Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 13 (3.7.1892)
- Date
- 1892-07-03
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite »>. F r e"> e s Blatt. I Nr. 13. feit einschließlich des „Oubcniptcgel*“ auf Tninmheit und Unwisienheit hat’irt, von jedem rhvlidieu Viteraturfeinicr ',u verachten ist. Tr. Hildesheimci luit nnn,' gleichfalls in her uForin eines Alngblattes, hundert Säpe ans dem echten Jatmitb abgebntrft, welche von den Beziehungen der bilden in Andersgläubigen handeln und alle Unbefangenen davon übe.zeugen werden, dag der Talmud den Bergleich mit jedem Siltenge'etz anshallen fatm, dag die Vehrcit desselben, weit entfernt, den Hag gegen Andersgläubige zn vredigen, alle Menschen mit gleicher Yiel’e ilintanen, Hilfsbercit'chaft, Ehrlichkeit im Handel und landet . u. f ngegen alle Menschen zur religiösen Bflichr machen. In Einzelnen wird dargeihlin, dag das jüdische Neligionsgefev jedem Menschen, der bie allgemein menschlichen (Gebote achtet, in einem israelitischen Staate das volltiändige Bürgerrecht ujcnhcilt, keinem Frommen, er mag welcher' Religion immer angeboren, die ^ewige Seligkeit abspricht, die Ächtung der Würde'jedes Menschen, ielbfi nach denen Tode, ge . bietet. Bic"'elmenmacherei, iei es durch (>'ewalt oder durch lieber redii'.tg, verbietet, felbn Alvofiaien pud Selaven gegen Unrecht schützt, >ede Yuge gegen jeden Menschen streng verpönt, Mildthätigkeit, Barm lterrtgkett gegen all- Eottesgeichopfe einicharft, Tiebnahl, Hehlerei, tleav.r. Boientbalrung, Steuerhinterziehung, kurz jedweden Betrug gegen ' jeden Men'chen, dbc vlninsche, materielle oder moralische Schädigung der '?:t>chttnd'en und ihres Eigeitlhlttns strengstens untersagt. Zedent -Baragravhett in die Quelle heigegeben, und Tr. Hildesheimer ver-! pt'ltchtet nch, kemlenigen. der aüeli nur einen einzigen Baragravhen a:s -tfünkeu cditr ninichtig'üheriel-f nachwetn. I> «bt Mark tu zahlen. „t'icnöclrc jiiDiidlC jxnmilicil." Seit längerer Zeit enrfirt nilie! dte'em Tr.. ine .inlifeniltische Broschüre, die man ebenso gut eine ' Bt.''' ttpttonsf.ste f.ntien könnte Ähre Bestimmung in tu -offenliegend die. 'ttdn'che ,eam:ilea, welche, geivig nicht eines Hansfriedensbruches lveg.tt, r.'ii snrvväiichen Monarchen geadelt wurden' hem Spott und i der ant!>> mttt'chen Ber'olgnng vreistngeben. Wie kritisch übrigens dieieö '• •.'.h'tcl're .. t .’,e.’.v;-ü, l e>k 'ich wieder einmal an 'olgendem ,Talle ge i r A.V Grizrner!>erüus.ge.gebenen ..Ädelsrevrrtorinm" >öird - n ,'l. . 7re :r. Anasbnrg und" "'rossonet in—lneinont ansässige ' v t." e,1 B e. e; ats t'vaeltti'cken Ursprungs angeführt.! Tns sem Als rep s.inm tn kann di, Al »gäbe' in die „ «Häkelten > :::di'ch':: F.tm:!:e::";:;.e a:t>ere Schrine» übergegangen Tie Frei-, I -len .Alntrn ■ Yndwig v Beck'Peeecz veröffentlichen nun - - Et' 11: t t. ::i r.. .eher es h .nt, dag nach den in ihren Händen I-enttditch-en Ts.:nt-.nt tt ihre Borfahien seit >',ahrhunderten lin O'rofson.ez :\A als «^utsbenycr ansäffig waren und in allen «^liederw stets k.- roun'ch ka:lv-!f'che:t Kirche, angehörten. Ueberhanpi iei con ftat-et. e.tü s weder tu ,'srcf;r-«e; noch in der Ball«'e d'AIoft jemals judi'che ten q-.redet! rare. Bennnthlick istdies nicht der einzige Ts.l. >:> :Tnch die antifeinitl'cken ..«Genealogengeirrt labar. C. - - Alf nennten auch nach die durch die Krnil corrumpirte! ->'t - ->.r Avi'sensche>fs p-'öt tn-rc:;! Alll-ä Dem Wcridltäinnlf. W:e ans T a r IN fl a d k berichtet wird, i.: Alnti’eutitcitfithu:- namens T l> ei s wegen Beleidigung eine-? ' Hatte,tsmann-es zn Meine!. rem dortigen Schöffengerichte ''hüll.g s.