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Freies Blatt · 1892-09-11 · 23 (11.9.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
23 (11.9.1892)
Date
1892-09-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Freies I a t Nr. 23. futliicn. TrabeU sprach über de» Mat()C(Jitfiitn<i, lobte dessen Beschlüsse nio voi füglich und tadelte dagegen das „Baterlaud" iiitp die „'Jiciu-ii Tiroler 2litiii|ieii", wobei er da« „Tlaatdpsafseiilhiiiil" siir das Berderblichsle erklärte, das möglich sei Er bealitragie eine Resolution, ivelchc die Znstiminung z„ den Beschlüssen _ des xatholikeulages ansspricht, serner dem liessten Bedauern über die lener kalhalischen Lchrisisteller Oesterreichs Ausdruck gibt, deren Anssrihrlnigeu nder den statholikcnlag den Beifall liberaler Organe gesunden baden, und schließlich die Hossuung äußert, daß jene Schriftsteller. kaS Betseliltc ihres Bor gehe») erkennen werden. Weit intcressauter als der Borlrag Traberl's war der Medler'S, welcher bewußt oder unbetvußl aus der schule schwäble. Mcl'ler . . rprach über das Thema: katholisch conselvaliv und „christlich.social" - und be melkte u. A: Bor einige» Woche» hieß ei: „Ehiistlich social" oder fociirtdemakratisch. Es galt einen weiteren, levlen Tchrilt zu ihn» aus der Bahn, welche die „Ehristlich Tocialen" gleich ansangs dainj, belrelen hauen, daß s,.- versnchle», de» lehren des Ehristeuihinus in Bezug aus das irdische Wohl der Menschen und die socialen Fdeen des regierende» große» Papstes in glaubeus schwache und glaubcnstösc .'ircisc Eingang zu veri>kiassen. Tie edle Ab licht wurde verkannt, nicht von den Arbeitern, den» ein Theil derselben-ist nicht religionslos, sondkrkl religionsseindlichj ein anderer großer Tbeil derselben aber ist heute schon ,,christlich.wcial" — verlaunl wurde die edle Abstchl von Manchen, deren Berns cs ist, alle dem Ehristeiilhum freundlichen Eremenie wolgivollend zn beachten, zu läutern und;» starken, c^eiviksc zweijellos sromme, aber ebenso zwciselloS kurzsichtige .»tatholiken hielten ein Hinciulrageu der „christlich socialen" Bewegung in das Eebiet di'i Arbeiter, für. Popularitäls haschcrei rind Tcinagogenthum. Ticselbcn Männer, welche nichl benrerlt ballen, ,fafi sich sogar im katholischen Gcscllenvereine social deuiokrplischc tHruppen bilden, erachleleu cS selbstverständlich nicht für noihwendig. daß den socialdcinokralischen Arbeitern die - christliche Lehre vc», lsachsienlicbc und Gerechliglcil übernulleli und die Falschheit einiger social demolralischer Eirundsähe beiviesen iverde ES gibt, um deutlich zu rede», überbaupi bei uns noch gar viele, inilnnter sogar herworragendc >!atholilen, ivelche das Borgeheu der „Ehiistlich Tocialen" ein nnnöthiges Hehc» nennen, weil sic glauben, die Lehren dcS Ehristenlhums sollen dem Bolle nur ans der 'ianzcl verkündet ivcrden, eventuell in cinrr streng lalholischeu Feilnug. Tas; . i< Bi e»s ili o ii sich viele r o r l S u n d m a j j e »I, a f t, t h e i t i mit, I li c 11S oli iio 2(1)1110 der E cistIichleil, abgewohnt haben, die tirchliche Predigt zu besuchen, und daß streng kalt, »tische Fei ln »gen wenig gelesen iverden -^daS übersehen die mehr sroinme» als, eise u V o iio it Me»ler beantragte folgende Reiölulivn : „Ter taiholisch, volilischc Bereiii Leopoldftadl beschließt: l. Wir, als Mitglieder der taiholisch conicevalivei, Partei Riedcrösterreichs, ancrlenncn und betonen die 2elbst nändigkeil der katholisch couscrvative» Partei, und zwar allen andere» politischen Par leie» gegenüber. — 2 W i r unlcr lassen e§ jedoch v or d e rl> a n d, und zloar ans sllughci't, nicht aus Feigheit, dieleuigen Programm puulle, sür welche der hculigen, durch eine liberale Presse start angeträulellen städiijchcn Bevölkerung das Börständniß viels,ich abgeht, zu oft zu betone u oder etwa gar ausschließlich zur Sprache zsti bringen. Wir beschräntrn »ns deshalb hauplsächljch daraus, an