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Freies Blatt · 1892-05-15 · 6 (15.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
6 (15.5.1892)
Date
1892-05-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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’V) 'M feite i Freies Blatt. Nr. folgendes erklärt:’l Tic Eommaiiditgesellsdiaft Ludwig Vo eu» e bezog lOittiaetlidt das ÄVatcrial ytim Ha » p11heite des O'eluehied, beut Vanf, von der königliche» l''ewelirfabrik Spandau in Dornr von Vaiisstäbeit: hierin liege schon eine sicher heit'siir die '.'eist ungstücht igkei t der Voewe'schen Eewehre Auch haben sich bis jept. nach andei »halbjährigem trnppenmäßigen (Gebrauche dieser BDatten. des andere Mängel nicht deiner! bar gemacht. BDährend der ganzen datier der Dabrieation haben Eoiitrolsdiiisse.seitend -er des Blnlrituals Vtd>t w bringen ttiib auch wisienschafkliche Kreise dazu anzuregen, sich mit dieser schwerwiegenden Angelegenheit Und damit zu gleicher ^cit mit dein Antisemitismus zu beschäftigen": Bemerkenswkrth ist es, dass das „BotkSblatt" f das Bliitinärche», mit welchem es schon so viel Unfug gelriebe» hczt ■ >vir erinnern nnr an den Proeeß des ^»ainier .(taiit'inannes LfeiO, eine „noch immer recht dunkle strage" nennt. 2'Das für „wissenschaftliche" Arbeit hier angestrebt wird, darauf lassen die Preisansschreiber, aber auch die Preise selbst schließen. Es ('stwehrprüsungsroiniliiiston stangefniiden nnd keinerlei Anstände! wären wahre Hungerlöhne, wenn, niais wirtlich ei» genaues D-nellen ergeben - 5ie Dirina Vorwe habe, wiewohl sie He ndernoininenen j studiuni fordern würde, alleizi inan wird stell offenbar mit einer »eiiei 4 »'.'>( in» (^e-webre erst Ende Männer l>tt^"zn liefern hatten die lebten Mitte Männer abgeliefert. H. Die Dirina ','oewe habe, nicht Mark,.iondetn einen viel geringeren Preis pro (''eiveln erhalten, könne al'o nicht, wie die Broschüre behauptete. Ho ÜKarf, sondern Iioclistens 'J-b-inT l tlVavf pro (''civcl>r verdient habe». 4. liegen die An-geichnldigten. soweit sie dem Militärgerichte luiterstehen, sei die gerichtliche Untersuchung eingeleitet, außerdem dem Staatsanwalt von der Dache Mltiheilnng gemacht. worden, mit dem Au beimgeben, 'einerseits die rrfordetlichen Dchriite zn tliun (''rnppirnng alter Dendenzli^zen znfriedengebe», »nd dafür sind ÖOO, beziehnngsiveise HO" Mark eine splendide Bezahlung. Dem erst zu I bildenden Preist ichtereolleginni werden vetninthlich auch die österreichischen Dalnind (belehrten Rwhling nnd D ch n e i de r «»gehören : es eröffnet sich ferner den „Dchristleilern" unserer Antisemitenblätter die angenehme Anssicht, wenigstens den Preis für die „minder gute, aber noch brauch bare" Arbeit tu erlangen. Das Preisausschreiben ist demnach „entschieden sehr zeitgemäß". ' TllS Blllk iltt Bolks lind Alltrstlüllbcil. Da das Märchen j-t’i'm rilnelle» Morde nun einmal wieder act»ell geworden ist — ob > wohl es in das „eraete" Jahrhundert paßt ivie Pontius ins Eredo -, I so drängt es sich-glich in die P-iiseni'chasl nnd beschäftigt de» Eifer j von Forschern fast aller ^Wissensgebiete, Inristen, Medieiner, Theologen/ Ethnograph.» n. >'. w. Besonders letztere bemühen sich, die ('stiindlage». dieses Märchensan den Dag zu legen, ivelche tief im Aberglauben aller.Böller der weiten Erde gebettet sind Die ansgezeichnete, von' Di. D 2. >1 r a n s heravsgegebene solllot istische Monatsschrift „Am U.r 'D. nell" verösfenllichtt gegenwäilig eine Derie interessanter Atstilel „ambasier stachiiiMiner, welche sich ausschließlich mit der Bedeutung d.s Blutes im Bolksnnd Aberglauben betchättigen. Es braucht ^antn etwahui zu werden, daß der ('Maiil'e an die besondere *ihift des Blutes, , . . , nainentlich als Heilmittel in allen nnr trdenllichen stellen, so weit ver .