Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 6 (15.5.1892)
- Date
- 1892-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. <>. Freies Blatt reite (Auch ein Held.) Die „Bukowinaer Rund scharr^ berichtet in ihrer Rümmer vom l Mai folgende bezeichnende h'eichichle, die in (5;crnowitz ui» so größeres Aufsehen erregte, als die lictroifene ' Person als rin durchaus ruhiger Bürger bekannt und allgemein geachtet ist. Das Blatt schreibt: „Gestern machte der Proenr.ist der Hhpothekerrbank Herr Jakob Hindler eine» Morgenivaziergang ans die Dtnrninncse, die bekanntlich der Ercrrierplalz der hiesigen Garnison ist, und kam zufällig in die Rähe einer Abtheilung Soldaten, die ge rade'ruhte. Da hörte er plötzlich eine Diinnne rufen: .DaS kan» nur ei'rr unverschämter Irrd', nachdem man ihn zweimal vom Plan gewiesen hat, Herkommen.' — Anfangs wußte Herr Uindler nicht, ob diese Worte ihm gelte», denn er war eben erst in die Rahe geloinine», nnd iveggewicsc» hatte ihn bis dahin niemand Aber schon war der Üieier in seiner Aähc nnd ließ Herrn.Üindlcr nicht darüber in -Zweifel, daß er nur ihn mit diesen Worten gemeint habe, darauf wagte Herr aiindlcr die Einwendung, daß der Cnicicr nicht zu wissen scheine, mit ivem er es zu thnn habe, was^,.n»sere» kühnen Marssohn derart in Harnischs brachte, daß er mit den Worte»: .Was, Die wagen noch, zu widersprechen', seinen Däbcl zog nnd ans den wehrlosen, ruhigen, ans io eine Wendung nicht gefaßten Herrn Zirndler cinliieb. Znstinrliv hatte der also Bedrohte seinen Dpäzierstock vorgehalten D er Dabelschlag war. so wuchtig, daß der Dtock auS Herrn .Ziindler s Hand weit wcgflog iind inchrsache» Dchaderr nahm^ Außerdem weist derselbe an' der Stelle, wo der Döbel cinhieb, eine tiefe >ierl>nng. Daniil war dieses sonderbare Ansirclcii eines Dfslciers unseres Hansreglmeules gegenüber cineni sriediamen Bürger keineswegs beendet. Es wurde ihm mit Berhastnng, Abführen durch einen dazu coininaiidirtc» Doldate». und was der Viebenswürdigkeite» mehr noch und, gedroht Aach dem lapfereii Ausfall, 'der auf ihn gomacht wurde; wird »i.nr cS begreiflich'» linden, daß Herr .V indlcr keine Z'nft hatte, ■ das Dbjcel für' weitere Probe» der Dchlagfertigkeit des Dfsteiers ab,»gebe», nnd sich entfernte Unterwegs fragte er, wer eigentlich der D'fieier sei, der sich >'o — sonderbar gegen Dtcnerträger!benommen. Da hörte ee eine ihm bc kannte Dtiinme:' Zch bin der Dberlidntenant Acuinan», .»»d. da Herr aiindler merkte, daß ihm der ^berlieutenant näher tarn, begann er zu'' lausen, setzte mit einem Dprnnge über den den Boltsgarte» nmgebenden tiAabcn nnd tonnte.,sich ini Garte» in D>ck|erheil fühlend, noch des Dberlicntcnants Aeninann elastischen Zurni horeü: .Es war schon Zeit, Pack!' - Roch am Borm tlage brachte Herr Uindle? in Begleitung des Dircelors her Hnpothekenbank Herrn 'Mauer beim Brigadier Herrn t^ciieralmaidr D era ez in eine Beschwerde über diese» unqnalificirbaren Borgang vor, woraus der Herr i^enernl die Zusicherung gab, daß er diesen ,vatl strenge und rlnparttijsch werden »»terinche» lassen, zveil er keine Pro.voralionen leiden werde' " «Dtöckcr illld Bismarck. Die ..Hamburger Aachrichien" bringen den anisführlichr» Bericht. eines Beijichlernatiezs des i.'A'ew Bork Hqrald" über eine Unterredung mit Dröcker' B» demselben heißt cS: > >; ' Bor zehn Zähre» gab es eine Zeit, als i.h davon.traninie, die Ioei.il deinolraiie durch die Bildung einer großen Aesormvariei Zn benegen. welch' anS christlich lonalen Arbeiier» auS ihren eigenen Reihen zu'iininiengeiem iräre räliva ein?rinheil oder Viertel deo