der Bkitvirtlichung des christlich socialen Programmes, als eines Thejles unseres Prograinmes, nach Strästcu initzuarbeilen. Wir srencn »ns, daß rzrrade in Folge der christlich socialen Resorinbrwcgung in der Bevölkerung vberslächliche und salschc Anschauuttgen licscren und wahren Ueberzengiingeu Plast machen und insbesondere die beschämenden Borurlheih' gegen Siirche und Religioii zzi schwinde» beginne». Wir ersehne» mit den Ehristlich Tocialeu die baldige Be ireinng des BolkcS ans der ökonomischen Siuechlschasl und hossen, daß ein ivirthichaftlich sreieS und bcriissgenvssenschasllich geglicderles Bplt sicli daun auch leicht besreicn wild auS der stnechischasl des örrl>>tiiis, der Pllrale und der Tchlechligkeil. — ->. Wir sind der Ansicht, daß die ganze katholisch ronserval ivc Partei RiederösterrcichS inil versrhivindeiideu Aus nahmen der christlich socialen Partei auf das a >ler sre»n dl'i chü e lind allerherzlichste zur Teile steht, diesiz zu ihren großen Er 'olgeu bkgliicktvünschl, ihre Führer ehrt, wenn diese anch uichi ansgeuoinme» sind von der menschlichen Eigenschaft, fehle» zu könne», endlich die Angriffe eines Thciles der kalholisch coniervaliven Presse aus die christlich sociasc» Führer lies bekancrl und in diese» Angrissen nichl io irhr eine 2chädig»»g der Ehristlich- Tociale», sonder» eine solche der .'lalholiüh Eonskivative» erblickt. — 1. 'Was die Bltäinpsung/ einiger .staihoiisch-Lou iervaliven duich Ehristlich.Tocialc belrisst, so stellen nur fest, daß die Angrine ersolgten, iveil derartige .'taiholisch Eonservalivc »ach Ansicht der Elirniiulf Tocialcu nicht katholisch und nicht conservaliv handelte». Wir ersuche» - schließlich die christlich-socialen Abgeordneten RiederosterrcichS, anch in Zn kunst jencii katholisch co»rervaiiven Ab geordneten sachlich c» tgcgenzutrci e», »Welche etwa mehr ans kse Wünsche' der beeinslnßtcn Regierung als auf die BedürsubHc dcS arbeitende» BolkcS i)örcu.,r Beide Resolutionen wurden au gcnonliiieii, auS der von Mcstler beaulragten jedoch aus Anregung, eines ge ist i lichcn Herrn der allerdings zu einer Ehrenbezeigung für die „christlich socialen" Teisc 7. Führer nichl recht ftiuimeicde Ta» rlintimrt: „wenn diese auch nicht-aus-', genouimeii sind von der menichliihen Eigcnichasi, schien zu tonnen". '.stach den beiden Turchsaltscaudidaleil. sprachen ein ainjseiniiücher Fournalist, der mit eiiuch „'doch!' aus Lueger schloß, und ein „christlich'ocialer ' Arbeiter. Einen vnm, W a i ch > n a, derden aniiieuiimchen Bvtslehcr der T tiieideriueistsi, F e n; l,> riugriis, nölhigie die Beriamiulung, seine Redeabzubreche». d, a e „Teulsche Bolteblaii'', kein nur den voransteheudcu Bericht ciilnoinineu Haber, verzeichnet auch mit „christlich >ocialee" I 2chiiabdicher l 'ch' ichstenlzebe den Ilm s,ind, daß, als Traben das „Batcrland" nanulc, die Ruse crichollen: „Tramig!' . „Psui!" Wariii» die Herren i» der Lcovoldstadl. die so ungeuirl im „christlich iocialen" Fargo»-sprechen, sich »orch weiter „taiholisch couservaliv" nennen, ist nicht recht verständlich. Mit der brniei len.-weriheu Ertlärung, daß man vvid>t Hand es uuletlasie, Prograininpuutle zu oft zu bcionen, sur ivelche der slädu-chen. Bevollerung no,s, vielfach das Persiändniß abgehl, fall onenbar dem Boiii-u>ie der „useu-eu Tiroler Tlimmeu"- begegnet weiden: „Bei uns scheint das .'lalholiiche sich mehr und rnehb in ein iinbestiuiinbares Wiener .Elntsleulhuu, verslüchtigen zu sollen." Tie k'eopoldstidler Ertlsiung schließt aber das Ee släudniß oi.i. daß ut.in der Nädlisthe» Bevöltening gegenüber »»ansrichlig ist und sie iän'chl, iveil ixa» glaubi, sie sei für geivisse rückichrillliche Bestrebungeii nu.li iuimer nicht gehörig vorbeieilel. Tie „Bollsiuänner" un zweneu Bezttle, die „chiistltch iocial' sind, „laiholiuh cou'ervaliv" hcißeli und „aus xlngheil" ' provliorjich ihie ivahio oiesinnnng ln den 'Winkel stellen,' sind