Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 6 (15.5.1892)
- Date
- 1892-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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I / Nr. 6. „och als rin iitteresianleS Moment Gregor.ig'S imicfte Rede über Sie Presse h»ra»S. Er erhob ein große» Geschimpfe über die „Indettpresse". '-'lUctn auch Sa» „Deutsche Bolksblalt", Sa» Ätttisemilenblail, sei uidjt besser. Es sei gegen ihn gerade so tendenziös vorgegaiigen wie die Indenblatter, es habe seine Reden und Anträge verkürzt gebracht, entstellt und verdreht Mit die Reden „'Anderer^ (b'ueger) breilgetrcte» uud in den Himmel gehoben.- Ruch habe er niemals von cinein „rkmellen Morde" gesprochen, der gegen ihn geplant wurde, davon hüllen „nr daS „Deutsche BpllSblait" und die anderen Indenblatler gesp.ochcn. — Tr. Psc»ner erhob sich b^i diese» Wollen und schrie: Aber ich bitte daS zu lasse», das gehört doch nicht zur Lache. Es ist nicht wahr, das „Denl-che Bollsblatt" entstellt nicht. Tao ist eine genieincBetdächtignng! — Gregorig er widerte aber ebcnsallS schreiend: ES ist ivabr, ich kann die Beweise ei bringen! Schon lange enlslellt dieses Blatt alle Berichte, die von mirbandeln, und macht mich lächerlich. (Rufe: Brqvo, Gregorig! Gegenrnre: Hoch Pienner!) Ein an wesender Lchristleitcr deS -„Deutschen Bolksblatl" versuchte eine schüchterne Richtigstellung der Grcgorig'schen Behanplnng, eliiiete aber von den Aahünger» deS Redner» »nr ei» ironisches Vächeln. Das „Ternsche Bolkeblatt" geht über diese für dasselbe niiliebianle Lrenemit jener christlichen Rüchstenlicbe hinweg, ivelche nach Eoopcralor Lchnabl'S AuSipriich bei sich selbst beginnt, (Hein Bode» fiir nnlijcniitischk Heuer.) D e s > an. die Seburisftadl '»lo-oS Mrndelesohn'S, ist kein Boden für antisemitischeHeber. Der „Magdebn rgi i>be n Leitung"- wird anS Dessau unterm •">. d. Br', bcr ichlel: „Leil einiger Jeu wird liier der. Bcrsuch anlijemilischer Bersanlnilniigen Izeinachl, zu denen man Redner ans Berlin holt. Wer Dessau lennt, lveitz, dast — bei voller Achtung christlicher ^rdnnug und Ucberzeugnng — für religiöse llndttldjantkeil hier kein Bode» ist, und gnuß sich wundern, wie gerade jetzt derartige Erpkvintente gemacht ivcrden können. Dhne die Richtigkeit der Behauptung rintcrm>1ten zu tvollen, dast An gestellte einer bekannten hiesigen Finna die Beranstaltcr -'eien, müssen tvir dost, ronstatiren, dast, von vielen Reugierigeu, von Leeialdemolraten und von den 'angegrifsenen Israeliten selbst abgesehen, die Bethcilignng eben an« die nruthmaßlicheu Unternehmer sich beschrünlt und eine Äntisemitenvartei hier nicht besteht. In der ersten Bersammlung war Rdetor Ahlivardt anS Berlin aur getreten; in der legten, vor wenigen Tagen gehaltenen, tvollte der belannte Dr. Förster anS Friedenau bei Berlin spreche», kam aber nicht-zum Wort -Als er nach unendlichem h'äri» von der kürzlich geschehenen Enthüllung deS >!ai-er Wilhelm Denkmals auSgehcn tvollte und sagte, dast dieses seines Ursprungs wegen, trotz der Berchrung, die er für den grosten etaiser