführt hgt. Schiverin hatte -chon näher einmal mit einer Beo'chüre gegen Bleichrödcr gedroht niid war deshalb wegen nerittchlet Erprei'nug zu einem Zähre Gei'än gnis; vernetheilt worden. Später -lat er wieder an Herr» v. Bleichröder oder vielmehr an mich, der ich alle diese Tinge persönlich und ielbsistäntig führe, heran, klagte über feine lranrige Vage, bat ni» Uiitcrsiühung »nd fragte, ob er mir wichtige Papiere zum.'laufe «»bieten dürfe. Er sagte dann weiter, dag Ahlwardi eine »eile Bröschnre niiier dem Titel „Ende niid Edelmann", herausgihenn-oUc >ud ihm Cfreiten bezüglich 'a Papiere gemacht habe. Zch lieg mich ans nichts ein Später wurde ich be »achiichiigt, dag Schwerin wegen Ueberlassiing der Papiere mit den Auli-emurn verhandle. Tan» wurde.Heir v. Schwerin dringend,r. Herr Bö e is; schrieb mir, u,g Schwerin seine Schrislen am liebst-n mir übe,lassen möchte,- das; er die S chti'tc» mir aber nur in Gegenwart eines Notars zeige» nwlld. Zä, ivilligte shliestlich, um;n sehen, was Schwerin eigentlich behve, ein, z,i de,» Nechts anwall Goldichinidt;» koninie», als dessen'Vertreter ein Assessor Erlich S 'nngirie. Zch blätterte dort i» den Schritte»^ »nd da ich nur Schwerin s Hand -christ sah, e> k,ürle ich, dag ich keinen <»>ebranch davon niachen wolle. Nach Be endigung der Verhandlungen hat mir Assessor sziichs ans meine Z-rage bestätigt, "afi dies der remjte ErpressttngSversn.ch Schwerin'-; gewesen sei. Ter Vserdebahnknischcr Üiichler, der nach Ahlwardt'S Behanpinng einmal wahrend estier irahrt Eriminal Schnplenien erzählt Sabril sollte, ans einer Vänd ivehrübnng hätten Vandwchrlenie, da viele Gewehre platzten, dieselben oft gewechselt, sagte ans, er lzabe gerade dar Gegcnlbeil erzäl-tt. Es sei damals eine Ahlwardl Versammlung angelegt, gewesen, nnd er, Nichler, habe ii» Vöageii aiij die deinoralisirende Vöirlnng dieser Hege hingewieien und erzählt, bei einer Validwehi Übung hätten die Veuie, ivclche die tüewehre nicht pnge» ivollen, be hanplet, die Büclise» schössen schlecht, während-sie sehr gilt schossen. — Arbeiter Meincrs weist nichts von iliiregelmästigkeiien bei den Scheiben. Arbeiter T'ievmann behauptet solche; es stellt sich aber heranS, dag er nicht-; a»S eigener Anichanung, - sondern nur voll Ansiage» des Tennneianien Schaifse weist — Eine groste Anzahl von S meieren bestätigt »enerdingS die Güte der Vociveichen Gewehre. General Vleuienant v. .Üraeckel, der seit dein Zähre ld>li:> die Gewehrsabrieation für den Staat, auch die Voewe'iche Zalulk überwacht, erhärt die Voewe'schen Gewehre für gleichwerthig mit den staatlichen. — st Teeembcr. Tie Verhandlung gestaltele sich heute sehr dramalssch. Ter Präsident.verliest alS Beweis der demoralisirenden Vöirknilg dfr Ablwardl'sche» Agitation an den Gerichtshof gerichtete Briefe, in welche» gedroht wird, ha» Ger ichis- Slatt. Seite.'» > gebände in die V»M zn >'vre »gen. weüii' Alüwarkt »eranheil!- nn-lte -Ter S l a a t S a n w a l l..erklärt, die>'em ..Schreibe» uätn.ii.!. n. z-.i -iri-u.,,. Ter Präsident verliest ein anderes Schreiben' in iveichein :etwird. '.V-u tvardt iei liieiicher Herkunft. Ans Ersuchen, des Ve-.Il»-ldige,s ivird auch ein an dleien gerichtetes Schreibe» verlesen, worin behanviek wird, -I heriiliellienailt H ii () ii c fei als Militär wegen Annahme von Brstechnngenegilaisen .n orden. Ter Präsident hemettt: Ter Znbali dn-ies Brieses lann ni-lli überia'ä,ell, heim es liegen Briefe vor,- in denen iiichl nur wir solid,>„ anä, alle»uli' tärischen Sachveiständigen als dur.l, lüdi'ü-es <e.ld bestochen rerdachne,,'weidenä Ter Präsident bezeichnet es ferner als belmmt, dast ,'lnbiie mit gir-ster Vli:» zeichnnng den Ab'ellicd erhielt. Sbcrstlienlenaiil .»tnhue st-.bst lbeill mir, l>ave lrantheiisbalber ive.-zen Gi.chl nnd .>tllr;alhln,gle,i den Abschied verlangt,' >l-d dieier sei ilnn nnrer ansnahindiveifer Verleihung des TbersUlentenaiizsinng-s eriheitt word'en. . . Professor Vaz.arns und S aniiätsraih Stadtverordneter Tr., Ne „in an» stellten die Aufgabe.der Alliai»---. inn.-lit,- nun. r»-ll.