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Freies Blatt · 1892-11-06 · 31 (6.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
31 (6.11.1892)
Date
1892-11-06
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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5cite 4. .FreU s ein vollem halbe»« Oabr von den jüdischen Litern trennt. Die „rothe «'»iibiii" wäre demnach eine fürsorgliche Hausfrau, die sich zeitlich »nt dein.noilngen Christenblut für ihre Mazzes vorsieht. '.'ins Dem Droppailtr WtmeiilDtrfltbc.) Zm (fstineinderathe von ' r rovvan vnfügeu bekanntlich die Antisennken über die Majorität, von der ne neulich «Gebrauch machte»,' um ein Ansuchen der dortigen i'raeNN'clien Ciiliusgemeiude nin eine Subvention zur Erbauung einer Bollsiciinle znrüikzuweifen. Tie antisemitischen Geineinderäthe spielten ncii indenen ans prineipielle Gegner der eonsessionellen Schule hinaus, vermieden Seandalseenen, ivie sie ihre Wiener Brüder mit Borliebe i'enctlYii, und ihre Auslassungen, mit Ausnahme derjenigen des Dr. K i o »i m e r„ trugen den Eharakter des „Aiitisemitismus mit dem A.iiKnhume". Ein Sertionsantrag ging dahin, es sei der'israelitischen Enlinsgeineinde Troppan. entsprechend ihrem Ansuchen, eine^Subventio» zu bewilligen und ihr in Anbetracht dessen, das; durch die i'rarliiischD Boltsichule die Commune entlasret werde, für den Ban des Schulgebäudes «Mio Stint Ziegel unentgeltlich zur Verfügung t» stellen lieber bieien A»krag, der schließlich abgelehnk wurde, entspan» siel, folgende Diseussion: >«>e»ie!»deraib Kil „ k erklärt aus prineipieUen Ö»riiubcii gegen de» Sectione- .10:1.1,1 in üiunuen. denn er fei ein Gegner der confemonetleii Tckule. Tie . uädln.1'u Tä'iil.'it lieben jede»! eben, er finde alle für die Errichtung, ipeeicll aber im die Tubruntioniiuiig einer eonie'sionelle» Zchnle keinen Grund. — - 3",ii.int eiu.i.iiiht «seineinderatb Tr. Eisler, daß er, e°- auch am liebsten '«eben würde, wenn die Ec-Ii'eisioii in den Tchuleii keine iliollemehr 'vielen u.ii de vei.Vr 'eien wir auf diesem idejlen Srandpuiikle nach nicht angelangl! il'.-. .le die i-.aeiiii-zl-e Boitvibuie nicht errichtet, >o müßte die Gemeinde für -1 .1 .'! .re ->i.-:i.,ie>:--!>'I'.r.-r in den slädri'che» Tchnleii sargen, müßtekchrssmmer den 'i '.le.iei'v.nüeüi.iit beiüeUen u. ». w. Ter geringe Beitrag, den die Te.iien i.. D in Til nlbane beantragt, »ehe in gar keinem Bertialiniß zu dem E.-p.,rm-:. di? r.u.li E-riäunng der Tämle der Gemeinde erivächst. — Gew. ir.de. i:l?iv pflichtet dem Borredner bei und bestätigt, daß die Sladt- .emewde rniMViu vn." ebigimmer ’amnit Beheizung und Beleuchtung für d u in.1 .• i:i e:t 'Iieli.ud!i-?unierrichk beifteUeii müßte, wenn die israelitische r.i .i.e iwI I l.münde. Bieebiirgermeiiter Tr. di ro»iui e r wirft die Frage auf, i! denn d . G.-ni'ind". .i:v beiechligk 'ei, eine Brivak'chule zu nmrnniMit V Ter B. 1 n alti.inegetichte! I'' labe in einem ähnlichen Halle gegentheilig emkchiede», denn die B-ran Btirat'chiilen liege nicht im Znteresie der Gemeii.de.— "'.!!!. i! delm:T r:.:?;l entgegnet, daß die Rechtsfrage hier gar nicht in Be- . -tu keinmen liiine Zur Citveiinng einer Woblihat könne man iveder n 'wd n berechtige» nach . vingen. ebem'oivenig ihm die>'e verbieten. Tie i n >-. be die Umermikung b.'. nnortet und beantragt. Wenn nun das - B..iuw Cr >.:n -.Hi:trage nicht zii'ninme, dann werde dem (semeinderailie der Beiiimt' d Viiui'enutivmiie niilit er'varr werden kännen.' - lüemeinderath ">i'id '„id : ee ''ande lar, daß wegen eener solchen xleinigkeid » iiiT.n'eii:;:en ein i: t'.-erib von etwas über 2l>tfl l s» viel gesprochen werde. - ,-lnin d-aii d.e ^.l nhenhan'es'seien s»'.