hege, nicht nach-seinem Sinne te», löste der Polizeieommissar die Bersammlung am' ES'n-ird rath/am sein. Fort ietzrmgen zu unterlassen. Man lennt in Denan tveder Pliitoseinitisinns noch Antisemitismus, hüll eine Handlung weder drSwegr», weil sie »von einem I nden, noch deswegen, weil sie von einem Ehristen geichelien, für gm oder -schlecht, be trachtet sich den einzelnen Jude» und den einzslnen Ehristen und 'weist ebeii-o bei Ehristen wie bei Juden zwischen. vornehm denkenden und bandelnden Per tone» einerseits nnd eitlen, arisgeblasenen und geldgierigen anderenetts wobt za unterscheiden. -Der'Ras Hepp! Hepp! aber —''daS mögen Pie Berliner Herren »nd ihre wenigen hiesige» Freunde ei» kür attemal sich getagt -ein iasi'en, - wird in der Ltadt deS BaterS Franz keinen Wiede,hall finden." t . afltisemitischb'fi T.'lattcrn. iDie h'ngc» des „Dcutschcti Bollsblail".i Das „D,-ntscheBotksb.t.alt-' wußte jüngster Zeit seine» Ven-rit wieder eine teuer '-att-atn bekannten Vagen gkichichlcn ariszntisch>n, gegen welche eigentlich'nicht -o sehr die hetre»eneu Per sotten alS vielmehr die kescr dieses Vügenorgat-.p, Eiu-praelre ergeben sollten Den erstcren must eS fast eine Ehre ieiii, i,„ „Deut-'chen Bottsblatt" -al-ch beurlheill zu tvcrden. letztere aber ioUten es nicht drtlden, dast man an' ihr gutes Bertraiten.nnh aus ihre Unfähigkeit, die „BolkSblatt" biigen zu rontiolir'enfreventlich Rpecnlireu. In Mahriich Dstra» halten, nach dem Berichte des genannten Blattes/die Deutschen einen,schweren Liandvnnlt gegen daS 'tavisil-e Element. Wie di<ic emen,^>'nrr'»I»t io tvollteu die Det-.t-chen zu ihrer Ltarknng eg» derpischc» Hans erbauen und ersuchten die in der Gegend begüterten GroßindustrieUe» Baron Rothschild und Ritter v. Gnt-ttiann, ihr Unter! nehmen zu uuter-sjiitze» letztere aber, denen, wie das „Dentsikp- BoUsblatt-" and'uiet, natürlich^die Dtärkung der -deutschen Ration'ein Dorn tut Auge ii-ttt1 muß, erboten sich btost, z-nn Bane eines Be^einshanies, taS 'nr Deutsche nnd Ezechen gemeinichasitich benützbar tvare. eine» an-ebulichen Betrag zu w-nden. „Die Denlschen in Mahriich Dilran haben das südliche Danaeegesihenl entschieden abgejebnl Die Iudrnblätter iuchett tut» die Ablehnung durch aüerhai.d Wiirlet zöge zu verlteistcr» — es gehl aber leider nicht" Atio Roth'child und ttf,ttu,,i«u suchten die Deutschen D sirans durch ein ansehnliches n-ieldgeichenl zur PrciSgebnng ihrer natiottalen Pflichten zu'verlocken? Diese lehnten aber daS „lüri-'che Danaergeschenk" entschieden ab? Wie es sich unt die Wahr beit, dieser Bebarivtnngetr verbaik zeigt ein Blnl in.das Promemoria, tvelches nahezu hundert der ange-el,nisten Bürger Mähri-ch DstranS von beiden Leiten über, diei'en Gegenstand »ttter 'chrieben haben. DaS Promemoria schildert zunächst daS bringende Bedürfutst nach einetn größeren, anst,indigen Voeale, das t'ür tedermann. ohne Untersilned /freies 2? 