- klar. Tie'eibe bezi>>e,le die moralifä-e niid-geistige Hebung der Znken in den ösüicheil, Vandern „nd allerdings auch die- Anstiebnng ihi.er s»'>leichstell»ng, wo sie politisch nnierdrüttl sind. Tie Behanplnug, die Allin,habe -Zndor Voewe den AnstVag gegeben,-. Tentschland welwloS zn niachen, »in eine jüdische BTellherr-ä-af, lie>znstetteu, erklärte Professor Vazarns als Ausgeburt kranthafler Phainasie und dadurch genährten ivahnwigige» Hast'c;. ' Ter Vertheidiger ivili eonstaliren, dast aus der Ansage,> de,- Zeugen hervorgehe, käst Anbei! sich international zn volu,scheu Z,,v,,1ei, verbiudeil können. — Professor VaznruS vernchen abermals, dast die A4lian--<- „ich, politisch ist. — Ans die Z-räge des Präsidenten, ob eS wahr iei, dast de, Talmud jedes Pcrbrecheu gegen Nichlinden gestnile, anlivon-el Professor-Va zarziS: „So viel ich ivcist, nein." Nun begnnpiei der Vdrlheidiger, Vazarns Hab,- sich mil „So viel ich ivcist" veeelansnlirt und nicht bestimmt geanttboriet. — Prä .'idein: So nmwonet jeder geivissenhai:,- Mann über.den Zul-ali eines io uinsaiigreichcii 'Böerles. Böen» mich oder Sie Zeniand nach einer Stelle im Vandrecht fragt, antworten wir anch io. — Ter Angeklagte verlangte »achmals die Vorladnu'g von Nohling.'Schnerder nnd Paasch. — Ter Prä sideni erklärt, dast es bei der bereiis beschlossenen Ablehiinng dieser Zengen Vorladung sein Bewenden habe, Alllwardt ihherreicht nunmehr dem Gerichtshöfe einige Schnttstinke und eikäirt paiheiifch, . es feien amiliche Aetenstürle, n-odurch bewiesen irerdeii solle, das; i» Böeiel von!»!>> Vvewe'iil-en «»'-ewehren >in grostev Theil unbrauchbar geivorde» sei. Er babe damit zurrst znrütlhalten nnd lieber.ins tüesänguis; gehen tvolle». Aber da er gestern gehört, dast ein Äiiieier geäusten habe: „Ta habe» umhie anti'emittiche EanatUe", sch liehe ar daraus, das;, inan seine Partei, die er inr die einzige patrioiil'che in Tculichland batte, vernichiel, wolle, und äibctreiche Pesha-b die Schrislsiiiile. — Präsident: Unterlassen Sic die che. ständigen Hinweise ans^hren Pauiolisinns, Sie, der Siofunansgesetzl den ganze» deittichen Beanileiistand, das Mililär »nd Alles iin preußischen Slaale in gröbster und ilnillanieriichsler Böeise veriinglinivsen. Ter S taalsanivali ^etlMn sodann, die heule überreichlen Schriststülke seiet, >'o eih-dlich, dast er den Ansichlnst der Hrnenttichkril bei der Veihandlimg darüber beaniragc, zitnial sie „nzivci'elbasl aimlichc Urltliidei, - seien, -die nur t nrch einen unerbör:en Ver lraurnsbrnlch in die Hände Ahlivardl's, gelangt sein tönnlen. — Ter Präsident verfügt zunächst, dast ded Polizeipiäsident Äri-ibm v . i>b l Io se n vernommen iverdd. Ter Polizelpräsidenisagt -ans, eines Tages hal-e sichilnn in iciuem Bnrean der ihm b,s dahin frciilde Herr v. Hangen '.-oigestellt, ihm eine Broschiue vörgeügi nnd ih» ge tragt, ob er SS niän für geböte» balle, das Erfchrinen der Broschl,ie„zn ver hindei». -Z-rcihkrr v. Nichihofeii iah dann 'tu: den Tiicl.'iinSals er den Name» des VerfafseiS etl»li_itte, habe er die Brp'äiiue mit - de» Vöorien: „Ah, von Ahlwardlznii'nlgegehdu lind Herrn v. Vaiigen an die Heeresverivallniig ve, wiesen. Als die Broschüre izr-chieii, babe der Polzzeivräsldcnt ziv.ei Ereinplare gekan-'l und dein .»tiiegsmiiiister zngefchichl. Ties, -.n Ahes, was er' m. d.e Sadle geihan.. Ter t-sl-richisbos beichlost. sedan» den.Ansschn-st det ffeiililchleil - bei der Bcilesnng der sechs von Alilivardt überreichten Aeteilstütt-.-. ' Auch die Nachnnttagssilznng »ach der Bösederaitznahme der C effentlnliteit war inierrssanl nnd bewegt. Ei» H'anpizeuge Abüvardl'S. drr -rnhere Montenr N ab aus, bebanplel in erregtem Tone alleinögüche» Uniegelinästi.steile» niid Schwindeleien in der Vorwe'ichen Zabril, ohne al-er eu.e bestiinnne ThalNiche angche» zu lönne». Schliestlich eoneenl.irl der Zeuge feine B>cha»p:nngen ^ranf. ,r-ast fast alle Gewehre „gedrmll" ivorden seien; darnni.'itu da» grn'alliälne Viegcn der- Vänse zur Ef>-raden zn oerstelen. Tnrü, . Vernehmung der miliiäliichrn Sachverstäiidigen, des Biaiors Hanig und des Eanmil-far-v Sir eich er, wild aber scstgefieltt, dast »n 'liallaii-:- rs :vnr, der wegen vciboleiien „Tlüileiis", wodurch et 'chleäne Arbeiien verbergen, wollie, entlifien würbe nnd ipälcr ans Rache deliuneirle Zn ganz besonders draüifcher- -Böeife. fiel Ählwardi's Be-chnldlgnng zn saniineil, dast bei dev Erprdiuon Ziittgian von Voewe Hteweltren L.'-sgevlatzt seien Einev diefee gcplatzien Vänse wurde, drin Gerichtshöfe vorgelegt, imd der