>»a» Ltück Siegel gespendet worden. Tie Tee.ieii l abe ein -e niedriges ^.uantnm beantragt, damit alle nnliebsameii Er i". leinngen »nieihliibeiv — Bieebärgermelfter Tr. X ro in m tr tritt den Ans. 'ul".nnge» T.-.a'U'e entgsgeir und -agt: „Wir werden doch nicht deshalb gegen nuv'.r Uel-.'rzeit.'un.i stimmen, um nicht in den Verdacht des Antisemitismus 4rn teniiiiei;' .>n de-. Lnlinsgeineinde i'eieu genngenk reiche veule, sie an' die llnieislni'iing der Tiadigeineind.' aar nicht annehen, und das-Gesuch sei nur eiligereich! Ii . dm. NM die "«enannng im Geineinderathe zil.'ondireii - Teilt 'Bi'.-ebiirge!ine.s,,' 1 dtitt »NU Tr Eisler entgegen. Bor Allem 'eristire ei» lliile-,schied jwi'cher eiw'. N'1. verkehrenden Tubventien einer schule und der einin.il,.,-"! Beit'.a.'Siei'tttng zu einem Tchulb.iue. Mit der erwähnten Ent - l idii-.'-i Beiwaliiit-gsgerichlshoses tonne Herr Tr Xroinmer ruhig „ein i i.t-'n, i . ' ie an' den vo,liegenden Hall gar keinen Bezug Taß es unter ■■■ M::gu d ■ rn Eiiltusidindinde einige wenige wohlhabende feilte gebe, 'lerne nr.1, in B :> -cht g.-roge» n rseu. Es komme einzig das Bermögen der "'s- :-i i! .-„a.tnicht das Privatvermögen ihrer Angehörigen, und di Tu.:.::. n ii.de -'-i lniiil.nm Ten Borwuri einer Tondirnng der Ge ki.'ii ". .- in ff,.:r.- - i:!; inline er als der Enltnsgemeinde gänzlich fern l>ee>!. e:>e». ("en: i’r.cratl: irlogel meint, daß. wenn die. Ltadtg.iien' ein Unternehme» iiitterslüpt, sie vore.rst darüber klar sein 1:':-''-. il d,.-"i> lli'-,! 1-el'N -n der Tiadl von Bonheil sei Ties sei bei einer I ei „Trinir n ., Nicht her Hall. I B.'e::n Bcri'ündctc dev Widersacher des modernen Schul wr'-nn an';:n,Bedenken gegen eine Privatlehranstall mit von ie'iini-.n.en: .vrage laben, so in freilich die ne leitende Absicht nicht eiii-'ii Al'gdulni.t;u vcvfeim-.ii. v iilllirl orätllli. .'ui ','i I> ireg >» hliza ist "am '2: d der .\iil i .: rer uiigarischeu linabliäugigkeilspartei, Tiuiicl r ü n n i, im Ailei u :T siebzig Haliten gestorben. Bor wahren, als noch der Antisemi l:s:u.:-i :u Ilug-irn grai'ülte, nahm .iriinm entschieden Stellung gegen Blatt. Nr. 31. denselben. Seit;wei Jahrzehnten brachte er regelmäßig bei der Berhandlnng des Abgeordnetenhanses über den Cnltusetat den Beschlußantrag aus Proclamirüng der allgemeinen Religionsfreiheit ein, und in letzter Zeit ward ihm die Genugthuung zutheil, daß dieser Antrag einhellig genehmigt wurde. Worte der TllldsllNlkeitH Bei dem festlichen Anlasse, welcher vor einigen Tagen in Wittenberg anläßlich der Wiederherstellung der Schloßkirche, der Stätte vou Vuther'S erstem reformatorischen Wirken, eine Schaar illustrer Gäste versaminelte, fielen auch Worte, welche ganzvon dem freien und toleranten Geiste der Reformation erfüllt sind. Bei der Frühsrücktafel im t'utherhause hielt Kaiser Wilhelm eine zündende Ansprache, in welcher er u A. auch sagte: „Wir bekannte» heute aufs Reue vor Gottes Angesicht un-seren Glauben und vergesse» nicht, daß dieses Bekenntniß uns auch heute »och mit der gesannnte» Christenheit verbindet. Zn ihm liegt das Band des Friedens, welches auch über die Trennnng hinüberreicht. Cs gibt in. Glaubenssachen keinen Zwang. Hier entscheidet allein die freie Ueberzengnng des Herzens, und die Erkenntniß, daß sie allein entscheidet, ist die gesegnete Frucht der Reformation." Roch beredter ist die Sprache der Urkunde, welche der Kaiser, die anwesenden dentjchen Fürsten und andere hohe Gäste anläßlich der Weihe der Kirche ausstellten. Zn dem Tocumente heißt es r „Wir vertrauen darauf, daß die Unterthanen treu an dem evangelischen tsllauben festhalten und sich durch ch r i st l i ch e V i c b c, D nldnng n » d Barmherzig k e i t gegen ihre!