1 a 11. ' Seite der -Ration und. desl Stande», zttpt Bergnüge» und zue Erboln-tg osien stünde. Die Liadlveuretuttg wühlte daher schon vor mehr als entetn Ja ne ein Eonitt,-, tv-tclvs die nöthigen Bauchlage in dieser üiichlung zu machen bitte Die >Dvier n-itkigleit des PnblietiniS zeigte sich dabei in glänzendem "Maste I nrch Lub^rip tioa eines Betrages von siittd it st Z,,n allgemeinelt Bedauern blieb dtesi-r erste Bentich aber ohtn- Et'otg, indent baS benannte Eoinit,- um Entbebntkg seiner Fnnetionen ersirchte, wodurch zugleich die Snb'erivtiou c nunllirt rr-urde. Dict'eu Borgang hm jedoch das Bediin'iitst nach eknenr deiarti.zen Vveale nicht ans der Welt gi-schasit, ntm war die'natürliche Folge denen, dag >ede ttattonale Partei Borbereitnngen zur Erbauung selbstständiger derartiger .-orale geteoiien l at. Rachdem es tedoch viele Eitttvobner'-und Familien gibt, di, ,rn Folge ihrer gkiellschasiltcheu Dtellnng, ihres Berntes und selbst auch ihrer i t'divtdueUen A» tchailting »ach mit alten Betvolmern -DsteanS ohne A.rsuahtne im friedlichen, engeren geiettschatitichen Berlebr bleiben wollen, aber mit v, tlem Rechte die B'esnrchtnng liegen, düst durch die Erbauung eines „Deutschen Hi ntes" nnd eines ..N;ii■ Iiii -liiii, dieie get.lticha-tticheti Berhältnistc einen graste,i Rist er'ahien tnüsttensi> haben sich die ertvab, len.B.ütger em-chlosi'en, poch eitiunrl den! Be, nch zu wassen, die Etbannng-eines getneittjcha'ttichen Brrtlini-hauieS attznt'trrben, n-elcheS jeder der beide» Rationen in geselliger und politischer-Beziehung - d:e-volle, trete und. »izgehinderte Eutwicktnng. unter etncm Takte gestattet nnd -'gaianttrt. -Rachdem das Lchntsisttirt so. die Bp:ge-ü»chte des Ikmetntebmens. in einer von dem „BoUsblatr" Berichte -ehr abtveichcnden Weite erzählt, gibt es ein genanes Piogtamtn von 'ker-Eiur.ichtnng und der Benütz-.ing deS ptotertirien Han-es durch beide Parteien, ivprans hervo.goltt, dast von eine, Peei-->gebu»g der »ational.-it Delbstnütidtgteit weher von deutscher noch von rzc hticher Seite dte Redo si-tn lann ' Altes was dasgentetttt'ame Eonrenhatis vi ttchntkea tonnte, tvare ein friedliches -Rebeiteinanderleben der beiden Rationen. Weil da». „Dentjche Potlsblatt" aber eine titiividerstehliüte Abiieignng gegen AtleS bat, was Friede l-'eistt,- ui tanst,-idem de» iiiit-etineidlichen „Juden" in die DaN»- zielteil,innstte, verdrehte es wieder einmal die Wahrlteil in recht at-.u-eitttnich r Weist-. In der Dbat wntden Rothschild und Gnimanit erst and^> Borichtag d,s GeneraldrreetorS- .'i ti p cltvi eier, kcS eigenltichen BaterS dieter Idee, tun eine 2nbvenrtv»'angeincht.!a sie Beamte beider Rationatuatdn babeir.? ->' Herr-n Rothschild nnd i-'-ntinann >elbt't-Kaden ni.bts k-ee-veochen Wie es aber tun db entichteden.- Ab telmnng der wacketeti Den-tch-n in Ma trti.lt -Dstra» stellt, gebt ans einer Rct'otatton liervor, die eine .von ,t sem-chen Mannerybe-achte Be>'aminlt ng vom Ntt Avnt' etnstitnintg annalstn : „Die doiti-che Partei in Mabri-ch.r nt an detn Bane eines dcm-chen Hati-es abziisietien: - über Bei lange,, Banptav kür ein gStnetn-antes Eoneeribans an diel Diadigen :l. einen Bel-ng von »tiitdesten:- :!