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Freies Blatt · 1892-06-12 · 10 (12.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
10 (12.6.1892)
Date
1892-06-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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«r. 10. Seite 2. Freies Biecbürgcrmeister Ir. Bor, chke: Herr »iiemeiiiderath Seiler hat;u einer Iliat>äet>li>t>eu Berichtigung das Wort. " «Keineinderath Tr Fr i cd i n n <r Sc ist ein Feiglings Sin Feigling! Socriidntt . kann man nichtsordern! Mit der Reitpeitsche ioll inan ihr, behandeln . . . Tieic tödiliche Beleidigung sitzt »och heute ans Tr. pnegrr, dc»n cr hat bis anr Stlinde »ichtS g^lhan, nin sich eine Kenngihnnng zu verschakse». .'lusierdem sind nnS noch drei andere Fällt mitgelhcilt morden, in denen 7 r r'negcr die gröbsten Be>ch,nrpfu»gen mit stoischer Ruhe hingrnoinmen und nichts zu >riner Rchabilitirm g geihan hat. Wir können jedoch diese drei andere» ans dein Grunde hier nicht ansührcn, weil uns in der Siiirzc der Zeit »ich: ineglich >var, wie bei den vorhergehenden drei Höllen, das Bciveismaterial •,iu Stelle;u schonen. Ilebrigens gelingen die hier erwähnten-Fälle vollkoinmen zur Srhärtnitg nnirrer Anssaffnng, dast eS eineni Sbreuinanne ab'oliil uninöglich ist, von Tr l'neger Gninglhunng zu fo;teilt, da T r. Sieger überhaupt iiichi in,stände ist, einen Ehre n in an n zu beleidigen. Die Erklärung der Herren Nittineistcr v. 5l arsl lind Hanptlinnm Danz e r ist, mag man für oder gegen das Duell sein, jedenfalls ein schäs-enswerther Bcilrng zur Sitlengeschichtc des Anlisetllllisnins. - <7>ur poloninniita £vr gali-jifdvjOitN'n. ‘ ' 7riainal .stiiitheiliinit des „Freien Blattes "' '■ '. J - V (m 1' c v ti, im v'umi. Angesichts des Umstandes, käst stell auch in die „ Seelen vest" verbreite!, diirile ca nicht ohne Jnlerenc fein, auf ein Bach die An'wr:l'.iüileil zu lenke», welches zwar vor drei Fahren erschien, das icdoch »och Iientzniage der Aetnaliiät nichi enchehrt. Es ist dies die cdui't von i Witold Vciuiift: „liniere oder fremde Elemente." F:i diei'er „'oeialen windle" behandeli drr Berfaner die Frage der Boloiiistlniig der galiziichen Inden. Dir (Heichberechtigung der Fnden '.echilicheni «Gebiete wird als etwas bereits Ei'rnngcncs hingestrlll: nur d»- Gewmnnng des Ele,nenies, welches „noch nicht nnicr" sei, solle a»gen>.el". und die geiellichastliche l^leichsteUnng der Jude» vollzogen 'Den allgemeine» Betrachtungen über die Bedenuing der t'stiind be'tvre: ldeilliiig fiir die geiellichaitliche und politische "'estaltnsig eines Brües ausgehend, gibt der Ber'astFr iodanii die ^ahi' dcr in jüdischen .Händen befindlicheu "Biier an Bor dem Fahre! >«!0 belaste», die Fnden die.l^rilndbeijt'kähststett nicht. Erst die kaiserliche Bcrord.nnng roni I r- Februar 1 •'*•>< > erlheille denjenigen Fude», die niindesteiis die niedeien Elasten "etner Mittelschule oder eine ciii'precheiide Fachschule ao'ol'.ui! oder den D''ieiersgrad erlangt Kalten, das stiechr, l'andtafcl - gute! zu ezwerben. F» Folge denen gab cs l'choii bei den ersten Vandkaqs wablen in der Euri'e des t^roßgrundkeittz« wahlberechtigte Fude». Als 'vgier das Slaaisgrundgeietz vom -1. Deeember l»>7 auch dieie Bestluauluiig antgeliobe» Kaue, gab es int Fahre 1s7<> schon «>^ „nd st» Fabre I ^7<► 2^8 ivahlberechiigtc jüdische Großgrundbesitzer. Die F-alil de, zur ^.'li der '.'andtagswahl int Fahre, l^'O in dieser Eurie zur Ballst Berechtigten betrug -">07>. Fn Händen dieser .'Kl.'» Fnden