Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1892-10-02 · 26 (2.10.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
26 (2.10.1892)
Date
1892-10-02
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
76% known words query
IRI
…/4886575-5439132-5439231--0261-4886809
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 26. Freies N l a t t veirc L;oli*,ti sowie durch das energische Einschreiten u»d die Besonnenheit e-niger MagistratSpcrsoncn verhütet. Trotzdem wurden eine Menge H-dischcr -Kaufläden geplündert, Scheiden cingcworsen und verschiedene Jndc» auf den Straßen insultirt. Tic „Ärcnzzeilung" hat sich diese neueste» jüdischen Blutlhalcn entgehen lassen. 2\us antisemitischen Oereineil und 1?er sainnüunaen. , So gcmülhlich sind wir nicht.) Es ist Noch „ich, io lange her, das; . Neger seinen Gegner» damit drohen zu können gtandle, das; er iu ihre Vcr 'mmltmgfii, wie der Wolf in den sriedlichen Sdiasstall eiubrcchen und e ..cn Beutezug machen werde; es ist auch noch nicht lange her, das; der Versammlniigslöwc sich brüstete, die Arbeiter auch gegen ihren Wille»; an Antisemitismus zu belehren. Tie Antisemiten habe» jedoch ihre» lieber i.nnh -r vielleicht war es auch blost llnvorsichtigkeit —, die sichere Tecknng l;.,er durch bezahlte Ha»Skned)tSsänste gesd>ützle» Beriammtnilgen auszngebe», n Eisahrungeii bezahlt und sind hcnle ivieder zu ga»; andere» Anschauungen . leminc». »ln einer vor wenige,> Tagen abgchaltciicn Bersaniinlniig dee >,tholisch politische» Bereines in, fünfte» Bezirke," >vo ivieder . nnat Ne re-tzus oiimibus <t do .jnibuo-In,» aliis gesprochenivnrde, cnpjnljl— ■; .--Kl' seiner Partei folgende Grundsätze bei künftigen Versammlungen: I. „Wir ' -nie,, die Bersamnilnnge» für u»S ei»; wenn Andere reden“ wollcn, Ne» sie auch eine Berfa,»mlung cinbcrufen. Wir werte» nicht »»irr Geld -loegebk», damit sich Andere an die Tafel setzen und breit,nacht»; so gemächlich n., nnr nicht." 2. DaS Recht zu sprechen hat, nur derjenige, der die ,,„S; l-lbelauiileii alten Phrasen »ad)lcicrt. Jeder Andere wird als Tnuinllnanl ■ ‘iu, und Ivird gegen ihn von den» HanSrechte ttttd Hausknechte rüdsidnslos .s.liandi gemadst werden. Begeisterter Beifall lohnte diesen Borschlag Z'neger's, - »,s dieser, kühn gemachl, sofort eine» Beweis seiner Iliigcmnthlichkeit lieferte, •v„i er eine rituelle Abschladstniig Aronawcttel'S vornahi». Arona,voller sei ■ von den Juden ansgestclllc Ricderschmettcrer l'ucger's. Er, der Tr. l'ueger, l eiesem Aiedcrschmetter» (eine schöne Redewendung) aber ruhig entgegen. „ s > . Aronaipeltcr möge herankommc», aber er gebe Acht, das; er nicht stranchle, in, iventt id) ihn niederhau', dann' steht er nicht mehr ans!" Tr. Aronawelirr n - sich hossentlich hüte», in eine der Z>,k„»st»vcria»„nlu:ige» der Anliscniite» , . gebe», ohne seine» grostc» Bruder iniiznnchine», der vielleicht doch noch >>lcr ist alS der »ngemnthliche l'uegcr diarl. ltz'ill Fiaseo.l Ter unter der Patronanz der Mechanikers Schneider und ■ , Wiener Ehristlid, Soeialen stchtzndc Verband der Gcw<rbcgr»os,'en --bailc» sür Rordböhine» hatte sür de» 25. September i» Haida eine Waudcrvcrsammlun'g wegen ci»hcillid>cr Grnppirnng des BaekergewcrbeS i -beuifen, die jedoch ein vollständiges Fiasro erlebte. Tie Sladtverlreinng von - da. welche zur Thcilnahnie an diesem Büekerlage cingeladen ivorden war, . nie dieselbe einstimmig ab, nachdem Stadtverordneter Rolar Schiff»er er- : .irl chatte, „taS Vorgehen des V,rei»Sobi»an„cS Sattler ans Rnmhnrg i» . limdicr Hinsidst und dessen deslruelivc Thätigleit seien gelingend bekannt, um ■ Je,„bleiben der Sladtvertrclnng von diese», BcrbandSkagc zu rechlscrtigen". . lBoit bk» sächsischkll Antiskmilcil.) Tie Sachse», welche ans de» „F'lie »de» Blätternd her als Urbilder der „Geniitthlidikcil" gelten, scheinen sehr i,> »verdienterweise zu diesem Rufe gekommen zu sei». Tie aineiienarlige Agi ' ionslhäligkeit znr Ausbreitung des AntiseiniliSinnS, die „Bliennhen" in seiner imat entfallet, ist alles Andere eher al» geinüthlich. «Kauz Sachsen wimmelt n .