Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 4 (1.5.1892)
- Date
- 1892-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Freies Blatt. Nr. 4. Viuib, s;> ober IO 7 Pereent überlasten dieses cuideren, und bloß i'ber 7 :» "l'crccnt cultiviren drn ihnen Angewiesenen Grund und Boden mdir -Unter bieten fhtb jedod) viele, die als Handwerker und Geschäftsleute andere 'Pflichten im i'ienite der Eolonisteiigesellschaft zu erfüllen I>al>en mib dalter ihre ^Siril,schall vermiethen müsten. von brtt a»geliehene» 740 Höfe» oder ö.-J H Pereent besitze» landwirthschaftliche Bl'atchinen und von bieten 207 oder 2S ■ Verteilt deren mehrere, ivaft alle Hoie heiinen- Vfcrbc, das ausschließliche „Ziigmeh. Hansvieh t Mt“iljc, halber, 3cti-.ifc :e , finbet sich aus 017 Höfe». s^4 Percent), und bloß ans I.'12 Hörn gibt 'es derlei nicht. Die Zahl der Hansthiere ans alle» Kolonien beträgt ll’.UGi) 3ttief, über 10 3tnrf per Hof. t*infl'it'clje ^Siitlitdtiiften Hinnen kanni ein - gleich günstiges Resultat ans weisen, und ee liegt darin der bene beweib für die erfolgreiche Thälig teil der jüdischen Bauern. Ebenso günstig stehen. hettie die Berhältnit'se im (''onveriiement O herum, obgleich die Borbodiiignngen npch weitaus »»günstiger waren als in Jekaterinoilaw. Während hei der Beriheilnng de» bentfchen und hiilgaritche» Eolonisten in Be-,ng ans -he» Drt' der Riederlassnng freie Wahl gelat'teu war, ninßie» die Inden nehmen, was ihnen geboten wurde, und dies war eben-schlecht, osr, so schlechter Boden, daß er für die Rindivtrlbschast eiiisach.aingeeignei war: das- Walter war mein für Mentchen und Bteh ungenießbar, an vielen Drten fehlte es ganz und mußte meilenweit bTrltkigeliolt werden. Die christlichen..Eolonisten er ltieiten, olme Rücksicht an' die. Zahl der männlichen Familienmitglieder .'n t litt D enialinen, den Jndkn wurden nur, wenn "sechs Männer in der Jamilie waren, ."t > Destjatinen gegeben. Und während die ersteren allerlei .vteiheite» genossen, Handel, (''emerbe, den Delta ul n. f w. }n tveiheit, ikthen iie onbe.n nichts von dem, dürfen ihre Wirthschafk nicht ' vererben und müssen nur Inden znr^Arbeil beschäftigen. Tre-v alledem befinden sich die jüdischen Kolonien'in einem 3taube, daß ein i n ist scher Bearnier darüber berichtete.: „Die Thalsache, daß die tudi'dien Eed.ititken ihren <''rnnd je Ihn bem-beiien, angesichts ,o vieler Deiiwierigleilen, muß als Sine nnaiifechtbare (Garantie gelten, daß i ntet günstigeten Bedingungen ans der tlsidst'ion (''eneralion von Eolo »'siet, ßch.tltch glndliche Vandwirihe lteraiiwachsen würde»." Tie Zahl be: Kolonien betrug im vUilne lsfü) 10; im Jahre l.-'.'i iß biete.! ans '2'2 gestiegen: die Eolonisten 'bildeten 10014 Ja milie» mir I'.' HO Deelen ' '.Vidit weniger als 02S Pfänner he ’ilt.t'ü.’ten iidi als Handwerker, die übrigen mit Billig lind Egge. 7'er gestimmte Btebüand betrug in dem erwähnten Jahre I ^.-47, d. : meinals ’l I Dlint ver Hat Was die Bodencnlinr diesen iidt'äten Oe hm titelt;tt danke» bat, dcivon wollen wir nur ein einiges W:’i. > ,i» der'B>vstanznng des Bodens geben. Int iuiltte 1gab tu dm allgetneim'it Pstavznngen 11.Wald, 2.>0!<l Dbst iittii'.'j ttiib ui den "Jutei'h.iit'd)nleit 0IST Wald lind. 2} O'.lO Clm 1-.timte oin-.Siihr I-O't zältlte man in den allgemeinen.Pflanzungen -1 .’■>•’! Waid nitb 20. 1 4> Chühiinme, an den :'ldei hnnid)nlen 1'.'Wald und I.’>244 Cht'thiinnic '.'Indt auf allen übrigen :;.t tt der Bed.n.nlinr Italien die Juden von-Eherson gleidt günstige ''i-.