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Freies Blatt · 1892-10-02 · 26 (2.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
26 (2.10.1892)
Date
1892-10-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Freies Blatt. Nr. 20. ■nF inhali von 80.107 Ooch lfrf> C.uabratflaftcni, davon gehören den Ouden 10.1>0 Joch O.Y.l 'CViiabratftaftcr: die Zahlder christlichen Eigentliümer beträgt .‘>1, die der indischen Kl), Tarnopol I-?4<>, üiun-iVe Iltis, Brze/au» 11 .'Ul, Staremiasto 1008, Ehr;au<'»v 1007 Pereent. .in 1> Bezirken besitzen die Ouden 7> die 10 Percent des Tabular besipeS: Virincnowa 0 70 'beteent, Bnezaez 0 00, Hnsialiin 9 ’iti, TarlicVui Zloez»w 0 1.7, /ul firm '.Hl.'», Tobromil 8-20, ZoleSznuki 7 >is, Tlumaez 7 47, Kamionka strnniiloiva 7 4T, ')ku Smibei ti 00, r./brotua 0 :17, .Voloinnjii 0 04, Przen»i>laiin 7) 00, fvOO, TiiijIo fr 40, 'Jünm). 7arg ir'24, Sofol fr( Mi Pereent. .0» ,4 Bezirken besitzen die Ouden I dief> Pereent der gesaininten Olache .des TabnlarbesitzeS. Es sind dies folgende Bezirke: Brzesko, Oi;u, Oaroslau, Bochnia, Rohalpu, Sombor, Weinberg, älara, 'ch'adir-irna. Ezorlkinv, Wieliezta, Brzozinv, Krakau, t^rodek, /»daezi'»v,. Sanok, äialiis;, Kipsno, Kniatun, Oaivormv, Biela, Mi>4leniee, Mo- ~li;fit, I.anent. On iechs Bezirke» endlich gehört den Onden weniger cilo 1 Pereent d,v Vunbtafclbcnoe>7, nämlich: Bohorodezanp,- b>'orliee, Bubrkä, Rndki, ^vadowiee, oniibuiv Om Saiibuicher und Xosioiver potitische» 4- Orte gibt es feine jüdischen Vandtaselbesitzer. i Oorisepiniii foli;i.). (il'frciii i»r iMüniclir De* '.'littifcmitic'iniiv.i Hie am i’if. 2ip hinbir staltgesuiidene Boislaiiissitznng des „Per,Urs zur Abweh. des Anliseniilismiis" hat beschlossen. das; der Beiein in den - nächste» Tage»'eine allgemeine Wi„nilnug'viiniisialiet, in loelcher gegen die hekannle» Anslassniigen Schneidei's int nirder l üen eiitiiiitie» Randlage Protest erhoben wrden soll - . ' Ilc b'liiiftliclt 3ocinIch gcgr» Ir. Mroiinuirttcr. .'.’im 0»li stiiid-n die 2st.il,len der Oniieiioiiare sin den O'ehils-nan'oseliiis; der Tiechslei slait. bei loelcher ti'elegeiiheit die neue Partei der christliche» loeiaideniolrolen in Aoio» trat Es wurden Pamphlete gegen die Eandidatin der loeialdeiiiotiaie» in großer Menge verbreitet, die gegen d!e>ell»eii sowie gegen die „jüdischen Bt-reinsäi'zte" gerichlel waren. Tie ins Tresten l^el'chietten, znmeist Mitglieder des >taiholiichen O'eselle» Vereins, irniden auch in einem besonderen Agitationsloeale gratis be' - ivirthet. Tie voigeiwimnene Wahl, bei welcher MiigistratSlath Tr 8 i o » a w e l l e r als O'eiionenschastseoinmissür iiiteireniite, ergab, daß . .die Eandidaten der eigenilichen Soeialdemokiaten mit erdrüekeiider Slimmenmcliilirit siegle», woraus die llnlerlegenen gegen die Wahl eine» Prolest bei der niederösterreichischen Statlhiilteiii überreichte» Tiefer Protest, denen Ton.-e sich ^ege» To. Kronawitter richtet, ivar unter fertigt »wir den Tiichslergehilseu Theodor st, ent, Oran; Wrba, Oranz giedw^d, >tarl Sentora. Orant Oatubiezet uiid^-rauz Wagner 0» deniielbe» wird dein Tr äkrouawetter nachgesagt, erhabe sich ungeachtet seiner Eigenschaft als t^euostenschasloeoinnstssar geäußert: . „Was wolle» tiese Psastenfnechte? Christliche Soeialdemotraken » Ost stein sind ne hinaiisgebant worden, 's »ächstemal werden sie hinaus' g,-w.ibekl."' Tr dironaioetter fühlte sich durch diese ihm in -den Mund gelegte '.'leußernng verlept und strengte