Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 10 (12.6.1892)
- Date
- 1892-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I UUiommiioitoprcie: (DlVyait zur Abwehr bes ^!utisemitismus. otannaliri-i mit I>oln»sc»i>i>»,r . fl. Sil). JikrtcljiiHr.fl n -■'!■"*• Siii.iclfi; ••iiimratrn I fr. ’ Erschcint mi jcdcm Loiiiitmsc. Nedactivn und Vltuitiiiiftifattoii: Wien I. gu'irerftrtttc ich ‘Jtummcr 10. Ulicii,. 12. 3uni 181)2. I. Zahrsang. '; 3atisfücticnf>unfähia r Tr. Marl V u c <\cv imtvöc von zwei hochachtbar,.» Männern niil Dssieierscharakler für salisfaetionsnufühig erklärt. Ja Ungarn ober Frankreich hätte eine solche Erktürüng seiner öffentlichen Wirt samkcit ein jähes Ende bereitet. Hierzulande wird sic ihm in dc»W Gesellschaft, in wclel)cr er gegenwärtig eine Rotte spielt, nicht schaden. Die Herren Antiscmitensührcr in Oesterreich uehnie» nicht etwa den Standpunkt Aanl'S ei», der das Duell als „Ucbcrrest iniltelalterlicher fTrdalicn" verwirft, Zollen sie doch auch alten sonstigen mittelalterlichen Einrichtungen ’ and Litten grasten Re speel, wenigstens nach aaste» hin. Lie pflegen auch „ritterliche Genuglhnnng" von solche» fortschrittlichen Bürgern zu begehren, die als grundsätzliche Gegner des Duells betannl sind, - und jenes Wiener Witzblatt, dcpi ein gesinuungsverwaHidler. Miltelschnllehrcr die erste Loealionsnuinmer einrüninle, macht sich seit Zahr und Tag über jede» Richt Antisemiten lustig, der einen Zwiikampf ab gelehnt hat. 'Wird 'indessen einer unserer Anliseinilenführer ge fordert, so erinnert er sich daran, dast es eigentlich einem Ehriste» nickst aezieme, sich zu dnelliren, dast die LlaalSgesehe es verbiete», und eine jener Bersammlunge», ans deren Arrangement er sich versteht, erweist ihm den Gefallen, ihn schön zu bitten, sein kost . bares Vfbeit ja nicht zu gefährden. Zn Fiantreich geht so was freilich nicht, und dort kann auch ein großmünligcr Antisemit einem Duett sich schwerlich ent ziehen.' Herr Drumont hat dies vor sturzem zu seinem Leid wesen erfahren. Er sprach in wegwerfendem Tone über jüdische Dssieicre und mußte dafür dem Eapilän E ro mieür Zoa Genug ihttung beben. Wohl kam Drumont mit einer. unbedenlenden Berletznng davon; wie ihm aber bei dem ganzen Dpetl zu Mathe war, darüber cnlschtüpflc ihm in einem Berichte ein Geständnist, über welches ganz Paris lachte. Drumont schrieb: „Man wird leicht cinschcn, dast der AnSgang.meines Zweikampfes mich mit großer Zufriedenheit erfüllt. Zch wäre verzweifelt gewesen, wenn ich getödtel worden wäre." Rieivand war jedoch darauf gespannt, von Herrn Drumont zu erfahren, wie er sich seine Bcrzweislung über den eigenen Tod vorstelll. Man faßte die komische Wendung nur als das auf, was sic war, als den Ausdruck der ungeheuren Angst DrumoiitS vor dem Zweikampfe, welche auch nach dem glücklichen Berlanfe'desselben in seinem Herzen nachzillerte. Das Bcrhalten sowohl jct'icr antisemitischen Aämpe», -welche an der für sic jo angenehme» Lgge und, eine Dncllsordernng abznlehncn, als auch derjenige», welche wie Drumont sich bemüssigt sehen,^ die von ihnen geforderte Gcnuglhnung zu gewähren, wird daS ^Deutsche Botlsblait" und gleichwerthige Wochenschriften teinesivegshindern, nach wie vor bei jeder Gelegenheit über dnellseliene Zudem zu 'vollen. : Doch lehren wir zu Herrn Lueger zurück. Er verdankt die Ticherstellung gegen weitere Genugthnungs Tordernngen den ru mänitchen Brüdern im Anlisemitisttius, welche demonstrationslustig nach Wien käme», aber unverrichteter Dinge abziehe» mußten. Zn Htterlein's Easino zu Hernals machte Dr. Lliegcr gelegentlich der Anwcscnteit der rumänischen Gäste eine beleidigende Aeusternng über den Bester Lloyd", welche einen der Redaetenre dieses Blaues, Herrn Leo , Beigelöberg, veranlastte, die Herreil Rittmeister? Aar st und Hauplniann Danzer damit zu betrauen, von Lueger Genugthuung zu verlanezc». Wohl stiegen den Herren r Horft und Danzer, wie cS in einer von ihnen veröffentlichten