-'jiriake. an'r.f.relt'en, dodt . genügen " diese wenigen Daten, tun ein B-'d :.'» de. tgen ^ltältg^ti dieser jüdischen Bauern zu geben. . W:. ander ucbiuctl sich die antisemitischen Phrasen, wie anders d e! t:\u1tett ans. '.'Indt in Rußland selbst wird, wie bei uns, den - Utd'en det Bstentgegengesdtleitdert, sie eigne» sich nicht;mn te obigen Zahlen, die ans officicüc Denlidtrislen :e'e Beil'enmdtttig;war ot'sen '.'iige, aber der ,s in einem Bnitlte glten bester als-sein denkidter darf nodt ein wenig mehr der 'iSnly heit Hohn -edt.iglett ins i'viidn idilagen, lind ntn '.'ogil 0; i- Bäierdtens erft vedn N,d>l;n lünintent, Vdi bloß nm .utben bandelt. i, i;|;i ' ‘ ■ .1 1 ‘ ‘ V ' * ' ' ' ' . nt't'dt. V! i'ft*- trit O' ttnnnna.e.t tt.’te ’rt-'dt.lii-d;; ht auet.r . •» r t-'f? ■; ■■■ l; ,1-t •„ Briciil.;nr ^hwrlir Vr-ä 'Jlutiicinitic-mus. Unter'bem 'Bortipe?.■■■• h. ■ ■" ." n, A: 'i ..t r. 3 n r t n er, hielt am '2h ilyiil der Briß-an.d r; Beiint 'iU u .h' d-ir Anltseiiiitismns eine Diimng ab /:'l:!ii.''nd realen Oliienprändent "Herr Hofrath Professor r t. .'- >!..' -: - iß'k die meisten 'Änsichnßinikglieder Radidem das Pie-:o!ot! d i -Bi-i sk.rndssißniig ver.eien, sind genehmigt worden nar, .-tgr:''» d r i-. -ttvende das ih-dit und.gab der Besriedignng über das Otidt.in tt in s Drganes, das ttdt aan; in den Dendenzen des B->eines b.ßett.'e nnd bei-: nid ani denen Dhäiigleit wirten werde, in --»■innen 'iS;;: :: Vinv.'ini-t. 7Ir einslimmtge Betßill, den der Herr Piand.i't '.in', war ei» Beweis für. die Dmnvathien, welche das ,.,'i . t.; Blau" dnteti sein Otsdieinen. gewedi haue Mit ansrid>tiger /''etingtltnilita ve.'nndete al-'-dann der Präsident, daß ihm seitens vieler a tt g - j e!k ii ■ t P a d a g o g< n a n S a l l en 7 h e i I e u S e r M o n ii t dt t e■ - idniiriiehe 'ititrdgebnngen utgelommen »eien, in weld>en iid) diese freidenkenden Bildner der Jugend in offener, ja sogar enthusiastischer Beeise gegen d e n Antisemitjs nt u s anssprachen und ihren Beitritt zum Bereinft'erklärten. Diese Jünger Pestalozzi's sind eingedenk 1 des Dprnches ihres Meisters, der da lautet: „Alle Ddenschheit ist in i ihrem Beesen sich gleich und hat;n ihrer Besriedignng nur eine Bahn." Der letzte t'segenstand der Dagesordming war die jrestse^ung des Tages zur Abhaltung der Generalversaiumliing, und wnrdd beschlosien, dieselbe am 12. Mai d. I abzuhalten. in. a. ^ostf iHittfr v. Fürth.) Donnerstag Bormittagö versä>ied in '■Heien der ehemalige ReichSrathS- und l'andtagsabgeordnete Herr Josef i Ritter v. jvürth im 70. Lebensjahre. Der Berblidjene zeichnete sid> ans den versdsiedmsten ('kebieten des vsfentlid>eii Gebens bind) Hervor!. ragende Dad>kenittniß, rastlosen Eifer und Dpferwilligleit ans. Als erster Präsident her Baron Hirsch Dtistnng widmete er sich den Auf gaben derselben mit großer Wärme. Die 'Rad)ridit von. seinem Ableben tvirh rii den wei tsten Mreifen unseres Baterlandes die lebhafteste Dheilnähme erwecken, i . Iüdifcht Altarchisttll.s Die Bersnche der antisemitisdien Presse, die anardiistisdie Bewegung in ihrem Dinne ansziischroten, sind sd)mählich gesd)eitert. „Wir )ttnfielt eonstatiren, daß bei den Pariser anarchistischen l'srenelthaten Jndrli einx Hervorragende Rolle spielten" — jnbilirte das „Bolksblatt" : „ Junten wie st önig st e i n und R »bin st c i n genügen, um die Wahrheit dieser Thatsäd)e;n erweisen." Deitdem koünte man fast täglid) eine kleine, pikante Roti; über die jüdischen Anarchisten lesen: eine Prolo davon gaben wir in der letzten Rnmmer unseres i Blattes. Jndeß 1 wenn and) dem „Bolksblatt". wie