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Freies Blatt · 1892-07-31 · 17 (31.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
17 (31.7.1892)
Date
1892-07-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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feite Nr. 17. Freies Blatt. Aluoiri)rfiininjfii irgend fine moralische Verantwortung übernehmen i fit j aii: Al.: Vielt "vgiier tächerlidi und verächtlich zu .oii'ri l gcr Äniiieiiilt zu werden, muß inan ‘*i i:111-ei u und den '.'ehmn .aneitogeHf iiub. ■■ animb.'iu eiluiftetitlflnn mir allen feinen;! „•'iiei.iiateitetiamcrciti!" 2. XI > nnfoiibe", der „noch in 'eine oitnger waren ai.di i ‘ii :: V'C'i! nur „cm •tia-nme steckt", n;:b i .. k.i.t nach ., AAicitidKiiblitr genießen ■. mein in ieinen Aiiitgent gesprochen: in man Blnr des naieif Teslainenio" A'iaie. 14, 23 und 24: Vuc.- 22, 20,. hnii-gen anbei! über den Blntgenuß be- ^ii wollen Beurtljcilt man die Auseinandersetzung der „Hamburger Nachrichten" von diesem Gesichtspunkte, so wird man in derselben ein diplomatisches .'(nustwerk erblicken. Der Aciionssreiheit des Fürsten ViÄnarck werden durch diesen Artikel keine Schranken gesetzt: der Fürü kann in nächster Zeit den Antisemiten noch freundlicher entgegentommen. oder auch, wenn ihm dies besser zusagt, sie barsch von fernen Rockfchößcu abschütteln. Aus dem Gebiete der aus waitigen Politik bat. Fürst Bismarck durch seine diplomatische j(ttiut erfüll^ wie kein Staatsmann unseres Jahrhunderts errungen, veiber aber hat er dadurch, daß er diese Kunst auch bei Behänd 1 mut innerer Fragen gegen Britbürger nusspielte, bei einem »ich. gerrnge» Bzuchtheil-der deutschen Bevölkerung das Rechtsbewußtjein erfchiillerl nnd das Auftauchen so mancher bcdaueriicheu Zeit erfcheinnng mit verichuldet. <7>ur 2lntis^mitenkunde. c;:: Vit .■ u .i i u i b.-e 11 cti t V. »>,i:ae» las ich eine teuer realistischen russischen Ny -... .1,!i II treu.: Schitd'.-rnng foeialer Verhältnisse und seelischer Vr.';u wurr'chen übrig tonen. 2ie Xarnellung frei von .'..v., '<in i nit.Schliänbeit, fern von jeder 2entimen in .’.ri, I!. nüchtern Ine rinn ciccR, doch alles n»iiiittekl>ar, wie i:a»b n.iN-.i! ivli'el'.r Aiifiialiine. Ein russischer Cffieicr, arm von Hans f.li nnr,'!nchmend" nnd kiihn, faßt eine Aieignng rnr einzige» ii .1Jiedcn, bei dem er einanartirt in Er versiebt es, bas .r :.. _ n.’b veiführen. beredet sie, ihre Eltern .. . m:t :!:•!»;u stuchteu. i ie alten Veute »erben darüber :.. I .Ie Id. der C»ficier verpraßt das O'elb, bemühet ■ Ab deli'.n. s.rs er rnr Mutter gemacht, lim sich ihrer i.n'.r:: .'itti . r fie seinem Xienpr, einem - Tataren Er „I.. .i A; I'iid I! : .'in P'Neiersrorps lauschen im A»eben;immer. In t:.ke, als der Tatar mit einenr Fanstschlage das Frauen rnr: nnd sich über sie mim, treten die Cffieicre in die 2tiiie'i- und weiden «'ich an der nameuljvfen T.ual der inzwischen >. d.i rii. Ba'mttuna ge:tilgten Jüdin. Hisrans wird üe als Dirne in .1- ,-i:.ß 'odigtatsort al'geschoben. i7. "'-.