gegen die irchs obgenannten - Unlertertiger des Protestes-die lThrenbeleidigupgsklage an. über welche es iim -' leiueiiuee beim Pe-,irl.sgcrichte Äliergrund;nr Perhandlnng iani, nachdem eine srnlier statlgesnndene Perhandlung vertagt worden .war '.tls -Peureier Tr. -tdronawelter'S snngirte Tr. (Glaser,' als Piiteeidiger stieuis Tr stneger. stieus bete.ichnete sich als alleinige» -Periaster des,Protestes Mit der Äenßernng Tr. >iro»awelter's gn c'nlcubnrg habe esseine stiichtigkeil. .dagegen begiehe sich jene Ttelle des Protestes, 'in welcher vom Mangel an Tbjertivilijt die Rede sei, durchaus nicht aut die Person des?r. >ironawetler. .siarl Eulen bnrg, als. selige vernoinmen, ^ibt an, am Tage nach der Wahl des ost-hilteiiausichnlseS: bei welcher die Partei i>er christlich sorraldeinokratischen "'elrstsen ein Oiaslo erlitt, lei das lantiniiim vorgenommen worden, r und dal.i habe Tr, stronawetter 1» privatem <>’cfprädj-c ’,i> ihm | allein leunutlid) von den Christlich Toeialdemokrätiiche» die Worte \ ..Hnniu-'lr.iui»" nnd „Hinanswatsct>en" gebraucht: an den Wortlaut könne i >r stich i.uljt eiinnern. Ter :>r ichter r o n st a t i rt e, daß di es e r I Zeug-- beim Magistra'te erklärte: Eine derartige Aenße i i! n g Im r T i X r eimiH-itcr Weber in der M a n l e i « o ch » o n ft ,gm a i >' geihan.' Zeuge gab daraus an, er habe hoim f Magistrale eine ll n ir> a hiheit ansgesagt. Ter Richter eutgeguete: Tie lnilien stell da aus ein gesälnliches l^st-biet lu-geben Rach Tchluß des P'ewirso.-i'alireus gab Reut eine Ehrenerklärung: Es sei ihm nicht - li--igesallen, t» l-el>aurneu. Laß T r. >i ronaweiter die ineriminirte Reußerniig : als i->'enr->seiisckiast/ioniniissiir oder über Haupt, in amtlicher Eigenschaft j oeu! :e?'k habe, und ejfliüe, daß sich jene .Stelle des Prot,st s,. in ivelcher von Terrorismus re. gesprochen werde, durchaus nicht auf die Person deS Dp. Kronawetter beziehe. Tiefer .zog hierauf die Klage zurück, und Reuf wurde freigesprochen. iAntistlltitischc Kampftswcisc.) Die Eholeragefahr ist den Anti semite» die erwünschteste Gelegenheit, AlleS als sanitütsgefährlich zu denunriren, waS ihnen nicht in den Kram paßt. In einer der letzten Sitzungen des Wühringer Bezirksausschusses uahmeu die antisemitischeu BezirkSvertreter die drohende Eholeragefahr zum Borwände, die Lederfabrik des Borstehers Oakob Ger lach und die Brauerei, deren Mitbesitzer Otemeinderath Wünsch ist, zum Gegen stand heftigster Angriffe zu machen, um womöglich den Betrieb dieser beiden llnternehmiingen zn erschweren oder, ganz numöglich zu machen. Bezirksausschuß Banniaiin verhängte: „TaS "Wühringer Brauhaus habe unverzüglich den Bediiigungen deS Baueonsenses zu entsprechen und den alten Ranchfang außer .Tnnetion zu setzen, der zur Hintan Haltung der weiteren Benützung zu demoliren sei. Das Brauhaus dürfe zum Betriebe nur Eoaks als Heizmaterial, benützen. Das Ans ziehe» der Oässer im Branhanse selbst sei zn nntersagen und eiiiznstellen. Tie Vedergcrberei habe jede Manipnlakion mit Häuten, .die einen fauligen üblen k^ernch verlnesten, gänzlich eiiiznstellen; die Absallwässer anS den <>lrubeu dürfen nicht in den Skraßeneanal geleitet werden, und zum Betriebe der Vedergerberei dürfen nur Eoaks als Heizmaterial verwendet werden." Bezirksausschuß OnliuS Wehle erklärte es siir bezeichneud, daß der gegen den Bestand der beiden bezeichnete» Oudnstrie ltnternehmnngen gerichtete Antrag gerade immer von jener Partei aus gehe, die es