Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 6 (15.5.1892)
- Date
- 1892-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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reite •> Freies Blatt. Nr. 6. Mörder, 2 . lut fiil't eine Viertelstunde in seiner VZohnuiig flcraü und feine Äiau -durch alle Zimmer verfolgt, dieser flo endlich i.nti einem Flcinen -eifevncu ^mfetlnufniciier am ganze» Körper zrr fleischte! Z''t cs nicht eine schauerliche Verrohung, die ei»^russisches Vlati heute ganz rücksichtslos mit dem richtigen '.Venneu der .Ver tliierung bezeichnet, hiebei andi einen anderen sein wunden Punlt im russischen Volksleben berübrend. Tie Nohheit innerer russischen Eilten fordert entfre Edlreeiioiisniitte! hergus.' schreiben die .Vetersbnrgslija V.-iebomofii'. tTre Sprache teures erringen Volkes ist so befleckt, durch das empörendste (''cfdiiinptc wie die russische Zn keiuenr Varide hört man jenes ausgeklügelte, enniiche V'efchinivfe, welches--breit durch die Stragen der russischen Dörfer und Städte ballt. Ze großes die Sladt, daS X"orf in,, desto breiter in dre 'Vöoge des l^erchimvfes, desto n» gehinderter ertönt sie durch das weite Äedd 3cll’ft bei. uns in der tlrefikenz, in der eigenen V.'ohrinng, in man nicht davor gesichert, das; das tr br nicht dnrch oin eiirvöreird evnifches V.icb »no durch drts im aiinändrgne ('vieliimiue, wie es beleidigender in keiner nierifchliche» Sprache vorkoiümi und wie es iw» der <tiaf;e herauf Hingt, verlern rverde Und gegen diestoffenbare Verlegung der öffentlichen Sittlichkeit werden' Ins jetzt bei uns nicht die gernigNen Maßregeln ergriffen. Tie Sprache eines Volles in die Seele eines Volkes TasMast der Idriltirr eines Volkes bildet der ('stad der öffeiithrchen Adttirng vor der Ara». Z'iizwi'dien wein aber das iiriisatsende russische Sdiimp'ivöiterleriloii bekanntlich unerträglich tobe '.'Insdrücke bezüglich der Äiau, sogar der Mutte,'. a„f ' Man kann daraus schließen, wie roh das Verhalten;nr Aran stru rnnj; ' „Hum Veleg dafür zabli das russische Vlatt die , obengenannten drei gräßlichen Aalte auf, daran darlegend, tote, dieses '.Verbauen;r:r .'Verrlrierimg fübre "! Dlus cuith>miti|dvn lYivincii und 1\t Mmmlutuvit. iviit Recktcnidnu'isi cridrt Zchnrider s.!:• „,r-ban>er Amu-niuen a!'.:veiiiir;,.t! .iir.im.ii'-. :: u ,u:e Äalle leg-'» lind Inden sie zu ::: jy\\A: . ZCiin 2 rft u e i e e > den Re-l'en'ä'a'tsberiN,! nr '■ i'.'.rrM.'ji' mn di 'eichsrarbe ni lallen wc\ fi c,' tanuj ne “ . :t i, 1 t v Hm!; :::i. ile^lirf1 air.t-.it Alt' chlnfte gebe» 'ollen;tr!* [ \ui) ein „'Hw kiii'cher h 'oiksvereur". weicher mit;; iUv i:*1-;: i: i'i'i'U'k :n n irrde, ui keiner Zerr' aber, ebenso L’i i n - au^ 't'j : Vaiu' raste ge.',rnnd sie Verein „Einirachr", Bei: ne irr .Vereine war nun I kie erwähnte trotzen. .11!