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Freies Blatt · 1892-10-16 · 28 (16.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
28 (16.10.1892)
Date
1892-10-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Freies Blatt. Nr. 28. folgende Antwort erhielt: ,.?>» bei» '\'arfilni>' meine«1 Bruders findet sich nichts, ivas zur Ertäiitermig der von abneu hc;cid)nctcn Sage dienen konnte . . ad) linde manche 2ago», ^olfonlierlicfernngcn n. s. m. vcrglidtott lind dadei 'Beobachtungen gcmadit, and denen sich gewisse eikegel» ergeben, die >idi ans andere /fülle aiiwendeu laiseir. Danach denrilieile ich diese Da ge so. Die 'mistig Jahre sind ein willkürlicher •s<l’iff. der weit genug zurüdgreiit, »in des >)»l>örerd.stritik von vor»' in--.ctu rnr Deike ',» schieden, aber noch nicht so weit, das; es über denen El ralii Iingskreis durch Ueberliesernnge» von Gebende» binansgebl . und dadurch dae> »kniereise schwächt. Wäre die (Grundlage der Da ge in der Havvtüidie ->ze>chichtlich, l'o bin ich alt genug, sowie auch die ine» ans meinem bekannte»kreise, denen ich gestern Abends die Dache voilegte, in» ans der Erinnerung nicht gerade iinmitlelbar, jedensalls »utielbar davon zu wissen. Es wäre dies eine liUi^n gewe'en, die sich nicht in wenigen Jalirrn todkgeschwiege», sondern so gut wie mi Munde des Volkes so a^ch in der Ueberlieserniig der <^e 'bildeten 'origelebk Iiüiie. wie ich solcher Erinnerungen an 'achüch minder o-liMiivs ans noch früherer ^eit inedrsach ans der liebertieterniig liabe " Hieber gebart '»glich auch der im »vebrnar »nd LVärz l ^-B.> viel be'vrochene-««all. B e r n si e i ii. ans t^rnnd dessen damals nicht wenige Heilungen die anden des riinellen Blnkgebraiiches beschnldigte». Der 'ikabbinaiseaiididai Bernstein iü Breslau war am <vcbniiir |ss;i ivegen voi'ävlicher ^ön'erreilerniig vernrldeilr worden, weil er einem ' efn iüiieliii 'i naben eine leichte dntzimg an der Haut des «Gliedes zu gerügt l'atie, Ivobei einige Tvovten Blut Iieransgesprit't waren. Die äbinadi', das; Bernüein die>es Blut sofort von;wei Dtiukchen Vosch Vitia batte .'»'taugen lauen, war un'erem Bevtaner eilt twiilgeiider Vl'e v Is das»., daß das Bim keinem riinellen Zwecke dienen sollte,-das; die ''u'.:,-;t’n " i’etleuten Vimbeit Mir den Tbäter gar nicht in Betracht kam. da»; rielui ln ei» ,rall von Bluiaberglaiiben vorlag. Diese i'eiile Ile!«.-!tengiii g iü duieli die neueüe Beröüenklichnng über den ,vall in gläütender Weiß bestätigt worden, ^ndeni bat die königliche U’iffcuidmftl d): Tevutaiion iitr .das B>edieinalwe>en seikgesiellk, daß Bdrnsiei» :'Niage dov veiler e.üidier Belaünng geisteskrank ist und an religiöser Banid'k it leidet ' , lieber den ll.'v. »ng der bieinit als eine lböridite und i'atanisdie 'düge gebrandniarkteu Bluibeschuldigiing weis; Dlrad nichts Pesliinniles ' '.»Miiieb'n Er bemerkt sedod> lehr zutreffend, tag Haß nnd ’.'ieiD ihr Ddi.r'lein;n derselbe» beigekrage» haben dürsten,- gleidiwie sie' der geg>n die anden geschlenderte» Anklage, daß sie die Brunnen vergiftet l!!!e:i,;n i'üvakter gestanden waren. Es klingt and; nid>r unwahr 'kMielidi, da» die li-glich ei regte Bbantasie durdi die besonderen, den . Eluiüeu uureisiäudl-dien sieierlidikeiten, unter .weldie» die D st erb rote! '..in wurde», und durdi die Borliebe, mir weldier sich die anden 'ür die ..vier Becher" roihe» Weines bedienten, genäbrk 'wurde, slu . elnu bat denn a»di der um das ^>al,r ftil.M> geborene polnische -'s rl lauer David H.ileri bcip Samuel in feinem hochgeschätzten Eoiumentar D dullel.au Ai »di f-,tue Veite wegen der an den reiben Wein sich tuuv'evdeu rügen zur Bevorziigung^des weißen 'Weines ansgesordert. D>r Bet sauer id,ließt seine mit großen, <''eid,irt für Walirheit und ■: Bi.r-'daidil.'it tanu"’ nie Ddiri't 'ehr sinnig mit dem beherzigenswertbe»! '.tn •’t’:iidie des stircheilvakers a e r t ul l i a n :r „Wir beißen die ver-! ' iid >'n» u>>eiild>en wegen des gebeimnißvoll geübten Brauches, Binder i;a i»'id-en und;u r:.;-'b’.en,. . Wir werden so genannt; aber ihr! ' "; :eili darin», es;n enrei'en Er>vei'et es also, wenn jl>r '- 'l'i!:, ed.r g l a u b t es nidit, ba ihr es nicht erwiesen >: D r Be r-u ba rd Br n uz, l e>ui' k>ic>chsr,illisWiibl i» Oer oitucrcii 3tnDt. r ie Wabl eines -■■.v-e,'l'-. i in Dteile des verblichenen Tr Herbst endigte ' .u.u » Di'ae des f r. V ronawette > Bon i . .' Li'U'v'!! -'.l'.-elt derselbe 1?7oI; ans den Biee^'iechten ' si ii"i i ir I"".' u id a ii >iail Heriuanii Woli 7>>, sage ad)t Ivd'is!r D' ii.i'err vlii Diraßeiiseaudalen ließen es die Antisemiten l .» Dv.'i, i - ,’:eil 1 ie ivuideu aber iuebrmals von der frei iitv'.-'.i/W'l i'>!'. >t ui einer ibne:: versiä.idlidien Weise;nred>kgewiesen. i B r e, r u.'?ei!!.iii,ng ::öüek 'ihre «Zöllner damit, das; -ihr s ii -'-! s;u -r .inoilieblichen Bsiuoritäl" gebracht Habe, und - -ü X'-.'i'.'". .'t'.'r >!»: d : Btatibalier" fiir -einen Antisemiten sei.; : ■ .?;e-tk wag. '.'!!! U'i' -ineiu .«it.'Ut'er Anti'eiilitenol'getne;n svrecheu, ' ■.!» •’>!': .!! -.l rlidi ist er" nidit. »'Nlkil Die christlich socialc Agiliilion. ' Aus Be„v lrrcheu ' e bericht:: Ui» >-r in!e!-:er;-y'» vom Abgeordneten'. Troll mit , 'Mi'-i > taniiien Wiener Barteitrennde eiiigeleiieteu Brovaganda I. r.ie (tininlidi Da> alen in uuser-un Be;i>te ivirtiai» e„tgeaen;nt>-eten. hat der fortschrittliche Berei» für den politischen Bezirk ch'eiintirchen für Lonntag den Ui. d. M. nach Edlitz eine Bersaiiimluiig einberufen, bei welcher die Reichsratbsabgeordiiete» Morr'ü und Pro feffor Dr. Ward)et spreche.» werde». (Tic Hcldcnlhat cincs „^»llciidbildiiers".) Aus Salzburg wird uns geschrieben: Der l'ebrer an der Staatsgewerbeschnle Herr Weugel Diel,.einer der verniiglückteii aittiseinitischen Bewerber in» ein Bolksvertretermandat,' dem es gelungen ist, die gemäßigte» Elemente ans dem biesige» .Dnrnvereine binanszndrängen, hat wieder eine» Heldenftreid) verübt. Das biestge von Herrn R. v. »rreisanff trefflich rcdi girte D a l z l>»r g e r B o l k s b l a t t" berichtet i Ei» Borfall im Dur» saale der biesige» städtisd>en Bolks »nd Biirgersdjule zwingt uns, beute wieder einmal ans daS widerlid)e Treiben der Aiitisemite» im Salz burger Turnvereine zu sprechen zu koiiimen. Tun Borjabve hat nämlich Herr Dnriilebrer Protze eine Ertrastiinde für Mädcitz'iitnrnen ins Vcbeit gernse», an welcher sich Mädchen der Bürgersdinle gegen Erlag eines kleine» Monatsbeitrages betbeiligen koiinteii. Hener wurde diese Stunde wieder eingesnl>rt,- nnd wie im Borjabve meldeten sich zu der selben and) drei Mädd)e» bicffger ebrenwertber israelitisktier Uamilie». Hoir Protze nabm die Anmeldiing anstandslos entgegen, denn er ist, zn seiner El>ve sei es gesagt, ein Man», der nidils weniger als Anti semit ist Als nnii vor ivenige» Tagen die erste Mäddient»r»slnnde stattsand, ries Herr Protze die drei Mädchen mosaisdier Eonseff'ion z» fid) und tbeiltc ibne», obno das; die übrige» minder davon etwas hören! fminten, mit, das; er iljnen beute vielleid)t eine recht i'chnierzliche' Mit- 1 tbeilinig werde inadie» müsse», wenn die Sad>e nid>t dod) nod> früber | ausgeglichen werde. Die Mädchen wären ganz eonsteruirt, iveil sie uid>t. \ wußten, worum es >id> bandle, »ab>»e» jedod) dann a» dem alsbald beginnenden Turnunterrichte tbeil. Während der Turnstunde nun er fdjien der Borstaiid des Dalzbnrger Turnvereines, der t.