Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 23 (11.9.1892)
- Date
- 1892-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 71% known words query
- IRI
…/4886575-5439132-5439225--0233-4886782- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
§cite R. freies Blatt. Nr. 23. ttim dazu die <-nmnifd|tc ('vlegcnlieit. -Kafrf) imiröc mit der Sammlung dc> ,'>U.IHK( llurcrfdiviftciT begonnen, und man ivciß bereite, daß diese;4al)l fdtoii .um lO.ütHI iibcrtrorfen Ift. Tao dem li'olf zu unter breitende Begehren der Initianten gehf dahin,. eo möchte ata neuer ‘Jlititel folgender Sat? in die Bnndeoversaß»»g antgeiiommc» werden: .. loa schlachten der T liiere ohne vorherige Betänbung vor dem Bin! ent;»ge ift bei jeder Lchlachtait untersagt." Ta-Z Schweizer Bolk muß iidi nun mit der Aiagc befdiaftigen, ea muß sich sür oder gegen d«ro -Lcliächteu auaiprecheu. lieber die Aragen: iTt bao schachten ein ge» iy-lidi zu duldender rilueller Art? iß ro eine IHierquälerei oder nicht? ßlid die Vlniidtten sehr verschiede», und so viel wir wissen, haben die ■"iidjgebmigen der verschiedenen Vän&cr einen gninbiäiUidten lintfdieib vermieden. Bei Vlniaf; der ermähnten gfeeniie sammelte unser Bnndeo intl) von überall her bc;uglidic Ausschlüße, denen wir entnehme», das; in C(beneid) Ungarn, in .Italien, i» Araul reich, in Belgien, in Rußland, in England, in öiordamerita dao 3drärfjteii gla rituelle Hand Iniig geduldet und leine diese» .n'egeiistdnd regelnden Staatagefctie oder giegle.nenta belieben Arid) i.entidtlanö Imt darüber leine reidiageieie■ lidten 'Boricknisten, ü»d im Jahre I >'7 in sa der deutsche, Reichotag über mehrere '.’lntiiduiditretitipnen der Ibieiidiitnretetne zur Tageo brditnng nbergegangen. nur bestehe» in ei»;el»e» Städte» idtladst polizetktdie Borsdiristm betreßend Bermeiduiig »unothiger C-italmcl'tun „'-.bei Aiidsührnng dee- 2d|üd)tcii«\ und im Jahre I »»*.> erließ dao preußtsdte Ministerium beo Ännen, und der geit'tlid)en Augelegeuheiieu eine Beiiilguug. durdi uutdie de» l. Regierungen.gewisse Maßregel» in bieiem Sinne zur allgemeinen T nrd>sichrung rmpfölileu wurdet!^ nanientlidi in v!!etiin derschonenden Riedei legeuo der T liiere vor dem Sd>äd,t('ii Ana dem tben Angesührten geht hervor, daß die Schwei;, wenn ße den neue!) Bersaßniig-'artilel annehme, der die vorbeiige Be täubuiig der 7 liiere vori'direibt. stdi mit der iibrigen Welt in Boi der sviiidi teizen und einen A(I der Iiiioleraiiz begeben würde, ohne dabei sicher;» sein, das; ihre Ausdiauung aio die uadiweiabar richtige gelte» lann. T er r luersdiiitzvereiii sagt galt; -einfad), baa 2d)äd|tcn ift eine I Itientnaleiei, dar)' aber angeiidita der vielen in dieser 2adie ab _gegebenen t'bttaditeii nicht behanvtf», daaselbe sei eine größere Silier analerei ala die bei den vilnitten gebrändilidien Methode» tb-ober denn 'f leie .'>ai tnaitigteit, dieie Betbißenlicit?. Ho iß eben and) in der gegen wärtige» Agitation envaa von jenem giftigen Hand) v» verspüren, deßen Böirlinuzen anläßtid) des Proreßes von Hieve die <u>ili)ine Weit in tfrftanncn gefegt Iwben. Ha ist etiuaa Aiitiseiiiitiomuo dabei, und wen» dieser ßd) bei der Sauniiliiiig der ll»teri'd,riste» sür die initiative noch nidit weiter bervorwagt, io liegt der «''rund wohl daiin, das; für eine fdiärsere, eine lärmendere dtnndgebniig lein Anlaß vorhanden iß. Wird diese äußere.Ruhe auhalteu während der leider nnverineidlid) gewordenen A lat int m n»gabOivegii ti g? Man deute fidj dod>, das; jeder Bürger während dieser Bewegung daa veriassntigamäßige diedn benot, onen für ja oder nein, d h gegen daa 2chäd)te», also gegen die ' .enden oder für ße anr,iitretcn Wemi daa 2dtn>ei;er Bott tiefe idiniete Probe gut beßeht, so. wird eo eine» hödiß elireuvollen 'Beweia seiner Austtärnng geleistet haben. > Tic Pnriicr utifrniitcu miD >>crr v. Molirciilicii». Ter insßsdie Boti'diasrer tu Pario, Herr v. M olireuheini, hat die-Aw nähme bea Hrgebnißea der von der, a»tisemitiid)eii .I.il,,-,- I'ur.