Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 26 (2.10.1892)
- Date
- 1892-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 26. Seite 3. Freies andere, voll von Gänsen, Ungeziefer, Krankheiten, Weichselzopf u. s. w. Man ist in Rußland der Jndemvirthschaft >att und ist so erbittert, daß bald ein PlebiScit gegen die Inden erfolgen wird, daß inan sie alle ins Schwarze Meer wirft. Tic letzten jüdische» Feiertage hätten die Bsobachtung ergebe», daß die Straßen leer waren, ein Beweis, daß die Jüdinnen das größte Eonlingent;» den Prostituirten stellen. Schneider gab sich augenscheinlich alle Mühe, und eö ist ihm auch gelungen, der beispiellos verhetzende» Thätigkeit seiner Freunde und OsinnungSbrüder noch kur; vor Vertagung des Landtages die Krone aufzusetzen. Eine Kritik' darf inan von lins nicht verlange». Seit :oa»n kritisirt inan Verbrechen? Und als Verbrechen würde diese Aufrkiznng bestraft werde» müsse», wenn sie Schneider nicht unter dein Schutze der Immunität begangen Hütte. Wir halten daher anch jene .'lbwehr, welche der Landtag selbst nach der. ihm innewohnenden juridischen und moralischen Kraft leisten kann, für nnnntz und zwecklos, eb sie nun vom Präsidententische oder von de» Bänken der Ab geordneten kam. Man gebe sich hier nur gar keiner Täuschung hin: hier :,iltt fein eindringliches Reden, kein VernnnftSgrund, kein Versuch, auf oen moralischen Menschen einznwirke»; hier Hilst kein Einwirke» mit gleich groben Waffen, wie man wohlirrthnmlich a» gewisser Seite glaubt, und hierOvürde, wir müssen eS ausdrücklich bekenne», auch ein Einschreiten der Autorität nichts helfen. Wir stehe» hier vor einer Erscheinung, die so lingeheuerlich, so .»ipörend und beschämend ist, daß wie . aus einem M»»de der Ruf »ach Abwehr und Ge»i,gth»ung erschallt. Allein hier gibt eS niir einen Weg, der natürlicherweise daS liebet bei der Wurzel auSrottet, und vollständig, für alle Zeiten. Man muß hinauSgehen in die Bezirke, wo eilt Schneider oder Greg orig sein Mandat geholt hat, und i»»ß fielt Wählern ei» Bild von der Thätigkeit ihrer Vertreter entrolle». Man muß den friedferligen, belriebsamen Bürger fragen, ob er jenem .in Mandat gegeben hat, alles zu beschimpfen, was nicht von der anli ienutischen Eliqne anSgeht, die Wissenschaft -zu besudeln, in de» biohendste» Augenblicken Mißtrauen nnd Haß gegen jene zu erwecken, ivelche sich aufopfernd in den X"teuft der Menschheit stellen; man ninß jene Wühler fragen, ob sie ihren Abgeordneten Mandate erlheilen, um Sie Zeit, die der Arbeit bestimmt ist, mit einem Branntweintneipeü geschiinpfe zu verbringe» und die Tiätin zu stehlen, die Bedeutung parlamentarischer Eiiirichtnnge» bloßznstelleii »nd z» gefäl>rden, den ->l»f unserer Hauptstadt, ja deS ganzen Volkes »nd des ganzen Reiches -,» verwirke» n. s. w. Man setze sich in Verbindung mit jenen Wählern, es tan» und ninß gelinge», inan lasse daS Volk, auf-däS sich die Aizlifeniiten immer berufen, einmal zu (Bericht sitze», und bald wird es einem Schneider und Gregorig nicht mehr möglich sei», unter dem Schlitze der Jmmunilät Scenen, wie die erlebten, anfziiführe», in" den Vertretungskörpern wird wieder Ruhe und Würde