absichtlich nicht einsehen wolle, daß diese beiden 0 i> d n st r i e n n t e r u^e h m n » g e u ebenso wie die der ehern ä I i g e n Ti g I's ch e ii M a s ch i n e » f a b r i k die H a n p t u r s a ch e des ErbtühenS von Währing sind. Außer.dieser Partei sieht niemand in diesen Oabriten eine sanitäre (Gefahr, und auch die t^e snndheitsämter tonnlen an diesen Etablissements nicht das mindeste Tanilätsgesährliche enldeiken. Bezirksausschuß H o s f in a n n führt an, daß im 0»lue isOO, als die Eholera in Wähi^ng heftig grassirte, es gerade diese beiden Etablissements waren, in denen weder ein Eholera noch ein anderer KrantheilSfall vortain. — Hierauf wurden die von Baumann. und <">'e»ossen gestellten Anträge mit allen gegen die fünf Stimmen der Antisemiten, als jeder i^rnndlage entbehrend, vollinbalilich abgelehnt. Tiefe Abstiniinnng begleitete Banmanii mit der Bemerkung, daß die ga» ze A bst i mm n ng nur eine Komödie sei. ((rill Brief stivhlillg's.) Tie (beschichte dieses famosen Brieses in »och immer nicht zn Ende, und das Ebaratterbild des noclj weit famoseren Herrn Professor Eanoiiiens Tr Rohling rundet sich immer mehr zu. Wir bliebe» in der netten l^etchichls bei dein Eapitel stehen, wo der Rohling in dev Prager „Politik" erklärte, der ilkanie Hum -melsheiin sei ihm nnbetännt, wohl aber entsinne er sich „bei - weiterem Rachdenken" einen Brief deS erwähnten Onhaltes. über Anfrage geschrieben zn baben. Tie „Rene Oreie Presse" ließ eS sich nun nicht verdrießen, den Spure» der erröthenden Talmudeapaeität weiter nachzngelie»: sie schreibt: „Schon ans diesem Schreibe» (an die „Politik"): ging hervor, daß-Herr Rohling de» erwähnten Brief trotz seiner A b le n g n u u g ans E'rund des 8 10 des Preßgesetzes den noch geschrieben habe, und wir haben auch nicht unterlasse», ans diesen llmstand gebührend ansmerksam zu mache». Allein dä Herr Üiohling die Stirne hatte, ohne..weiteres 'R'achdenkenuns gegenüber nicht bloß die Autorschaft abzlilengnen, sondern nnS überdies der Biigtisieation, das heißt der Täuschung und Orieführnng des Pnblieiiins zu beschuldige». bernlngte» >vir uns damit nicht, sondern gaben uns Mühe, das Original des abgelengneteu Briefes zu eruiren. TieS ist uns nun mehr gelungen, und der von H e r r n >>iohling vom Anfänge bis zu En.de eigenhändig geschriebene D rig i n a l b ri es befindet sich in un seren Händen. Terselbe trügt, wie wir berichtet lpitten, an der Spitze die Ueberschrift: .Herrn E. Hümmelsheim, Zeitungsiorrespondeut, Krenzgasie 10, Köln , und ftiinint von Wort;» Wort mit der von uns gegebenen Eopie überein. Aiich der mit dem Poststeigpel Prag versehene Briesumschlag ist von derselben Hand und trägt die gleiche Adresse Wir sind somit in der Vage, eventuell vor C>'errrfjt zu beweisen, daß Herr Rohling in'der uns.zugesendeten .Benchtigung' vom 17. September gelog'en, und d'aß er das Preßgesey mißbraucht hat, nicht allein um u nö zur Berbrei l» ng dieser erassen Unwahrheit zu zwingen, sondern um uns überdies der .Mpsti sicationzn beschuldige». Wir stellen dies fest, nicht bloß um außer jeden Zweitel zu setzen, daß wir die volltommene Wahrheit berichtet haben, sondern auch um einen Beitrag zur Beurtheilnng der Glaubwiiidigkeit und der sonstigen sittlichen S-ualitäteu dieses Mannes . zu liefern, dessen Zengniß seit Jahren jedesmal als das einer „wissen schattlichen Autoritätangesührt wird, wenn es sich därnin handelt

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