lst'ind.n nch in 'äninittichcn I'.» Vandiagswahtbczirten 7>13 "'uis eomvi.ie. 7ie- Bodenstäche dicisr Bcstlinnhen betrug 340 000 Foch. H:en>p!i waren I•'> Bereeni der iii der Enrie des «Großgrundbesitzes zur Ba.tbl Bea.ciingreu Fnden. Damit ist jedoch der in jüdischen Händen b.st.idliche "'rcßgr.nndbesitz nicht vollständig angegeben. Denn cinuial stnd dieststligen nicht angeführt, die aus ergeud einem k^runde nicht wabiw.zechtigl stv.d, ferner lind, vielen Fnden gehörige Güter' nicht als ststäie ..zeichn.:, iveil »ich der Bersaster auf den Zunamen, insbelondere Bö'.nainen bei 'einen Angaben verliest. Dies erklärt der Zl-erlastst 'eilst: ergibt sich Übrigens auch aus den dein Buche hin ista-'Usti. .1 „'B.iiäitigiingeii". FedrntaUS kann inan die Angaben des s a's ni's.-'.tbr.- Dchäpung beirachrc» - ist : .st ei d i Ber'aster die derjenigen <^vuiiM{itilc an, die l 'st. '. stdt.i'.: .ster stnd, ,edoch zur Wahl in der Eurie des <stzost a. st'a B'st'.st' Nicht! .i.-chtigen, weil die Be'ipe: derselben niäil den vollen 'Bst,istst!!" ' '> st Wst, iedcn'aUS aber »lehr als -27) fl. ö. Bst z.' l.i.ides'ii .stst st, i'iealsteuern Bnirichlen und ioniit als 2hahl»ian»ev an d Bäal'l eines ,'lbgeordneleit der standgemeiiideii jenes Wahlbezirkes, st, wstilist!! da-' '"nt gelegen ist, lheilziinehinen berechiigk-find. 1*7* solche befinden «ich in. Händen von 127 Fude», und die'Bodenfläche d.stielbui betz-rgr ungetähr 17,.—2«>.«t»» Foch Der Berfaner niulmh reiner einige Fritliiiiner an, somit würde sich ergebe», dast 1<K> (HM) Fi ch ' 7 «'2 Bereenl i i» lüdischen Händen uch bcnnden. '.'Bich Aii'nhrling dieser Wahlen wird die Bedeutung des "stoß. - '''tm'.-, erist't :! Ala B'hchk der "stoßgrnndbenver wird aiigefühil ,B latt.. .. die „Arbeit für das Volk". Wann werden, fragt der Bcrfass.cr, die Fnden die Pflichten sich zum Bcwußtsciil bringen, dis ihnen der Großgrundbcsiv aufcrlegt'? Bon ihnen hängt es ab, der Gesellschaft zu be- .- weisen, daß sic imstande sind, die Lücken auözufitllcn, dast sic, die neue galizischc gentry, ihrer Aufgabe gewachsen sind, und daß sie die Mahnung verstehe»: Da no>)lo--s(- oblige. Was den bäuerlichen Grundbcsiv betrifft, so besinde» sich »ach Angabe des Berfaffers ungefähr 100.000 Joch in Händen der Juden, und zwar wird diese Zahl angenonnncn auf Grund der scitcziS der Juden erwirkten.'Zwangsversteigerungen, deren 0401 in den Jahren 1S7M-— Iö>r53 stattgcfundcn haben, während die Zahl der von der . strusticalbank vorgcnoinmcncn Zwangsversteigerungen 0572 und die der von anderem christlichen Gläubigern erwirkten JOOO betrug. Die Bevölkerung der Inden beträgt in den Städten!)0'13 Pcrecnt, in den Marktflecken 37 00 Pcrecnt, in den Dörfern 3 26 Pcrccnt, in den anSgeschiedcncn Gntsgebictcn 2-">'7>l> Pcrecnt. Der Nationalität nach zählten sich von den Juden 100.000 in den Städten und 74.87,0 in den Marktflecken als Dcntsche; in den Dörfern lvnrdcn sic zur Hälfte der deutschen, zur Hälfte der polnischen Nationalität bcigczühlt. (Alles nach den Daten über die „Uuigangösprachc" in de» Berichte» über die Bolkszühlung voiit Fahre 18~0 > Durch Bergleichniig dieser Ziffern mit älteren komint der Berfasser zu den, Schluffe, daß die Inden sich ininier mehr als Polen betrachten, und daß dieses ein Zeichen, wen» auch langsamer, so doch stetiger Assimilation sei, * Nach Anführung dieser Ziffern geht Dr. l'cnmfi zur Frage der Netarill der allgemeinen Bcrhülinissc der Fnden' über. Die Ncforn, hat zwei Seiten: die Aufklärnng der Fnden und zweitens die Nationalisirung, d. h. die „Uliiivandlnng der inhaltslosen Nationalität in eine lebende und jüngere", .