** ft* re» Tagesordnung, die aiiti'eiiiiU'cheir >S. IBT.t ..bna als •fuiiti ■' „tH'eeberM'art-t'leviii,: ter A'eiiieindeve'.lreler! e . ttf a.e Vriiiki''- ,,^Tiseiisiio» Irber Prinli ■<"gnteUt hatten? ri 'er:Mv,i:i;;.t ,;r <$emetneerätben haue Am einer an-? allen ne»»;elm Be •.-t!. :: rat,-meng-".'... ‘-sftt Ver'aiumlnng ein „i'iiprraiieiivmun:”, käs man .. e:u i' ve'. it-.ihier ans. ''ch-. tee» b.iue, ertbciü ne, An ulien- 2 a :• r:r er cr.nen n a>, die \ vt’itu'iuli.i-cn t'vtr.eiiitei'iiibc irertieu dre »n: : v'ununte;- durch eine g,b .tilä;!;,- -Jlntirj: t t.e VeranstaNer der;n te.ei! "> tttrüit!,', veir St Idlrarlr Wrvei s berger iorvie die .7 Verrtnri-. 2 eh i.’ ’ e vi.' 2 eh o 7 e i b e d. i in berge r ’l«en.‘. :• Zw. ei den lidueten: „Zn tzrivtdermrg Zhre.r Ernladun.' 'i>ii ü iri'rukeirten Vsr'ammlnng könne» dre gevrttgteu t^emeinde- ' n Ve;:rkes rrne. - Amten, das; ihnen die unbefangene E t,a.tn Verba:urt>"e es .rn.rke;» verbietet, dem an iie iv'ftetlten .äu-.t-.n rt!.-- h-stich: bewußte Geineiirdcvertreter und die rr-i! g-1. bereit. einer Ver>'a»timnng ihrer Wähler ul>er >".f 'es Maskats 'Seiemete Bericht zu ernanen- TasReckit .Ute '>:.'.kk-'!--ch>.'tr!lguii.-. von ihnen zu beaii-vrüch » könne» ne t tt-.-.n 1;i temi.r. keirtesweg» 'edew da? Nietn IIU gerinAsten '.ei'- 'nw mir einer zrrtn, überwiegendsten THeile 'an? nnnen rln-rern t< er'anrinuiiig auseinanderv.v'eneu, weil . th:a! ,. '!-• . ebnhrende eil,re teilt, titaeitetfen nmn, 'b t : tr!.t!en i; 1 : n, -e.h-'t iiuhf i.uet) dte ari'iigüei, t>. ■ ‘-n'bc. naen rniner:. :t re'.-;M-t wird lrten{# wird teder '; ‘e.-:- . rlte.a.ri N rrnerl-ort erachten »iri''err, daß aus V> f.'.rnrntnrt.r :>>e,hei!icka':sbeii>bt der ««emeinderäthe uti.'r. A" r .'--rtrt'S >>»' dte TiArtin.-.r e.rrnber gerern worden und,, obrie er er. rn. -j--: in r.r.I'üie.wiiger rd»ei''e. als ob de» derarr karegorkich Atirter- -.» rj-wt Nte--'tfdiae lr-r-.-.a! .’."iiii!nmi(j.gai niebt '.nnebeir würde " a re Antr'. wr , n er- „ deinira-b '-len unter-iich und mußten an' das proientirie -k'nai-.tl t .fänrüsinaiti!,--.- in deretr Änwe'enbeit;» i«erichr;n üven. - r;'ck-t, >- 2.1-1: - t: v bernt-teie in des Vernriiiinlniig über reine' mmatneutat i>che ü'.iual-'tt rr n-r. w retn Tatnir;.' und tii»kjgie,1'iahv»»nell»»gen jtes s" .ii Ltr.ter in Lien für die <'erl»i'ai>»>r an. Ä„ch die rrerichtnng 'des ' ' k' ' -'kr' e!e!-s' - r' ros Nu Ve!»bi'ic-r Schneider in den Bereich «ejner el tritnoe n ' t.r ' ' t«» " ' . i .;tCY. < N'.- : u:l :: tnorivtrre Ini»d;ren Bert! rt e.eAtbr >! e e- ■ li: 'IC c Er-örreriing. AIS er rrenlich in Prag weilte, haben ihm, erzählte er, objektiv deiileirde Lzechen gesagt: Die Jude» sehen ein, daß die Verständigung zwischen den beide» arische» Nalioiieri iiiiiirer weitere Fortschritte »rachen müsse, n»d daß darr» für sie für iiiiiirer die Zeiten vorüber wäre», irr denen sie allmächtig narr»- 2ie dcmnhle» sich daher, kürisllich stelS