Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 26 (2.10.1892)
- Date
- 1892-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Freies Blatt. Nr. 26 - ii’t-li-hi-m et (i.ti Number bvtliisii,’t-af; inmifniiti!ct)e;Jiilmuicit hici* miÄ da wegen il’rei ivelu'it Beteiktguiigen gegen liniere bödmen :K'iidi-:-bclnubfii zu Geldsttafe gant)ilidi uciiuihfiU worden sind, >'agt er u. H.: „Auf 6en .diridi«brrolb' batten re iiIitu- Wegncr diuir abgeieben. 2!sdit u'eitiget alS 21 ’Jjvoccife batten 'lie gegen 2 r Böcket angestrengt. Ader es mißlang .glttcklid>etweift. Was wäre wohl das 2dmf;al 2r. i'ijdel'v gewesen, wenn fr die 21 Proeesse nullt gewonnen batte. 55?ir wallen eimmü gatt; gering anschlageii, ein. halbe« I a >' e Gesängitiß n'nd :K.'«*Wl(ar t N-wko steil." Ter hessische „Gitteral .'litzeiget" deutet kt bieg» tunend: „2>iebe als diese ^ellmetitjVlmumig kann man in dei Jlut itteilt von .veVin Tr. iöocM uH'langeit. Also, wenn er die Ptoeesse - nidu gen i'iinen batte, würde er nach eigener ganz geringer Tchatzniig esn daldes Jal'i i'V'dngiiiB »nd "Mark (Geldstrafe für feine Pelttdigntigen und 5'erleni»diNi,jeii erbatten baden. '.Vuu bat Tr 5H’cTfl, wie iedeftnann mein, ienc lüiuene eben »id>t gewönne», sondern sie sind niedergesrlgageü.worden, weil'sie in Folge 'einer geievlntie» Nnveriolgbarleit atS ReichslagSabgsordneler verjabrt i. n.en Wu,i Herr Tr 'Böckel alw nicht Re,chstagsadgeordsieler, so wäre er mul' 'einer eigrnen Angabe zn einem balden Jahr Gesängniß und :Mx»* miart '••elf'tt.tv tut anbei« worden. Tos; die? niitt geschebe», bat er allein seiner Finniiiiiit.n ,::e fketchsiagsabjieorditcter zn verdanken. Tas genügt." ''.steiles über Tlsza Gszlnr.l' Ein fromines Antiieniitendlattchen, „Ter i lein, ui,e 5\a n c i".. ttielit 'einen gläubigen Veicn, folgende interessante 2tenig tei: at:;: „'.'Ir. ror einer ih’eibe oon Jahre,, bei-belaontc MiiiScVmotS in Ti »za . ce-ti.it' rot tarn »nd eilt lüdi'd'er Rilttalmotd i'et’mutf;et wurde, die gerichtliche * Hmeimä'ung tr.ich berede eingeioitet war, wurde die llnter'uchnng mit einem iii.ile'uiedetge'chl.ige». ' Btan etzablte in„Tesierreidi, Rolhsebild bade der osl/i '.etiu'.iieu ch'egterniig MI! dem Fallen der Slaaispaviere gedrolit, falls fette Uitit-iMi.l nn-t durchge'nlnt werde " dlioibichild wird nun bei den IV'een des Rbeiuiichen -Tniern" wegen feiner Terrorisirung der Jnßizbebördeii nicht wenig letl'.isit 'ein ' ' - 'dScrbOf., Ter iMniv’• reit T igne bat in feinem Ttöceiaitblatt das 5:e. bet eila';.'H, E'iis.igii.ie s 5 II' »eiI c- „,w Trmnont^-i .1,1 li Il'nr»!i" I I .le'en T f'e Jeiiii:: leii, tz isst es in de»! 2-J‘Vfibeit, bätieti der 'iudje die ii. -imi?lisie leinen tenuen. Tnich ibie iiursiloieii Angrine auf Hierarchie ..i.d Ter., i , i ,, it-.stttr den idil,imune,I tsegneti, an, nnd bevor' sie nicht i nn.i ii,ng i leimen 'ite nicht An'vinch darairf m.iisi. „,.iu den Presbulerie» j ui lui.l > A:"':i" i' wi>der Zutritt zu bade». ' - - Literatur. •.'iatthnn, Tr. ‘l-il lll: Fanten- Tiere Beirad,Willigen Z!,,„ Proeeß 5'u'i1>!e'' '5'ertin I".'2, v T. Hee,».,,,,i 16 Teile». Teiav. Ive.Mi limger wenige» ««elelirtcit und Pbttosopbeu, eine» Veibnit;, .laut,' '.liege:, H' gei, Fiilue. Schopenhauer nannte man die Teni'che» das 'Toll der Tei.ler i i inigett .reuigen Fei'chern .zuliebe,; B wegen üiante», i'iummicn'», 5'err'S. der Ff'rimnt kamen 'die Teuliche» in de» Rnf der gelel'rtesien Flrnndlich! n.!'et:ei- '"eiieS will es den Aii'chein geirinnen, al» -bnbllen die Tetit'chen;:vei'elbatteit Tuet .eine» Anti'einiteiwoile» angesichts der zablloien 2'iiiige ire.'iliechier. geriebener Aitti'fiitite», die durch ibc wiittes, -iiienichen „nd . eit'.indlnt'eo Tteibe» die g.