Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 28 (16.10.1892)
- Date
- 1892-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2k. .freies Blatt reite 7. »in demselben über dcn Mcnschcn ffaven UiJcin ciit',iifdjc»fnt. (ilu'itfc ist dem Berliner Borsteher der Jndeninission darüber Mitlheiliing gemacht worden. Damit ist wohl seine Rolle in Denlichlaud am Ende, und wir werden hoffentlich diese» Menschen nie wieder ans deutschem Boden antrcsfcn!" , sAhlwardt.) Bekanntlich hat der Er Rector Hermann Ahlwardt' gegen das Urthcil deS fandgcrichteS Berti», welches über ihn wegen -Beleidigung der Berliner städtischen Verwaltung eine rnermonatliche '^efängnißstrafe verhängt hatte. Revision eingelegt. Das tRcichsgcrtchi liat nun, wie anS Veip^ig berichtet wird, die Revision verworfen. An lassich der Rcichdtagocrsahwahl in Arnswalde F-ricdeberg ivollen Ber tnrr Antisemiten die Eandidatnr Ahlwardt's ansstetten. Zn Berlin lvic i» Wir».) Berliner Blätter melden wieder eine anlisemitischc Heldcnthat. Ein aniiscmilischer Held stritte dieser .Tage ::t vorgerückter Adendstunde einen ihm-entgegentomnienden jungen Bfanii , so anffülligcr Beeise, daß letzterer glaubte, einen Betanmen vor sich ",» haben, und dcßhalb stehen blieb. Da fuhr ihn jener Held mit den Borten an: „BeaS rvnnschen Die von mir? 2ic sind ja wohl, ein .''»teilst." — „Die irren stell," rnlgegncle der A »gefahrene ans lad häßliche Schimpfwort, „ich bin lein Jude." — „Doch. Die sind .tncr," rcplieirlc daraus der radanlnstige Antiscinit >ind schlug, als der iiiige Mann seine Mißbilligung über ein solclieo Benehmen ansspracli, ni diesen mit det» Regenschirm so lvnlhctid ein, das; der Dchirm zct ach und dem Dchlägcr nur die -drücke mit einem Dheil des ab .-splitterten Dtockes in der Hand blieb. Mir diesen lleberrcsten sührle l Held die Dchläge weiter fort und verletzte dadnt^l) de» jungen .Rann .dorart an der Dcliläse, das; er über und über blutete/ -■ -.manlen, welche Zeugen dieses rohen Uebersalles waren, liolleu einen dmi'iimim hinzu, der den Dchläger sowohl als auch den l^eschlagenen ult der 'Bache deS vierzigste» PolizeibureauS am Dpiitelmärti brachte.!i legiliinirte siel, der Aülisemir als ei» gewisser l^eorg Habel. der ' lsaltcnc als der .Kellner .Dtto Dchncider. Vcptcrer wurde von >i amlirenden Btlamte» anfgcfordert, stell nach der Danitälsivache zn .t.ben, nm sich die Beiinde verbinde» und i'icli ein ärztliches Attest r die Bcrlcpnng ansstcllen zu lasten. Dies ist geschehen nnd somit -sicht vorhanden, daß l^eorg Habel für seine Ansiclireitnng nach äglich einen gebührenden Dentzrttcl erhalten wird. Eill JyiiljtClllUOrt. Anläßlich der goldenen Hochzeit des groß zoglichen Paares in Beimar wnrde auch eine (^lückwnnschadreise .! Israeliten durch beit Vandesrabbiner überreiclit. Bei dieiein 'Anlaste. soute der l^roßherzog, daß alle Vandestinder. feinem Herzen gleich il>i stehen. Hlimoristtll lllld Alltiicmitcil. Ans Paris schreibt man NNS: et dem Bcrlegcr P. Dl len darf in Paris erschien soeben ^ine amoristiiche Fliigschrisl: ->I„s -Iuils ,-l In ■luiwiiifit- Fndcn und dad slndenthntn >>nr J ••:tn!