--rteche.u und tu erner «Geldstrafe vcrurlhe'.lt.- Theis in schon t-'te. iret,.! Beletdtgttttg bestraft werd-m und hat auch schon vor wahren n t n A-.rgehttts ans «A.-w-irniudn, das er dadurch beging,, dag e. -'.-jncr Tran sie schuldige Alllmentation zu „cnKtebctt Nichte, indem et Ara »unten vsatidöaien Habsellgkeit'en .an eine nahe A-erivandte r.-r.s-.:üertr. »ne "'.-''ättgn'gst-.a'e verfügt Ticier ^hcts hielt vor einiger Et: tu Äh et ne, •» u Br-trag. NI welchem er anstiihrte, die ,'iiken —I- -1:. :t; 'Sükcrs Aietgnug-;ur Unniilichteir, lind als Beweis für die! ff unwk-tt Behauptung erzähltes der oberwähnte Haiidelsiiiaiin I ..tt-' nch ru-rgeiitn .gegen die S.Uk!ichtctt-;n 'Schulden lommen laffen - Err.-.lnu.tg sag, wie die Berhandlnng ergab, nicht der ge tt».!'".', --n-.-nnd t’.'-r. Aiemtsanwalt M dk II! machte als'ein die Straf.! .' -i.ts'ett des Alugeklagten aus'cklirßcnkcs Motnent geltend, daß Theis t -..nt-sT Aif'ichi habe, a-: Ändert seien durch einen gewinen Hang ' fSeuttü auvstetetdiuit, , :-;i uc auch unter den kälteren Strahle» i f . 'utrait'dien Soni.t nicht einqcbüßt hätten. Ta;ii bemerkt der - »V u,. B,.. .'üdl'chen Brene", daß diese Alnsführnngen - e ' ., l 't.täücti: auf die Ben'on des tlkecktsanwaltes Mex III ge j r«tnes Stau.:•..!! ttro: tü'en inü"en, „denn es i't doch dem Herrn Metz g.-n -ü i! -kattnt. daß nach antisemitischer Theorie in Bring auf - d., : ...tg!?tch anhaftenden Fehler rwifchen Leiaufteu-nnd ungetaufte:: '1- -;:en ni;::'dier Albstaiiiiiiniig nicht der geringste Unter- \ Ths a:;::ad)t w::s. - und Saß in Bethätigung dieses s^rundiatzeS .nahe Bdrwandte liüs 'elrü der vernorh-chr Bater des Herrn Mcv ent vor i äiuueni ui einem r.nti'emitischen Blatte kn der ordiiiätsten ASei''e ver- \ iiiiglimv't wo:dm »ink " — Bekanntlich batte das Berliner Yand- I geridn! re'd>!'-'feii, 'ich in dem Bro.ei'e, den das Alnswärlige Almt ' gegen Karl Paasch und Genoffen wegen Beleidigung -hohe^ kaiser- - licher Beamten angestrengt halte, für unzuständig erklären, weil die betreffenden Schriften von Leipzig aus verbreitet worden und die?lngeklagten somit befugt wären, ihr Recht in Leipzig zu nehmen. Gegen dieses Urtheil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, und das Reichsgericht entsprach dem in seiner Sivung vom 17. Zuni, indem es die Sad>e zur anderweitigen Berhaiidlung au die vorige Äiistan; zurückverwies. Als Begehungsort des Teliots sei jeder lTrt auzusehen,. a» dem die That geschehen sei, und das sei auch bei Berlin | zutreffend. Tie Alugeklagte» werden fid) nun also doch vor dem! Berliner Geridite zu verantworten haben. — Tie Berhandlung gegen! B n s d, o f f, betreffend die schon viel mißbraudste Al s s a i r e von I T'anten, soll am 4. Juli vor dein Gerid,t in Eleve begffinen nnd wird voransstditlidi sechs Tage dauern. Zeugen sind von der Staatsi anwaltfchaft vorgeladen worden. Tic Titcltaffairc Piahcr-Morüs.) Zn Frankreich sind Tuelle, Ivo sich nid)t-persönliche Feinde, sondern polilisd,c Gegner gegenilberstehe», etwas ganz <>lewöhnliches, und die Gesd>ichte kann da von ganze» TlieUferien und geordnete» Maffenzweilänipfen erzähle». Eine solche Tiiellreibe nämlidi heransbeschworen zu haben, ist das zweiselhasie Berdienst des Truillonl'fdien Alntiseliiilenlstattes „I,a Ii>>r>- I’arole“. Ein Hörr L a ni a s se halle neulich in diesem ehrenwerthen Äonriial einen Alrlilel gezeidmet, der alle Tsnciere der sranzösischen Alrmee, die jüdisch er Eonsesfion find, in gemeinster Ar-eise' verdächtigte und belesdigte. Ä» Folge