-nng d e v. ‘.’l h r;' cm 11 e» 1 e i " - e n, a „ d-e.n, g e b o l,e u. pbrcittfl j,y fll* iit Hcilttinde selbst Eine besonders bedeutende Ü.olle dau .'.ibeil-.-gelegnil'u. geieliatrn weide Bev-H 1ni.lr ststst-»,'d,enblnl aber «in .der Heislunde wie i» dem Vicbeszanber Bcrci» zkir Adwclirvcs Anliscinillsiiius in Wir».» Am-l 7 d M , um '> Uhr Abends, t'indet im Daale des österreichiselien Diigeiiieiii und Ardiitekien Bereines, I, Eschenbachgasse die znbeite ordentliche ''' e n e r al v e r f a in in l u ng des Bereines zur Abwehr des Antisemitisinus! statt 'Ans der Dag.sordnung stehen: 1 Jahresbericht':-. Eanabericht: H> Anträge: 4. '.ststnwahl des Boritandes. Ariicil, nicht Brrkklillllg. Dil einer am > d- M. abgebaltenen Beisttmmlung der hiesigen Bauarbeiter sprach der Ost-Hilfe Pago seine B.-t'.ndigilNg darüber ans, daß rnit den Berlelirsaulage» in 'P-ien .n.dl'äi Emst gemacht ipetde. Den Arbeitern, sagte er, iei es gleich .'.-lttg, irer d-.e Ans'ül-i nng iibernehine., ob .ende oder Ehnst: in i t r e i B e i '/anpstach '.ttelgii malue» zlst'»tsstimin,-n nelnnen aber gewi''e ..Bollsveriiete:" und ..'Bollsl laitet"' ttine .st'oiiz, für ne bleibt die Betlietznng Hanpistiels, Bcrgrblichc.Müßc. Der O'razer "'emciiideraib hat'das An «.zineii des ..reteinigten Ehristen" Dchletinger, sich für einen v.on 'Um et dachten Plan zur Aniortistrutig der Dtaatsschulden und gegen d:e Einführniig -'st'Ikr. ilntiiig änszn'rre'chen, znrütkge'ivtesen. />» d-n Beachte» der ostazdr Blätter über die Dinnng des dotttgen O'-.- nieitiderathes vom >o. d' ‘.Vi. le'e» mir: Vers Xire.tov r. f a: m i J "rc’eritt;m 'Jianien'r.r Aeäns nnd der stinai-z -e.:w» aber da-k- Aniinben des Lstener Neiäisiaibeabgeordiieieu Do'e' fälle -Niger »m p.::t!o„r,v-'i'e llnier'iüvnng -.-i»-r u»''die Tilgung dä fiaats '.tn den Denerre'.t>s link die A»b.ie:i:'übr»i-g de, .iSoidztüllirniig abzicleiide» 'tjewintiou den» ati;r.?.-r riierere: r >agt: Abgfordneier f äileniiger ü bio'e»er-aiDder voäi-ämle nie Bodenenltur nnd bat »eb bic-ber dnräi B^>- e über tan Aanni und aber d i e 111» irr t H fe i t der feete de in.ikbae -gemacht^ roelätr Bo-.:eä.zc dnreb ig,-e Ut>vdrüäitdlichkcit eine» :H' 11' ■.".»' e r t ■: .: : abe» feit 't-ie'enor f äilesinger Aeiäid r.tib-ttibg didneie, ist. bat er üä' anäi au' tlnaiizieNe f n:Lteil geworfen " Der :'l.-'etent :- i .'.eü V:: t'ie-'oliitte-i sentiii»'. »elä>,n f.bilesiiiger an -äinnnti.he »Setn.'ind--n fe'ierrei.t'S re:->ei!rei lat f>:- ftad,ra:l> bat l'ieiiiber die Annät '».-.Ittigen -a.nitt--' der Han: I--kam»:., etn.zeboü. Die-'es ball es 'in d.-,» ,! ftadtnm d»r Balniaieettt '-ni'gsrerbandtni'g »iän 'nr ovrottun, ':b' »iii-dein f r ‘.teil. "l;:cieet :n be'anen ^» der ,4n>ä!t>'t des Domii-- :-'!!» -'S: . id-ä-b stn.t-r ist »i'itglied :t'.ts Ättg: .d . -..t-tt!I;»! '.i.-.ktratl : --.»ep-i: ' '.'Intra:, au» ' a s : : ":;nse b-''n,! te Aerä.svertreiiina.. des Astnies nmäiiig »e. inbni.en 'tsttrtej. li^g. es ibm ndeel»"'>e» 'ein, fenic• ,1» z: vetueie«.- A»'->'>r»»d , ie-es >»st,taä>te»s »eilt der liehe;-.it:ü:mmtn!: mit instlben. ter-^He'etem der teife» A»' i »nen des Pro»e''orsf'äile . Antrag it-ild ob» e Debatte a» ist ztrat tivas faul tut sätone» Ostaz, aber io arg ist es noät :ge u:rttr. daß arät nnr annchiucn löiinte, die 'Bctttelniig bei -n 3titciut-.i11 itstiide >ich dazu hergcben, einem . »enmacher dte^ geiviinräite stteelauie zu besorgen der Zigeuner. Bst'nn daher die Zigeuner anä> von den Hndcn glanl'en, daß ste Men''ä>cnl'lut zu allerlei gehciiniiißvollcn f)>veckm brnölhigcn, unk. daßsiät- Anden und griothisch o r ie n t