Arbeiter Berlins Hane be, den B--.ihren >»r im-S gestimmt, liniere Aussichten schienen glanzend: aber iviin't Bism'aril trat n»S entgegen, ünd da er lsürchteie. das, die vroreiianivche .»liröie zu nw > iverde» nnd ihm ebensoviel z»' schauen inachen würde wie die katholische, gos; er kaltes Wasser ans nnsere Bewegnng nird ersiiikle iie. siegelt diese 3teile wenden sich die „Hanlbnrger Aachrichien" mit 'folgender Erklärung: >' , , f Iie Aeußerlttige», die der -Zmerviewer Herrn' Dioaer iiber das Verhallen des rtiilfte» Bismarck in den Mund legi, laue» annelinie». dass er. üHi oeiluni hat. Wenn aber Herr Diöckcr wirktich io gesprochen haben sollte, io bekindei er sich in einem unbegreiflichen Zcrrnui» Iie Agitation ieiner Partei in diirch den srnheren Reichskanzler »ieinalS gehindert worden, vtelinehr Hai derselbe ihre Wahlerfolge mit irrende gesehen. Wie.wäre dies auch'anders möglich gewe'ein da die «löcker'sche Partei der Loeialdemokratie feindlich gegöniibetiral - 'j "' Warnin hat, fragt die r c n; z.e i l u n g", ,Für st Bisnr.zrck das nicht zehn Zahre früher ösfenilich erklärt? Die'e ,Frage kann .sich wohl' die „tireuzzeiilnng" selbst beantworte», ebenso wie Ihr' die .Zurück Haltung erklärlich sein dürste, welche die „Halnbnrger R'achrichien" auch -heute noch beobachten, indem sie die irrende Bislnar>k's -ül>er Dtöitcr's Erfolge bloß mit denen >ia»ipf ividcr die Doeiäldc,notrateu begründe» Eilt sttrichtlichtö Boripirl zilill Procrß Bnschpjf.i Der .FE, Bnschoss lag einer Anklage lvcgen Beleidigung durclsNur Prest'e zu gründe, die'am -">. Mai vor der zweiten Dtraslanuner des Vaud gcrichlcö I zu Ber l i n gegen den Redarleur des' „B ol t", Z?iio B a l l a, zur Berhandlnng gelangte Beanstandet war eine der „Renen deutschen Zeilrurg" in Leipzig cntiionliiiciie Rokiz, die in der Aninmer i>«> des „BoU" vom I-. .Februar d. o. abgedructi war. Es wird dariir bchauplct, daßdie Amtsorgane nur' lviderwiltig gkgen Bulchon vor gingen, daß die Untersuchung mit strafwürdiger Halbheit! geführt iverde, und daß überhaupt eine ieandalöse Berdnnkelnng vor liege. — 3ollte eS gelingen, den Dchlächtcr Bnichosi durch die hinter!de» Eoutissc» stehenden Herrschaften undmit Hilfe tlingender l^rünLc' freiziiniachen,' so würde» Enthüllungen erfolge», die Anssehen errege» sollten. Wege» dieser Aenßerungc» hat der erste Diaaisanwalt Bhnmgart' zu Eleve den Dlrafantrag gestellt. Der Bertheidiger,l Aiechtsanwalt Dchwindt, stellte vor Einlrin in die Berhandlung den Antrag, die Dache mit einer anderen z» verbinden, die wegen desselben Artikels von dem früheren Unlerfnchnngsrichter Brir i ns .gegen den Angeklagten anhängig genzachl worden'sei. Der Gerichtshof beschloß, vorläufig i» die Berhandlung einznireie». Der Angeklagte 'erklärte, daß er de» Borwurt der Z'aiiheil nnd Halbheit gegen die mit' dein ,zolle Bnichosi betraute Behörde aiknechi erhalten --müsse. Durch den Ausdruck „mit Hilie tlingender i^ründc" tolle. keineswegs gegen die: Behörden der Borwnri der Beßechlichteii erhoben werden, .sondern eS solle dadurch nur -daraus hingewieie» jverden', daß der Dmiagogenporstand zu Fante» Geld an die> maßgebende Berliner Behörde geschickt habe, um einen Beamten mit'den Ermilll>>ngen in der Bnichoss'schen Angelegenheit z» beanttragen Der Bornpende, Daiidgerichlsdirerlor Ba a n s ew et t-ri, hielt dem Angetlagten entgegen,, d,dß dies doch dnrchasns nichts Ausfälliges sei. 