denen beidjlosfen ' die jiibifd)cn Cffieicre, Vamanc zu fordern, und zwar in der Weife, daß, wenn der «''egiier des Lamaffe am Plane geblieben wäre, - einanderer Tffieier an denen Stelle getreten wäre. Ten Beginn inadite Rittmeister E v c »i ie» r a o a : feilt Secunbant war Hanpimaittl ÄA, a n c v, gs,eid>falls ein oiibc: ber Sccunbant Laiiiane's war der berüchtigte Alnkiseiiiit PiarquiS de Mor>-s. Tas T iielk endeie, lroisdem es unter erfdiwereiideu Bediuguiigeu mir ge zogeue» Binoleii ausgefodneu wurde und ei» mehrmaliger Kugelwedisel ftattfanb, bodi ohne A'erwuiiduug auf der einen und audereii Seile. Tas übliche Protokoll wurde daun ausgefenigt, und die Alffaiic schien damit ahgeihan. Es wnide jebod) vereinbart, daß das gedadile Prokotoll nidn veröfsenllichr werden solle. Alls es nun troizdem in einem AÄalie cafdticit, befd>nldigte AAiaranis Mor-'-s den Hallpttnaim AAiaaer, diefe A'erö'feiiilidi'.lng veranlaßt zu haben. Tie Folge dieser Befdinldignng war, daß der Haupkmann AAiaiier vor AllleM den Acaclnveis erbradjle, daß die A^ehanpinng des AAiarquiS A-ffor-'-Svollständig »nivahv fei, worauf Hanpiniailn AAianer den AAiaränis ^A.l,ari-s auf Tegen fordene. Ter AAiaranis blieb bei diesem Rencontre Sieger nnd verfehle dem «''egner einen Stoß, in Folge dessen derselbe bald starb. Alcarquis rMor-'-s wurde verhaftet nnd hat »adi dem franzöfifdien Strafgefei?e eine mehrsährige Freiheitsstrafe zu erwarten. Tie Sache ist ührigens nach den: eonveiilionellen Ehrbegriffe der sranzöflsdieii tt>'efellfdiafl vollständig alisgekragen. Aiichk fo nach der Alnfd>aiinug, den » n f e r e Alntifemiien von Alnfrand haben. Ter Sieg des Alntifemikeii über bdn Änden ist ein zu fröhlid>er Aliilaß, um die »sniige zu blöken nnd e.Hepp Hepv" zu fdireien, ililbetümiiiert darum, daß der AKfdiiinpfie ein - - todker Mann in, iiird daß hei allen Enllnrvöltern. der l^rnndfalr: „>I>- iiinrtiii.- iiil „i>i >,and) Todfeinden gegenüber nels heilig gehalten wird. Trefelbe AAielhode befolgte man ja and) kürzlid> einem in Ungarn vorgefallenen Tnell gegenüber, nad>dem nnd trol-dem der Sieger dem fdnververlekteii s>'egner, gleichfalls einem Änden, das glänzendste Ehreni zeugniß -zusgenellk halte. Än der franzöfifdien.Tepnlirkenkammer fand j. inzwischen die Hetze gegen jiibtfdjc Cffieicre im sehr beachtenswert lies . Rachi'viel. AIuf eine an ihn gcridjtctc Änkerpellation gab Kriegsminister Freneinet folgeude Erklärungen ab: „Wir Allle waren bmd) den tragifdien Alnsgaiig des T uells zwilchen AAkaranis Morßs Und Hauvkmann ÄManer lief bewegt. Alls Kriegsminister sah id) mit Herzeleid einen jungen C ffieier fallen, der die größten Hoffnungen in der Alrinee erweckte, xldi erkläre fcierlid), wir keiiiie» in der Alrinee weder Katho liken, nodi Protestanten, nod> Änden, sondern nur französische Ctüdere, die alle gleichmäßig dein A«alerlande ergeben sind. Alnss tiefste miß billigen wir die Polemik in der Preffe. Tie französische Arevolinion räumte seit Langem mit jenen Untersdiieden ans, die man jetzt per geblid) wieder ausznrichte» tradjtct. Ten Cfficievcu, die man bmd» Beleidigniigeii heraussorder^, rnte id) zn: die Zitegiernng, die Kammer nnd die' öffenilidie Äffeinnitg sind mit end>! blsibk gelassen gegenüber soldien Beleidigungen, der Kriegsiiiiiiifter deckt euch! Solllen sie fid) wiederholen, werde id) das Rölhige zu veranlassen wissen, nin Pro roeaiionen zn verhindern, die eine Spalknng in die französifdie Alrinee kragen wollen. Ties ist ein nalionales AKrbredtrn." Tie Kainm'er billigte einstiinmig die Erklärungen des Kriegsminisiers l