-'arnnue deutsche 56elt in 'Atbent batten! Tie. Td.'iieen irgend eine» -jiichtbiinsteis, durch' den Anti'-'mitismtiS in kürzester ^jeit ein n.et:beka»i!ter, vielgettaiinter und bielleicht wohlbabeitder Mann zu werden, 'nid ungleich oiesier al» diejenigen eines nicht mir um.das 5i?obt seines engeren Heti'.i.tiliindeS. ''andern rsieUeichi um de» Fortschritt der Menichbeit sich be imitun.'.-ii unr'oi'ch r» in Tentichland. Mit Fnbel .verkündet da»' Wirttkr - i et Mvincn»«* T«bart-bla« >itt Antiient und chtosiilntioii, daß dank den T tltiilui.ig. ii ünuer t'lesinn.tngsgeiiossen die Zunabme der deutschen Ttaats, i n g. i iti7"i!id. .iLcn'e'sion in den lebten iiitif isabrett von S bis it Pereent u> sich ieimittdert bade. An den Erfolgen de» Antii'cmi'tirmuS zweifeln mit :.i e'ii.ün nicht. Aber nich! allein Fudeu, sondern auch Christen niiisien iiui.. den .in.,'i.eiit'.,r Tenet anii'einiti'cher I'lewalubatigleiieit zum L'Tander 'i.ide gretsi-n, um in seemden r'anden, ferne von den 'Segnungen de» Arier I'>III!!?. eine itiedtiche Hziina! zu suchen. Tas natürlich verschweigt Pergani. Er in u-.l'»i>i".'i.i! d.ich inu einer, »nd zwar nicht einmal der begabteste in seinem Fgü» T i' Emil i'.'t.wiq Tteininger, der sich auch Claf Adolssen und „Tr.'' nennt, ein Manriee T nwora, der. noch ii) k. k. staatlicher Persorgnng weilt die ibm durch da-S Gericht ans fünf volle-Fahro fest zitgesichert wurde, sind ihm in der Praxis weit „über". Atti solchen Äeüsten hat die antiseniilische Bewegung reichen Ueberstnsi. Die C^netirieitz ist unter den Leutchen schon nahest erdiiitkeiid. Nur ab und zn gelingt es, einen fetten Mordproceß berauszitbelchwöreii, der seine Ausfchroter eine Zeitlang über Wasser hält. - So ein ausgezeichneter Bissen nar der mit Aufgebot' aller antisemitischen Mittel berausbeschworene Proeest gegen Bnschboff. TaS war einmal ein Hexensabdalb! Tie zaubergeivalligeiw Erscheinungen Prima und Seciindaqualiliit triefte» söemlich von Blut nitd Tnickerschwärze. Besprochen ist dieser faule Zauber genug geivordtn. Und doch verdienl die u»S vorliegende kleine Schlnßbekrach tmig Tr. N aIha » -» eingehcitde 'Beachmng, denn sie ist ein abgerundetes geschichtliches Toeument eines zeitgenössische» gründlichen Kenners des AnlisemiliSmnS; sie ivird dem zukünftige» Eultnrhistoriker Tenlschlands vielleicht als eriviinschleS Zengiriß dafür gelte», daß selbst in der Zeit so tiefer Schmach und 5Hedettracht es wackere Männer gegeben, die sich durch nichts vom Wege der Erkenniniß und Wahrheit - adleitken ließen und den Muth besessen haben, die Gaunereien der 'Aiuiseiniien als solche anszudecken und;n zergliedern, lieber eine Schrift zu referiren, in der sich Tal, au Satz mit folgerichtiger Tirenge in siürze aneinanderreibt,. ist schwer; man tmiß sie iben selber lesen und ivieder lesen. Aber an« dem Resume wollen. wir eine Stelle hervorheben: „Ter Proeeß Halle Folg.ndxS zuwege gebracht: Ein nnschuldiger, ehrlicher Mann saß monatelang int Gefängniß und schwebte in Todesgefahr; die Justiz wurde dnrch die Anlisemilen 'gewaltlhätig von der 4?erso>gttng jeder Spur, die zur Ermittlung der wahren Thäler Hölle führen löttnen,. abgedrängl; die'ruhige Bevolki-rmig in ikatilen wurde fauatisirt; daß die Hanpthetzer in Faulen ein paar' sal'che Eide geschworen