einkehren »nd eine ersprießliche Thätigkeit möglich sein. Albert von Ter>-ger Der Großgrundbesitz der ^uden in Galizien. (s?rigi»ali»itlheil»ng des „Freien Blattes".) ^Vor einiger Zeit brachte die „Nowiiji* Wionija“ statistische Taten ^jrtier den jüdischen Grundbesitz in Galizien, die - sich zwar ans den ersten Blick als sehr nNgenau erwiesen, »ichtsdestoweniger die Runde durch eine ganze Reihe angesehener und unangesehener deutscher Blätter inachlen »nd von diesen in keineswegs vorurlbeilsfreier Weise zu litt gnnsten der Inden eonimentirt wurden. Rach der . Xawojo \Vivinja“ liabe eS noch im Jahre 1867, wo es den Inden verboten war, in Galizien Land zu erwerben, dort doch schon 88 jüdische Grundbesitzer gegeben. Mit dem VerfassungSgesetze dieses Jahres, daS den Inden die Gleichberechtigung brachte, sei dies ganz anders geworden. Inner halb drei Jahren sei die Zahl der wahlberechtigten Grundbesitzer jiidischen Glaubens ans 68 gestiegen. Die Krise des KrachjahreS 1878 liabe dann 289 große Güter an sie übergehen lasten, nnd heute seien von den 8700 Gütern (Galiziens bereits 684 in jüdischem Besitze. Ebenso sollen innerhalb der Jahre 1874 bis 1Ö02 über 48.000 Baner» pareelle» jüdisches Eigeuthui» geworden sei». DaS citirte russische Blatt;viU wissen, bfojj derart sieben Zehntel der gesamnilen galizischen Eultnr fläche Eigenihum von Juden geworden sind. Wir haben schon in Rümmer 10 deS „Freien Blattes" über de» in jüdische» Hände» befindlichen Grundbesitz in Galizien gesprochen Im Rachfolgenden bringen wir genaue Angaben über de» jüdischen Wandtafel besitz i» Galizien auf Grund zweier auf authentische T-uellen sich Blatt. stützender polnischer Arbeiten deS Professor Thaddäus Pilat, nämlich: „Verzeichniß der Tabulargüter in <^alizien", Lemberg >800, 4", .und der de» weitaus größte» Theil deö 12.. Bandes ,dc'r „Statistischen Miltheilungen", Leinberg 1801, anssüllende» Abhandlung: „Ter Tabularbesitz in Galizien", I.III nnd '!7, S., 4". - Bevor wir zur eigentlichen Sache übergeben werden, müssen wir die Bedeutung, des Wortes „Landlafelgnt" -seftstellen. Unter einem Lattdtafelgnt ist ein in der ehemaligen galizischen Landtafel eingetragenes Gut zu verstehe». Rach dein l^efetz vom 20. März 1874, Z 20 L. G. Bl., sind die Landtafelgüler in . die bei den Landes, beziehnngs weise KreiSgerichten neu alizulegende» Hypothekenbücher einznlragen. Tie in der -ehemaligen Landtafel eingetragenen Güter waren aber ehemals dominieale, jetzt aus dem Gemeindeverbande ansgeschiedene l^üter.- stc'ach dem Gesetz vo»>^2 1. März 1888," Z. 41 L. G. Bl., wurde» 'diejenigen Landtafelgüler, von denen weniger als 20 fl. ö. W. - an Realsteuern gezahst wird, mit der danebentiegenden Gemeinde vereinigt. Andere Güter, »amentlich solche, von denen mehr als 20 fl. a» Real, steuern gezahlt wird, jedoch weniger als 100 fl., sind zwar außerdem Gemeindeverbande geblieben, die Eigenthüiner derselben sind jedoch voiL der Theilnahme an der Wahl eines Abgeordneten aus der Enrie des Großgrundbesitzes ausgeschlossen: sie'betheiligen sich dafür als sogenannte „Birilisten" an der Wahl eines Abgeordneten ans der Enrie der Land gemeinden. Mich dem Gesetz vom 20. März 