eine» irerre» Zailkapfel zn schäften. Ein solcher Zankapfel sei die Bersiigirng. hetriftend die -Errichtung de? Bezirk? ,zerichtes Väekelsdorf. Wenn diese'Persügimg »»gerecht sei, sollte man dafür nicht den Grasen -Zchörrborri, sonder» "die Hosrälhe, welche die belreftende» Referate e,stauet habt», zur Peraiitrvortiing ziehen . . . TaS sind wahre Prachtereinplare, diese „objeciiv denteirden" Czecheir, welche das Bezirksgericht We'kelSdors alS -eine» künstlichen Zankapfel jüdischer .Provenie»; aiiseheri,. de». <$We» -Lchöirbor» entlasten und »irr seine Hoscaihe zur Beraniworliirig gezogen ivjfte» wollen, obwohl djer'e »ach den bestehenden Gesetze» einem «chrreider und Paschaii, »ickn verairlwonlich sind. Rach dein große», irr Prag ir»d Berlin gefeierten Zckuieider-,'vrach ein ganz gewöhnlicher Aiitiseiriit, der Geiirejirderaih Ranscher, und zwar gegen de» Bieeburgeriiieisier ^r. Richter, welcher de» Aiitiserniterr L lei ner'wegen de sic» AllSlaftiingen wider die Spender von Gaben si'rr die Broilose» zur ttZrdiriiirg gerriserr baue. Rauscher sagte unter stiirniischei» Zirbel 'einer Znliörer'chafi, man iiiiisse Xr. Richter, so lange er diesen Srd»»»g«rus »ichi znirickgeiroinirie»'bat, ,,bis arrfs Blut setiren". iDic Vcrkörpcrniig Ser „Ginigkcit"i. F» Margarethen fand am!'. d. M. ins Gastharrse „zur blaue» Wo>»tra»be" ei» Festabend zur Berherr irchriiig tzueger'S statt. Alle anirseinilijcheii Horroraiiore» christlichZoeialer Äaibnng waren erschiene» : Prinz AloiS V iechle n stein, Psistrr, Psentier, Eooprraror Scherzer, die ehrsame Witwe Äa niJ)nrg.er, der bei der. jüdische» Firma Pollak bedieristeie sbnrann der.Äa»dlryigsgehilfe» Apiira»», der ewige Xurchrastsraiididar r rädert :e. Die Repraseiitanteri einzelner Aritiseinitenvereiiie brachten nacheinander Hochrri'e ans ZI u eg e r ans, woraus dieser wieder sie »»d die illnstre» Gäste, seine Wähler »nd sogar „alle christlichen Volker" ihoiierillich die Magriare» »ichi ansgenoiniiieiir hvchlebeir ließ. Prinz k'iechrenstei» feierte sich >'elbst als die Beitörperniig der „Einigkeit' des „christlichen" Volkes. Er sei aps dem.Adel hervorgegarrge», habe jahrelang Barier» verlreie» und sei jetzt otür Bürger» a»f de» r child gehoben worden, »irr für da? Bolk zu. kämpse». Rack, der» »»? vorliegende» Berichte scheinl der Pri»; auch die Hoftnnng nicht au'gegcbeii zu haben, die Arbeiter ebenfaU? für seine jetzige Parteistelliirrg z» gewiiiiie». „Ho'üiiurg ist ost ei» Zäzdhrirrd ohne Spur," sagt der Dichter, und mit de» Mitrel», welcheNrei- Fiinfgirldeiiinäniierii i» Hernals nnd Hllakring verfinge», karr» mau bei Arbeiter» ichwcrlich etwas ariSricht^ri. — rt. i Ginc anfgclöstc Vrrsaiiiiitlung. -Ter aüe Eaio pflegte, wie wir schon in-der Prsirra gelernt, bei jederGelegerrheit;» sage»: < ot<-rn», ant^m eensoo.t'artliaginem ------- >l)-li-n<lan(. Umerr Aiitrseniite» habe» sonst zwar