->>> t> ,si. ,,is etn her Dta! igetttein'-e z-.i ge ivül-eettdi's nnverztnslichi-S. ctistzablbares Da-.leben 'nr eit; gent »»''»>»»'» Eoneert . bans atlizabt Ingen.- leto-b.»», tiuter der Borans-'cnnng, dast a-!ie egechi-'che Parle, von der Erbauung eine» .>ar--ütii -lum abnebt: d.ie-elb> ni'ind, siens .'! > it.ii st nn:et da g:.-:.ben Be.dmgatigen der Dladtgemeinde ge n-abrt: -eitens de> i'-.ostttldnsir'te genügende G.sidntitn-s z^lädigeittettlde gewabti wdede:-. \ :tt :,,-etbe in den Dian: ztz Anes getnein-amen EoNeertban-es .tunen vier Wochen siche-.: i Dcntncl »nü Picard. > Ein :n B i-.-.-r >,. . . t- P,b -. -emt!>-nb:a:-.cheit r-op zw-. Hetl-astcr F arbe, tre.ch.es ,.-D v.- -. ste und als.desien Betleger, b>z-eltttttgstl->-i->- D>l-.t'k:en,'r sie nttr. S mrczel und 2 c dla-l.signrtren. ntttlnre eie rNPe-.t: D en-mel tu Wie!, zmn. Atna->e, . tun ein n .i-::s c-' .t-inir-' zu et beben.' Es b-.-!:.rnvl!-t-, 'ast Alle. :-.-.:-ch>- b:s!-er n eg. a 1 >->,-iicht itrnde». a:tsi:a!>:nezoö Jaden.- natiti. a.re :-t ,i von Rentinar tit>: anderen i>i.1>:indi-.b,i> Ieiduni iei Niet eonsi.utrr. da» ersi r-o- -inrznt 2 dui’ileite-f eines inzivi-stidn -.''»gegangenen Wiener anii-einili-chen Da,'!-:.r-1.-s n-.-g-n E v-g abg,n-.silteni de d „-Dbe-.-'i.-rerbtatt" iagi auch, er -e'i^n.-.tgtdrtg.. ob de, Bebeia Inm D.!-aNe. Inden wornmer dec Berein zur Ab-.v-be des «Anti-'>tnt>is>»'.',S ' m sieb.» >si sich auch der ttid-.-N-en E.vi-,->-,e annel-nien tvee, e D.e-e lönnen ir-ir, be>ri>digeti^ Es. isi nnr Anti-einitenari. ftiti dendfr i'-eseiscsvel,. .wen» sie ist ibieii Reiben eine R.-Ue tvieien. airzni-.ebtne-.i. -a lranzz zu »beireichen .Aitstandtge Parteien nnd Per-onen 'cha't mit notorischen Be>bi-ech-tn/ gl.eichv:,' o> di,--e d.-in oder eutronn-n sind. - Ri,kn ro do.s tr-te dir-tomauich gvtrd.d:,- Raeetmen,- von e:n.-:n Grazer Bnrtl- Eonlenr betrieben ,Ee i/taimt von einer PnbNeäiion des t Preard tiber den Anuietiiitisntas »tu sichttichetn Bcbageir.Rotiz. PNa-.d sib ag vor: Um zu Verbindern, dast die -e-niti'che »i>ee -ans 'ent wirtk-cha'tttchen »at'np'e »titder ar,>P-eii alS Sieger bervobgehe. iet es not!- vendig. dast dntch -allgentetne Geieve die ANsbeutnng der Asbett durch fas wob te Eavttal .erschwert und dm-ch eine strenge -Börsengeievgeb-.tng die Mogli'chtett'tnnteld-en Gelderwerbes nberbaupl verhindert werde Attßerdetn',-tcn i-ie Juden vo't allen Aemt. , n sernznlialten Lchtiestnch emvnedlt..Pteaed noch si renge g>-> etl.schast :iche -.1'b'onderrt ng von den „deu Rachdetn das istrazt-r B au dtc'ett Bo. ichsiigen schon die Anpreit'nttg vorattgeich-.stt 'batte, dast' P:ea- - isiellet-l-t der ge iwkneste Advoeat und ein,-,- der r>iist>istre,g.si.-li -S-,ttri*'t*'t<• H,',1 Belgien - vt, l.istt in bereu: I von den. ihr g,-sich,nett ei »de abznueien : . iieltlttn V\'V tfi - zeit, 2 1m UIlli] : siell.:: . r-ch.ine: 'uy* r e-r b l a KivA". -.n-chtev UIUT. tg e.'d 2iV\ •? tvide.e d e .enden resiga-gite: ei'-n vo. a nicht -,va!-. Um .fbz-tieben. -et btost. il-tti-tt Votbeer » tede tss,-me>» iititiKti ve,-allen. B.n,1er Bla t,1-e», -attder.t -e-n Stetiuvender'-cher INi'-chen Advoente» >/