-I- - eingeleiteten Holleete für die riii'ßsdie» '.h'othleidenden znriickgewieseii. Herr v. Mohrenbeim lehnte die ersten 1U,»HM» Aianca dieser Sainm lang mit dem Bemerken ab. er tönne st'e uidit an nehmen. Herr?rn moitt mochte die Summe bireet an daa Peterohurger Homit - adreßireu, da-ö alle traben;n sammeln hat. Tie Ablehnung soll, einer Mit tlieilnng dea pariser -1-'i^r:sr.. infolge, dem Boti'd)aster direet von dem Hzar vorge''d)rieben worden lein, weil er die begtei'teiiöeit Bö orte »Hu mandieif Beiträge» nitpaßend und läppisd, . fanb. So schrieb, ein Hiit'ender: „Aiirdie Betelirnng dea Hzaro", ein anderer: „Ha lel>e Mor-'-a und der Hzar!", ein Triller: „Teilt Hzar, dev .die .Inben t Jnnaiiatnmaieit versteht"; . ein Spender von 4 Atanea: I'A'itt dem glühenden Böiuisdie. daß Rußland ßd> dem Pavste zuweude" .n. )' w. Tep Hzar soll inabeioudere den 2d>er., betressend feilte „Belehrung"/ sehr übel aiifgeitommen haben. Ilm jedod> »och deutlicher d»a;iibniden, das; die Ablehnung nnr „eiiißg. und anasdiließlid)" £ie Sammlnmg dea Herrn Trumont betrifft, habe Herr v Mohr'enheiü) lim dieselbe Heit 4*’> t Araiua 7«» Hentimea daptend. angdnomme», die ihm von dem sran;oiisd> rni'ßsdlen Homihj» Brest ala Hrträgniß einer Samni lnng i» dem dortigen Hirona;itgesd,idt wotden waren. Tie Ablehiinng Mohreuheim'a hat den ^orn der iianch'sischeu Antisemiten gegen ihn entseiselt rer Miurntia de Mor-'-a ist . inabei'ondere anigebracht über de» Barifer tBertreter dea H;ara. dem er in ejiiem an Trumont ge richteten 2d)reibe» vorwirst, unter anderen llmitänbeii die Unterstütz»»«; der Aiiiisemitc» im Raiuen Rußlanda geivüuscht tu habe». Man habe s mit dilser llnterstühZiing, sagt Morr-a, nicht gefeilscht, und der Botsd>aster hätte sich dessen-erinnern sollen! Herr v. Mohrenheim habe einea TageS ihm gegenüber geäußert: „Wir wissen nicht, mit wem wir hier verkehren dürfen. Ein großer Theil der -Staatabeamten und; die gante Presse sind in den Händen der Juden und der Engländer. ( Id) habe fein ('leib, um;» kämpfen, nnb die Engländer werfen mit : dem ihrigen um sid). In de» Wandelgänge» der Kammer bekämpft H h'-meiteea n laut die rnsstsche Alliant: id> bin sehr ängl'tlid), ich weis; nidrt, aus wen ich mid) ft üben darf." Herr v. Mohrenheint, versid>ert ferner der antise»iitisd>e Marquis, habe fid) ul>rrdieö im Auge» ' blidc der injlfidien Anleihe bei ihm beklagt/ daß Rothsd)ild osse» gegen dieselbe ausgetreten sei und, mit ans den Markt $it drücken, int gelienre Maßen srantösisd)er Rente verlaust hätte. „Id> halte »od> - andere t^'csprädie mit Herm v. Mohrenheim," sdiließt de Mor«'>s sein - Sd>reibeii, „die id), wenn ea nöthig ist, veröffentlichen werde. Man erinnert sich der Bersammlnng in Tivoli Baurhall und meiner Worte über Hl-nneneean. Jene Bersammliing wurde gehalten lind jene Worte wurden gesp>od)en, «in dem ,russisd>en Botsd>aster angenehm t" sein 'und um eine Meiiiiiiigaströmung;» sd)assen, die stark genug wäre, 'die Manöver unserer getneinsanieu Aeinde lahmtnlegen." Slir „\llDflllifriolnilltn i» stt'llßlaild. Während deutsche Antifemitenblätter die Weialieit der ruffifdjcit B«ad>thaber preisen, meldjc die Inden verfolgen, treten mehrere russisd>e Journale, die bisher die Indenhetze mitmad)ten, einen tegelredjtcn :)iiid;ng an. Sie beginnen bei de» russischen' Inden plötzlid) gute Higeusdiaste»;» entdecken und sprechen sick) gegen die Anawandernng dersebe» ans. So schreibt der ..Wih-us-kij Wji-stiiik". deßen -Heranageber, Aürst t^aliyy», ein sonst prononeirter Indengegner ist, die Anawandernng der Inden and Rußland tönne für die Regierung nicht wit»)chena>verth sei», weil die I » d e n n »bestreit b a > d e in 2 t a a t e nnb der Be v ölte r » » g niiiMid) feien, ba.fie viele gute H i g e u s ch a s t e» besi» e n. And) der „<;r:i^li>l:in.iu“. dea AÜrsten M e s ck> t s ck> e r a t i j verlangt nick)t mehr .die Berschickung der Jude» nach Sibirien-, sondern will eine t'osiinq der „jiiöiidjen /»rage" diirck) andere ala ('H-maltmittet herbeisühre» ^liis autifomitifclvu l\'tviiu'n und i\'r fammluiuson. * '»teilte Iitdeitlieüe im „'.'lllgemeineit Teiitsdieu Spraihveretii".) Cefierletän-äie .hiiijieiiinen S-hdiierer iiher Aärbnng veisannnetieii sidi im ,vrnhling bie-eä Iabieä nnb beschlossen, nachben, der Merinaue S c b t «rf eine» Poriiag »brr „ba-S Aiembemlmm in der beutfefieti Sprache" gehalten haite, einen neuen .sweigverein be-k- „-.Mlgemeinen?eutifhan Sprachvereine-)" in B.'ie»;n er ruliten Bon diesem Beschlüsse versläiid^ie Iro die Haupiteilnng i» Braun schweig, woraus ihm der Boisitzeube Tr. Riegel, erwiderte- „Ehe ich der Sodie näiieitrete, idieint ea mir uoihwenbig, baß eine vollkoniincue Austiärnug gegeben weide über , die tünsiige Stellung dea neue» Iweigpereiuea zu dein jetzt in Böien schon bestehenden, sowie über die (Sriinbe, weähatb nidit der A» schliiß au diese», sonder»'eine besondere Pereinabildiing beabiubtigi ist." Tie Hauvileiiung erhielt >oba»u die vertang^e Auiktärnug. Iro lbeilie ihr u. A. mit: „Bepigtidi der fiinitigen Stellung d«o neue» Itveigvereinea zu dein bereit» benebenben erachte» es meine Aiennbe mit mir iviinichenawerlh, selben, soweit die-? Hakiptteiiuiig und Salzungen ertauben, setbstständig und getrennt von dem hier bestellenden Iweigverci» Vorgehen;n lassen. Und 'zwar, iveil wir weder die Herren der Veitnng de-? biengen Iiveigvereiiie-? kennen, noch, ohne setbstversländ ,'tidi nalietreieii zu wollen, von der bisherige» Thätigkeit etwaa gehört haben, seiner bahick, zufolge erlassener üknndsdireibeii Iusageu einer Anzahl nalioualer Bereine, wie lgeimaneuveibände, Turnvereine, Studenleiiverbiiidnngen n. s. >v. erhalte», die ei» oder mehrere ihre); Anasthnsse ata Mitglieder in den Iweig ■herein eutienden, wob,»ch die Spr«ichrei»ig»ng zugleick) in eine ganze Anzahl von Bereineii gelragen wild. Hiebei'will ich Ihne» auch ganz Visen millheileii, taß bei'agte Bereiue Juden — und solche sind in dem bestehenden,gweigverei»e nidit ata deutsche Stammeagenossen anerfennen." Tr. Riegel wollte aber de» „Allgenieineii Teutidien-Sprad>verei»" ebensowenig zu antiseinitisdie» Iweckeu inißbraudien lassen wie Tr. l'ä«iij die ,.Deutsche Turnerschasl" und erlheitie den Herren Autiseiniien sotgende Abiertigling: „Ta der von Ihnen beabsid>ligie Iiveigvereiu ei» auogeiprodien anlisemiliid>ea lüepräge haben soll, so würde er, mit uuieren beirährle» Asrundsätzeii nnbediugler Paiteitostgleit in Böiderslreil trelen und nn-? stall Ruhe» mir Radnheile, >,nd zwar 'Jind)tl;rilr enislesler Art, bereiten. I,h bedanre demmrdi, Sie zu dieser Stiftung nicht ermuihigei, zu tonnen." i Vrovol&ftn&frr Siulontatit.) Aufanga September hielt der „.«athotisch pojtitisdie Berein peopotdstadt" beim „gotdenen Widder" eine Beriammtung ab, in weldier die Herren Adam Traberi und HanS Metzler, beide a>) anliiemiiiidie Turdisauaeandidatei, wohtbekaniit, da4 große Wort