1874 sind nur diejenigen Güter in die a» die Stelle der Landtafel zu errichtenden Hnpotheken bücher einzutragen, die ans <>'ru»d der La'ndtagsivahlmdnnng als Land täfelgüter angesehen werden können. Es sind dies somit Güter, vondenen mehr als 100 fl. jährlich an Realstenern gezcchlt wird. '.Ran kan» also annehme», daß jedes Landlafelgnt einen Großgrundbesitz bildet. Tie O'esamnilfläche von (^alizien »infaßt 18,640.646 Joch -70 T.nadratklaster. Ter Landtaselbesitz nimmt davon ein 0,.">7 > .260 Joch 1424 T-nadratklafler, d. h. 80.>l Pereenl der Gesainmtfläche. des Landes.. Ter Landtafelbesitz besteht ans 10.016 Güter», die .4408 Eigenlhüinern gehören. Ter. Toinünenbesitz des Staates umfaßt 288 Güter mit einer Fläche von 884 007 Joch .02 S-nadralklaslern. Tie Güter deö Religionsfonds in der Zahl von 114 »Insassen 26.'.>4.0 Joch 874 S.uadralklafter, nnd bet dem Staate gehörige Besitz, der jedoch kein Toinünenbesitz ist, 27 ö'ittev mit der Flüche von 411 188 Joch 1468 Tnadratklastern. Tie 8l>8 kirchlichen ('•'ütcv »ehmen eine Fläche von 218.00.0 Joch 606 T.nadratklastern ein: Stistnngen bilden 02 t'Oiteimit dem Flächeninhalt hon 81.20t! Joch I0O0 S-uadratklastern. Ten Gemeinden gehören 08 Güter mit dem Flächeninhalt von 8>i.060 Joch 812 T-nadratklastern. Der tadle» Hand gehörten somit 7 0) 040 Joch 1406 S-uadratllaster oder 18 70 Pereenl des gelammten Tabülar befitzes. Fideieonliniste bilden 80 l^üter mit der Fläche von OS.-100 Joch 404 T-nadratklaftern, somit 1 27 Perreut deS gesaminten Tabnlar besitzeS. Liachdem wir dies festgestellt haben, können wir ans die in jüdischen Händen befindliche Zahl der Landtafelgüler und dereu^Ber hältniß zum gesamnlte» oder nur znm privaten Tabnlarbesitz übergehe». Rach der Volkszählung vom 8l. Terember 1800 beträgt die Be. völkernngSzahl der in Galizien ansässigen Inden 772.218, Personen, d. h. 11-00 Perreut der ganzen Bevalkernngszahl. Ter in jüdisckien, Händen befindliche Tabnlarbesitz »insaßt tOOl.«>'08 Joch loll T-nadrat klafter, d. h. ll'Ol Pereenl deS ganzen Tabnlarbesitzes oder 182«, Percent deS privgten. TabnlarbesitzeS. Im Stryjer politischen Bezirke besi»d»)i sich 07 241 Joch in indischen Hände». Ter ganze Tabnlarbesitz ninsaßt in diesem Bezlrle. eine Fläche von 1.02.490 Joch 828 S-nadratklaflern. Teil Inden gehören al>o t>.">77 Perreut oder mehr als die Hülste des- Tabnlarbesitzes. In fünf Bezirke» gehören de» Inden mehr als 2" Pereenl des Tabnlarbesitzes. Es sind dies: .« -8r>ächeniiihall des Jildii.her . gesäininlen Tabnlarbesitz s Tabnlarbesitz Joch iOuadiai klailer . Joch. tzeieenl Brody . . . .. .. . 148 727 '.'24 41.1MU1 28 28 Skalat . '. . 08.232 F,T 14.478 24-81! Trohob n e z 04.830 780 21.1814 22 84 Risk» ....; 70.281 -.878 16.727 ->•> ->-» Tvlina 26.0 4.00 10'>o 08.811 22 10 In 18 Bezirken befinden sich zwischen 10’ nnd 20 I seret»! des Tabnlarbesitzes i» jüdischen Hände»: Eieszan«'»» 00 70 Perreut, Pilzno 17-86, Lisko 17 21, BorSzezstw 1<>46, Tnrka 14 48, ^rembowla 13-08, Horodenka 18-88, Tarnobrzeg 18 07, Kolbnszowa 12 00. Zbarez 1288, Stanislau 12 81, Mieter 1277, Podhajre 12 72" -der gesanlmte Tabnlarbesitz nmfaßt ui biejeiti Bezirke einen Fläche»