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Freies Blatt · 1892-10-16 · 28 (16.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
28 (16.10.1892)
Date
1892-10-16
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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feite H ' , » .freies Blatt. Nr. 28; Jieiev -;in'i*itieii'aUeä ab;»'VlmvubeHDie „Sloalsbülgrr ,-ieiluiifl" tat in ihre», Berichic über fie betieüende Bersailunkillig ienoe mnmgcm'bme ontennc^o ivobiiveisuch ver'chiviegcn. 2lus antisemitischen blättern. l Zur kaiserliche» 'ilufvradic au Die Jrlrgirtea Surft miD iUiducr. t Tie „C eüe vre itlufA e Va n t jei 11111 g" ei klärt, tpi; die Behauptung bes Ber i;ani >i1'en Blaue-?, rer .'Cai*er könne mit den in 'einer Ansprache an die Te legirle» Surft iins'Richler gebrauchten Äusdrücken „Schande und Scansal" nur die liberale» im niederöfterreichi'chen Randlage gemeint haben, recht schlau teile mag, aber nicht -ehriich in. Ta-? Xremker Organ Schönerels de merkt ti. 2j: „(i? kann in feinem 7!weiset n-nter liegeil, aus wen die 22 orte de-? ll a i i e 1? abgezieIl wäre n. Tem Xaiser werden über die Vorgänge au' voliti'chei» Gebiete pan keinen 'Ministern Berichte vorgelegt, die. was sie einen Vlnti'emiten betrifft, mitunter recht Grau in Gran gemalt fein »legen. Tie Änti'einiieil sind ja die Hechte im Xarpsenteich, die den alt liberalen Hellen und tbeitueei'e auch den Statthaltern, so wie sie es perdienen, da? Veben 'aner machen. Tamil toll nicht geleugnet werden, da ft gewisse Anti keinilen. >e;. B. dieser Herr (8regorig mit seinem eitd!o>«i Gekchnnpse und Ti,b in Älle? Hilieinini'cheii, auch manch blühenden Unsinn zu Tage söldert. j Auch . dieker siet? ultra kchwar;ge!b und christlich-antisemitisch sich geberdende! .Herr S ch ne id e r'isi kein Abgeoldueter nach linkerem Gekchmack. Wie gesagt, , ehrlich, ei'eit und wahr isi die Blliauptung. der .llaiker babe die liberale» als Srändalmarl'er hingekleltt. durchaus nicht. Man zieht kich eben mit karmatiicher Schlauheit aus der Schlinge, ko gnt iuan kann, und eie Behaiivliiiig. daß einer gewissen Jrartion der aniisemilikcheii Partei die Begriff .Errruptiett' auch nicht ganz fremd isi, kann nicht rügen ge 'traft werd'n " . SdjllH, llittlt lIuDllIDiautlcit.' Tie Lottervresi'e der Amikemitenbande nennt alle isenaltmaftregeln, die >e in Rußland oder Spanien gegen Anden ergriffen i wurden, Bor'.luimg.ui zum „Schutze der einheimikchen Bevölkerung", die man fälschlich ' von feniiit'cher Leite als Arte der Unduldsamkeit hinsielle. Ass eine 'piche Lchmunaftregel w:id z. B. die spanische Anauisition erklärt. Aach tiefem .Heeeite fäsmte man auch die Eluenrettting der iThrisienverfülgungew unter , Tioeleiian, der Bar.'lullen äusnacht und ke^ltngsien chinesi'chen Ausschreitungen gegen Enrov/e. vornehmen.- . 1. >2t)ic eint weihevolle Predigt., 'Ter rlmr'eimr SäiIeki»ger, der Aus •vt.uene der Jp'e'ftad: hielt kürzlich in A11enbnrg in einer Ratursvr'cher -.'ll-U'cha't einen Bortrag A»s einem -Herrn Schlesinger verherrlichenden Berichte eisal ren wir, d ift der Bereinsvrasident den guten Einfall haue, am Schlüsse des Bortrages zu erklären, daft „die- Rede einer weihevollen Predigt geglichen" bat" Am pi,.-,reich-i>chen Abgeardneten!:au>'e haben J-rennd Und s>einb vor diesen Predigteu gu aliigen Rekpeei. - 7 > .llellttetmanierett. i Aus der reoxe-dsiadt wird uns ge-chriebcn: Tas virstge Anu'elnitetibtatt hat .llellneriuanieren, indem es die von ibm Bediente» , „r,.:.;" titmirt. auch wem: sie keinen akademischen Grad besiven. So lange! Be--:aul ,national" war. wu'.de die'e Elite häufig dem Bader Türk zu ti;.'