„»sscinilischc» Vereine», und täglich komme» nodj neue dazu. Scho» wieder -ich in Zabrze ein „T etilsch-socialer Verein Zabrze" gegründet, au, 12. September die erste Versaininlnng abhielt, wobei der derzeitige - -,-• Vorsitzende eand. ined. Erwin S isber über die „Berechtigung des ... ' einilisinns" sprad); »»», der Herr »and. nio-I ivird cS dod, ve>stehe». der an, I-S. d. M. in Freibcrg stätlgehabteii denljch soeiale» Berlranens .! inelversainnilttng wurde die Gründung eines „Teutsch socialen tzandeS bau des für das jiönigrcich Sadisen" besd)losfe»; mit der tzcilnng de Tr. TcSdorpf ans tzeipziez betraut. -Ter Werth des jüdische» Eides.> Berichtigungen,existiren für die Ami »me» „idjt. Hat einmal irgend ei» „führender Christ" einejener saustdicle» i -igcn auSgeheckl, so wird sie von Mund zn M»»d und von einer Zeitung zur anderen weitergelragcn, nisbclümmcrt dar»,», ob inz,visd,en die Ilnrichligkeil ' r Bchauptnng ansgedeckt oder ihre Richtigkeit dod) wenigstens auf gegründete "-•eise angezwelselt worden ist. Ein Fachkundiger hat vor kurzer Zeit eine gewisse '^nSoentung dcS Xol Xidre Gebetes alS Fälschung hingcstelll. Thne jedod) diesem' rnnvnrfe and) nnr “mit einem (ad)(id)fi, Gegenargument entgegengelrcten zu sei», ''beeil die Antisemiten fort, mit ihrem Wechselbalg dar Volk gegen die „meineidigen Juden" aufzuhetze». Jüngst gab der bekannte leipziger Agitator iSm-ii, Bauer ei» Gastspiel in Berlin in einer Versammlnng deS anlisemitisdie» Vereine« deutscher Aanslente und wußte sür diese Gelegenheit kein lohnenderes Thema els „die jüdische Morql und der Werth de« jüdisd)c» Eide«". Ter Cid, intime er, habe Sind) die leid),sinnige Hantbabung desselben bei d-» Juden von seiner Bgiveislrasl viel veilorr», nainemlid) seil die alle -'chiieie Fori» deS Jndeneides beseitigt.worden ist. Tie Inden mit ihre,» Kid >',-i,o-,nebele nnd mit ihren Rebenged.iiiken bei», Cjdc können alS vollgiltigc Zeuge» vor, (8erid)l gar „iehl gellen. Ter Unmoral der Jude» gegenüber fei daS deutsche Voll voUkoninic» wehrlos, weil es gleidic Mittel »id)t anivenden könne Mindestens >oll,e i» der . Frage des Eides ein Ausnahmegesetz gesdiassen werden. Wie inan in denisetbell Aihei», mit den, man eine Fändning religiöser Tocn mente nnd eine» Raub an der Ehre eines gairzen Volkes begeht, eine .gapnzinade über die Unmoral Anderer loslassen kann, ist-n»S ganz ,i»beg>eiili-l,. T er Ber sammlnug wohnte übrigens der »i»rh»iaßlid,e Vater der K<d Ni-Iu- Fälsd)»»g, Paulus M aper k»i, der gut, auf freie,» Fuße brnndct. Er wird, wie der große „Rreior aller Te„isd>e»", die Frist, wcl-he ihm die innhsiditige demiche Justiz nod, gewährt, alle,» Ansiheine »a-h redlich benützen, -,n„ »o-h red» rillallidi viel zu sal'chcn und in Wort nud^Sdnisl z» Hetze». . - 2lus antisemitisclx'n blättern. «Alltiscuiilischc Allwisscnhcik.i Tie „S,aalsbürger Zeilnng" Ivris, ans die Angi isse hin, welche die „jüdi-che Presse" nod, immer wegen des Bn'-b hoii Proeesses gegen das Berliner Polizeipräsidinm richte, und sagt dazu n A-: „Jene Messe tan» es de», Eriniinaleoininissär Wolss »id,t vergesse», das; er die Bcrhasiuug ihres Idol« veranlaßt hat. Tarn,» fmljt sie jetzt ei» . . . C,Pressung« Manöver gegen den Polizeipräsidenten in Seene zu setzen., t,m denselben mit . Hstse gennsser jndenfrcnndlicher Hinlerniänner zn zivil,gen, in irgend einer Weise gegen Herrn Wolss vorzngehen Tas alle ,»w-'aii'ch' Tieknn, .Auge »in Auge, Z-lln, um Zahn' tritt hier wieder in überaus drast,--her Weife in Eridieinnug.' Wer »id)t für Büfdihosj war, wird lüdiidnSIos pnblicislisth gesdiädnei, gieidivicl ob er