Er ' . I fähigleil de ans sfieiers unter fähigkeil klärnng heißt, sofort Bedenken über die Lalisfaeiione Dr. Lnegcr's auf. aber im Hinblicke darauf, dast duse übender Advoeat, Reichsralhs und/ 'Huidlagsabgeordnelee sowie Gcmeindcrath ist, übeidieS das Rillertecnz des Zeanz Zofefs Drdcns besitzt und häufig in Gesellschaft einer mit dem . charakler bekleideten fürstliche» Persönlichteik gesehen wird ließen'sic es,'von vornherein formell die' Latissaelivnsni ansznsprcche». Dr. Liieger war in seiner stanzlci nicht z> jinden, und sic erhielten dort nur den Anfschlust, dast er vor zwei Taiyen. nicht zu spreche» sein werde. Znzwisckjen gelangten aber ^ucknndlich erwiesene Thalsachen zu ihrer trenntiiist, welche es, wie inerte», außer Zweifel stelle», daß Dr. Vncgcr nicht satisiaetions fähig sei. Lio verzichteten daher auf einen neuertichen besuch bei Dr. Lueger und eonstaliren in ihrer bereits erwähnten V rklürniig folgendes: .1. .'im 17. i'far, »!"> ifi in tcr ih-ionir ., srutn iiiid 'Moi»T,steitii»g" i-iu eine»!übriger '.'Irtiti't über Tr. .'lat! r'tnSii.fr i-iübicnhl, Ser aiaeb t:r eigenen, in i.im-r Anklageiüirist geinächlen Auslage Tr. >iavt Vuogcr'o i n „'»Ichkr rbniiinlirn imb iinehrenhafiee vanbUtitgcn beschuldigte, irrlilic ilm in brr öiiomli.ücn Meinung »unbüidi yu ntadnn geeignet waren". . Tie Tobe der neu Tr. uarl Lueger gegen den Ber'äner dieies AriilelS, Herrn Alerand, r s,1>aif, erhobenen ckhrenbeleidignngstlage war ein täinstellnngsbesdiliist des L-ie ier Landes gendnes in Liraüachen venn VI. »iai 1 s;H, stahl l?'l .somit »eben alle die ehrenrührigen Beichnidignngen des erwähnten Artikels trov de - gehobenen Anklage Tr. Luegers ans ihm sine»:!> norb mehr, der während d,r schwur gerichtsverhandlung von Herrn Alerander schar' angetretene Wahrhctts beweie brachte noch gravirendere und ehrenrührigere Thatsachen ans ridtt, als he der Artikel-enibälk. T.eol.'deni bat Herr Tr Vnezer sich »nt dein Enniellnngsbe'chliisse -des Wiener Vandesgerichzes ziiüledcng 'geben nur auch an> ienei» Wege, de» Mi ioier chon Ehre in schweren Beleid gnngs'alleir einzu'chiagen bslegen, von Herrn Aleraudi-r schart niemals 't'Viuuulm»,^ an gegrebi. ■J. Ai» sonntag, 11. Tediiiar einlneiien >ammtlii1ie Wi »er 'Alauer ei» onenes schreiben des Herr» Tenlralinweeiors. der i. t alis'chl estlich vriv. Tonan Tamt'ss>liisssahrtgeiettichati in Wien, Heinrich Aittee v. t»'t ieii»e. welches den Te. .'tgtl Lueger geradezu an de» 'hiange, geliie id? wird tbm tisdelondere oorgeworten, dag er dem Herrn Teiiiraliii'p.'eior Aitier v Tlieniis d e gesordeete t^emigihnnng »Hier.den -»ichiignen Borwändeii oerweigene. Weiter beigl es in demselben: ..Ta ich sowohl.des ün'chiS'iaaled. in, welchem wir leben, als meiner Perlon nicht würdig erachte. Here« Lueger, wie cs lolchem Perlial eit bieUeiet» eiitwrechend wäre, zu, züchtigen. begnüge ich mich, riefen s.achi-eibalt allen Männern von Ehre y» muri breit in und H e r »' Ln-eger ihrem Urthcile preiszngeben." .Herr .'iail Lileger bai bis zur sumdeiwili nichts geiliii», »nt das Prandmai. it'elches Herr ckenira>uiüee:or Ritter i>. ckiienne ihm an'gedrintt bat, zu tilgen ' Tas Amtsblaitder t .l :>ilichsiianv.t und Rendenzsiadl Wien, Ar. vom ö. April Ientl-ali ans seite >.'>! 'olgende Pan'agetl: ttiemeinderath Tr. Tetedutiig i'ortsahrendt: Herr Tr. Lneger hat mir soeben, da» Won Trechbeu zngetn'en. ttHmteinderalli Tr. Ziteger: Aalt .Ich eonualick, daß Herr Te Lueger nch bereils zu wtederl'e tenmalen. io lehr hintc-r den Schild ve r i on l i,che r Tesgheil z» eiilkg'Zogen l»u> dast. ich keine t'ielegenbeti.habe, ihn.tür diele lli.vir'ch.tmiheit zur P, i.mtwoititng zu ziehen. ,. Pteebürgenneiüer Te. Bor >chke u-Tas ist leine veuonliche Betneitniig. lüemeinderaih Tr Triedinng tiorualirentr.: 'Aach dielem Borlominni!! ist es ' ii e eine» T hr e n m a » » - nm »i iiglich, H.e.rrn Tr l Niger vor leine Ulinge oder P.ist.ole zn sorder», weil et den Bew,ts der Teig heit erbracht bat.