immer, ^wei! jüditche Rainen genügten, um die Wahrheit cfnn nngehenerliche» I Thalsadie;tt bcibeisen, andere Vciitc sind in pum-to dieser Beweis Methode bereits schr vorsid)tig geworden. Wie wir weiter unten zeigen, ist Ravad)vl-stönigstein kein Jude, und wie es mit den MissetHaten Rnbiiistein's, de: ' gegenwärtig in Wien weilt, steht, zeigt die Dar , stelliing, die er selbst von seinen jüngsten Erlebnissen gibt. Er sei, erzählt er, am Tage nad) der Erplosion in der Rne de Elid>i) ver Hastet worden. Ein Eommissär und zwei Polizisten erschienen in seiner Wohnung und e stärten ihm, daß er verlpiftet sei. Deine s^rage nach dem t'srnnde dieser Maßregel wurde von dem Eommisiär nid>t beantwortet. Er se nun in das Depot der Präfeetnr gebrad>t, dort vier Tage in einem e rußen stianme mit einer Anzahl von Hüstlingen znriid gehalten und akithrovotnelrisd) gemessen und photographirt worden. Deinem Berlaiigcjn, vor einen Viidjtcr geführt zu werden, sei keine ,rolge ^geleistet üiorden: dm vierten Tage habe man ihm eine Ans> tveisniigsordre vargelegt, er habe dieselbe trotz seines Protestes unterid,reihen müssen, . worans man ihn im die belgisd)e Grenze brachte, ohne Ihm z» gjestatten, daß er seine Esserten ans seiner Wohnung abhole. Ans seine wiederholte ,viage, woduich er seine Ausweisung versdytldet habe, sei i ihm stets nur die Antwort . zntheil geworden, er tei ein. staatsgefährlicher Mensch, Bei einer Dnrdisnd,iing, die man in seiner Wohnung vörnalmi, habe man »id)ts Berdäd,tigeS sinden können, dod> habe der Oommissär eine von Rnbinftein verfaßte Brosä)üke: „Die E m a n e i p a k i o n der Inden", die-im Berlage der Jsraelitiidien Dlndiengeiellsd>asl in Paris ersd)iene» ist und lediglich Borsdsiäg.e zur Eolcmistrnng ber Inden im Drient sowie in Amerika enthält, als angeblid) anarchistisch milgeiiommen. Bon der belgisd>en Grenze' wendete sich Rnbinstein nach Brüssel, wo er sid> dem österreid)isd) nngaiisd>en^ ('sefindte» t'stafen .st l, e v e n h ü l l e r vorstellte und demselben seine i'age sd>ilderte. t^r zeigte seinen Militärpaß, wies nad>, daß tr sidi stets ordniingsgemäß an- und abgemeldet habe, und erbat die Intervention der <''ssandtsd>asl. Diese hob beim oster reid>isd» nngarisdjen Botsd>aster in Paris nberRnbinstei» Erknndignngen ein ,ind gewährte dann dem Ansgewiesene^i während seines Brüsseler Ansenthaltes eine Unrerstütznng. And, die Intervention des Brüsseler Rabbiners s»d>tet Rnbinstein an und bat, derselbe möge ihn prvtegiren, damit er für drfi Tage nad> Paris znrückkehren und seine Dachen abholen könne. Der stiabbiner.erklärte, er könne daS nid)t thnn, gab aber dem ansgeiöiejene» eine Empsehlnng an den Inhaber einer Dd>nle, damit stcnltinsteit) an derselben'.eine Dtellnng als stehrer erhalte. Rad) wenigen Tagen bemerkte nun Rnbinftein, daß er von der Polizei auf 3d)iitt und Tritt verfolgt werde, und er 4>ösd>loß, angesichts dieser niigemüthlid)en Ditiiation abznreisen. Die t'sesandtsdiafl löste ihm ein Bstlet nad) .stöln, lind der ('iesandte gab ihm folgendes Ddireiben an den österreidiüd) lnngaiiichen l'ieneral Eonsnl «vreiherrn v. C ppenheim in >töln mit: wird sid> dem k. und t. tsteneral Eonsnlate der ans Zolliew gctfiiiiigc österreid>isd>e Unterihaii Dalomon Rnbinstein vorstellen, weld>eiilaut Miltheilnng der k. und k. Botsd)ast in Paris feil dem Jahre 14s.S daselbst ansässig war und als Dprad>leHrer »nd dnrd, jonrnalistijche Thätigkeit seinen Unterhalt erwarb. Anläßlid) des jüngste» Tnnamii Attentates wurde Rnbinstein, weldier sid, zwar an i