Wolss, Tr. Bauer oder sonstwie'heißt. Aber dieser Feldzug ,vi,d de» Bnschhoss Veiten nicht« nützen. Weiß doch der- Polizeipräsident am allerbesten, iveld, eine» pslidstlrenen Beainirn er in Herrn Wolü besitzt. UebckdieS befinden sid, am Alerandcrplatz Beamte mit einer eriminaliftisd) so eci-hnt Ersahrnng, wie sie ,»a»d>cni SiaatSanwalt und llnierindinngSrichler lau», zu Gebote stehen, nnd diesen, dürste nnhl and) llar sein, ivaS sie von den, Elcveproeeß.in allen seine,, dunklrn Pnnkien zu halte,, habe,,'. Ihne» dürste and, »id,l „»betau»! geblieben sein, daß Gras tzoi-, alS er die llulersrmze n-egen Minnssem'diasl gestellt habe» ivollte, alles andere alS von Bind,hoss's ll»>d,,ild iiberzeugt geivcien ist lleberdieS verlanlel in Eleve auf das bestimmieste, daß die Freiipredinng, wetzher sehr. lebhafte Erörterungen n„rcr,de„ Geid,n>ore„en vorant'gingen, nicht ein stimmig erfolgt ist. Wäre die kliiterfrage der Mi,Wissenschaft gestellt worden, so gebörte Bn'dihois heute sehr n-ahrsd»',nlid) irgend einen, Zudsthaus an. Tie jndiiihe Presse, an der Spitze das .Berliner Tageblatt', hat also leine» Grund, den Mund allzu voll zu nehme»." Tie ,',Staatsbürger Zein,,ig" besitz, die de kannte antisenriliidje ÄUwisi'enheit i sie weiß, ,va« sid, Gras tzv-' denkt, sie weiß, iva« maii'ini ,sesd,n>oriie»;inimer geöadn „»- g-iprod,e» Hai, sie weiß, „de da - Uriheil der Gei-bworeueü anSget'allen iväre, wen» das berühmte i,i>i „idn ge weic» Iväre, kurz»,» sie weiß-Alles ' Wie sid, aber ein a»tisemiii,'d)eS Z ndelbla,, erfreche» kann, von Preß,,»,trieben vor, während ode, »ad, den, Peoeeß in Eiepe zn ipreihen, ja, daS iveiß nnr Gott im Himmel. iGinc sdUauc Idee.- Tie „Staatsbürger-,','eiliin»" glaubt rin neues Snstem ersniiden zn haben, »», die jüdi-die» iSe d-aiie zu bv»eoui-e„ und zngleid, selbst einen tüdnigci, ch'ebdll, zn »lachen £ ,e ,v,ll »amlid, —' was übrigens andere a»tiseinitisd>e' Gesdiästsgivßen längst' voripdil liaben ein sortlansendeS Berzeiihniß diriftlid, deutscher Firme» i„ ihrem Anzeige,nheNo vervssenllidien, bei' denen der ivadere Gesiniiungsgenesse ans-hlnstlid, seine E'inkänse besorgen sollte. Tamil iväre der diristlid,-,, Gesdnsiiswei,, amh ivenn sie »id,I aiitisemitisd) ist, eine Art ständige Steuer ,on der „ Siaalsb», ge, > Zeitung" anserlegt. Eine .nuverjiilsd), anli'emin,che Idee da«, ,„ur nirdile» >vi>,. daß sid, die tzente nicht finden ivechen, die an,' die bloße Antoiität 5e, „Llaalsbürger Zeilnng" hi» in daS eiste beste Poselges-Hast rennen werde», sich da „solid" bedienen zn lassen. > (lltüftnll die »igrghcit der Rörglcr., Ter aniiiemiiisthe „Tenlsche Resorm ' verein sür de» .greis Gelientirche'»" »nißle ,'ein b eOriges Wtneiorga» „VolkSbole" eingeh » lasse», wie der Verein bebanpiel, weil sid, len, „>,» abhängiger" Trucker in Gel-e,^ird,en finken ließ, ivie es st-h e.b-r in Walnlie,, verhall, weil dem Blatte die erste Eristenzbedingnng, tzest-r und Abonnenien, fehle». Man sieht, die berühmte.„diargheil" der „Rörgler" scheint »idn bloß die Wolf, Bergaui. Böckrl, sonder» alle anliiemili'dien Jenriialiste» zn verfolg.'». Raiürlid, muß mit dieser'Sdmorieiei immer and, die antiieniiliidie Etse,»',essen, ocrbuudeil sein. So ist eS dod, lä-chetlidi, wenn die Anhänger und Mitglieder deS Gelse,ikirchener Vereines damit verlröstel werden i „Tiefer Zustand wird aber kein daiikiiider sein, da wir demnädist c i n ji e i g e „ c Tr» de re: gründe,,." ZillttiistSinnsik! Tie Gelsenkirdiencr Anliscmile» werden.gut llnin, sid, einstweilen ans dze ultramonlaiici, Blätter zn aboiilt'.ren, denn dort finden sie, veistedl wenigstens, die ihnen angenchine Tonart. iVötkel's Selbsteinsdiätziliig.s Ei» sehr bcachlenSwerlheS Zltgcständiliß mad)l der „Reid)Shcrold" in seiner Rum,„er bii. In einen, Artikel, in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.