-schichte ans dem '.'eben gegriffen ift ober nicht, iü mir . .ir.Mni'i. Ni «lel.mir aber ein, nachdem .ich 'Air f> der .. Sammlung i'.li A:. i-'duiftv'n“ gelcfe» Das Heft führt, den Hanpttitel: 5 ' A .. e. a ii n d d a s E h r i >t c n h l n t. c f dt i di 11 i d) e Bei :; ' v a g e d e s : ii'b i f d) e n BlntriI n a l s. Mit dem .- r: d.r den:'dt frvialen antisemitischen Bartei. Leipzig C'er- ' ch .. ig I "'.'2 X V. 4t!. Hl. S". : B'rs.r"'er ha: sich nicht genannt, aber ich möchte einen Schwur S ' ’ I. :in, daß entweder jener biedere russische Tifieier oder einer iioisten Arennde, ' jebensalts eine Autorität ans dem Gebiete , . -.I-a: anllen Alo.tisemitismus,' dieses Hestckteu gefdjricbcit häi. .::.ater Fadimann in der Ansubriiig antiftuittifd^ev Moral . : . ir :’int'"inib- Aronimcn gleichgeuiiiuer nitb gleichgestinimter; n i.i: :,:Eaßies Hondbnchlein der' wichtigsten Vehreu rrnd .X ' '. ... Idi: ru Liege bringen. " . - :':::d) und feiten es mit eigenen Angen a», wie . - 'Aii'ii.'iigiingen die positiven Erfolge, der Anti. . °: . ::cd> '>o Vieles zu wünschen -.übrig lassen. Das . ß - i da. in, saß die große Mane der Bevölkerung noch tmmer - ' .'. d. T i.-d.ing idiuiachtet. Unter »Held- 4o wollen wir v ■ :~'.i iu. nmneit ober namcnlofetv Verfasser dieser -- ' ■: : ■ i.::: scharfem Blicke hcransgesnnden. Xarmn ich r.: .... .- n der Vorreke das Ehristentbüm als den Ick) muß es mir und dem geduldigen Leser versagen, die sehr lehrreiche Xl. Seite der Vorrede unseres Helden hier abzuschreiben; denn was einem Antisemiten gestattet ist, steht nod) lange nicht einem Reeenfenten zu, der nota beue für das „Freie Blatt" schreibt. Der Held drückt nur seine „arisch-deutschen Grundsätze" aus, während ich Aermster durch wörtliche Wiedergabe dieser „Grmidsätze" in unangenehiueu Verkehr mit Staatsanwälten gelangen würde. Fch könnte noch wegen literarischen Diebstahls verurtheilt werden. Grundsatz unseres Helden ist: Alles, was.Iuden und Iudenknechte sagen und reden, sind Lügeukünste und Gesd>rei, womit man die Wahrheit nicht tobt macht. (S. XV.) . Die „Geschichtlichen Thatsachen" beweisen Alles. Den ersten Ehristeumord durd) Juden weiß er aus dem Jahre 41S n. Ehri, den zweiten aus dem Jahre 411*, dann lassen die Juden j den Elinsten bis zum Jahre.614 Zeit zum Ausschnaufen, um auf! einmal ueunzigtausend Gefangene für ein geringes Geld anzukaufeu und Alle auf das.Empörendste hiuzumordeu. Nun waren sie bis zum Jahre 1071 reichlich mit Ehristenblut versehen; als sich ein Bianca fühlbar zu »tad)en anfing, kreuzigten schnell mehrere Juden aus Blois während des kTsterfestes im gedachten Jahre ein Kind, wurden aber dafür zum Feuertode verurtheilt. Im Jahre 1144 hatten sie jedoch diese Zurechtweisung schon vergesieu. Bis zum Jahre 1664 hatte die Inquisition raft in allen eurotzäischeu Ländern alle Hände voll' zu thun, um die Fudeu zu rädern, zu hängen nnd zu verbrenne»,,-nur um die Ehristen linder' vor der diohenden Blutabzapsiing zu bewahren. Bon dem genannten Jahre ab wußten es die Inden so sdilau anzuftelleii, daß man ihnen nicht mehr stricte die Morde nadiweisen konnte. Vollends gewoniienes Spiel hatt/u sie aber, als die Tortur abgesd)asst wurde. Ainu verlegten sie sidj aufs verstockteste Ableugueu. Das habe sid> anläßlid) des Knabenmordproceffes zu .Fanten a. Rh. deutlich neuerdings gezeigt' 2. 