>' >- >-» n." «Geistreich nd mit schlagendem Big widerlegt der Bcriasser die üblichen "lrgu ane der Antisemiten. Die Unbefangenheit und Unpaueilichteit des; -eti'assers, welcher Ereest'e jeder Art verabscheut, gestalten ilun, ohne -einnächlignug der tfstündlichkeit, eine humorislilche Behandlung des Gegenständes, welche die Rohheit und die Dchwindclei der Antisemiten ch mehr lächerlich als verächtlich ipachl. Fn der Dhal ist der Anti tniii-'mns in Frantrcich ganz vorzüglich ein lächerlicher Hiitnbng, elchcr in der össcntlichcn Meinung weder ernsthast Noch tragisch er »eint, sondern den Big hcrauSfordert nnd der hnmoristischen Be Nlvfnng unerschöpflichen Dtoss liefert. > Die l'ilflC ber Zndcu in stillßlaild. Ans Petersburg wird r „Renen Freien Presse" berichtet: Die Frage der geseuliche» ' tellnng der Fuden tritt allem Anscheine nach in ei» neues Diadinm. as von derComtnission unterEst-heiilirath Plcwe anSgearbeikekeFudeu w, das schon mehrinalS ans der Dagesordnnng des Rcichsrathcs and und inimcr wieder den Ministerien zur Aenderung nnd Bcrvollaudignng zurückgcschickt wnrde, soll diesen Herbst endlich zur Be iibnng gelangen. Die (Gegner der Fndcn, beispielsweise Pobedo oszcw, zeigen daher gcgctiwärtig größere Rührigteit. Alle Anzeichen .'.cchcii aber dafür, das; die Fndeiiscinde nicht Dbcrband behalten nnd densalls weitere rigorose Maßnahmen gegen die Finden nicht zur An tvcndung kommen werden. Bittd, mag er auch lein Fudcnfrcnnd sein, :st ciitjdstedcnXacgen Bedrückungen, die ans den BollSwohlitand in tta giinstigcr Bcise ^rjnickivirken Auch die hartnäckig angcstrcbte Aufhcbnng er jüdischen Aeterbaiteolonicn im Elouvernement Fekaicrinoslaw soll uu» nach dein dortigen Besuche deS Domänciiministcra unterbleibe». Dte Eolonicn sollen bloß entsprechend den russischen Bauerugeiez-eu rcsorplirl und auS ihnen russisch südischc Dorfgemeinden gebildet werden. 2lus antisemitischen Vereinen nnd Der "sainmlnngen. t >inrl Herma»» Wolf's Eandidalenrede.» Die bloß zu Dentchisications zivetkcti aufgestellte RcichSrathSeandidalnr Xavl Hei mann Lols's gab die,ent deizett kein Rosenaiter Dchloßherrn dienstbaren „Dchrtstletier", eiuein chc nialigen GehtNeit Bergaui'S, Anlaß zu einer Kandidaten,edc. Er hielt C-ie -elbe in einctn Daale der üi'essoueee vor einer Dchaar „deutsch uationalel" Amintittlcn Deine Eandtdainr, sagte 'Lols, sei ein- Protest dagegen, das; ein ...z»te,nationaler-- den ersten keniichen Lahlbe.ztrl der Monarchie vertrete. Rach l-esligen Aitssällkti gegen Dr. H i o tta tu c t to r und gegen den viberalisnitts ättßerle Lots: Die Deatich Rationalen wurde« den idealen nttS enlinreUen Unsant-menbang mit Dennchtand biS in.seine ät,stetsten Eottsegttenzen anstrebet,. Die kent'ch.nationale Partei verlange dcolsalb eine Utnänderung der benebenden t'i.teve. Richl cilleichbereänigitug. nein Potrechte vor den anderen Rationen nt'ttnen die Dent-chen verlangen, »nd' die Partei,- die sich dagegen stctttme, tnüsse der .stör» des BolkeS weg'egen .'ivsstttli babe im Fahre 1> IS die Hnbeburget t'nr entthront erllart. und Budapest habe ihn vor wenigen Lochen, irobdem uiettten datnakigcn Dptnät nicht zutückgettonitnen, ztitit Ehrenbürger ernannt. „-.Ran mag das nennett, wie man will, ich heiße das letttperatnenwoll." Diese Lorie tvttrden von der Bet-attintlnttg mit siitttittichcnt ApptanS attsgenotntnett Lots wetiddle sich hierauf gegen die Polen,, die er alS den „Alp Denerretchs" bezeitl,trete. Das „vittzt-r Programm", ans Eirund dessen er eandidtre, verlange darum anäi die Abtreiitttttig Eatizieus und Dchassttng eine-; versassttttg-)ntiißigen „Dcntich Denerretch". Fm Parlamente tt-ütde er stets als „Berireter der radiratsten Pattei Desiertetchs" bandet«. Dann tolcnttstrle 'Lols gegen die nbriget, Ftaeiivi.en der Attltsetttttc», naiuenttich gegen die Ehristtich Doeialen, die er als zn et-crgi>chett Äaßttaltmett ttnsähtge Elericale bezetchtter Fhr Anli ietttiiistüns müsse nach einer cttvaigen Eeneraltanie aller Fttden Hitshören. F tt tviriltühasnicher Beziehmtg sei seine Pa,lei, die unter Dchöttcrer'4 F-ührnttg siebe, toeial radieal .»nd atttieaviiatinisch. .stiitn Dchlnsse sagte ^Lols, die Däiönertaner tvürden PerlassnngA'erlegnttgetst ob sie von Cbfit oder Hilfen, und wenn sie auch, tun es beranszttsagen, tun Deitc der Mrotte kotnntett würden, ztttnNtvet-cn. -Bet diesen Lorten nttterbrach ihn der Regierungsve-r iretcr. Die Atni'etiitiett nalnite» diese llttterbrechttttg mit eim-in ivitden Dittrtneattk. Die apptandirt,n wie t.a-end nnd riesen: „Heil Lols!