a l i fä) c "Ufa vier dt,' Bärte mit' Meiischenchlnt 'chmieren, tim sic lang und diäjt zu maän», io gibt dies l<dilä»si,g einen Maßstab, wic viel dazu gchört, um an das Blntmät elien übet Haupt;n glatibcn. Besonderes Interesse verdient die Arbeit H. D Ietlberg's — eines protestantischen Psarrers — über den Blntglanben bei den ger in a n isä>e n Bölkern. Blut ist im germanisäten Bollsgtawt'eit eilt ganz besonderer Satt. Aller --sauber geht von ihnr ^ans, alle Heillratt: Dä>ristzeiä>en mit tf'lni geiklititben, halst ist eine .besondere Maä>t u. s. >p. Bon den '^reiinanrern erzählt man fid> im gennanisäien '.storden allerlei O'raneiihasles. B.stnn jeinaiid ficli mit dein 'ffiuifdK cinftclit, in .den Berein eiilziilrete», stidit ihm der Borstpende den Iinger blutig nnd ■,cid)»ct iTüttelü iei»es Blutes sei» Bild an die A'and, und der '.st'en liiig.iiliiß einen ichivereu Eid schwöre», nidsts zn verrathen Dhnt eres h'iuu'd). erblaßt die b!ntige ,Hg»r an der Bstind, nnd der Bor 'ipcnde braiidit nur das Bild z» dnrdtstedten, »in den Berräther z» lödten 'Aiidelswo falu'lt-tttati,' daß die /vrcimqiirer eine Dchittsel voll 'Blni mit einem darin sdiiviiiiinenden Herzen in ihre stoge haben: wenn sie ins Hetz stedien. löiinen sie d.iuch ihre Besdiwörnngc» wen sie wollen iödte». -Hier »»den wir den (''landen an die Berwendnng des Menichenblnles zn rilnellen -siveden idion in feiltet vollkommen ans itehilbefeii Dorm, nur nnb es »idtt die Indcn, denen diesmal der Borwnt's gilt, sondein die als geheime Deele gesürdtlelen Dreimaiirer. :st'ech mehr an den Den r»> rcr Tage Hingt eine (beschichte an, die -.-.»desb.tt't tst.tdt : titi'di-» B:. D.'zu d.i-nte nidn A; .i r. d '. (''.ineinderalh von r o p p a II zu liabni - : :n AdvoeätensttCnde angehöirnder autitciutritd>ci- ■; :.::es B»ebnrgeriiieistets. gebrad» 'hat:' im (''lanben der sttsländer -lantten t'tiiher ans n'Sland Heillnitst zn verwende» : ansgebäiigt.. lind ihnendab -'llage» aber hörte man i» El» Prri-öilNöschrtilir-ll. Ein Vei vzigel- Amf'euittenverein hat, '.w't au--- ' ::: „ D -nt' d>,. .t Boltsl. I.ttt" erfahren, den Beschluß -::: b: >'di:. :be>t zn anstalteli ssti eine „wi'seii'diasttiche", gm:. ::: .-stiidiuin" beiikhendc Arbeit über die „Ritiurl :>! orte - : d die alle in" den raidiiobeiit'teii Arten bestuk i-'dien üi-d ieinr! al l ast zu ' »laclu'iiLe» Dalle anfz-thlen nnd- -ctndr tttti'dien B.'ii:kigniig iinierzieben soll' Dür eine vorzüglidte Ausarbeilung d'e'iS Dh-iiias >ei ::i -Pr.:-» von :">'»> M-tik. tür eine ^.minder gute, ib.i midi brauchbare" e:n 'rtdier ton .'!>>0 Marl ansgeiept Man h"'»'-- da'ittch die nodt immer redtt dniil^e 'Drage ln it»i>"d) ist. Die H olländet, glauben sie, r ilbbaarige -liuider, >ini ihr Blnt in ihier sie mntdeii ant dein Ddiiise an den.Diißeil Blul abgezapft, ihr Dämmern nnd » eilet Derne '.st,au 'sieht also, daß das Blutniäldien audi in Enr/p, lehr:' heiiniid> ist. Und daß nid>t bloß Dd>nldian Aiiid, D»de», ton er» andt rein geitnanilche Bölker vo» .ihre» Deinden über fid) den Bolwnrt ergeben lane» »inßleii, sie zapt'ten zn dieiein oder jenen, ^ivede Menid>en Blul ab. BDenn sid> aber in der .Dg,aditioii nnd in' bejt alten Dchritien aller Böller Dpnren dieses: t''lg„bens tinde», was würde es beweis,n, wennman .glich in den indischen 3dtrittc*, Bibel oder Dalmnd ein paar Pforte auf stöbeit^, stveldie auf den BUnglauben gebeutet iverde» tonnten y llebrigsns ist dies bis heute noch nicht gelungen. 'Die hödist inter essonle:Artiteli'erie über den Blntglanben wird im ..Ur st.nell" weiter, iortges^t, und werden wir nicht unterlassen, gelegenklidi wieder daraus zilriii-kziklouimen r. .

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