nichts mit Cato gemein, aber sie haben gleichfalls ein Tprrrchlei», das sie, ob eS paßt oder nicht, bei jeder iSelegerrbeii der leiern. Der Tai»'e»dküirstler Mechaniker Schneider erklärt die E'richrnng des BeznkSgerichte? WckelSdorf, weil sie ihm nicht in der! Xrani vaßi, ,'i'u' ein ui: i-ches Machwerk Herr Gr eg orig hiiiwioderni» hat in einer am II. Mai int „«'wldenen Sieb" ftaitgehabieri B^rjamritlmig -des „K athol iich eonstrintionelle» Vereines, auf der Wiede»" die vor einigen Tage» durch 2c. Maieüäl eröüriete Z rr I er» a t i o rr a I e Theater und Musil aris'ieltn-ng i>1-!a»tweg eine» „jüdischen TarrdeI»i'arkl" genannt. Der „Hohe Marti", dieies Bijorj-der Ansstellriirg, karr» Herr» Gregorig gleichfalls »ichi fl,fallen, denn ilm har ein indischer Maler gemalt ». s. w. si-n/.a trra/.ia. Xic'e Bebanvlunge», welche eigemlich Neuner des AirliseririlisnniS gar irichi überraschen könne», erregten iirdest'e» irr dreier Gesellichasr bei Eirrsichligere» lebba'te Entrüstung Ei» Herr 2 »11aba erhob sich >r»d ries in die erregre Veriailiinlringt „Zch bi» Mi'igiied des Nail,o>i'cheir Eastirvs und zahlreicher an derer taiboli-'cher Vereine >i»d glaube, daß ich hiemir genr'rqend legiliinirt bi». meiner Eigen'chati als Mirglied kieier Vereine »ruß ich die AriSführuirgeii des Herrn Gregorig über die irüerriaiioirale Mnsrt und Theaiera»sstell»»g «IS eine rüge »nd alS rr» va l rio I i sch. bezeichnen." Dho R»se,'tzärrn.) linier Igrmende» Zwi>'che>rriuen,inhr Herr erstlaba rorrt „Za rvohl, meine Herren, an der Zpive diese? große» und gemeinnüvige» Werte-? stehe» keine Inden, 'orrdergt steht der Bruder urn'errs erhabsrien .'iaiserS, Erzherzog Carl k'»dwig, auch, die Zdce namint nicht von Znden, sonder» vo» einer genialen, patriotischen Zrau 'Rri'et Z-ürsri« Metternich kt. »nd ich bitte deshalb b.e Versanrinlniig, die .'Rißbilligring über die Ansr'ülnringe» Gregorig's ariszm'preche»." Bei diesen Worien erhob sich ein unbeschreiblicher Tuiruiü. .Herr Gregorig saß bleich »iid stumm, da Zeine Aiibänger jedoch eine» mit erhobene» Aanste» auf Herrn 2iiüaba los vnd irhrie» : „Zudenl,recht k Hinaus! Er'ist bezahl,!" -Herr Srrllaba, ter irr A-rirll-cha-'t ,'einer Z-ran a» einem Ti-che jast, harre zu ihnii, sich der Angri'rc zn erwehre,,. Seine Ära» schrie „in Hilfe. Vergeblih sorderie der Re gierungSverrreier den Vorsitzenden aus. die Ruhe herzusielle», »nd als der arimnlr iiiiiirer ärger wurde und' Herr Fullaba sich arigeuscheinlich irr persö» lieber .Ge'ahc besarid, eifliüte der RegieHnrgsverlreler die Verkarriinliing snr »»'gelöst und rille vor Alle!» dnrch die schreiende »nd sperralnlireiide Menge -Herr»,Srrllaba z» Hille, irr» den Bedrohren mir i'eincr Pe;son zu decken Nicht ohne Ar'drvbiing der äusier neu - Mittel gelang es die spe'eialulirerrde» Ami keriiite» zur Räriiirnng des Schlachl'eldes zu bewegen. Nachträglich heben rvrr