-I. Staatsgewerbe I sd)!fllebrer Wenzel Dick, im Daale und rief Herr» Protze z» fid). I Was die Beide» miteinander verbandelt, wissen wir nidit: plötzlid) aber bradi Herr Tid das <^e>präd> ab, ries diedrei eriväbnken Mäddien zu fid) und tbeilie ihnen nur kurz mit, da ß iie dcn Dgal verlasse» und nicht wieder in der Tnriistunde ersdieinen solle», da liier nur st i »der de» ts di er Elter» g edn l de l w erd e n. Man kan» sid> die Bestürzung der Aermsten vor sielte», als ihnen diele Miltbeilniig gemadit wurde. Sie hatten ja keine Ahnung, daß i b n e u i b v c A b st a »i i» » n g; u »r Be r b r e ch e» a.» geredi »et werden t o n »t e, wußte» a n ch nicht s v o »i A n t i i e i» i t i s in ns und l; a t t c n s i ch b i s l; e r a l s v o l l k o m in e n g t c i dt b c r c d) ti g t mit ihre u ii beigen Dchnl g e n ossi n » e it geführt, klnd min eridteint ein t. f. „P r 0 s e s i o r", also and) ein >'» g e» d b i td » e r, »nd lbcii't fie cinfad) vom Turnplatz weg. be- > d> ä »i I sie — beim die Dache wurde ja sofort unter de» übrige» Mäddien belaimt — ösfenilich in s o r i> d sid; tsloser Weise und b c i d) i m v f t dadurch 'gleichzeitig' auch diejenige n, zu wcid)eit sic bidber mit El>rfnrd>r au sgesd>ait t, ihre eigenen Eltern. Weinend tarnen die arme» Mädchen »ad) Hanse j und klagten ihr t'eid. Wir fragen nun, ift dieser Borgang nidit ge eignet, jede» Meni'chen von l^esül>l und.<^erediligleitsffii» ans das tiefste;» empören'? Dvridit dieser Bortäll ufd)t ein vernichtendes Ihtbeil über den Aiiti^milismns, und gibt er nicht »unten recht, weldie als eines der d)araf;eiifnid)eften ll)fctfinale dieser »»selige» Bewegung die ganz nnglanölidie l>'einülbSverrol)»»g bezeidinen, weld>e sie im f'c folge bat? Bla» sollte es nicht für möglich balle», daß im iieiiiizel)nleii »uibibnnbeit ein Mann von Bildung sich zu einem derartigen Ans bruch Tanatiidien chaeenbasses binveiße» lasten könnte. Bon dem Vchrev einer staatlichen Vebranstalt hätten wir eine derartige Handlungsweise, wie die oben geschilderle, am allerwenigsten erwartel. iie Dache iü aber noch nicht abgeschlossen Ter-Diirnsaal ist städtisdieS Eigenib»»,, das dem Dalvl'iirger Turnvereine nur Icihnuüfc überlasse» wurde: der letztere buk daher »adi »usercr Ileberzeiiguiig abioliit leine Besugniß, Hansberre»red>te ausziiiibeii. lind so gut i» die Bolls-- »nd Bürger fdjirlc Vinber alter Eonsessioiien Antritt habe», ebensogutkann ihnen derselbe auch nicht in den Turusaal verwehrt werde». Wir erwarten von der bekannten <^ered)tigleitsliebe unseres Herrn Biirgernzeisters, daß er dem Herrn Vebrer Weiizel Tid und seinen a»tise»iitisd)en (''e siiiiiungsgenossen den Dlandpniitt gehörig ttarinad)e» wird. Der <valtzeigt übrigens wieder, wie »othwendig die Gründung eines neuen Turn Vereines in S>ilzl>nrg geworden ist. I Schiidistcud für dir dcilkschc Sacht. I Aus Prag wird, uns ge sd)rieben: Professor Ai i cf, der seine Vehrkanzel a» der deutschen -ted) ni'cheii Hod)sd)nle in Prag verließ, um einem ehrenvotten Nuse a» die Wiener tediniidie Hodii'd)»le zu folge», verabschiedete fid) am 1*. d. W vom hiefigen deutschen Diirnvereine, dessen Dpred>wart er Dahrc bindnrdi war. Bei der Abidiiedsseirr waren nebst de» Mitgtieder» des Dnrii

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