- Lols schrie, er würde 'eine -Lotte.vor den Li.ater Esi-ichn'o.renett venreten. und lein demicher Eleschtvorener tvitrde iln> vetnrtlteilen. Die- Amisemiiett brachen von Rettet» in „Heil" Rufe ans ihn ans, tvomtt die Bet-ammlnttg iluett Abschlnf; fand.- Die Anslassttngen LoV's verdiene» leine ernne Liderlegmig. Rur so viel fei he nti-tft: Anbesohleue voualitäi widert Einen ait, »och mehr aber Fllonalitäl ans Eomtnaitdo . ' t Dchönerer an der Arbeit.i Herr tRor.p D chönere r ist als Agitator wieder »ehr tührig itnd ivettdet kein Angenniert nicht mir dem „inctternichi'ch versi-nchleit Lien", iondnat auch der grüne» Dleiermatl zu. Ee ive.itte in t'staz, tvie donige Blätter uield.-it, -,» 'Be>,t»ti die,'es -.bionMeS, und hatte eine Be iprechung mit «Veuossiit ,aus Lien, cstraz, veoben, '.Rürzznichtag, '.Ra,bürg, -.Rährenbeeii^-l.-'ettan, Dchladtnittg und Lildon. A»j, «>. Rovember soll in (»raz eine Berrrauensniäit'ncrversanzinlmig der Dchönerer gewogenen Antisemit,» statt filtern und die Gründung >eines BeietneS in Aiigriü geitonimcti Ivetten. De. Baettlee nnd „jüdische Annottcen".-, .'Uitztich staach in eine, ann ,'entili-chen Bollsver-attimlmig;tt D t eg I i v der Eltesredaetenr - der .. Dtaals bürger .steiittng", Dr. B achter, über das DheMa: ,:Gjbi es tiue Bermdnitg J“ Rach ihm hielt -ein ititiiner Freut d VChliraitt einet-. Bortrag. „Fm Vonfe der sieb daran >chließendeit Di:e»,nott" ,heißt es trörtlich in einem Reserate der attli>emiti-cheu „-Renen. Dettt'chett Feitttttg", „bel'elnverie sich der Botti>>>-nd>- des Fiingtittgsbtmdcs dprilher, daß, die Dlaatsbürger Feilttugin ilkten Veit atttketn zwar atttiseniitüch' >ei, unter dem Dirich aber zivenelhail werde, jiidtiche Annotteeit aninehtite, >a im redaetionellen Dheile ^'ogar 'itr nidtsche Firnn-t, Reelame mache, wie'snr die Datontott''chs'H>ntde-tSschul,- nnd das Ea'ö.Friedrtäis da-S dem Fttden .Noßmänn gehöre Ern Inrztich fei eS vorgeronttnen, daß ein nach Berlin zngezogener Äniiietnii durch eine ,'olchö jüdische. Annonee bei eittem Fttden j-seine Etnrichtnng ge kaust habe.'tHört! Hörtlt Dr. 'Bachler tetnabrte sich dagegctr, daß ein so junger Mann, wie der Borrr'dm-r, ihm, de-r im amisemitischen Dienste 'ergraut ist, der der amisemtti'chen Dache sein,- Ge sundheit und manches E'lttdere, wcvr er zinerniäßrg belegen könne, geop'ert habe, Borichtinen inachcn trolle. Die .-Dlaaisbürger''Feiit>ng' bange nicht von den Vlntifiiiiiteii ab. sondern der Atili'eiiiitiSninS sei dnr>f, die .Dtaatsbnrger .steisttng in die Höhe geteintiiett. Die komitte allen gerechten Lnn-ch,'n nach, ivolie inan ihr aber den .Nnnppel zwiieten die Beine ivet'en, min gut, sie ist atti Alles vorberettel. Die An non een trage ist eine Eristettzfrage: die .zeitnng laßt sich da leine Bor schr.isieu nia.he», ivitd auch Annonrett von Fttden nach tvie vor an'ttclitne», nnd er, Redner, sehe nicht ein, weshalb man ttichl,'das vo» Fziden gebrachte »>cld aitNehinen' solle tLiderspnzeli ) Die HattdelSschnle von Dalotnon sei nicht jüdisch. Durch ge'chiette Berntiillttng gelang cS dein Borsiheitd.-n, den ttnattgettehnien Eittdrnct