37» 42 Zu .Fanten fei die Bevölkerung tu politisd)er nnd religiöser Hinsicktt ertrem liberal gesinnt, nnd antisemitisdie Strömungen Intbeit dort nie bestanden. „Busdihoss wurde überführt, den .'(naben Jean »od> wenige Stnndeu vor der Alussindung der entbliiteteit kleinen Vcidjc auf gra ii sa me Weise in seinem Sdilachthanse.-gezüdsiigt zu haben." iS. 3«.) Um diese entfc^lidjc-, das gesammte Jiidenlhum braudmarkeiide AAiordgesdiidite zu i'crtufdjeit, hat (fie Judenpresse eine complicirte (''ciid)tei'erhanblnii;j, die zu Eleve üa/igesundeit haben soll, erdid>tet und i n die Well hina nsposa u uk. Da sei angeblid) der Jude Busdihoss fretgefprodieii ivorden!! k In Avahrheit aber haben die Juden den Busdihoss und dessen Familie heimlid> ans .Fauteu entfernt, um ihn einer geriditlidieu llntcifiidjinig zu entziehen. Er ist gegenwärtig spurlos i\c r f chwundeu! Znm Schluß seiner herrlid>en Tarlegnngen stellt unser Held sieben Thesen ans. Hier die Theseir'3—0 : .">. Alm Bersöliiiuiigstage wird zur Eiitsündigung eines (''ebhers AAannes ein anderer O'ebher sHahu) gesd>lachtet: deshalb wird, wen» man es haben kan», Ehriftenblnt in die AAkazzoth und den Dster wein gemisdit. Tie Eoiiclusion aus der Brämisse verstehe id> zwar 'iud)t, aber das hat nichts zu bedeuten: deiui wahr muß es bod) sein, sonst hätte ich es. nicht gedruckt zu lesen vor mir. - 4. Ter <''ebraud> des EhristenbluteS zur'Entsüudigiing ist heute noch bei den reditgläubigen Juden der ganzen Welt verbreitet wie dies neuerdings der Fall Bnsdlhofs klar und wahr bewiesen hat-. 7>. Das Blut wird in versiegelten 7vläfd)d)cti an die Rabbiner versandt, die es in daS AAi'ehl für die AAiazzoth ntisd>en. (Laut statistisd>e» Ai ad, weifen der reidisdentscheii Bost wurden im Jahre 1(61* 1 in ganz Xetitidilanb als Eilgut 17 607» sold>er Blntslasd>eu versandt. Drei Atabbiner weigerten sid>, ein Strafporto von 12 Pfennigen zu bezahle», und so kam die ganze <X*cfd)td)tc aW.) x‘ ' •>. Tie Lehre vom rituellen Smächteu christlidter Kinder ist »id)t allen Juden bekannt: sie ist das Ge hei mit iß eines besonderen Stammes LeviLf und pflanzt sickz vom Ämter immer nur aus Einen Sohlt fort. In Pforzheim allein wurden im Jahre 1601 laut den officiellen irntisemitischen Ategisiern bis zum August d. I. 76 Knaben und 03 Mädchen abgeschlachtet.) Id) will nicht absdireibeu, sondern nur "aufmerksaut inad)en aus das Büd)leiii,'daS gegenwärtig vielleid)t sd>on in 100.000 Exemplaren ü 40 Pfennige unter das bcutfdjc Volk alö geistige Labung und Erquickung gebrad)t worden ist. Eines muß man mir aber noch gestatten auzuführen.: Alizf dem Umschläge ist das antisemitische „Programm" abgedruckt." Unter ck) heißt es: „Die Ruhe am Sonntag muß mindestens 36 sed>sunddreißig Stunden betragen." Daß unsere Alniisemiten keinen leiden mögen, daß ihnen das Ehristenthum verhaßt ist, daß sie die Staatsgewalt perhorrescireu, alles, alles will * ich begreifen, nur eines geht über mein Begriffsvermögen, wieso ein

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