*'., A,ill kann man nllrder ll'ter-? i» den Spatien des Bergaiii''chen Organes den ewigen Turch'allseandldatei, T rat , rt als „Toetar" paradiren ''eben Alt .ei :.’ .llcllner dürften sich abevMi-.' Unsitte, reuten Titel .;» verleiben, die . : n nicht gcbiih.en. abgetrovuen, »-enu sie 'eben, du» das Antikemikenbjatt e ' er ..e macht. j Baitertifäiigetci Auirch ,.rmuffettc Vcurc“. 1 Tsi- „x r c»;zeit» » g"! .zMi'.-r. die -Trukervaurei, m Tentkchtar.e llllen durch das allgemeine Stimmrecht l e» Zngefländniise;n machen, ttnd betreibt! sich schon wiederholt das (sesiändnift ent- 1 Änli'emiiisnuis ein wirksames Agilationsmütel fei, mit 1 .’iir.iifangen, >ie eben nur auf ein Zchlagwort binehmitlrn : sii-ei.iieb, »ei eine seniagögi'che Agitation vielen ihrer ab.-, „mau nein nur nicht ein, wie wie, da wir einmal — .ui».--meines Ttimitirecht baden, ebne sie etwas erreiche» -■;ir:ojo>'o Agitation denkt, dafür gibt sie einen >-r. Parteileitung in eaffel emvkahl, sich der llud-n'-n zu helleren, die als „t e.n » f fe ü -• Vente" > i; -; ,1 -- . ,N r ' . . I ' u ci'-'unirk. . r*m (^ouiuwaef i iiu'f;;i u 1 i iü '.'inti’emiti? i' :l'i v'*\'u ’iuutfa;; tirit, . :: n v.c\ -i* 111 f " i * — .iiit.'' :nci] :::\V :t, \V ';:i: N.' '(; •: f . : ii rii ' - r O 'ud ' N ' (tiu lintlscmitischkS Urthcil über einen ailtisemitische» BolkSvertreter.) Tie „Reue Westphälische Zeit»ng", eine« der Organe deS gewesenen Hospredigers L locker, schreibt über den Reichstagsabgeordnetcn l'ndwig Werner: .AHerr Werner gehört zu denjenigen Menschen, hie Gott danken müssen, wenn sie in einer stillen Weltecke, ihren Gaben und ihrer Bildung entsprechend, sich durch ihrer Hände Arbeit ernähren können, die aber die Wogen der Partei bemegnng au einen Platz geworfen haben, wo sie itichl hingehöreu," lBewnftte Luge.) Ans Marburg lHessenI wird uns berichtet: Unter der Spitzniarke „Professor Stengel und der Hanssriedensbrnchparagraph" schrieb der „Reichs her.old" lllr. 51V: „BiUct ein Antisemit in den Judenschntztruppenversammliingen ums Wort, dann »inft er ,raus ans den Xartoffeln'; macht er gar Zwischenrufe, dann, ist'-? um ihn geschehen." Mit Bezug auf diese Aenfternng verössentlicht Herr Professor Stengel eine Erklärung, in der es beim: „Tiefe Behauptung ist eine bewnftle l'iigc des .Reichsherold', vorgebracht, um seine Vcfcv hinter das (sicht zu führen und gegen uns anfznhetzen. Wer irgend einer linkerer Bersammlnngen beigewohnt hat, wird wisie», dasi allen antisemiiischcn Redner», die sich in anständiger Weise zum Wort tue! beten, stets eine recht ausgiebige Redefreiheit gewährt worden ist. Gegen grundsätzliche Störenfriede wird allerdings anch"küNseijMti unnachsichtlich vorgegangeii werden, mögen sie nun Bindewatd.