chr soeustichc Tiplonialeu der alten Tchule .Als Tchönerer neulich von dem „nietlernichiich verseuchte» 'Wien" sprach, meiiile man, er iei unartig gegen eine geistvolle. Tanie geivesen. Fiidenen geivinnt es den Äiii'chci»,' daß der Tchtoßherr von Rosenau mit jenen Worte» nur die Tiploinalie von Trabeil und 'M,»lcr habe lresjen wolle». . - iFuncrc Fkindc.i Bli einer Tedan Feier des „T e u l> ch na t 10II (U e» Bcrciues"" in Reicheiibcrg sprach-nach einer Festiede des Abgeordnelru Pr ade ein dortiger Advocal, der Eugelberl Fennel heißt. Ein sehr kriegerischer Herr, dieser Rcchisauivall. Er äußerte sich abjallig libcr die von einer Fiau -ausgehende Piopagaiida «ür den Bollersriedeu, ivuiischte de» deulschlibcealen Führern ein Tedau und zog nicht Nur gegen die 2luven, sonder.» aiich geg» die Fnte» als innere.Feinde los. Ei» guter Oesterreichei aber erbliilt nur tu 1(11011 2ta»tsaugehörigeu inneee Feinde, deren E'e>t)»iuug eine landes verrälheiijetie ist. Au,Pälrioilsin»s löuueii sich die Fiiden noch um Heeiu Eng'lbctl Ferniel messe». („Molicriie-Pharisäer."> Am I. d. '»!. sand in Ehrenverg eine oi-cki vc>i(iminlu»g der laiholiicheu „Bollevereine ' '.stoedböhinens stau. Fu det .Bd. sauiinluug iprache» He>r O r iv^und ipelnele ioutnalisliiche Rachbeler desselben. Hiiuptredner ivar aber der von den „'.steiven Tiroler 2run»ien" neulich charalleri sitle Herr i.^voll aus Wien: er naniue die .stalholiich Eonscrvaliven ^moderne Phariiaer" »ud sagte, die „christlich iociale" sstciormbeivegung sei eine „au> gedrungene 'slOihwehr. des christlichen Bottes um sein tägliches Brol sür Leib lind 2eele". Mögen die inodeinen Phaiiiäer, '-nei i^rall aus, imuu lliin in ihrem Telbstgerechiigteilsdunlel belen: „Herr, ich danke dir. daß ich mchl bm wie.dieic — Altliieniileu und Ehristlich Tocraleu da!" Ob sic -dam» gdrechi ietliglsind, mögen sie in» 'uuserein Eerrgoll selbst ausinachen Fu Ehren der W>e»e>- Auliieiniieiiliäupllingc ivurden, ivie deren Organ beridilei, von ,,n>ohl geschulten lapsere» Ma»ne>u" .Hochrn'e auegebtachi. Fam Hochiuseu bcdai! es in sol.lien Fallen sicherlich einer guten Abti-hlling, aber ivas hal Tapserlei, dasnil zu lhun'.-' . - z. - lFndcn lii»uns!i Wie aniueiniliiche Bläner berichten, lut reo Eaiidirat der Eouselvaliveii sur die ReithskagserlaUivalst-i» 2agan Tprolia», l'aud raih v. .'t li pi n g, in einer Beiiaifimluug' u-uh einem ibusteii l'>ei-liiiiip'e ube- . du- Fudc» den 'Ausipruch geihau : „Tie i»u>sen hinaus aus denr-z'.-iiid.-!' Fud.ii, ivelche in öneuilich redulicheu .Tgiigen miteinen, solchen Z'audraihr zu ltiuu haben, irud z» bedauern. Ersieulidi ist aber, däß Herr v .stlihiiig lroiz ulua iiioulaner ll>»e>stu»>i>!g durchgesalleu-ist und der Freisiuuige Ti'.-'Htrmau» '»(üller, Miliiihaber der belaunleii Beiiagshaudlung' Fleiniuing in r^logaii, gesiegi hat Es iväre iilr den Wahlbezirl eine -Täiaude geivesen, wenn'er zum Rachsvlger Forckenb^ck's ekn Fndividuilm geiväsil: Halle, ivclchcs si-li dinch E>e hässigkeil gegen Fuden und durch Hehrekeu ii! Wablerve-saiNiiiluiigeil den Beisall eines Frilich erworben Hai i^Pas Haiiliiirrslriil will.l Herr v. H-ainmerstei» sagie in Bünde, uio er sich dort um das durch -den Tod .gleist Repöiv's erledigie Reichslags uiandal bcrvarb: „Wir nwllen das Baicrland iauberu vom Einsluß ireiudcr Machle, des Fudenlhunis, das nach deriHerr'chasl strebt und das Eluistetittiuiu als den ärgsten Feind belrachtel." Andere-Anliieinile» i»e-»eu, daß ^inr durch Lossagung vom. Ehrisienihuiir eine'gründfichc Be'eiiigung leS j»dr-chei> Ei» flust'es zu erhossen wäre.- - I tAnliscmitischcr Parteitag.) Fn Bischossistei-da nu^el am II. c y ei» sächsischer Parteitag der anliieniitischeu „Bollspavlei"- tiutt Tje Betsainm lnng soll sich programmgeniäß uril der Regelung -5er Agilariou linde mit B^r bereitungen zu den Wahle,, beschäftigen.

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