'Wenn der Dmiagogenporstand Cpfer bringe, um die Wahrheit in einem Berbrechen zir cruiiltekn, wodurch cil> ^ovtsgef Ande belnßet iverde,-so tonne doch,daraus ein Borwurt nicht lerboben wrr'dcn Es toniine doch, auch vor, daß Vandgemeinden Prämien ansjernen, hiii beim Berdachl - böswilliger- Brandslistnngen de» I Hüter zu 'ermitteln^, nnd hiezu die Hilie eines bewkihrte» Erimiiialbeamleu ans Berlin er bäten' Der Bertheidiqer erltärte »iinmehr, den Bervein der Wahrheit anlreten und hiez» eine Menge Ankräge nellcck'-z» müsse». . Zunächst beantrage er. eine» 3heil der BelannngSzeugen, die i»> ,Falle Bnichon ausgetreten seien, hier in Berlin zu vernehmen. Es würde, sich dann- Herausstellen, daß änßerordenllich schweres Belastungsmaterial gegen Bnichosi ziiiaminerigetraize», aber aiictn genügend gewürdigt worden sei. Der.Präsident-ezwiderle, daß man doch unmöglich teni <>'erichtshose zlimnihen Iönne,"A>i'er gewissermaßen ' dAi -Fall Bnschoss anszntläre». Als der Bertheidiger noch weitere 'Anträge ftellte und daß die Anklage gegen lBnichois.im Znni veGandelt beschloß der l^erichlshoi ' pic Dackw zu vertage», das Berlrandlnng gegen Bn'choii alßnwarien - und ticki de z» lassen. ' iAnsdrrWel'kstilttcdkri»orlili>chc»E'»niisn»ist., A 'wird folgendes hübiche Histörchen niitgetlicili: „Die scnberc Dmit des Anliiemilisnins scheint auch in dem benachbarten As n s si > ch Zi> e n ß a d I ernonirnchlbaren Boden gesunden zu lial'en Dort war vl'r frei» Cfteife-üe eine ,>ran verichwnndeii Diesen Aorüitl benüple man flugs, »m das' lhörichte i^ZLrede zu verbreiten, die Bei icholleneAei von de» >nitcn zum 'D'ßeneße geopfert worden. Das vliunpe >Zernicht fand unter d>r nnwissenoeri. abergläubische.» Bevöllernng nalilrlich seine Anhänger. Delir ril>A erging es dabei rber einem ans dom Landstrich Dzamerle» chbiirligen Mannp, der »fit deui srcvcni auch hervorhob. werden würde, Ergebnis;' der Arte» iende» iS D ch > >' >v i n d l Grenzstädkchen Kapital daraus virthe dad "An iichell Dreiberr offenbar' i» 'B.erbindnng steht nnd ichlagcn rvollie Der'klbe machte einem sndi'chew Gaß erbieten, ihm gegen Zahlung von I.'» Rubeln ein Z^etteirnniß;» ver nullen Z'eizierer ging icheinbar ans-den Planein' n»I zahlte das per, langte <''e|D, baue nch aber vorher einen Polizin^rr lorrmen lanen Der Dieiistbesliffeiie erzählte nn», es liege .die' Ahnchl vor, fein .Gaßwinli 'ein hlnigeirärilies Uleidungsßück ins Haus';» 'chinngzeln. »m ilm auf diele Art in den Berdachl des Brordes zrr bringen. Der anwe'ende ' Polizist, rvelciier dse.Aris'age biriier, der Dhür angehön haue, nahm die 'B.erliasnrng des D'zvmeiien vor Bretteickn fitlut diele > Borgehen zur Entlarvung der ganzen Dipve. röelche Z^riv der Elivs. nnd dem Veben ihrer Mitbürger ein io sträfliches Dviev ireibt " •> Aus stein iiclohtcn VniiDc Der vlutncmitcu. find Anbeter des heiligen Rußland lind Nellen denen übrige» als Muster lsin. Dirrch die Bedrangniig io» >>nden heben dieselbe»,'wie anuiemiiiiche Vöblieder .vertündrgen, da, sittliche Riveau des Ezarenreiches tAnn leieir wir'aber'irr'einer Petersburger Eorre fpondenz der „Mov-laner Deutsche» Zeiinng": - ...>m Z'an>e der lernen Worche haben l'irch wieder einige BoriäUe gel äirst, ivelche,etne. b'ellagensiveribe- Berrvildernng der Dine» nnd des rnnaliichrn Delbn gefülils oisenbaren An ein und demselben D-age habe» drei Mord lbale» von sich reden gemacht: -i» Peierhoi hat ein .Nilchenchoiziegeni seine Zrali mit einem Beil.erschlagen, den aiopt vorn :>c»nrvi getrennt »nd den Veickinani in den D len gesteckt: liier hat ein ge viner Be'galschorv in Gegenwart seiner Dchwiegermukter und seines Heilten Nindes seiner : fvvati iitit ciuem Merier gefährliche Wunden heigebrackit, nnd ei» dritter Die 'Antiieinileii Machthaber alle» >