haben, ist evident; die EnllastnngSzengen in Fanten wrtrden lerroiisirt, verfolg!,' aufs äußerste in ihrem Erwerb geschädigt, und es bestand die Gefahr, daß sie unter dein Drucke, der auf sie ausgeübt iviirde, schwach würden, ihr Zeugnis, znrnckzogen, änderten, und' daß dann von -ü»»i Gesilnvorenen ein Tchnldig ausgesprochen wurde;, der Proeeß nmrde dnrch den 5'ot'sipenden, welcher den Wunsch Halle, es aller Well recht zu machen; so geführt, daß die Amisem'ilen sich beständig berücksichtigt wähnen »mßten; ans anoin>me Depeschen, die während der 5?etchandliingen eingingen, wurden neue angebUihe 'Belastungszeugen lächerlichster Qualität vorgeladen, um mir ja tiichl den Beri-iiilil anslommen zu lassen, daß irgend ein mögliches Schnldmomeiil mibeeiicksich'.igl geblieben sei: immer neue Zeugen schleppten die Antisemiten herbei; mit leidenschaslli'cher Werna« drängten sie ans ein Todesurtheil bin; sie versuchte» noch znlevt eine Eimvirlnng auf die Geschworenen,' indem sie den selben aufreizende und verlogene ZeiinngSartitel zusiellen ließen. Pion dieser Seile ist also 5llleS geschehen, um einen zlnstizmord und dann als Folge eines solches Mordes eine kleine ioeiale und politische .'siilaslrophe, wen» ' möglich, li.'rdeiznsübren. Und vor einer Gxsellsck>asi, die solche Ziele erstrebt, unddie mit solchen Mitteln arbeitet, rechtfertigt sich der Minister des Innern, der Justiz minister nnd die Justizverwaltnug ängstlich mit Worten ultd Thalen, »in vondem 5?orwurs jbcfreit zu fein, in sttäslichet Pachgiebigkcil jndensremidliche Ziele zu verfolgen. In diesem Pnukke liegt da» Ungeheuerliche der Siluatio». . Ta» anli'einitische «'esiudel, Männer von anriichigster Moraliläl, Männer von lächerlicher Oienmnißlosigkeil, Äarr-e», Fanatiker und Schusle lerrorisiren erfolg reich die Behörden nnd die Tsi'völkermtg. Wie wäre das möglich, wen» nicht durch l^ewährenlasieii, dnrch Slillichweige», dnrch falsche Zurnckhattniig, dnich. Schwäche die'e' Gefahr sich zu ihrer jetzigen Giöße hätte answachsen können." Wien - Dörnbach. Ber, jam in Bouhh:idl>. Cifeuer Brief an den denkschen Bauersnmun. — Bolksthnrnliche Flug blätter Sir. I. ,Moderner Perlag. Berlin 85V. 12.) ^-on'den auch dnrch uns bereits angeUindigten „Polkslhiii»lichen Flugblätlern", welche der Schriftsteller xarl Schiieidt in Berlin heraus zngehen gedenkt, ist nun das erste Stuck erschienen, ein „Tssener Brief an den deutschen -tauersmann", welcher die Halt- und Grundlosigkeit des Antisemitisnins in grelle Belenchlnng stellt. 55?ir können die Leeliire dieses durchaus populär und im intimen BolkSton geschriebenen Blattes nur wärmstens empsehlen und alle beinittellen Freunde der Abwehridee tun 5i?eilerverbreiltt»g des Flugblattes unter den'Bauern bringlichst bitte». I'*11 Ezentplare des Flugblattes losten bloß 1 Marl, IlSXI Exemplare 1« Mstrk; mav wende sich an den „ModernenBerlin, 855'. 12. Bciirikl'öcrklliriliilscli ywt „herein zi»-Abwehr dcs Aiitistlilitisiuns" werücn ciitgegtilgeiiomuicii ii» Lccrctariatc des Bcrcincs, L'ic», 1-, Pariserlsliisc 4. Abonnemrntsanmeldungen auf das „Freie Blatt" nimntt die Admiilistratiou, Wien, I., Tcilcrstatte 16, jederzeit entgegen, lkdcndascldsl mtrötn ailch tiuzelue Utilmmcrn abgesteben. ‘ Probciliimmetii zur wetteren Lierbreitting des „Freie» Blattes" werden Gesiittiuiigsgeuosseii auf Berlangen bereitwilligstzur Berfiigmig gestellt. H'rattsg-'der und verantwortlicher Redaetenr: Ernst BiIor Denker. — Druck vo» Eh. stirißer & M. Werthuer, Wien.