>i 11 b r ii b e r, auch gegen AnderSglän l> i g e, als w a h r e a ch f o l g e r C h r i st i e r >v e i s e n >v e r d e n.". Cs wäre zu wünschen, daß diese bei feierlichen'! Anlasse von a. h. Seile gesprochenen Worte nicht uligehört in deutsche» fanden verhallen und daß von Wittenberg ein zweikesnial der t^eisl consessioneller Frei heil und Tllldsamkeik ausgehe. :?n>3 hessische Ministerium stegen den l-lutisciiiilismils.) Der in der vorigen Rnnimer unseres Blattes bereits erwähnte Erlaß des hessischen Ministeriums gegen die antisemitische Bewegung liegt' uuS nun im Wortlaute vor. Ter vom Staatsminister Finger nnterzeichneie Erlaß besagt: „Bek besonderer (Gelegenheit sei zur Kenntniß des Minisleriuiits gelaugt, daß eine größere Anzahl Beamter, insbesondere der mittlere» und unteren Dienstelassen, sich durch Wort und Schriit, durch Mitgliedschaft an Bereiuen »nd Besuch von. Ber saminlnngen aitz den antisemitischen Bestrebungen betheiligt. Auch ist dem Ministerium bekannt geworden, daß es selbst Beamte gibt, welche glauben, sich für ein solches Berhalte» ans den seinerzeit amtlich veröffentlichten, an den Rabbiner Salfeld als Ürepräsentanten einer vom verstorbenen (>'roßherzog empfangenen Deputation israelitischer Staatsangehörigen gerichteten Erlaß bernsen zu dürfen und mit den darin tuiidgegebenen allerhöchsten Anschauungen und Absichten in lieber einstiininung zu sein, tlc'ichts könnte verkehrter sein als diese Ans sassung jenes^inl allerhöchsten Aufträge ergangeueu Erlasses, fetzterer betont vor Allem, daß der l^roßherzog mit Bedauern von den seit einiger Zeit in mehreren Theilen des tffroßherzogthuinS stattfindenden, von außen .hereingetragenen gehässigen Anfeindungen seiner israelitische» Unterthanen .fkennlniß genommen hat, spricht sodann ans, daß der <^'roßherzog btefc* Anfeindungen aufs' erustlichste mißbilligt .und ein baldiges Allihören derselben erwartet, und hebt am Schluffe hervor, daß nach dem Willen d?s (^roßherzogs seine israelitischen llnterthanen in ihren rerfannngsuläßigen und geseizlicheji Rechten ebenso wie die 1Intertl>ane.ii anderer Confessionen zu schützen seien. Wenn inzwischen gesagt wurde, daß es zum Aufhören jener t^ehässigkeiten wesentlich mit beitragen werde, wenn der sittlich höher stehende Dheil der israe litiichen Bevölkerung sich nach Kräften werde angelegen sein lassen, den Ursachen zu Klagen über die Handlungsweise mancher seiner <>flaubeiisgenossen nachzusorschen und denselben.mit geeigneten Mitteln abzuhelfen, so ist damit nicht mehr ausgesprochen als eine wohlwollende läitdesvüterliche Mahnung, bei welcher nichts ferner lag als der Gedanke, den unmittelbar vorher ausgesprochenen schärfsten Tadel der gegen die Zsraeliten gerichteten Angriffe und deren allerhöchste Miß billigung wieder aufznheben oder auch nur abzuschwüchen und den so gekennzeichneten Bestrebungen irgendwelche Bereä^jgung znzugestehen. Eine derartige'Auffassung ist gänzlich ausgeschlossen und steht in geradem Gegensatz zu den allerhöchsten Intentionen. Zn Uebereiustiinmung mit diesen Zntentione» ist wiederholt auch von den Crganen der Staatsregierung das Auftreten und Berfahren der unter mehrfachen Rainen bekannten antisemitischen Parteien öffentlich mißbilligt worden, so daß den ihr unterstehenden Beamten zur (Genüge bekannt ist, welche Stellung die oberste Staatsbehörde den fortgesetzten Anseindnngen der israelitischen Staatsangehörigen gegenüber einninimt, insbesondere den -Bestrebungen gegenüber, welche dahin abzielen, jenen Staatsangehörigen die ihnen verfassungsmäßig und gesetzlich zustehenden S

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