^iinäcklst wird vom Berfasser eine rctrospertivc Betrackitiing angcstcllk, und »ach Anführung der einschlägigen Werke aus dein Ende des vorigen .und An'ailg nnscres Jahrhunderts sagt derselbe, die Assimilation der Inden habe andere Wege cingcschlagc» in delr selbstständig gebliebenen polnischen Dhcilcn und andere i» Galizien. Während in dein noch selbstständigen Polen gleichzeitig mit der allgc nieincn Ncsorntbemcgnng ans der Mitte des Jndcnthnms selbst die Seele der Frankisten entstand, Foies Jakob Frank dessen Tochter mit dein Fürsten Marlin Vubomirski siä, perinähltei bei den Inden Begeisterung wachrief und feine zahlreichen A»Hänger den siatholiciSmnS annahincn und ihre alten Sitten und Gebräuche a»fgaben, um in de» „Besitz und Genuß der Ehren, Freiheiten und Wohlthatcn" zu gclan gen — erließ die österreichische stiegiernng Tolcranzpatentc und stanzlci deercke, um, .wie der Berfaner meint, „sich der Inden als Werkzeug der t>'ermaliisakion wider das polnische Element zn bediene»". Die einzelnen Besiininiungcn, die dies bezweckten, werden angegeben. Die spateren Gesetze,' die die k^lcichbcrcchtigung anbahntcn, sind allgemein bekannt. Interessant ist der Auszug ans de» stenographische» Protokollen der Berhandlungc» des galizischen Landtags anläßlich der Negicrnngs Vorlage, die die B.ichränknngc» der Inden zur Bekleidung des Amtes eines (^enicindcporstandcs ansznhcbcn bezweckte. Nachdem viele.Stiinmen >»" und >'«nti'n sich hören ließen,, rief der Ncfcrcnt Dr. Smolka, der jetzige Präsident des Abgcordnctenhanscs, d(m polnische» Armenier Abgeordneten Eorncl .sNzeezuilpiviez folgend.' Worte zu: „ES wundert mich, daß gerade der geehrte Abgeordnete des Brzczancr Bezirkes de». Borwurf wider die Inden erhebt, dieselben seien schon seit zwanzig Jahren gleichberechtigt und bis jetzt keine Polen, ititb daß derselbe die Bcrmischung mit der polnischen Nationalität als Boraussetzung der Nechtsglcichheit antslellt Es wundert mich dies nmiouichr, als der geehrte Abgeordnete dem armenischen Stamme angchört, der selbstständig cristirtc und schließlich sich mit uns vermengte. Aber nur deswegen veiineiigten sich die Armenier mit uns so sehr, daß wir Dieselben zu den tapfersten Söhnen Polens zähle», ivcil sie seit Jahr und Dag die "steichbcrcchligiiiig besitzen: ohne diese.wären die Armenier bis auf den heutigen Dag wie die Inden ein selbstständiger Stamm, »nd der geehrte Abgeordnete würde vergeblich nach t>'lcichberechkigung lechze», weil ihm irgend jcuianhdie Skammcssondelheit vorwerfen und — wie er selbst bezüglich der Inden verlangen würde, daß früher eine Ber einiguiig der 'Armenier mir der polnischen Nation erfolge." 'Aach dieser geschichtliche» Betrachtung fragt der Berfaner, was feit der t^lcichhcrcchti.gnng der Jndeir geschehen ist? Er eitirt den-Erlaß Niaria Theresias: „Tic Inden seien von den össcntlichcn Acmlcrn nicht ausgeschlossen, aber so wenig als niöglich zu dcusclbcn zuzulassen", „nd-sagt, derselbe t^rundsatz sei nach-wie vor in Anwendung' gckommcn. Im fernere» Bcrlanse seiner Anscinäiidersctzun.geii bespricht Tr. Z'cwieki das Bcrhaltc» der Inden in geistiger und sittlicher Beziehung sowie auch rncksichtlich der Erfüllung der össentlichen Pflichten. Danach beträgt die Zahl der eine 'Mittelschule besuchenden Inden 14 0 Pcrcciit

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