-Tr. Böckel, Georg oder sonstwie, heißen." Alls Dem MusterlauDe Des AntiseiiiiktsNllls. Wir lesen in den „Deutsch soeialeu Blättern": „S es b st nt 0 rd e kommen am häusigsten im Xöntgreich Sachsen vor Ter Jahresdurchschnitt von 18bis 1889 beträgt in Sachse» im Aller bis zu k l Jahren!' Selbstmördet: von 14 bis 21: 116; von 22 bis Ul: 731; von t;o dis 7o: 113; von 70 bj-? MO: 61: von *0 und mehr Jahren 11 Selbsr mörder. Berechnet »tan nach jiesen Tnrchschnittszissern die Zahl der Selbstmörder, die in den versck>iedenctt AllerselatTen ans loi)itoo Lebende kommt, so ergibt sich, daft in Sachsen auf kiese Zahl im Alter bis zu 1-1 Jahren 3 (in Preußen 1 Mi, von 14 Isis 21 Jahren 23 1 (13 3), von 22 bis 60 Jahren 201 7 1126 7t, von 00 bis 7o Jahren 87 7 >51-7), von 7o hi-; >0 Jahve» 89 7 (513), von n > Jahren und mehr llo (i‘>0 1) Selbstmörder emfalleii. Hieran» ergibt sich ein Tnrch'chnitt ron 7o Percent, um den die Zahl der sächsischen Selbstmörder die der prenfti'chen überrag); kieke Zahl wird in der höeststeit Allersclasse imd ti» Alter zwischen 11 und 21 Jahren noch überstiegen, in den übrigen Alkers elassen nicht erreicht." Tas Leipziger Aiilisemitenblalt sühll sich bewogen, dieses- Ergebnisi statistischer 'Auszeichnungen zu erläutern, und schreibt: „Wahrscheinlich dürste diese befremdliche Erscheinung des sonst so miistergilligen sächsischen Bclks leben-? in den gesteigerten seelischen Attsregnngeii, die die in Sachsen besonders doch entwickelte industrielle Thätigkeit mit sich bringt, ihre Ertlärniig sinken." Werden in Sachsen die „seelischen Änfregungen" nicht auch durch deit dort de sonders hoch ^liiwickelicn Antisemitisiiius gesteigert? l-Heinrich Scham.) Ter als Hauer der Inden ttnd namentlich des „Jitden" lliichard Wagner bänsig genannle Musikkritiker Hetmidi Pnd 0r, welcher schon vor einiger Zeit den Toctortitel abgelebt chatte, hat sich min auch entschlossen, keinen Miauten zu ändern. Er schreibt in einem Aufsätze keiner „Tresdner W 0ch c u b l a 11 er" : „Tie italienifireitde Pudor-Periode ist fiiv meine» Rainen und mein Geschlecht vorüber: ich nehme wieder meinen eigentlichen, »rkprüng lieben, guten, ebrlichen deutschen 'Ji.imen an und nenne mich von jetzt ab .Scham' . . . '.Ra» kost in bniidert Jahren nicht sagen: wenn er wirkliech in seinem deutschen Baieill^nde geivnrvllt hatte, so hätte er es nicht ansgehatieii, bei einem lateini'echen R'anie'n genifen zu werke». — Ich habe es nicht a»sgehallen . . . Heinrich Scham." Ter elienialige Pizdor und nnnmehrige Scham bat osienbar von siech leine gering# 'Meinung und glaubt allen Emsle-?, daft man ^Mt, in bunkert Jaliren sich mit der nationalen t'fefinnnng Pndor Schanis befasse» werde. BriofFafteu. . Heien M. R, in Wien, WicDuer Hauptsleafte. Es war eine e'etii autisemilikche kleberircibiliig. Tie Be'orgnift, man lönnie die Schuld an jrnem Uiisall der Aniikemitrnsivve' zniechre-iben, ist iinbcgriinket. Tie Sechmsider und Gregorig erzählen von Bersekiwörnngeii gegen ihr Lebe», von Eisenbahn ailenlalen :c. Un'eiem ('V'Hljmaetc eul'vrechen seriell Erzeugnisse der Jabnlirkliiist durchaus »ichl. Urbrigens brgelien sie Aiilikenlilen genug wirlli'che Schlechiigleiielli. uns man bat es wahrlich nicht /nt nölhig. ihncii solche an-;ildich:ell. bwctjr^r? 2?eilritt>ierkliirtmge» ziii» „bereist ur,Abwehr Aiitiseliiitismus"'werde» etikgelseniseiioiumcii im Tccretiirititc ded Ptreined, Wir», l., PariserMii'e 4. AbonnrmrntsanmrUiunern auf Das „Jreie Blatt" nimmt Die ADiniiiislearioii, 'Wien, 1., Seilustälte 1», jeDeezeit eiitgege». tvhcitbafclbft werDen auch einzelne Rummern abgegeben. Probeiiiimmerii zur weiteren Berbeeittiug Des „dreien Blaues" werDen Geitiiuiliigsgeiiosse» auf Berlangeu bereitttzilligst zur Berfügniig gestellt. Hrraiisgebsr »iik verantwortlicher Redactenr: Ernst Bitor Zeilker — Druck von Eh. Reißer ch M. Werthner, Wien,

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